Amed und Seminyak (Bali)

Nach den wunderschönen gemütlichen Tagen auf Gili Air geht es wieder retour nach Bali – mit dem “Fast Boat”. Die reine Fahrzeit war tatsächlich schnell vorbei, die Wartezeiten dazwischen eher nicht – vielleicht wäre das “Express Fast Boat” dann doch die bessere Wahl gewesen. Beim Aussteigen wedeln einem schon unzählige Taxi-Schilder ins Gesicht – wir haben diesmal unser Taxi bereits vorab gebucht, unser Fahrer wartet mit einem handgeschriebenen Namensschild gleich dahinter.

Mit dem Auto geht’s bis nach Amed in den Nord-Osten von Bali – zuerst entlang der Küste, dann zwischen den Reisterassen hindurch. Amed liegt am Fuße des Vulkans Agung der sich hinter dem schwarzen, steinigen Strand von Amed erhebt. In dem Fischerdorf gibt es einige Tauschschulen und Yogazentren, sonst ist hier nicht viel los – es bleibt also gemütlich. In der Früh kann man die vielen Fischerboote beobachten, wie sie zurück an Land segeln. Wir gehen wieder schnorcheln – hier ist das Wasser zwar nicht so klar wie wir es von Gili kennen, aber wir sehen trotzdem Korallen, eine Schildkröte und viele blaue Seesterne.

Einmal können wir noch die Landschaft auf Bali im vorbeifahren genießen bevor wir unsere Indonesienreise in Seminyak beenden. Ein ziemlicher Kontrast zu dem ruhigen, kaum touristischen Amed, dafür ist der Flughafen hier nicht mehr weit.

Indonesien war für uns großteils Reisepause. Die ursprüngliche Idee 1 Monat Reisen und 1 Monat pause haben wir auf 1 Monat reduziert (es gilt ja noch einige andere Länder zu bereisen). Wir haben somit zwar trotzdem öfter den Ort gewechselt das Programm war dafür aber sehr gemütlich. Es hätte hier noch so viele Orte gegeben, die wir gerne besucht hätten, allerdings haben wir die ruhige Zeit am Strand zum Energie tanken sehr genossen bevor es für uns auf den nächsten Kontinent geht.

Gili Air

Einmal steigen wir noch auf ein öffentliches Boot um nach Gili Air zu kommen – eine kleine Insel nur ca 30 Minuten Bootsfahrt vor Lombok. Das erste Boot das am “Hafen” ablegt ist so überladen, dass das Heck eigenltich schon komplett unter Wasser ist – es war zum Glück nicht unseres sondern das Boot zu Gili T (der größten der drei bekannten Gili Inseln). Unser Boot ist im Verlgeich dann ziemlich leer und wir kommen gut auf Gili Air an.

Am Hafen warten bereits unzählige Pferdekutschen auf die Neuankömmlinge – Autos oder Motorräder gibt es auf der Insel nicht, bleiben Fahrräder, zu Fuß gehen oder eben die Kutschen als Fortbewegungsoptionen – manch moderne Einheimischer fährt Elektroroller. Wir spazieren am Ufer entlang zu unserem Quartier, laut Beschilderung ist hier der beste Schnorchel-Spot – das testen wir gleich. Wir sind noch nicht weit geschwommen und finden uns bereits zwischen vielen Fischen wieder, außerdem verschiedene Korallen und sogar eine Schildkröte sehen wir in der ferne durchs klare Wasser. Abends spazieren wir an die Westseite der Insel – hier sind die Strandbars mit Sitzsäcken bestens fürs Sonnenuntergangschauen ausgestattet.

5 Tage verbringen wir auf Gili Air, hauptsächlich schnorchelnd, in der Hängematte oder mit einem Getränk der Wahl (Bier oder Kokosnuss) beim Sonnenuntergang. Dazwischen spazieren wir natürlich auch einmal um die Insel, bei knapp 5 km Umfang ist das ja nur ein kurzer Spaziergang.

