Taipeh

Wir sind inzwischen in Taiwan. Nach fast 6 Monaten Südostasien und zum großen Teil tropischem Klima sind wir nun etwas weiter nördlich in den Subtropen. Wir starten in der Hauptstadt Taipeh. Am Flughafen kaufen wir uns gleich unsere Karte für die Öffis im Pokémon-Design und dann geht es unkompliziert mit U-Bahn und Bus zum Hotel – die Corona-Regeln verlangen hier privates Zimmer inkl. privatem Bad. In der Umgebung gibt es unzählige Lokale, einige davon mit langen Warteschlangen und Speisekarten voll mit chinesischen Schriftzeichen – wir halten heute also mal nach Bildern Ausschau und finden sogar eine englische Übersetzung: es gibt Sauer-Scharfe-Suppe und Teigtaschen zum Abendessen – gut und günstig.

Wir starten mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Unser erstes Ziel der 228 Memorial Park – kurz vorm Ziel stoßen wir auf ein großes Polizeiaufgebot die einen Gedenkzug verkehrstechnisch begleiten: heute ist nämlich der 2/28 Peace Memorial Day – ein staatlicher Feiertag in Erinnerung an Unruhen 1947 aufgrund eines Zwischenfalls zwischen einer Zigaretten-Verkäuferin und der Polizei. Überall in der Stadt sind kleine oder größere Bühnen für die Abendveranstaltungen aufgebaut, und wir schlendern durch ein sehr ruhiges und gemütliches Taipeh. Zwischendurch holen wir uns Snacks an den unzähligen Essensständen und am Abend gibt es – wie könnte es anders sein – lokales Craft Bier.

Wir spazieren jeden Tag durch einen anderen Stadtteil und besichtigen Tempel, schlendern entlang von Straßenzügen mit unendlich vielen uns unverständlichen bunten Schildern und kosten uns durch die lokale Küche: Dumplings, Beef-Noodle-Soup, Bao Bun, Pepper Bun, Hot and Sour Soupe…

Bei manchen Essensständen gibt es eine handgeschriebene Übersetzung der Speisekarte auf Englisch, in anderen Lokalen hilft Google beim Übersetzen, manchmal wissen wir einfach nicht genau was wir bestellen, aber es war eigentlich alles sehr gut. Eine lokale Spezialität ist Stinky Tofu – den man auf der Straße schon von weitem riecht. Natürlich haben wir das auch probiert und es hat sogar besser geschmeckt als der Geruch erwarten lies, unser Lieblingsgericht wurde es aber nicht.

Den Blick von oben genießen wir vom Taipei 101 – dem höchsten Gebäude des Landes (bei seiner Errichtung 2004 war er noch der höchste Wolkenkratzer der Welt), im Inneren kann man gleich unter der Freiluft-Aussichtsplattform den goldfarbenen Schwingungsdämpfer besichtigen – inkl. einigen Videos in Bewegung bei Erdbeben oder Taifun. Am Rande der Stadt bezwingen wir die sogenannten Four-Beasts, einem Spazierweg entlang vier Hügeln von deren “Gipfel” man den Blick auf die Stadt inklusive Taipei 101 genießen kann. Das bisschen spazieren und Stiegen steigen entpuppt sich für einige hier als richtig anstrengend – und das kurze nicht asphaltierte Wegstück ist für manche schon spektakuläre Wildnis.

Taipeh gefällt uns sehr gut. Es ist modern, organisiert und wahnsinnig sauber – und das obwohl Take-Out sehr beliebt ist, dabei viel Müll anfällt und es relativ selten Mülleimer gibt. Nette Viertel zum schlendern, weitläufige grüne Parks die sehr belebt sind und viele Optionen für gutes und günstiges Essen. Bei den Einheimischen sind die Fotospots sehr beliebt – alleine im Taipei 101 gibt es ein Stockwerk mit unterschiedlichen Szenenhintergründen für das perfekte Fotosetting, aber auch in den Parks sind an allen Ecken Arrangements zum Fotografieren zu finden. Anstellen vorm Restaurant der Wahl gehört hier für viele auch dazu – wir fanden das Essen ohne Anstellen aber auch ausgezeichnet. Im Music-Plaza – einem großen Bereich mit Spiegeln an der Wand bei einem U-Bahn Zugang – treffen sich die jugendlichen in Gruppen um Choreographien zu üben und zu filmen. Eine Melodie weißt auf das Einfahren der U-Bahn hin, und auch die Müllabfuhr hört man hier schon von weitem, denn die kündigt sich zu den Klängen von Beethovens “Für Elise” an.

