Langkawi

Mit dem öffentlichen Bus geht es zum Busbahnhof und dann mit dem Bus Richtung Norden bis nach Kuala Perlis – von hier ist es nicht mehr weit zur Grenze nach Thailand. Für uns geht es hier Abends mit der Fähre auf die malaiische Insel Langkawi nach Kuah, wo wir in Gehdistanz vom Hafen unser Quartier beziehen. Einen Tag verbringen wir in Kuah – hier gibt es vor allem Duty Free Läden die mit Alkohol bestückt sind. Langkawi wurde, um den Tourismus zu fördern zur Freihandelszone erklärt und zieht dadurch vor allem am Wochenende viele Einheimische an.

Wir besichtigen die wenigen “Sehenswürdigkeiten” in Kuah bevor es für uns zum Pantai Cenang, einem Strand im Südwesten der Insel, geht. Hier genießen wir eine Woche absolutes nichts tun und erholen am Strand. Unser Quartier ist hier eine Matratze in einem Betonrohr (einfach, aber gemütlich) mit Blick aufs Meer inkl. Sonnenuntergang – der Chef ein Tiroler.

Silvester verbringen wir gemütlich am Strand: Sonnenuntergang, Whisky und Bier und zum Jahreswechsel gibt es ein kurzes Feuerwerk. Wir genießen die Stimmung und spazieren an diversen Feuershows und aufwendig dekorierten Candle-Light-Dinner Spots vorbei.

Die Insel hätte zwar neben unserem Strand noch viel Potenzial für Ausflüge, die lassen wir diesmal aber aus – Reisen kann nach 4 Monaten anstrengend sein und wir genießen eine Woche Urlaub vom Reisen.

George Town

Von Kuala Lumpur wären wir eigentlich gerne mit dem Zug nach George Town gefahren – leider war der Zug aber bis auf 4 Behindertenplätze ausgebucht, da wir mal wieder Freitag als Reisetag gewählt hatten und da auch viele Einheimische nach George Town wollten. Zum Glück haben wir dann noch Sitzplätze im Bus ergattert und so ging die Reise mit dem Bus direkt nach George Town, da die Insel Penang mit einer Straßenbrücke mit dem Festland verbunden ist.

In George Town haben wir unser Quartier etwas außerhalb des denkmalgeschützten Zentrums bezogen. George Town besteht aus den typischen Shophouses aus der Kolonialzeit die wir schon aus Malakka kennen – meist 2-3 geschossig, mit europäischen und chinesischen Einflüssen. Außerdem gibt es aufwändige chinesische Clanhäuser, einige Moscheen, Kirchen, hinduistische und chinesisch-buddhistische Tempel und dazwischen sehr viel Street-Art.

Wir verbringen Weihnachten in George Town und sind am 24. wie es sich für Reisende gehört mit der Erkundung der Stadt beschäftigt. Gefrühstückt wird landestypisch Toast mit Kaya (Kokosmarmelade) und dann folgen wir unserem Stadtspaziergang quer durch die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt in kurzen Hosen. Bei 31 Grad ist am frühen Nachmittag eine Erfrischung notwendig also gibt es Kokosnuss-Shake und dann kehren wir in einer Craft-Bier-Bar ein. Entsprechend unserer Bier-App soll es in der Bar auch eigenes Bier geben – als wir dort ankommen und nach lokalem Bier fragen gibt es aber nur das übliche Tiger Bier aus der Großbrauerei, dass uns der Kellner aber eh nicht wirklich verkaufen will. Wir nehmen also Bier aus China und Singapur plaudern noch etwas mit dem Kellner und bekommen dann ein Whiteboard mit 5 Handgeschriebenen Biersorten: eigenes Bier der Bar, nachdem Lizenzen zum Bierbrauen hier aber nahezu unmöglich zu bekommen sind ist das Bier also illegal – und daher nur für ein kleines, besonders sorgfältig auserwähltes Klientel im Angebot. Nach dem verkosten des illegalen Craft-Biers geht es für uns in eine kleine Bar wo wir Burger als Weihnachtsmenü essen.

Per Video besichtigen wir dann noch den Weihnachtsbaum aus Zell am See und die Weihnachtskekse in Wien – hören noch Stille Nacht Heilige Nacht und so geht der etwas andere Weihnachtsabend auch schon zu Ende.

Am Weihnachtstag wird die Stadt dann mit Fokus auf die Religionsstätten fortgesetzt: Diesmal wird uns auch wieder in der Moscheeeintritt gewährt. Die chinesisch-buddhistischen Tempel sind hier auch angenehmer zu besichtigen, da die Räucherstäbchen im Gebäude verboten sind und nur vor dem Tempel vor sich hinräuchern (der beißende Rauchgeruch hat uns schon aus dem ein oder anderen Tempel vertrieben bevor wir eine ganze Runde gehen konnten). Auch die Tempeltürme der hinduistischen Tempel erstrahlen hier in voller Pracht mit ihren detailreichen Figuren. Nur die christlichen Kirchen sind von außen eher unspektakulär und außerdem geschlossen.

Tag drei in George Town starten wir mit dem Fahrrad durch und radeln zum buddhistischen Tempel – so ganz klar ist der Fahrradweg hier nicht angezeichnet, meistens sind Radweg und Gehsteig hier aber ohnedies das selbe – also fahren wir wenn wir nicht gerade auf der Straße gegen die Einbahn radelnd am Gehsteig (oder wie sich dieser abgetrennte Multifunktionsstreifen hier bezeichnet). Mittagessen holen wir in Little India, das wir dann am Hafen verspeisen. Nachdem in der Innenstadt kaum Gehsteige, aber viel zu viel Autoverkehr ist stellen wir die Fahrräder wieder ab: zu Fuß ist man schneller. Wir schlendern dann zu einem Lokal in einer Seitengasse. Hier gibt es eine große Auswahl an Alkohol zum Einkaufen oder vor Ort trinken. Es ist viel los, hier stockt jeder seinen Alkoholvorrat auf: Kistenweise oder nur im kleinen aber dafür in schwarzen Plastiksackerln verpackt. Wenn man hier trinkt holt man sich aus dem Lager nebenan Plastikhocker und sucht sich einen Platz auf der Straße vorm Lokal. Wir sind nicht lange alleine, ein Herr rückt schritt für schritt immer näher zu uns bis er schließlich mit uns pladuert. Dann dauert es nicht mehr lange und wir sitzen in einer Runde Stammgäste, werden auf Bier eingeladen und schließlich zum Abendessen zu einem der Herren nach Hause.