Lombok

Mit dem Taxi geht’s zum Fährhafen, schon die 100 Meter vorm Fährhafen drängen sich Mopedverkäufer neben unserem Auto und umringen uns sobald wir aussteigen um uns noch rechtzeitig abzupassen und uns überteuerte Fährtickets auf den privaten Booten anzudrehen. Unser Taxi-Fahrer ist so nett und sagt uns noch wo genau wir hinmüssen und lässt uns auch noch für die Rückreise seine Nummer zukommen (Taxi-Apps haben für die Hafengegend nämlich eine Pick-Up-Sperre, sonst lässt sich Tourist so schwer über den Tisch ziehen). Wir gehen zum Ticketverkauf am Terminal und werden aufgeklärt, dass wir eine aufladbare Karte brauchen um zu zahlen – also noch einmal zum Hafeneingang: Karte kaufen und mit der exakten Ticketsumme aufladen um damit dann das Ticket am Schalter zu erwerben – effizient ist was anderes, aber so kann man zwei Personen für einen Ticketkauf beschäftigen. Wir gehen zum Terminal und suchen uns auf der Fähre zwei Plätze – dann beginnt das warten bis die Fähre ausreichend voll ist, dass sich die Überfahrt lohnt. 2 Stunden vergehen bis die Fähre ablegt – an Deck sitzen überall Passagiere am Boden – man muss aufpassen wo man hinsteigt. 4 Stunden Überfahrt und wir nähern uns dem Hafen auf Lombok – der scheint allerdings voll zu sein, also heißt es wieder 2 Stunden warten bis 3 Schiffe den Hafen verlassen haben und wir einfahren dürfen – das hat man davon wenn es keine Fahrpläne gibt. Aber: wir sind gut auf Lombok angekommen jetzt heißt es nur noch einen passenden Transport in den Süden zu finden. Kaum hat man den Hafen verlassen wird man auch schon von Angeboten überhäuft – wir warten ab bis der Passagierstrom abebbt und uns die sonst umsonst wartenden Taxifahrer auch zu weniger überzogenen Preisen mitnehmen.

Kuta Lombok ist unser erstes Ziel. Hier gibt es ein kleines touristisches Zentrum und einige Strände – die auch bei Surfern sehr beliebt sind: Mopeds haben hier standardmäßig einen Surfbretthalter montiert. Den ersten Tag geht’s gleich zum “Hausstrand” Kuta Lombok. Wir spazieren den Strand entlang und suchen uns ein schattiges Plätzchen. Viel los ist nicht – zwei andere Touristen und wechselnde Verkäufer: Sarong, Armbänder, Ananas und Kokosnuss ist im Angebot. Die Sarong Verkäufer setzten sich dann auch gleich neben einen und hoffen darauf, dass wenn sie nur lang genug da sitzen du ihnen doch noch was abkaufst – den richtigen Riecher für gute Geschäfte haben sie nicht – Bier hätten Sie sicher besser an den Mann gebracht – aber die Insel ist ja muslimisch geprägt. Tag Zwei geht’s etwas außerhalb zum nächsten Strand – ein beliebter Surfspot. Hier gibt’s eine Strandbar und keine Sarongverkäufer – ein gemütlicher und ruhiger Strandtag.

Eigentlich wären wir von hier gerne nach Komodo gefahren, mussten aber leider feststellen dass das Tour-Angebot von dem zwar viele schwärmen in unseren Augen nicht sonderlich reizvoll ist – zumal die Tour in Flores endet und wir dann erst recht zurück fliegen hätten müssen – wir wissen inzwischen zwar, dass Fliegen hier sicherer ist als mit der Fähre zu reisen (die öffentliche Fähre Bali-Lombok haben wir ja mit eigenen Augen erlebt), aber die Tour wird leider ab Lombok unnötig in die Länge gezogen – wir lassen die Komodowarane daher schweren Herzens aus.

Stattdessen geht es für uns weiter Richtung Norden nach Sengiggi und damit auch zum nächsten Strand. Hier lassen wir uns gleich bei einem kleinen Strandcafe nieder – meistens sind wir die einzigen Touristen hier, damit sind wir auch die einzige Beute weit und breit für diverse Verkäufer. Obwohl ich ja der Meinung bin, die abwechselnden Angebote mit einem durchaus freundlichen “No Thank You” abzulehen scheinen die Verkäufer meine Ablehnung doch deutlich zu Erkennen – meistens setzen sie sich dann zu Alex und versuchen ihn zum Kauf zu überrreden – der lehnt zwar auch immer sofort ab, aber scheinbar weniger überzeugend. Das Angebot der Händler hier: Sarongs, Armbänder, Perlen, Zigaretten, Magic Mushrooms und Massagen. Und nicht zu vergessen, einige davon haben gerade ihr “Geschäft” neu eröffnet und versuchen so zu überzeugen – Start Up Hilfe quasi. Jedoch alle ohne Erfolg.