Dumaguette (Negros), Apo Island und Moalboal (Cebu)

Nächster Halt ist Dumaguete auf Negros – nach 2 Wochen haben wir hier das erste Mal wieder warmes Wasser zum Duschen. Wir nehmen uns einen Tag Zeit die Stadt zu erkunden (viel zu sehen gibt es nicht, die Stadt ist vor allem für ihre Universität bekannt) und verkosten selbstverständlich auch hier das lokale Craft Bier. Selbstgebrautes wird hier auch etwas außerhalb angeboten im so genannten Beer Garden. Als wir Montag Nachmittag dort aufschlagen hat gerade die Schlager-Party gestartet, Westler mit Ihren asiatischen Frauen trudeln nach und nach ein – so fehl am Platz kommt man sich selten vor, also suchen wir schnell das weite – es gibt ja zum Glück noch eine andere Craft-Bier-Bar. Mit dem Tricycle fahren wir einmal auf die andere Seite der Stadt zu einem kleinen Garten in dem sich unterschiedlichste Läden einquartiert haben – hier gibt es einen unverpackt Laden, sehr gutes Essen und gutes lokales Bier.

Einen Tag verbringen wir auf Apo Island – ein Meeresschutzgebiet. Mit einem kleinem Boot fahren wir zur Insel und bei der Überfahrt gibt es schon das erste Highlight: eine Gruppe Delfine schwimmt an uns vorbei (Foto gibt es nur mit Delfinen die grad unter getaucht sind). Auf der Insel suchen wir uns eine ruhige Bucht und verbringen den Tag schnorchelnd. Clownfische, Flötenfische, Seegurken, Seesterne und andere Fische zeigen sich neben all den Korallen, außerdem sehen wir wieder Schildkröten (die grüne Meeresschildkröte um genau zu sein).

Unsere letzte Destination auf den Philippinen ist Moalboal auf der Insel Cebu. Hier verbringen wir die Tage schnorchelnd zwischen Sardinenschwärmen und Schildkröten. Korallen gibt es hier kaum zu sehen, die wurden bei dem schweren Taifun 2021 zerstört und haben sich (noch) nicht erholt, aber es gibt Seesterne, Clownfische und auch einige Quallen. Spannend sind aber auch die (größtenteils koreanischen) Touristen anzusehen die mit Schwimmweste an einer Leine festgeklammert von ihren Guides durchs Wasser gezogen werden um die Unterwasserwelt in Gruppen zu erkunden, und das obwohl sämtliche Tierische-Attraktionen keine 30 m vom Ufer entfernt angetroffen werden.

Weiter geht es dann mit dem Bus nach Cebu City und weiter auf die vorgelagerte Insel Mactan wo wir die letzte kurze Nacht auf den Philippinen verbringen bevor wir mit einem frühen Flug die Reise zu unserer nächsten Destination – Land Nummer 8 auf unserer Reise – starten.

Bohol und Siquijor

Von Cebu City starten wir das Inselhopping in den Visayas. Mit der Fähre geht es nach Bohol. Abgelegt wird natürlich nicht ohne Gebet für eine sichere Überfahrt sowie ein Gebet gegen Corona – per Bildschirm inklusive Untertitel. Dann beginnt die gemächliche Überfahrt und einige Stunden später kommen wir im Norden von Bohol an. Da unser Quartier aber im Süd-Osten der Insel auf uns wartet haben wir noch einiges an Wegstrecke vor uns. Wir spazieren an der Armada von Tricycles vorbei und finden einen Bus der uns in den Hauptort der Insel bringt und damit zu einem Busterminal von wo alle anderen Ecken der Insel bedient werden. So sicher waren wir ja nicht, ob wir tatsächlich einen direkten Bus finden (online Recherche liefert hier eher wenig Resultate) aber der Bursche vom Busunternehmen lässt uns hoffen als er sagt wir sollen warten – und siehe da kurz darauf fährt der passende (volle) Bus ein. Wir bekommen die letzten 2 Sitzplätze – alle danach müssen im ohnedies engen Gang stehen (der Bus hat 3 + 2 Sitze pro Reihe). Busstationen gibt es nicht – der Bus bleibt einfach stehen wo jemand zu- oder aussteigen will, oder auch wenn wer beschließt am Weg noch schnell ein Grillhendl fürs Abendessen zu kaufen – entsprechend lang ist die Busfahrt. Dafür werden auch wir direkt bei der Stichstraße zur Unterkunft abgesetzt, spazieren dann noch die gatschige Straße mit unseren Handytaschenlampen entlang und kommen nachdem wir 3/4 der Insel umrundet haben in unserem Domizil an, wo wir erfreut feststellen dass es lokales Craftbier gibt – Prost – und der Koch uns noch mit sehr leckerem Fisch zum Abendessen bekocht.