Er holt uns ab, zeigt uns am Weg zu sich noch die halbe Insel und nach 1 Stunde Fahrzeit inkl. Sightseeing kommen wir bei ihm und seiner Frau zu Hause an. Es gibt Reis, Fishcurry, und noch 2 weitere speisen mit Huhn. Unsere Gastgeber gehören zu den ca. 7% der Bevölkerung indischer Abstammung und zu den 3,9% die Tamil sprechen. Entsprechend essen wir heute ohne Besteck: hier wird ausschließlich mit den Fingern der rechten Hand gegessen – geht auch. Im Anschluss gibt es noch Bier und Whiskey bevor wir wieder zurück ins Hotel gebracht werden – am nächsten Tag heißt es früh aufstehen, wir reisen weiter Richtung Norden.

Malakka (Melaka) und Kuala Lumpur

Von Singapur geht es mit dem Bus gleich in der Früh los Richtung Malaysien, Land Nummer 6 unserer Reise. Gemeinsam mit vielen anderen arbeiten wir uns Richtung Grenze vor – der Bus hat aber zum Glück eine eigene Spur. Ausreisen aus Singapur geht komplett digitalisiert: Reisepass scannen – Tür öffnet sich – zum Fotospot weiter gehen – Foto – Tür öffnet sich und wir sind ausgereist. Wir steigen wieder in den Bus zum nächsten Grenzposten – dort stehen wir dann in der langsamsten Schlange, aber nach einigen Fragen über unsere geplante Aufenthaltsdauer, Reiseroute und Rückreisepläne bekommen wir unseren Stempel: 90 Tage dürfen wir in Malaysien bleiben. Wir sind die letzten die im Bus Platz nehmen und die Fahrt geht weiter.

In Malakka angekommen spazieren wir zum Hotel und organisieren uns gleich eine lokale SIM-Karte und flanieren durch die Altstadt. Freitag bis Sonntag (also jeden Tag unseres Aufenthaltes) ist hier Nachtmarkt, entlang der Jonker-Street wird hier neben Essen allerhand Zeug verkauft – manch ein Stand hat den identen Ramsch den man in Österreich vom Kirtag kennt.

Malakka ist bei den Einheimischen für das gute Essen bekannt, also kosten wir uns durch das Sortiment. Brunch, Kaffee, Essen to-go am Nachtmarkt und dazwischen ein bisschen Sightseeing. Am Nachtmarkt besteht das Food-Sortiment zu einem überwiegenden Teil aus Spießen und Gula Melaka (Palmzucker). Wir probieren Coconutshake, Kueh Keria Gula Melaka (Süßkartoffel-Doughnuts mit Palmzucker überzogen) und Poh Piah (frische Frühlingsrollen). Wir haben für uns ein Kaffeehaus entdeckt, dass Kaffee aus allen 13 malaysischen Bundesstaaten anbietet – geordert wird über den QR-Code am Tisch mit dem Handy (auch hier fehlen die Servicekräfte) wo man dafür beim Fruchtsaft gleich die Möglichkeit hat Zucker und Eis abzubestellen – richtig praktisch.

Was es hier außerdem gibt: laute extrem kitschige Rikschas. Hello Kitty, Minions, My little Pony, Spiderman, Pokemon und noch viele andere. Untertags nur mit lauter “Musik”, Abends mit blinkender Beleuchtung und noch lauterer “Musik” – die Rikschas sind immer gut besetzt – wir beobachten dann doch lieber vom Straßenrand.

In unserem Zimmer werden wir von 10 Uhr Abends bis 4 Uhr Früh mit Karaoke in voller Lautstärke beschallt, daher starten wir meist erst am späten Vormittag in den Tag und sind dann eher gemütlich Unterwegs – dafür hängen wir noch eine 3. Nacht in einem anderen Quartier dran – so können wir uns einen Tag länger durch das lokale Essen kosten.

Von Malakka geht es weiter in die Hauptstadt: Kuala Lumpur. Einquartiert haben wir uns in einem Hochhaus in KLCC (Kuala Lumpur City Center) mit Dachpool in nächster Nähe der Petronas Towers und zumindest Blick auf deren Spitzen. Auch in Kuala Lumpur gibt es Hawker Center die unter einem Dach verschiedene Standln mit unterschiedlichen Spezialitäten anbieten, wo wir gleich die lokale Küche ausprobieren – eigentlich ist ja jeder Ort in Malaysien für sein Essen mit den jeweiligen Spezialitäten bekannt.

Den ersten Vormittag nutzen wir für einen Rundumblick vom Menara Kuala Lumpur Fernsehturm (KL Tower) – mit 421 m Höhe dem Weltweit siebthöchsten Fernsehturm, der so wie der Donauturm zur World Federation of Great Towers gehört. Nachdem wir uns so einen Überblick über die Stadt verschafft haben (hier steht außerdem auch das zweithöchste Gebäude der Welt), besichtigen wir in einem ausgedehnten Stadtspaziergang einige Sehenswürdigkeiten bevor wir zufällig in einer Bar landen wo wir eines der sehr seltenen lokalen Craft-Biere bekommen (der Kellner war zwar überzeugt, dass er kein lokales Bier hat, aber das Bier vom Fass war dann doch ein Lokales, was uns sein Chef dann bezeugt hat).