Wir spazieren zum Hauptstrand, fahren mit dem Roller die Küste entlang und landen so auf einem wirklich abgeschiedenen Strand – die Einfahrt wird von einem Apartmentschild mit dem österreichischen Bundesadler geziert – ein Zeichen. Am Ende des Weges ist ein Strand – und weit und breit niemand – hier bleiben wir für den Tag und lauschen den Wellen.

In Lombok sind sie wahnsinnig stolz darauf, dass es hier im Vergleich zu Bali gut ausgebaute Straßen gibt – “man hat hier dazu gelernt und macht es besser” – wobei auch in Bali schon viele Straßen gut ausgebaut sind – nur halt nicht in Städten wie Ubud. Eine asphaltierte breite Straße verläuft teilweise direkt und oft sehr nah an der Küste um die Insel – dass damit die schönsten Plätze in Strandlage oft unnötig klein sind, die Straße teilweiße gleich an den Strand anschließt und man so am Weg vom Haus oder Hotel zum Strand die Hauptstraße queren muss fällt nicht negativ auf. Die “Städte” haben so meistens keinen Kern, sondern sind einfach entlang der Hauptstraße aufgefädelt – quasi viele kleine Linienstädte und damit für den (Welt-)Reisenden nicht so wirklich einladend und gemütlich.

Wir haben uns also mit Strand-Hopping befasst: Strände haben sie hier ja tatsächlich sehr schöne – und die muss man sich auch mit wenigen bis keinen anderen Teilen – von Verkäufern mal abgesehen…

Ubud, Bali

Mit dem Minibus verlassen wir Comoro Lawang wieder Richtung Probolingo und dann geht es weiter mit dem Zug ganz in den Osten Javas – hier nächtigen wir gleich gegenüber vom Hafen um ganze €4,00 für uns beide – hier gibt es zwar kein Waschbecken, aber wenn man den Duschschlauch nur weit genug zum Boden hält kommt etwas kaltes Wasser heraus – zum Duschen reichts wir sind ja schon geübt.

In der früh versuchen wir gleich eine Fähre ausfindig zu machen und boarden die Fähre nach Bali wo wir eine knappe Stunde später aussteigen. Mit dem öffentlichen Bus geht’s ins Inselinnere – von dort wollten wir eigentlich noch zum nächsten Fährhafen und auf die nächste Insel, allerdings schmerzt der Hintern von der doch eher ungemütlichen Busfahrt und wir disponieren um. Wir düsen nach Ubud wo wir uns für eine Nacht direkt neben dem Monkey Forest einquartieren – gutes Essen, Pool und warme Dusche was will man mehr.

Wir beschließen gleich länger in der Gegend zu bleiben, ziehen dafür in ein neues Hotel etwas außerhalb – und genießen etwas Ruhe am Pool. Einen Tag leihen wir uns einen Roller und erkunden die nähere Umgegbung: Wir spazieren durch die Reisterassen, besichtigen einen Wassertempel und kühlen uns bei einem Wasserfall ab. Auch in Ubud schauen wir bei den wichtigsten Tempeln vorbei, bis auf den an den Ubud-Palast angeschlossenen Tempel können wir aber alle nur von außen bestaunen – es ist hier ja noch Nebensaison und es wird noch fleißig gewerkelt damit alles in neuem Glanz erstrahlt.

Ubud ist recht belebt, es gibt viele Restaurants und Geschäfte (vor allem für Yoga-Kleidung) und dazwischen viele bunte Tempel. Bali ist hinduistisch und so sieht man auch in Ubud ständig die Einheimischen in den farbenfrohen balinesischen Tempeltüchern durch die Gassen schlendern. Man könnte sich hier durchaus länger die Zeit vertreiben, aber wir brechen auf zu unserem ursprünglichen Ziel: Lombok. Wir werden aber zum Abschluss unseres Indonesien-Aufenthaltes noch einmal nach Bali zurück kommen.