Am nächsten morgen können wir dann die wunderschöne Lage würdigen – Sonne, Strand und Meer da lässt es sich gut entspannen. Der Tauchlehrer überzeugt uns einen Entdeckungstauchgang zu machen und so sind wir an unserem zweiten Tag in der Früh bereit für unsere Einschulung bevor es auch schon unter Wasser geht. Es begrüßen uns viele bunte Fische, Seeigel, blaue Seesterne und einige Schildkröten. Der Tauchgang hat uns richtig gut gefallen – und wenn man schon mal da ist kann man ja auch gleich den Open Water Kurs machen. Also können wir das Tauchrevier mit der “Mauer” wo das Gelände plötzlich 10 Meter abfällt und all seinen Korallen und Fischen noch bei drei weiteren Tauchgängen erkunden und sind jetzt zertifizierte Open Water Taucher und dürfen bis auf 18 Meter tauchen.

Nach einer gemütlichen Woche mit Tauchen, Schnorcheln und Lesen am Strand in Anda geht es noch nach Loboc – das Spannendste in dieser Stadt ist eine halbfertige Brücke: Man ist wohl erst während des Baues des ersten Pfeilers draufgekommen, dass auf der gegenüberliegenden Seite die älteste Kirche der Stadt steht – und somit kein Platz für den zweiten Pfeiler ist. Für uns sollte es aber ohnedies nur ein Zwischenstopp am Weg zu den Philippinen-Koboldmakis sein. Diese winzigen Koboldmakis sind tatsächlich nur halb so groß wie eine Handfläche und wahnsinnig süß zum anschauen.

Von Bohol bringt uns die Fähre – natürlich wieder mit Gebet beim Ausschiffen – nach Siquijor wo wir uns abseits von allem in einem Bungalow einquartieren. Siquijor ist bei den Filippinos für seine Heiler mit übernatürlichen Kräften berühmtberüchtigt. Wir haben keinen getroffen – haben aber eine sehr regenreiche Woche erwischt und die Erkundung der Insel in Regenpausen auf den Strand vor der Haustür und das Bier der lokalen Brauerei beschränkt. Spannend war es dann noch vor der Abreise: eine Sprengung eines verlassenen Rucksackes am Fährhafen – ein Tourist hat jetzt wohl Bedarf an einer neuen Badehose.

Cebu City

Vom Flughafen in Cebu fahren wir in unser (Party-)Hostel wo wir uns auf der Dachterasse ein Bier genemigen. So richtig viel ist nicht los, wir heben den Altersschnitt aber trotzdem – zum Reden kommt man bei der lauten Musik die aus den Boxen dröhnt nicht, also geht’s für uns bald ins Bett wo wir zu den Klängen vom Bass einschlafen, damit wir am nächsten Tag die Stadt erkunden können.

Nach dem lokalen Frühstück geht es zur Basilica del Santo Niño: Hier ist überraschend viel los – der Gottesdienst wird via Lautsprecher und Videowalls übertragen, ist aber gerade im Finale als wir ankommen. Die Zuhörer haben nahezu alle eine Replique von Santo Niño in Händen, es leert sich etwas und wir besichtigen die Kirche, dann kommt auch schon der nächste Schwung Menschen für den nächsten Gottesdienst. Die nächste Sehenswürdigkeit wartet gleich auf der anderen Seite der Kirche, Magellan’s Cross – eine Reliquie, die sich auch großer Beliebtheit der Gläubigen erfreut. So viele Menschen die alles mögliche mit so viel Motivation anbeten haben wir noch nie auf einem Fleck gesehen. Weiter geht’s zur Fuerza de San Pedro – eine sehr kleine Festung, hier gibt es Guides die einen mehr oder weniger motiviert durchführen – unser Guide war er von der letzteren Sorte, also waren wir sehr schnell fertig. Wir spazieren noch etwas durch die Stadt vorbei an Monumenten und der Kathedrale (auch hier beginnt gerade die Messe) bevor wir Abends in einer lokalen Kleinbrauerei einkehren: Bier und Burger.

Cebu hat vor allem eines: ein dichtes Programm an Gottesdiensten, wenn man will kann man hier den ganzen Tag in der Messe verbringen. Für uns war es nur ein kurzer Zwischenstopp, es geht am nächsten Tag zum Fährterminal und auf die nächste Insel.