Auch die weiteren Tage nutzen wir zum gemütlichen Erkunden der Stadt. Aufgrund sehr starken Regens verlagern wir die Erkundung aber teilweise in die Shoppingcenter – die einem hier auch die Möglichkeit zum Zurücklegen weiter Wegstrecken unter Dach bieten. Mit Besichtigungen von Tempeln und Moscheen haben wir ohnedies nicht so viel Erfolg: Indische Tempel mit ihren aufwändig gestalteten Außenansichten sind meistens gerade eingerüstet, und in den Moscheen ist der Eintritt für Nichtmuslimische Besucher oft gerade nicht gestattet. Den Dachpool testen wir natürlich auch Abends mit Blick auf die nächtliche Skyline sowie in der Früh für eine kurze Runde Morgensport mit Aussicht. Nach drei viel zu kurzen Tagen Kuala Lumpur – hier gibt es einfach so viel zu sehen und man könnte sich definitiv noch einige Tage mehr treiben lassen – geht die Reise weiter in den Norden auf die Insel Penang nach George Town.

Singapur

Wir verlassen das Zentrum von Hanoi mit dem Bus zum Flughafen – zum Glück mit genug Puffer: der 1. Bus fährt statt um 5:00 in der Früh erst um 5:30 ab, die Dame bei der Gepäcksaufgabe von Vietnam Airlines prüft ewig unsere Pässe und Impfpässe, dann eine lange Schlange bei der Ausreise – es marschieren zwar schon alle Beamten der Tagschicht ein, an Arbeitsaufnahme ist aber noch nicht zu denken und die wenigen besetzten Posten stehen in keiner Relation zur Anzahl der Ausreisewilligen. Wir sind jedoch pünktlich am Gate und warten aufs Boarding.

Die Aussicht aus dem Flieger lässt uns einen Teil unserer bisherigen Reiseroute Revue passieren da der Mekong gut sichtbar ist. Eindeutig erkennen können wir die 4000 Islands in Laos und dann den weiteren Flussverlauf nach Kambodscha. Gegen Ende des Fluges sehen wir dann die unzähligen Frachtschiffe die auf die Hafeneinfahrt in Singapur warten – einer der größten Häfen der Welt.

In Singapur angekommen geht die Einreise rasch, nicht einmal einen Stempel gibt es – nur ein E-Mail mit der Info über die erlaubte Aufenthaltsdauer. Von unserem Ankunfts-Terminal fahren wir dann mit dem Shuttlebus zum Terminal mit U-Bahn Anbindung. Das U-Bahn Ticketing-System funktioniert hier einfach per Bankkarte, also können wir gleich in die Stadt zu unserem Hostel fahren. Wir checken in unserem 10-Bett-Schlafsaal ein (der Rezeptionist hat ein neues Land kennengelernt, Österreicher hat er noch nie im Hostel eingecheckt) und erkunden dann gleich die Stadt.

Die Stadt ist sauber, es gibt Gehsteige, Autos halten bei roten Ampeln und Zebrastreifen an und überall gibt es Schilder was man tun soll, oder nicht darf. Singapurs Stadtbild ist durchwegs geprägt von einer Kombination aus Kolonialbauten und modernen Hochhäusern. Es reiht sich Shoppingcenter an Shoppingcenter und wo man gerade nicht shoppen kann gibt es zu Essen. Angepasst an die klimatischen Bedingungen kann man sich – wenn man die Wege kennt – nahezu durch die ganze Stadt mit Überdachung bewegen: entweder Arkaden an den Kolonialbauten, Glaskonstruktionen zwischen Bestandsbebauung um wetterfeste Flaniermeilen zu erreichen und Überführungen über die Straßen.

Wir besichtigen das Kolonialviertel, Little India, den Central Business District mit seinen Wolkenkratzern, Chinatown und blicken auf das ikonische Marina Bay Sands inklusive Wasser-Laser-Show. Wir spazieren an einem Teil der Formel-1 Rennstrecke vorbei zur Super-Tree-Grove, wo zu dieser Jahreszeit ein sehr kitschiges Christmas-Wonderland aufgebaut ist. Nahezu einen ganzen Tag verbringen wir im National Museum mit kostenlosem Audioguide fürs Handy (wir sind es gar nicht mehr gewohnt im Museum so viel Information vorzufinden, und das sogar auf Englisch). Wir spazieren entlang der Orchard Road, Singapurs berühmtester Shoppingmeile in der ein Shoppingcenter ins nächste führt und lassen uns von Weihnachtsmusik berieseln. Übersichtlicher ist das Flanieren in der Haji Lane, eine süße Straße mit lauter kleinen bunten Häusern (natürlich auch alle mit Shops, Cafes oder Restaurants gefüllt).

Zum Frühstück gibt es hier Kaya Toast (Toast mit Kokosaufstrich), weich gekochtes Ei mit Sojasauce zum Eintauchen und Kopi (Kaffee mit Kodensmilch). Abendessen holen wir uns immer im Hawker Center, hier gibt es viele verschiedene Stände in überdachten Hallen, die hiesige hygienische alternative zur Straßenküche. Hier gibt es große Auswahl zu überraschend günstigen Preisen, es gibt Sitzplätze und wie in der Kantine räumt jeder sein Tablett nach dem Essen weg – die Rückgabe streng getrennt nach Halal und Non-Halal. Singapur hat auch ein überraschend großes Angebot an lokalem Craft Bier – die Preise sind zwar nicht low-budget, aber gekostet wird es trotzdem. Leider wollten sie uns in der höchsten urbanen Mikrobrauerei LeVel 33 nicht empfangen (ausgebucht), dafür haben wir viel anderes Bier verkostet.

Singapur ist in seiner Architektur eine spannende Kombination aus neu und alt, sehr modern, öffentlicher Verkehr ist einfach zugänglich und sehr günstig, es gibt an den Stationen gratis W-Lan (wir haben also erstmalig keine SIM-Karte gekauft) und es gibt auf kleinen Flächen große Auswahl an unterschiedlichen Länderküchen die auch den Ethnienmix der Bevölkerung widerspiegelt.

Cát Bà und Hà Nội

Der Nachtbus von Sa Pa nach Cát Bà ist diesmal auf der luxuriösen Seite: Die Liegefläche kann in alle möglichen Positionen gebracht werden, sogar Vibrationen kann man einstellen, es gibt Vorhänge zur Abgrenzung der Kabinen und jeder hat seinen eigenen Bildschirm – der war aber eher zur Deko. Der Reisende kann also auf der Strecke Sa Pa – Hà Nội sehr gut schlafen, dann wird mal allerdings rausgeschmissen und muss 2 Stunden im Morgengrauen auf den nächsten Bus warten.