Java

Nach einem Layover in Singapur landen wir in Yogyakarta und betreten Land Nr. 11: Indonesien. Hier steht der Sultanspalast Kraton und das Wasserschloss Taman Sari, das früher der Erholung des Sultans diente – Yogyakarta ist immerhin eines von zwei verbliebenen Sultanaten in Indonesien. Im Sultanspalast können wir eine Wayang-Vorstellung beobachten, eine traditionelle Schattentheateraufführung. Am Weg zum Wasserschloss werden wir an jeder Ecke von jemandem abgepasst der uns irgendeine kleine Werkstatt zeigen will – es regnet, also suchen wir Unterschlupf in der Schattentheaterfigurwerkstatt, das ist auch tatsächlich interessant zu beobachten, die Figuren werden aus Leder hergestellt, sind damit super flexibel und eignen sich daher auch perfekt als Souvenir, wir kaufen aber trotzdem keine. Die Dame vom Kopi Luwak Stand versucht uns auch zu überzeugen den teuersten Kaffee der Welt zu trinken, der Kaffee der aus durch die Schleichkatze verdauten Bohnen hergestellt wird – aber auch sie macht kein Geschäft mit uns. Wir spazieren durch den Wasserpalast, vorbei an der Untergrund-Moschee (den Eingang finden wir nicht) und zu den Ruinen eines anderen Gebäudes die der Sultan früher zur Meditation genutzt hat. Hinaus aus dem Viertel geht es durch einen Tunnel – und hinter uns wird schon abgesperrt. Sperrstund is!

Tag zwei geht es zum Tempel Prambanan, der größten hinduistischen Tempelanlage Indonesiens. Viele spitze Türmchen, die sich um einen größeren Hauptturm scharen – jedes Gebäude ist einem anderen Gott gewidmet. Weiter geht es zum Sewu Tempel, an den 4 Toren von jeweils zwei Dvarapalas (Wächterfiguren) flankiert. Die Strecke zwischen den beiden Tempeln legen die meisten mit Elektro-Rollern zurück – nicht immer unfallfrei. Als wir wieder zum Prambanan zurück spazieren kommen uns haufenweise Schulklassen entgegen. Alex macht mal wieder ein paar Interviews für die Schule und auch sonst ist er hier der Star: Hey Mister, can we take a photo with you? Am Nachmittag spazieren wir noch durch die Hauptstraße Yogyakartas, an der unzählige Pferdekutschen und Fahrradtaxis auf müde Touristen warten.

Ein wichtiger Tempel steht noch auf dem Programm: Borobudur. Der liegt allerdings etwas außerhalb: das heißt wir nehmen den öffentlichen Bus. Gleich nachdem der Bus das Busterminal verlassen hat bleiben wir einige Zeit stehen – möglicherweise muss noch etwas repariert werden, wir fahren dann aber doch weiter. Nach und nach wird der Bus immer voller, es werden Zwiebel, leere Kübel, und viele andere undefinierbare Bündel eingeladen und Transportiert – so richtig viel Platz für das ganze Gepäck ist nicht, es wird im Gang gestapelt – wer Aussteigen will muss sich irgendwie dran vorbei quetschen. Für uns heißt es am Weg umsteigen, in einen fast leeren Bus (mit offener Tür) der uns das letzte Stück nach Borobudur bringt.

Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Mit den verpflichtenden Tempel-Flipflops und einem Guide geht es die Stupa hinauf und im Anschluss spazieren wir noch um die Anlage herum.

Wir Fahren zurück nach Yogyakarta und dann mit dem Zug in den Osten Javas nach Probolinggo – hier geht dann mit dem Minibus weiter nach Camoro Lawang an den Rand des Tengger-Vulkan-Massivs. Wir starten gleich entlang des so genannten Horse-Trails hinunter zur Sea of Sand und dann hinauf bis zum Krater des Mount Bromo. Die meisten kommen mit dem Jeep und lassen sich dann noch mit dem Pferd so weit wie möglich transportieren – nur die Stiegen zum Kraterrand bleiben niemandem erspart. Uns kommen noch ein paar Leute zu Fuß und zu Pferd entgegen, als wir am Kraterrand ankommen sind wir aber alleine und können in aller Ruhe dem Brodeln des Vulkans lauschen. Je nach Windrichtung bläst es uns den Schwefelgeruch des aktiven Vulkans ins Gesicht.

Nachdem es hier doch kühler ist und das heiße Wasser in unserer Unterkunft nicht funktioniert lassen wir das Duschen heute aus, am nächsten Tag heißt es ohnedies Tagwache um 3:30 – wir wollen den Mount Bromo und den Mount Semeru bei Sonnenaufgang beobachten, dafür spazieren wir eine Stunde zu einem Aussichtspunkt. Wir wählen eine Etage am Aussichtshügel die wir uns nicht mit den ganzen organisierten Touren teilen müssen und können so ganz alleine den Sonnenaufgang in dieser Kulisse genießen. Semeru spuckt immer mal wieder seine Rauchwolken aus, und im Bromo brodelt es sowieso unentwegt.