Manila

Die Abreise aus Malaysien vom Flughafen in Kota Kinabalu war diesmal nicht ganz so reibungslos: Der Mitarbeiter von Air Asia Philippines hat unser Gepäck nicht angenommen weil wir nur ein one-way Ticket gebucht haben und kein Ausreiseticket vorlag (und wie auch in sämtlichen anderen bisheringen Destinationen ist ein Wiederausreiseticket theoretisch Bedingung für eine Einreise – praktisch war es noch keinem Grenzbeamten wichtig genug danach zu fragen). Nachdem wir festgestellt haben, dass es auch self-drop-of Schalter gibt haben wir uns zu den nicht unbedingt sichtbar aufgestellten Automaten für die Gepäcksschleifen durchgefragt und wollten unser Gepäck am Automaten aufgeben – hat für Theresia funktioniert – für Alex aus unbekanntem Grund nicht, also mussten wir uns erst wieder anstellen. Diesmal haben wir einfach einen anderen Schalter angesteuert und siehe da für die Kollegin war es kein Problem Alex’ Gepäck anzunehmen. Es ging chaotisch weiter, wir mussten noch zweimal durch die Sicherheitskontrolle bevor wir am Gate ohne Toiletten oder Trinkbrunnen platz nehmen konnten – Form follows Function war bei der Flughafenplanung nicht oberstes Gebot. Mit einiger Verspätung konnten wir dann endlich boarden und fliegen nach 1,5 Monaten in Malaysien nach Manila in die philippinische Hauptstadt.

In Manila angekommen bestellen wir uns gleich ein Grab-Taxi – auch hier funktioniert das bestens per App – und fahren direkt in unser Quartier. Ausgeschlafen starten wir am nächsten Tag unsere Erkundung. Mit dem Zug fahren wir Richtung Innenstadt – für das Ticket muss man sich hier tatsächlich am Schalter anstellen – es gibt keinen Automaten, was noch auffällt – es gibt eine Sicherheitskontrolle am Stationseingang. Wir spazieren durch den Rizal-Park mit seinem Japanischen und Chinesischen Garten, beobachten eine kleine Parade vorm Rizal-Denkmal (José Rizal ist der Nationalheld der Philippinen) mit Militärmusik – was zelebriert wird konnte uns die Polizistin im Absperrdienst nicht sagen. Weiter geht es in die Altstadt, wo wir entlang der Stadtmauer spazieren mit einem Abstecher zur Kirche San Augustín, der ältesten Kirche der Stadt und zur Kathedrale – auch hier gibt es eine Sicherheitskontrolle am Eingang. Am anderen Ende der Altstadt spazieren wir durch die Reste des Fort Santiago, dann geht’s in einen Taproom – es gibt endlich wieder lokales Craftbier das verkostet werden will.

Beim Heimgehen dürfen wir gleich die kriminelle Seite Manilas streifen, hier leben viele Menschen auf der Straße – vor allem viele Kinder laufen herum und versuchen sich in Kleinkriminalität, auch bei uns – allerdings erfolglos.

Den nächsten Tag verbringen wir im Nationalen Museum – natürlich gibt es auch hier wieder einen Sicherheitscheck am Eingang. Am Nachmittag holen wir uns eine Jause die wir gerne am Strand gegessen hätten: Essen am Strand ist hier aber verboten – also jausnen wir schnell bevor wir dann durch den bewachten Eingang zum Strand gehen. Schnell stellen wir fest, dass unser Plan die Küste statt die Hauptstraße entlang zu spazieren nicht aufgeht – es gibt nämlich nur einen Ausgang vom Strand, also geht’s zurück auf die Hauptstraße und wir spazieren ein Stück bis wir ein Taxi bekommen, dass uns zur nächsten Craft Bier Bar fährt.

Manila ist spannend anders, die Kinder in ihren schönen Schuluniformen spazieren Tag für Tag an unzähligen Wohnungslosen vorbei. Tricycles die unter Tags Passagiere von A nach B fahren sind in der Nacht Schlafplatz für die jeweiligen Eigentümer – die Armut ist überall sichtbar und man wird auch ständig angebettelt – und doch gibt es mittendrin unverhofft nette und sehr schöne Cafes mit herzlichen Eigentümern und Gästen die einen mit Empfehlungen versorgen. Für uns waren es spannende drei Tage in der Hauptstadt, wir freuen uns aber auf die nächste Destination es geht zur Inselgruppe der Visayas.

Kota Kinabalu und Kinabatangan River

Angekommen in Kota Kinabalu beziehen wir unser Hostel in Chinatown – es ist Chinesisches Neujahr und entsprechend ausgestorben, nachdem sämtliche chinesische Läden geschlossen haben. Außerdem geschlossen haben die Waschsalons, warum sogar Selbstbedienungs Coin-Laundrys während den Feiertagen geschlossen sind ist für uns nicht ganz nachvollziehbar – damit hatten wir jedenfalls nicht gerechnet. Nach einigen erfolglos angesteuerten Waschsalons finden wir dann doch einen offenen – zum Glück, nach so viel Regenwald und Feuchtigkeit ist das dringend notwendig. Ob alle Waschfreudigen hier wissen was sie tun lässt sich anzweifeln – Zwei Mädels schaffen es eine frische große Flasche Flüssigwaschmittel beim befüllen von zwei Waschmaschinen aufzubrauchen – das muss wohl sauber werden. Ein anderer kommt mit augenscheinlich trockener Wäsche und befüllt damit ganz motiviert den Trockner.