Sobald das erste Cafe in der Nähe beginnt zu öffnen ordern wir schon einen Kaffee (nach so einem abrupten Reiseende im Nachtbus ist vor allem auch ein WC sehr gefragt) und dann geht es auch schon zum nächsten Bus um die Reise auf die Insel Cát Bà fortzusetzen: Bus, kurzes Intermezzo auf der Fähre und wieder Bus bis zum Quartier.

In Cát Bà angekommen spazieren wir durch die Stadt und finden gleich einen Bánh mì Stand wo wir Zuschlagen zum späten Frühstück. Groß ist der Ort hier nicht, wir landen also gleich mal abseits der Touristenpfade wo uns die einheimischen Kinder begeistert Winken und die Hände schütteln. Zurück im Hotel holen wir uns Tipps von unserem Host und schwärmen zum Abendessen aus. Das Lokal, dass wir von den Vorschlägen auserwählt hatten, disqualifiziert sich gleich selbst: Laute Karaoke Musik – im üblichen Katzengejammer-Stil – drin sitzt (und singt) zwar nur der Chef persönlich, aber der weiß wie man sich einen arbeitsfreien Abend schafft. Wir pilgern also weiter zum nächsten Lokal: die Preise unschlagbar günstig. Es gibt Phở für Theresia und Alex bekommt wieder sein geliebtes Pad Thai.

Für den nächsten Tag haben wir Pläne in den Nationalpark zu Radeln, einen Aussichtspunkt zu erklimmen und etwas zu Wandern. Nach einem dampfenden Phở bzw. Bánh mì zum Frühstück und einem Blick aus dem kleinen (aber vorhandenen) Fenster schaut es aber sehr grau und regnerisch aus – kalt ist es auch, also sitzen wir den Regen im Hotel aus. Ein bisschen Information und Planung für unsere zukünftigen Destinationen ist ohnedies fällig. Im Trockenen begeben wir uns dann am Nachmittag auf eine Strandwanderung: Die Strände haben wir für uns und wir können die ersten traumhaften Blicke auf die Lan Ha Bucht genießen. Wir buchen eine Bootstour für den nächsten Tag: der Wetterbericht stimmt positiv.

Wir haben Glück: endlich blauer Himmel. Der Minibus bringt uns zum Hafen, wo wir ins Boot umsteigen. Wir shippern den ganzen Tag durch die Lan Ha Bucht, und die Ha Long Bucht, ein UNESCO Welterbe. Zwischendurch geht es mit dem Kayak durch Höhlen. Wir beobachten Adler, die hiesigen Affen lassen sich nicht blicken. Am Nachmittag springen wir tatsächlich vom Boot ins Südchinesische Meer (und das obwohl unsere Daunenjacke die letzten Tage im Einsatz war) und genießen bei Sonne die schöne Meereslandschaft mit ihren von Regenwald bedeckten Karstfelsen.

Am letzten Abend bekommt das Restaurant des Karaoke-Singenden-Chefs noch einmal eine Chance. Kein Karaoke, dafür sehr leckeres Essen: wir essen Calamari und Fried Noodles bevor es am nächsten Tag nach Hà Nội geht – unserem letzten Stop in Vietnam.

Wir kommen am Nachmittag in Hà Nội an und gehen Abendessen – eine Challenge sich einen Weg zu bahnen zwischen den engen Gassen, verparkten Gehsteigen und überfüllten Straßen voller hupender Mopeds und Autos. Danach machen wir uns auf und suchen das berühmte Bia hơi – günstiges täglich frisch gebrautes Bier mit geringem Alkoholgehalt zu einem unschlagbar günstigen Preis von 10.000 Dong – ca. €0,40. Serviert wird es angeblich Rund um die Beer-Junction in Lokalen mit den klassischen bunten, niedrigen Plastikstühlen und Plastiktischen. Der Weg dahin geht durch die Beer-Street – rammel voll mit überteuerten Lokalen und uninformierten Touristen (oder welchen die einfach gerne wie Sardinen in der Dose ihr Abendessen und Bier genießen) – wir kämpfen uns durch und kommen etwas abseits der Touristenlokale schließlich zum ersehnten Bia Hoi.

Den ersten ganzen Tag in Hanoi nutzen wir für einen Stadtspaziergang, vorbei am Ho-Chi-Minh-Mausoleum wo wir die Wachablöse mit dem für Kommunisten typischen Scherenschritt beobachten (den Herrn Ho-Chi-Minh selbst haben wir nicht besichtigt, da haben wir das Zeitfenster verpasst), zum Literaturtempel und weiter in den Norden der Altstadt – von dort nehmen wir einen Bus zu einer lokalen Kleinbrauerei. Wir kosten uns durch die Karte und landen danach in einem richtig guten Bao-Bun Restaurant bevor wir wieder mit dem Bus zum Hotel fahren.

Den letzten Tag spazieren wir durch die Altstadt. Der Weg führt vorbei an der Trainstreet: Eine sehr schmale Straße mit aktiven Gleisen wo der Zug weniger als 1m vor den Häuserreihen vorbei fährt. Die Gleise werden – wenn nicht gerade der Zug kommt – als Parkplatz oder auch Aufenthaltsbereich für Kind und Kegel genutzt. Früher haben sich auch noch unzählige Touristen dazwischen getummelt, inzwischen ist es hier nicht mehr so belebt wie früher und für Touristen gesperrt (es waren wohl zu viele Besucher dabei die unbedingt ein Foto mit sich und dem Schnellzug auf den Gleisen haben wollten, Unfälle inklusive). Am Nachmittag buchen wir uns ein Ticket für eine Vorstellung im Wasserpuppentheater, eine typisch vietnamesische Theaterform mit Marionetten die von den Bauern in Zeiten der gefluteten Reisfelder etabliert wurde. In der Handlung wird das typische vietnamesische Leben von Reisernte, über Fischen, Bootsrennen und Drachen abgebildet, begleitet von vietnamesischen Instrumenten.