Nach (zumindest für uns) erfolgreichem Waschtag erkunden wir die Uferpromenade mit ihren Märkten. Beim Filippinomarkt sitzen die Herren hinter ihren Nähmaschinen und warten auf Kundschaft für Kleinreparaturen und am Fischmarkt tummeln sich die Einheimischen, um den besten Fisch für die Feiertage auszuwählen. Außerdem gibt es natürlich allerhand Trockenwaren, Gemüse und Obst – vor allem viele Mangos. An den Fischständen kommt man gut vorbei ohne angesprochen zu werden, dafür reißen sich die Essensstände und die Mango Verkäufer um unsere Gunst.

Wir machen einen Ausflug zur hiesigen “schwimmenden” Stadtmoschee Masjid Bandaraya die wir von außen aus einiger Distanz betrachten – für ein entlangspazieren am Ufer auf der Moschee abgewandten Seite wird hier nämlich bereits Eintritt verlangt. Auch aus der Distanz besichtigen wir den Attkinson Clocktower – das älteste bestehende Bauwerk in KK, der Platz um den Uhrturm herum wartet aber seit einiger Zeit auf seine Neugestaltung und ist eingezäunt, ähnlich geht es auch der Aussichtsplattform am örtlichen Hügel.

Das überschaubare Sightseeing-Programm ergänzen wir mit Kaffeehäusern und gemütlicher Zeit im Hostel bevor wir mit dem Bus in den Osten von Sabah nach Sandakan fahren. 6 Stunden geplante Fahrzeit werden zu ca. 8 Stunden, da die Straße aufgrund des vielen Regens stellenweise überflutet und daher nur einspurig befahrbar ist. Sandakan ist für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Kinabatangan, dem größten Fluss in Sabah.

Der Kinabatangan ist dafür bekannt, dass die lokale Tierwelt hier gut Sichtbar am Ufer bestaunt werden kann, der Hintergrund warum das so gut geht ist leider nicht so rühmlich: Es gibt entlang des Flusses nur noch einen kleinen Bereich mit ursprünglichem Regenwald und somit nur noch wenig Lebensraum für die Tiere. Die Entwaldung zugunsten der Palmölplantagen ist hier besonders gut Sichtbar.

Wir machen hier Bootssafaris bei Tag und Nacht sowie eine Nachtwanderung durch den Regenwald. Das Ziel: möglichst viele Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten – mit großer Hoffnung Orang Utans und Elefanten in freier Wildbahn zu entdecken.

Gemeinsam mit unseren Guides (Vater mit Sohn) und zwei weiteren Besuchern fahren wir per Boot den Fluss entlang und können tatsächlich alle paar Meter Tiere bestaunen: ein Baby-Krokodil, Nasenaffen, Silberne Haubenlanguren (sogar einen mit noch ganz orangem Baby), Javaneraffen, Warane, Maronenlanguren, Goldlanguren, Silberreiher, Seeadler, Eisvögel, Nashornvögel und sogar den seltenen Rhinozerosvogel. Bei der Nachtwanderung konnten wir zumindest die Augen einer Wilden Katze sehen und einen schlafenden Prachtblauschnäpper (Bornean Blue Flycatcher) der auf Borneo nahezu ausgestorben ist (unser Guide hat so eine Freude gehabt, da er ihn seit fast 3 Jahren nicht mehr gesichtet hatte). Bei der nächtlichen Bootsfahrt gab es neben unendlicher Ruhe unter dem wunderbaren Sternenhimmel eine Zibetkatze, Fledermäuse, Glühwürmchen, Malaien-Gleitflieger, einen schlafenden Menintingeisvogel (Kingfisher), ein Karminbreitrachen Pärchen (Black-and-red broadbill), Eulen und zum Abschluss noch einen Flughund zu bestaunen. Die Gibbons konnten wir nur aus der Ferne weit oben in den Bäumen beobachten – die sind auch schnell wieder aus unserem Sichtfeld verschwunden. Aber wir hatten dafür das Glück bei unserer letzten Bootsfahrt unter Tags einen Orang Utan mit Baby zu sehen und zum Abschluss sogar noch einen Elefanten der gerade den Fluss gequert hat.

Die Tage am Kinabatangan waren angenehm ruhig und von richtig vielen Tieren geprägt – besonders die Orang Utans und der Elefant der einfach durch den Fluss spaziert ist waren besondere Highlights (mit denen wir gar nicht mehr gerechnet hatten). Den Bus zurück nach Kota Kinabalu konnten wir nicht online Buchen, daher haben wir uns an einer Busstation entlang der Route positioniert – die Info: hier bleibt der Bus immer stehen, es steht groß KK drauf. Der erste Bus ist dann gleich an uns vorbei gefahren – der Fahrer hat aber noch nett zurück gewunken. Der nächste Bus eines anderen Betreibers ist dann tatsächlich stehen geblieben: Sitzplätze wurden auf den Stiegen im Einstiegsbereich zur Verfügung gstellt da der Bus eigentlich voll war – aber wir hatten wenigstens unseren Transport (und sobald andere Gäste ausgestiegen sind gab es auch richtige Sitzplätze).

Zurück in Kota Kinabalu konnten wir uns gleich beim Nachtmarkt vor unserem Hostel mit Streetfood verköstigen, auch den Sonntagsmarkt haben wir diesmal besucht – eine bunte Mischung aus Gemüseständen, Zimmerpflanzen, Topfkratzern und Gemüsereiben (die in Teleshoppingmanier angepriesen werden), Gewand, Haustieren und vielen anderen Waren.

Für uns geht damit ein schöner Aufenthalt auf Borneo mit sehr viel Tierwelt zu Ende und wir Fliegen zu unserer nächsten Destination -> die Philippinen.

Nationalpark Gunung Mulu

Nach einer weiteren Nacht in Kuching geht es in den Osten Sarawaks zum Nationalpark Gunung Mulu. Der Nationalpark liegt mitten im Dschungel Borneos – erreichbar ist er somit fast ausschließlich per Flugzeug. Bekannt ist Mulu vor allem für seine Höhlensysteme, von denen wir einige besichtigen und natürlich dem Regenwald mit seiner Artenvielfalt.

Wir starten gleich nach der Ankunft mit der Erkundung des Regenwaldes, auch den nächsten Tag nutzen wir für den Rundwanderweg durch den Dschungel – vorbei an den riesigen Bäumen und von ständigem Vogelgezwitscher (und anderen tierischen Geräuschen) begleitet. Abkühlung gibt es am Weg beim Paku Wasserfall und – wie es sich im Regenwald gehört – durch den Regen.

Am nächsten Tag steht die Erkundung von den ersten Höhlen am Programm. Wir besichtigen die Lang’s Cave, eine kleine Höhle mit schönen Felsformationen und die Deer Cave, lange Zeit die größte Höhle der Welt (seit der Entdeckung der noch größeren Son Doong Höhle in Vietnam nur noch die zweitgrößte). In der Deer Cave leben ca. 3 Millionen Fledermäuse verschiedener Arten, es gibt eine kleine Grüne Oase innerhalb der Höhle, ein beliebtes Fotomotiv ist außerdem der Umriss einer seitlichen Öffnung die an das Profil von Abraham Lincoln erinnert. Als wir aus der Höhle wieder hinaus spazieren ist der Wasserstand durch den starken Regenfall schon deutlich höher als beim Hineingehen und wir müssen beim Verlassen der Höhle durch wadenhohes Wasser mit starker Strömung waten.

Das Highlight ist der so genannte Bat Exodus – das gleichzeitige Ausschwärmen von einer in der Deer Cave lebenden Fledermausspezies am frühen Abend – bei Regen halten sie sich aber oft nicht an den Zeitplan, also haben wir nach der Höhlentour umsonst gewartet. Am nächsten Abend versuchen wir unser Glück am Ausgang der Höhle erneut – es regnet zwar wieder aber heute können wir die Fledermäusschwärme sehen wie sie in langen Bändern die Höhle verlassen. Im Anschluss machen wir eine geführte Nachtwanderung: Neben Stabheuschrecken, Tausendfüßlern, Spinnen, Kröten und Fröschen sehen wir auch einen Pinselstachler, einen schlafenden Eisvogel und eine grüne Viper (vor unserer Unterkunft haben wir außerdem einen Skorpion entdeckt). Affen bekommen wir während unserer Erkundungen leider keine zu sehen, dafür viele Schmetterlinge und wir haben einige Male das Glück Nashornvögel (Hornbills) über uns hinwegfliegen zu sehen.

Eigentlich wollten wir Mulu zu Fuß per Headhunter-Trail in einer mehrtägigen Wanderung verlassen, der Trail ist aber leider geschlossen. Nach fünf Tagen im Nationalpark mit kalten Duschen und Strom nur von 18 bis 24 Uhr per Generator geht es also wieder mit dem Flieger weiter – außer uns sind nur zwei weitere Passagiere und zwei Flugbegleiter mit an Bord. Wir fliegen über den Dschungel, können Brunei von oben besichtigen und landen in Kota Kinablu im Bundesstaat Sabah.