Nach dem kulturellen Intermezzo im Theater probieren wir endlich den typisch vietnamesischen “Egg-Coffee” – sehr lecker: Kaffee mit Eierlikör (oder so etwas ähnlichem) und lassen den Abend bei einer letzten Runde Bia Hơi ausklingen.

Nachdem wir nun ein Monat in Vietnam verbracht haben, wird es Zeit die Rucksäcke wieder einmal zu packen und uns auf den Weg weiter nach Süden, bis fast an den Äquator aufzumachen. Bis jetzt haben wir die für Europäer relativ niedrigen Preise genossen, unser nächstes Ziel heißt Singapur, wo wir wohl kein Bier um € 0,40 erhalten werden. Mal sehen…

Tam Cốc und Sa Pa

Für die Fahrt mit dem Nachtzug haben wir ein 4er Abteil – in dem wir recht lang nur zu zweit sind. Der Zug fährt mit etwas Verspätung in Huế ein, bei einer “Nachtzug”-Verbindung die um halb 5 Nachmittag startet und um halb 4 in der Früh ankommen soll stört das aber wenig. Bis wir in Ninh Bình einfahren ist die Zeit ohnedies schon aufgeholt – der Versuch entsprechend der Google-Maps Daten ein offenes Cafe zu finden scheitert, also lungern wir bis zur Dämmerung am Bahnhof herum, da wir noch eine Stunde Fußweg zu unserer Zieldestination haben. Ab ca. halb 6 waren wir nicht mehr alleine, denn es haben sich im Dunkeln zwei Morgensportgruppen eingefunden, die eine hat mit Musik eine Art Squaredance praktiziert – die andere eher Tai Chi. Ab 7:00 gibt es in unserer Zieldestination Tam Cốc ein offenes Cafe, also brechen wir um 6:00 auf. Nachdem wir die Stadt verlassen haben wird die Landschaft auch rasch schöner und wir spazieren Richtung der Karstfelsen, die für die so genannte Trockene Halong Bucht so typisch sind.

Im Cafe angekommen gibt es Cafe, Fruchtsaft und Kuchen und wir genießen die Ruhe und die nette Atmosphäre – die Tochter des Hauses bringt uns auch ihr Stoffschaf zum Tisch – bis wir schließlich das letzte Wegstück zum Quartier gehen, die Rucksäcke ablegen und gleich zwei Runden Bánh mì Frühstücken. Dann spazieren wir ins Zentrum rund um den See und gleich weiter zur Bích Động Pagode – nicht ohne dass wir, sobald wir auch nur in der Nähe einer Bootsanlegestelle waren, Bootstouren angeboten bekommen haben. Nach einem so frühen Start in den Tag genießen wir die Abkühlung im Pool und ein frühes Abendessen, das man hier sehr günstig bekommt.

Für den nächsten Tag nehmen wir uns wieder Leihfahrräder und fahren ins nächste Dorf nach Tràng An, einem UNESCO Naturdenkmal bestehend aus Karstbergen und Höhlen. Dort machen wir eine Bootstour durch seichtes Wasser und sehr niedrige Höhlen – als Ausrüstung gab es eine Schwimmweste, dabei wäre ein Helm notwendiger gewesen. Nachdem wir zum Glück trotzdem unfallfrei per Boot durch die Höhlen manövriert wurden – den Kopf zeitweise wirklich zwischen den Knien – radeln wir weiter zu einem Aussichtspunkt. Nach einem Aufstieg von ca. 500 Stufen – für den ein oder anderen Touristen hier der höchste Berg ihres Lebens – oben angekommen erwartet uns ein Steindrache und ein guter Blick auf die Landschaft. Wir nehmen auch gleich den zweiten Aussichtspunkt mit bevor wir durch die abgeernteten Reisfelder wieder nach Tam Cốc radeln. Am Weg treffen wir auf eine Herde Wasserbüffel die sich zügig durchs Reisfeld frisst – und kurz nach uns schon den schmalen Weg zwischen den gefluteten Reisfeldern sperrt.

Für den letzten Tag steht wieder ein Tempel am Programm, vor allem der Weg dorthin liegt in wunderschöner Umgebung in der sich Ziegen auf den Steilen Felsen das beste Grün suchen. Am Nachmittag geht es, weil es so guten Kaffee und Kuchen gab, wieder in das Kaffeehaus vom ersten Tag, wo wir noch die fehlenden Quartiere für die restliche Zeit in Vietnam buchen und mal wieder einen Blogbeitrag schreiben.

Mit dem Nachtbus geht es weiter in den Norden nach Sa Pa, am Weg dorthin sind wir schon nahezu an der Chinesischen Grenze. Um ca. 5 Uhr früh kommen wir in Sa Pa an und warten auf unseren Trekking Guide. Ein Mädel der schwarzen Hmong-Volksgruppe mit der wir durch die Reisterassen bis zu unserem Quartier nach Ta Van wandern. Die großen Rucksäcke werden mit dem Motorrad transportiert und wir starten die Wanderung nachdem wir einen dampfenden Pho zum Frühstück hatten. Die Gegend hier ist für die wunderschönen Blicke in die Täler mit ihren Reisterassen bekannt – wir brauchen hier etwas Vorstellungskraft denn wir sehen im Nebel nur wenige Meter. Sattes Grün der Reisterassen hätten wir ohnedies nicht, da der Reis bereits geerntet ist, aber uns ist nicht einmal die Sicht auf die abgeerntete Terassenlandschaft vergönnt. Bei Regen und Nebel wandern wir entlang der schmalen Ränder der Reisfelder hinunter ins Tal zu einem kleinen Dorf. Zum Aufwärmen gibt es Fried Rice. Unser Guide zeigt uns am Weg die Pflanze aus deren Blätter sie die blaue Farbe (Indigo) für ihre traditionelle Kleidung gewinnen und wie man aus getrocknetem Hanf einen Faden herstellt und daraus Stoff webt. Zwischendurch blitzen aus dem Nebel auch die Reisterassen hervor – von der umliegenden Berglandschaft bekommen wir aber nichts zu sehen. Im Quartier freuen wir uns dann auf eine warme Dusche und verkriechen uns unter der dicken Decke: hier ist es doch um einiges Kälter, und die Häuser nur undichte Holzverschläge – es wird also Zeit für die Daunenjacken. Im Gemeinschaftsraum gibt es gemeinsames Essen mit den anderen Gästen. Frühlingsrollen, Reis, Gemüse und dazu Pommes, als Abschluss wird dann noch der ein oder andere Krug “Happy Water” serviert – vermutlich Reiswein, jeder neue Krug hatte einen anderen Geschmack. Wir plaudern noch mit den anderen Backpackern und gehen alle mit der Hoffnung auf besseres Wetter am nächsten Tag schlafen.