Bako Nationalpark

Von Kuching geht die Reise weiter in den Bako Nationalpark der per Boot zu erreichen ist. Am Weg zum Headquarter können wir vom Boot aus schon zwei Krokodile sichten – als wir dann vom Boot durchs Wasser an Land gehen ist zum Glück keines in der Nähe.

Wir checken in unserer Forest-Lodge ein und machen uns gleich auf den Weg auf einen der Trails. Die wichtigsten Infos, nicht schwimmen und nicht zu nah ans Wasser – werden wir beherzigen nachdem wir ja schon zwei Krokodile gesichtet haben. Wir starten los und treffen gleich mal auf eine Gruppe Bartschweine – die aufgewühlten Wiesen rund um das Camp zeugen von ihrer Futtersuche. Unser Trail führt uns gleich steil bergauf durch den Mangrovenwald, vorbei an fleischfressenden Kannenpflanzen und endet bei einem Aussichtspunkt auf einen schönen Strand und den “Kobra-Felsen”, eine Felsformation die auch das Symbol des Nationalparks ist. Dann geht es wieder retour ins Headquarter wo wir auf eine Gruppe Silberner Haubenlanguren treffen – niedliche dunkelgraue Affen mit fescher Frisur. Jetzt gibt es Abendessen – den Burschen der für die Aufnahme der Bestellung zuständig ist mussten wir zwar erst aufwecken, aber wir hatten Hunger.

Am Abend machen wir dann noch bei einer geführten Nachtwanderung mit. Spinnen, Stabheuschrecken, Frösche, Riesen-Ameisen, Fledermäuse und einen Vogel haben wir gesehen – die restlichen Dschungelbewohner haben sich versteckt, obwohl unser Guide richtig bemüht war. Der Nachtspaziergang war trotzdem toll – schon alleine die Geräuschkulisse war richtig beruhigend.

Am nächsten Tag in der Früh kommt man dafür an keinem Parkranger vorbei, ohne dass man gefragt wird ob man denn den Malaien-Gleitflieger schon gesehen hat und man wird mit viel Begeisterung hingeführt. Direkt neben unserer Lodge hat sich der kleine Gleitflieger mit seinen Glubschaugen oben am Baum seine Schlafstätte für den Tag gesucht.

Für uns steht an Tag zwei in Bako eine Rundwanderung durch den Park und damit auch durch die meisten im Park vertretenen Vegetationstypen am Programm – zusätzliche Abstecher führen uns auch heute wieder zu zwei Stränden: hier fällt vor allem der viele angespülte Plastikmüll auf. Nach 4 Stunden wandern durch den Nationalpark und nur einer Sichtung von ein paar Makaken ganz zu beginn hoch oben in den Palmen werden wir zum Glück wieder direkt am Rande vom Camp fündig: Nasenaffen – die vom aussterben bedrohte Affenart lebt ausschließlich auf Borneo. Wir beobachten die Gruppe Nasenaffen beim Abendessen in den Bäumen bevor wir selbst Abendessen und den Abend auf unserer Terasse mit dem Beobachten von Fledermäusen und Glühwürmchen ausklingen lassen.

Tag drei in Bako spazieren wir noch etwas in Camp Nähe herum und finden einen Affen weit oben auf einer Palme, weil er die Reste seiner Palmenfrüchte hinunter wirft. Mit der Zeit werden immer mehr Affen sichtbar und so können wir auch an unserem letzten Tag in Bako Affen beobachten. Außerdem sehen wir natürlich wieder die Bartschweine, die uns am Stand verabschieden als wir wieder zu unserem Boot spazieren das uns zurück fährt.

Wir hatten Glück so viele Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können: Krokodile, Silberne Haubenlanguren, Bartschweine, einen schlafenden Malaien-Gleitflieger, Makaken und vor allem auch die Nasenaffen.

Kuching

Von der Malayischen Halbinsel geht es mit dem Flugzeug nach Malaysisch-Borneo. Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt (nach Grönland und Neuguinea). Wir landen in Kuching, der Hauptstadt des Bundeststaates Sarawak und der größten Stadt auf Borneo.

Kuching bedeutet Katze auf malayisch – und der Name ist Programm man sieht viele Katzen: viele streunende Katzen und Katzenskulpturen – es gibt sogar ein Katzenmuseum (das haben wir aber ausgelassen). Die Stadt liegt am Fluss Sarawak, am Ufer steht prominent das auffällige Parlamentsgebäude mit seinem steilen goldfarbenen Dach, daneben die moderne Brücke, welche die beiden Flussufer zusätzlich zu den vielen sargförmigen Fährschiffen miteinander verbindet. Nicht weit entfernt “schwimmt” die Masjid India, eine relativ neue Moschee auf Pfählen im Flusslauf – mit weißer Fassade und türkiser Kuppel um einiges moderner als die rosafarbene Stadt-Moschee mit ihren goldenen Zwiebeltürmen.

Kuching hat ein belebtes Flussufer mit Streetfood, die Carpenter-Street mit netten Cafes und Bars und New Chinatown mit vielen Essensmöglichkeiten – kulinarisch gibt es also einige Möglichkeiten. Dazwischen lässt sich neben der Suche nach Katzenstatuen auch hier einiges an Street Art entdecken oder man flaniert durch die India Street mit den bunten kolonialen Häusern zu beiden Seiten. Eine Bootstour am Fluss machen wir auch, gemeinsam mit einer dreiköpfigen asiatischen Familie, die vor lauter Posieren und Fotos von sich machen vom vorbeiziehenden Ufer gar nichts mitbekommt – der Vater war am kritischsten und motiviertesten beim Posieren – wir haben uns das Lachen verkniffen. Einen Tag geht es für uns ins neue Borneo Cultures Museum und auch das kleine naturhistorische Museum schauen wir uns an damit wir wissen welche Tiere uns hier erwarten – im Museum zwar entweder ausgestopft oder nur das Skelett aber eine Idee bekommt man.

Mit dem gratis Elektro-Bus der Stadt geht es für uns ins Semenggho Wildlife Center im Naturschutzgebiet. Hier werden aus Gefangenschaft befreite und rehabilitierte Orangutans in die freie Wildbahn entlassen und mit Fütterungen unterstützt. Somit leben hier halbwilde Orangutans, die man mit etwas Glück zu den Fütterungszeiten an den Futterplätzen beobachten kann. Am Eingang steht schon wenig vielversprechend: Es ist Obstsaison – also genug Futter im Wald zur Verfügung und eine Sichtung somit unwahrscheinlich. Wir haben aber Glück und können die älteste Bewohnerin des Gebietes beobachten – ihr Lieblingsplatz ist die Bank am Sammelplatz der Touristen – und auch ein weiterer Orangutan bedient sich am Fruchtbuffet und schwingt sich durch den Urwald. Drei weitere Orangutans sehen wir außerdem etwas abseits der Futterplätze.

Kuala Lumpur II

Nach einer Woche Erholung am Strand geht es retour nach Kuala Lumpur. Hier nutzen wir unseren zweiten Aufenthalt für die Erkundung der Batu Caves – eine Kalksteinhöhle mit mehreren Hinduistischen Tempeln. Prominent erhebt sich eine 42m hohe goldene Statue – die Hindu-Gottheit Murugan – neben einem ca. 270 Stufen langen bunten Stiegenaufgang vor den Höhlen. Auf den Stufen tummeln sich neben Touristen und Pilgern auch viele Javaneraffen – die fast mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Hindu-Schreine.

Wir spazieren durch Little India mit seinen Tempeln unterschiedlicher Glaubensrichtungen, genießen Streetfood am Straßenmarkt rund um die Masjid India und besuchen die Masjid Jamek (Jamek Moschee) diesmal auch von innen. Hier geht es besonders streng zu: die Damen müssen neben der üblichen langen Beinkleidung und dem Kopftuch auch die Arme verhüllen, und auch die Herren müssen in langen Hosen (oder Leihröcken) gekleidet sein. Am Eingang der Moschee stehen Guides,, die die Besucher beim Besuch der Moschee begleiten und mit Infos über die Moschee und den Islam versorgen – manche mehr, manche weniger – der Herr der sich uns angenommen hat wollte gar nicht mehr aufhören zu reden und hätte uns am Ende am liebsten gleich zum Islam übertreten sehen.

In Kuala Lumpur ist die Weihnachtsdeko schon den typischen roten Lampions für die chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten gewichen. Besonders gut sichtbar in Chinatown und auch beim Thean-Hou-Tempel. Ein 6-Stöckiger Tempel mit Elementen aus Buddhismus, Konfuzianismus und Thaoismus auf einer Anhöhe positioniert und mit seinen traditionellen geschwungenen und verzierten Dächern ein beliebtes Fotomotiv: auch für unzählige frisch verheiratete Paare, die am Tag unseres Besuchs dort geheiratet haben und dann mit den Fotografen durch den Tempel gezogen sind für ‘das perfekte’ Hochtszeitsfoto.

Aber auch überall anders in der Stadt und vor allem auch in den Shoppingcentern ist mit roten Lampions, rosa Blüten und goldenen Hasen dekoriert – es folgt das Jahr des Hasen im chinesischen Kalender.

Nach ein paar Tagen in Kuala Lumpur verlassen wir nun das asiatische Festland und begeben uns nach Kuching auf den malayischen Teil der Insel Borneo.