Auch der nächste Tag startet verregnet und nebelig – also warten wir bis wenigstens der Regen weniger wird und spazieren am Nachmittag entlang des “Bamboo Treks”. Nach einiger Zeit beginnen uns (wie auch schon am Vortag) Einheimische zu folgen – zwei davon mit einem Korb voller Souvenirs am Rücken die sie gerne an den Touristen bringen wollen, die dritte Dame will gerne Guide spielen. Nachdem wir versucht haben sie durch ewiges herumstehen wieder los zu werden (hat nicht funktioniert) erklären wir ihnen, dass wir kein Geld dabei haben und nichts kaufen wollen: daraufhin bleibt wenigstens nur noch eine übrig die uns dann noch einige Zeit “begleitet” bevor auch sie einsieht, dass es bei uns nichts zu holen gibt. Den Abend verbringen wir wieder mit den anderen Gästen im Quartier. Am nächsten Tag geht es für uns dann wieder zu Fuß zurück nach Sa Pa, diesmal jedoch entlang der Straße wo es überraschenderweise sogar einen Gehsteig gibt. In Sa Pa gibt es dann sogar etwas Sicht und Sonne zu genießen bevor wir mit dem Nachtbus wieder an die Küste Fahren.

Hội An, Đà Nẵng und Huế

Der Nachtbus nach Đà Nẵng ist zwar auch irgendwann an seinem Ziel angekommen, geschlafen haben wir allerdings wenig. Von Da Nang wollen wir mit dem öffentlichen Bus weiter – wie es scheint haben die Taxi Fahrer diesmal recht: Der Bus fährt tatsächlich nicht mehr – wir nehmen also den vorhandenen öffentlichen Bus und fahren soweit wie möglich – und von dort rufen wir ein Grab-Taxi für das letzte Stück des Weges nach Hội An – bei einsetzendem Regen waren 3 Stunden an der Straße gehen keine verlockende Alternative.

Das Zentrum von Hội An gilt als Vietnams letzte Altstadt. Geprägt von gelben Häusern und Lampions ist es eine wirklich nette kleine Stadt. Sie begrüßt uns mit strömendem Regen – wir radeln durch die Stadt und durch die Gassen, eigentlich wollten wir auch zum nahegelegenen Strand – aber Strandwetter ist es nicht gerade. Unsere Schuhe fühlen sich irgendwann auch an als wären wir damit baden gegangen also wird es Zeit fürs Hotel. Der Grab-Zustelldienst will auch einmal ausprobiert werden und so lassen wir uns Burger ins Hotel liefern und beobachten den Regen vom Hotelzimmer aus. Am nächsten Tag bei einladendem Wetter erkunden wir die Stadt dann noch einmal zu Fuß. Wir kommen auch bei einer schönen Fotoausstellung über die unterschiedlichen Volksgruppen und ihre Traditionelle Kleidung vorbei und genießen das Treiben auf den Straßen. Am Abend verwandelt sich die Stadt in ein Lichtermeer aus bunt leuchtenden Lampions die in den Gassen sowie auf den Schiffen am Fluss alles bunt erleuchten. Der Fluss ist voll mit Booten die Touristen herumschippern – freie Fahrt hat man hier kaum.

Von Hội An geht es mit dem Mini Van nach Đà Nẵng. Wir erkunden die Stadt, mit ihrer Drachenbrücke, besichtigen Streetart, kühlen uns im Dachterassenpool ab und flanieren am Strand entlang. Rote Fahnen für Schwimmen verboten halten hier aber kaum wen vom Schwimmen ab – Surfer und Badegäste tummeln sich trotzdem in den reißenden Wellen.

Weiter geht es mit dem Zug nach Huế, die Stadt war einst Sitz der Kaiser der Nguyen-Dynastie. Die Zugstrecke führt über den Wolkenpass direkt entlang der Küste und bietet so wunderschöne Aussicht – wir erhaschen leider nur hin und wieder die gute Sicht – unsere Tickets sind leider auf der “falschen” Zugseite und die Einheimischen mit den “guten” Plätzen haben immer wieder die Vorhänge zugezogen also waren wir aussichtstechnisch etwas abhängig von Ihrem Wohlwollen Licht in den Zug zu lassen.

Den Nachmittag nutzen wir gleich für einen Spaziergang in der Stadt und zu einem Tempel bevor wir uns am nächsten Tag Räder schnappen und den Parfüm-Fluss entlang radeln. Der Flussname ist für uns nicht selbsterklärend, aber vielleicht hätten wir dafür eine Bootstour buchen müssen. Unser erster Stopp ist die Thiên-Mụ-Pagode, ein buddhistisches Kloster mit einem sehr ruhigen Bonsai Garten und Mönchen in dezentem hellgrau anstatt dem in Laos üblichen knall orange. Wir kommen noch an ein paar ziemlich aufwendigen Gräbern vorbei und werden am Nachmittag von regelmäßigen Regengüssen etwas eingebremst – somit gibt es eine ausgedehnte Kaffeepause in einem netten Kaffee mit extensiver Weihnachtsdeko und Weihnachtsmusik. Den letzten Tag in Huế nutzen wir dann für die Besichtigung der “Verbotenen Stadt”, den Kaiserlichen Wohnsitz. Von Huế ist zwar nach dem Vietnamkrieg nicht viel übrig geblieben, aber der Kaiserliche Wohnsitz wird nach und nach wieder aufgebaut und so gibt es doch einiges zu besichtigen auf dem Areal. Von Huế geht es für uns dann noch einmal mit dem Zug, diesmal über Nacht, weiter nach Nordvietnam.

Da Lat und Nha Trang

Von Can Tho geht es mit dem Nachtbus nach Da Lat ins zentrale Hochland auf 1500m. Die kühleren Temperaturen merkt man gleich beim Aussteigen. Aufgrund des milden Klimas war Da Lat bereits unter französischer Herrschaft sowie im Vietnamkrieg ein Ort zur Erholung. In Da Lat ist gerade Flower Festival – die Vorbereitung zählt zur Festivalzeit, somit sehen wir an allen Ecken Gärtner bei der Arbeit, und kaum fertige Blumenarrangements.

Unter Vietnamesen ist der Ort eine beliebte Flitterwochendestination – ganz nachvollziehen können wir das nicht, wenn man am angelegten See entlang flaniert spaziert man auch gleich entlang der Hauptstraße – Idylle kann man ganz unterschiedlich sehen – oder ist es doch einfach nur eine Fehlplanung?

Für uns geht es am nächsten Tag wieder weiter zur Küste nach Nha Trang. Hier beziehen wir eines der unzähligen Hotels in einem Hochhaus mit Pool am Dach. Die Stadt am Strand war wohl ein beliebtes Reiseziel für Russen und auch eine beliebte Party Destination, jetzt ist gerade wenig los.

So angenehm die Ruhe auch ist, leider fährt aufgrund der Nebensaison der Zug unser nächstes geplantes Ziel nicht an und das Busangebot ist mit Ankunftszeiten um kurz nach Mitternacht auch nicht gerade einladend – also geht die Reise gleich etwas weiter Richtung Norden als wir das eigentlich gehofft hätten.

Ho-Chi-Minh-City (Saigon) und Mekong-Delta

Von Phnom Penh aus nehmen wir den Bus direkt nach Ho-Chi-Minh-City in Vietnam. Vorbereitung: (ausgedrucktes!) e-Visum, Reisepass, und je zwei Dollar-Scheine. Die Grenzposten selbst passieren wir jeweils zu Fuß, bei der Einreise darf unser Gepäck wieder durch den Sicherheitscheck – es war jedoch weit und breit niemand zu sehen der den Bildschirm beobachtet hätte – dann geht es mit einem neuen Stempel im Pass wieder in den Bus und weiter nach Ho-Chi-Minh-City.

Wir starten gleich zum Taproom einer lokalen Brauerei und kosten uns durch die Karte: 2 x 6 Probiergläser sowie noch das Saisonale Special in groß. Nette Atmosphäre und sehr gutes Bier – ein guter Start in Vietnam. Wir spazieren zurück zum Hotel, Neonbeleuchtung, laute Musik und viele motivierte Feiernde. Man könnte meinen unser Zimmer im 6. Stock steht selbst auch mitten in einer Disco, also lauschen wir der Geräuschkulisse bevor wir am nächsten Tag in ein anderes Stadtviertel übersiedeln. Vom neuen Quartier aus starten wir dann die Besichtigung des Zentrums mit ihrer Französischen Kolonialarchitektur zu Fuß. Wir starten am Gebäude des Volkskommitees, vorbei an der Oper, dem Hotel Continental Saigon, der (leider eingerüsteten) Kathedrale Notre Dame und dem Postamt im Stil eines Bahnhofsgebäudes. Wir besuchen den Wiedervereinigungspalast – das ehemalige Regierungsgebäude Saigons – und beenden den Abend in einem weiteren Craft-Beer-Taproom bevor wir den Blick von der Dachterasse unseres Hotels genießen.

Die weiteren Tage nutzen wir jeweils für Ausflüge in andere Stadtviertel: Wir besichtigen Pagoden in denen der Räucherstäbchenrauch nahezu unerträglich ist und die Statuen der Verherrlichten mit blinkenden Neon-Lichtern umrandet sind, kommen an einer Kirche vorbei die innen wie außen komplett Rosa angestrichen ist und genießen die Stadt mit ihrem Streetfood. Wir essen Bánh mì und Phở und kosten uns durch die Bier-Vielfalt. In Saigon muss man den Blick auch nach oben richten wenn man nach Cafes oder Restaurants sucht. Es gibt ein ganzes Haus mit unzähligen Restaurants, und auch sonst ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Lokale in oberen Stockwerken in irgendwelchen Wohnhäusern verstecken die man nur durch schmale Seitengassen erreicht. Für das überqueren der Straße mit nicht endenwollenden Verkehrsströmen gibt es nur eine Regel: Busse haben Vorrang, alle anderen machen schon einen Bogen um einen.

Von Ho-Chi-Minh-Stadt geht es für uns in den Süden nach Can Tho ins Mekong Delta. Dort heißt es um 4:30 Tagwache – um 5:00 wollen wir mit einem Sampan zum schwimmenden Markt fahren. Sampans sind traditionelle Ruderboote aus Holz, als wir zusteigen ist es noch dunkel, in der Dämmerung fahren wir zum Markt. Zum Schutz vor dem Bösen haben die Boote hier alle Augen am Bug. Damit man aus der Ferne erkennt was die jeweiligen Boote verkaufen haben sie die Ware an einem Stock montiert. Unser erster Halt ist ein weiteres kleines Sampan mit Kaffee und eines mit Nudelsuppe: Frühstück am Boot, gekauft auf einem anderen Boot. Wir beobachten das Treiben: es werden Melonen, Ananas, Erdäpfel und vieles mehr von Boot zu Boot geschupft. Wir biegen in einen kleinen Nebenarm ab, besichtigen eine Drachenfruchtfarm und kommen zu einer Reisnudelproduktion – hier dürfen wir sogar selbst mithelfen. Unsere Schiffsführerin bastelt aus Blättern einen Blumenstrauß und Armbänder für uns. Am Weg zurück machen wir noch Halt auf einem Hausboot wo wir Ananas serviert bekommen, die wird hier gemeinsam mit Salz gegessen. Außerdem sehen wir eine Station vom Ocean-Clean-Up-Project – angesichts der unzähligen Male die sich die Schiffsschraube in Plastiksackerln verfangen hat ein sehr notwendiges Projekt.

In Can Tho sehen wir – etwas außerhalb des Zentrums, wo sich eher wenige Touristen hin verirren – erstmals Hundefleisch im Angebot. Zum Glück gibt es in der Stadt aber relativ viele vegetarische Restaurants an die wir uns essenstechnisch halten – sicher ist sicher.

Kampot und Phnom Penh

Erholt geht es mit der Fähre wieder zurück zum Festland. Vom Hafen in Sihanoukville spazieren wir gleich weiter zum Bahnhof, wo es diesmal sogar mit einigen Waggons mehr und ohne Wasserattacken nach Kampot geht.

Kampot ist einer der Orte wo der Pfeffer wächst – man hört sogar es soll der beste der Welt sein. Wir fahren also zu einer Pfeffer-Farm und schauen uns an wo und wie der Pfeffer wächst und welche Sorten es gibt. Der gemeine Österreicher kennt die Grundsorten Rot, Weiß, Schwarz und bestenfalls auch Grün – wir kennen inzwischen sogar die Unterschiede.

Diese vier Pfeffersorten gelten als der “echte Pfeffer”, und wachsen alle auf der selben Pflanze. Der Unterschied: Reifegrad bei der Ernte und Weiterverarbeitung.

Für den Roten Pfeffer werden die roten, ausgereiften Pfefferkörner einzeln geerntet (als Erntebehältnis eignen sich Plastikflaschen hervorragend). Nach der Ernte werden die Pfefferkörner in der Sonne über mehrere Tage getrocknet. Bei bester Qualität wird der weiße Pfeffer ebenfalls aus roten, ausgereiften Pfefferbeeren gewonnen, nur wird durch einweichen die rote Haut entfernt – über bleibt der weiße Kern.

Für den schwarzen sowie den grünen Pfeffer werden die grünen unreifen Beeren geerntet, der schwarze Pfeffer erhält seine Farbe durch Oxidation an der Luft beim Trocknungsprozess. Grün ist der Pfeffer, wenn er frisch von der Staude geerntet wird, die Konservierung in diesem Zustand erfolgt durch Dehydration.

Die Erntezeit beginnt im Februar und dauert bis April, wobei am Ende der Erntesaison die gesamte Rispe geerntet wird, und die Trennung von roten und grünen Pfefferkörnern erst im Anschluss passiert. Generell gilt: die Norm schreibt einen Durchmesser von 4mm für ein ganzes Pfefferkorn vor – was nicht entspricht wird nicht im Ganzen verkauft sondern weiterverarbeitet.

Neben diesen 4 Pfeffersorten von ein und der gleichen Pflanze gibt es noch den langen Pfeffer – auch als Urform des Pfeffers bezeichnet. Der rote lange Pfeffer wird nach der ernte blanchiert und dann getrocknet – wir konnten ihn auf der Farm frisch von der Pfefferstaude verkosten, da der lange Pfeffer 4x im Jahr reif wird.

Im Anschluss an die Führung über die Pfefferplantage durch die 2 m hohen Pfefferstauden – höher wäre möglich, unser Guide meinte aber die Größe ist auf die nicht allzu großen Einheimischen abgestimmt, die Leitern würden sonst zu hoch – gab es eine Verkostung durch die Pfefferwelt. Neben den Grundsorten gibt es die Sorten auch geräuchert oder gesalzen, manche können gerieben, zerstoßen oder ganz verzehrt werden – es gab also einiges zu kosten.

Die Stadt selbst wird im Reiseführer als sehr ruhig und entspannt beschrieben – als wir da waren war dem nicht ganz so – die Flusspromende war gesäumt von diversen Verkaufsständen und ziemlich belebt. Es ist Bon om touk (Water Festival) in Kambodscha – eines der wichtigsten Festeim Land: es wird (mal wieder) das Ende der Regenzeit gefeiert. Es sind Bühnen aufgebaut, es gab Drachenbootrennen und täglich ein Feuerwerk. Außerdem gibt es einen haufen Standln die Maroni verkaufen – sind bei dem Fest scheinbar beliebt – warum konnten wir leider nicht herausfinden. Wie in Laos lassen manche Leute Krathongs in den Fluss gleiten und es steigen Lichterballons in den Himmel.

Von Kampot geht es noch einmal zurück in die Hauptstadt nach Phnom Penh. Wir nutzen den letzten Tag in Kambodscha für einen Blick von oben auf die Stadt von der selbsternannten besten Skybar der Welt und einem Besuch des Riel Brewing Taprooms für eine letzte Verkostung des örtlichen Craft-Beers.

Alles Roger in Kambodscha?

Kambodscha ist geprägt von Motorrädern die von 5 köpfigen Familien, über einen kompletten Marktstand bis hin zur Ausrüstung für einen Einsatz am Strommasten inkl. Leiter alles transportieren können. Daneben gibt es die charakteristisch weißen, kompakten Motos welche per App bestellt werden können- mit denen wir innerstädtisch viel unterwegs waren. Als Toilette eignet sich hier alles – es wird am Straßenrand einfach zugefahren und die Landschaft gewässert, das geht natürlich auch bestens aus dem fahrenden Zug, und auch einfach am Stand. Mühsam in Kambodscha ist die Doppelgleisigkeit bei der Währung. Eigentlich ist hier der kambodschanische Riel Zahlungsmittel, daneben wird aber auch der US-Dollar genutzt – Preise sind oft ausschließlich in Dollar angeschrieben, Retourgeld bekommt man aber immer in der lokalen Währung. Dollar als zusätzliches Zahlungsmittel macht das Land aber nicht gerade billiger. Für uns gab es einiges an Craft-Bier zu verkosten – die Brauereien hierzulande sind zwar nahezu alle in der Hand von Expats – das tat der Freude über das lokal gebraute Bier aber keinen Abbruch.