Kota Kinabalu und Kinabatangan River

Angekommen in Kota Kinabalu beziehen wir unser Hostel in Chinatown – es ist Chinesisches Neujahr und entsprechend ausgestorben, nachdem sämtliche chinesische Läden geschlossen haben. Außerdem geschlossen haben die Waschsalons, warum sogar Selbstbedienungs Coin-Laundrys während den Feiertagen geschlossen sind ist für uns nicht ganz nachvollziehbar – damit hatten wir jedenfalls nicht gerechnet. Nach einigen erfolglos angesteuerten Waschsalons finden wir dann doch einen offenen – zum Glück, nach so viel Regenwald und Feuchtigkeit ist das dringend notwendig. Ob alle Waschfreudigen hier wissen was sie tun lässt sich anzweifeln – Zwei Mädels schaffen es eine frische große Flasche Flüssigwaschmittel beim befüllen von zwei Waschmaschinen aufzubrauchen – das muss wohl sauber werden. Ein anderer kommt mit augenscheinlich trockener Wäsche und befüllt damit ganz motiviert den Trockner.

Nach (zumindest für uns) erfolgreichem Waschtag erkunden wir die Uferpromenade mit ihren Märkten. Beim Filippinomarkt sitzen die Herren hinter ihren Nähmaschinen und warten auf Kundschaft für Kleinreparaturen und am Fischmarkt tummeln sich die Einheimischen, um den besten Fisch für die Feiertage auszuwählen. Außerdem gibt es natürlich allerhand Trockenwaren, Gemüse und Obst – vor allem viele Mangos. An den Fischständen kommt man gut vorbei ohne angesprochen zu werden, dafür reißen sich die Essensstände und die Mango Verkäufer um unsere Gunst.

Wir machen einen Ausflug zur hiesigen “schwimmenden” Stadtmoschee Masjid Bandaraya die wir von außen aus einiger Distanz betrachten – für ein entlangspazieren am Ufer auf der Moschee abgewandten Seite wird hier nämlich bereits Eintritt verlangt. Auch aus der Distanz besichtigen wir den Attkinson Clocktower – das älteste bestehende Bauwerk in KK, der Platz um den Uhrturm herum wartet aber seit einiger Zeit auf seine Neugestaltung und ist eingezäunt, ähnlich geht es auch der Aussichtsplattform am örtlichen Hügel.

Das überschaubare Sightseeing-Programm ergänzen wir mit Kaffeehäusern und gemütlicher Zeit im Hostel bevor wir mit dem Bus in den Osten von Sabah nach Sandakan fahren. 6 Stunden geplante Fahrzeit werden zu ca. 8 Stunden, da die Straße aufgrund des vielen Regens stellenweise überflutet und daher nur einspurig befahrbar ist. Sandakan ist für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Kinabatangan, dem größten Fluss in Sabah.

Der Kinabatangan ist dafür bekannt, dass die lokale Tierwelt hier gut Sichtbar am Ufer bestaunt werden kann, der Hintergrund warum das so gut geht ist leider nicht so rühmlich: Es gibt entlang des Flusses nur noch einen kleinen Bereich mit ursprünglichem Regenwald und somit nur noch wenig Lebensraum für die Tiere. Die Entwaldung zugunsten der Palmölplantagen ist hier besonders gut Sichtbar.

Wir machen hier Bootssafaris bei Tag und Nacht sowie eine Nachtwanderung durch den Regenwald. Das Ziel: möglichst viele Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten – mit großer Hoffnung Orang Utans und Elefanten in freier Wildbahn zu entdecken.

Gemeinsam mit unseren Guides (Vater mit Sohn) und zwei weiteren Besuchern fahren wir per Boot den Fluss entlang und können tatsächlich alle paar Meter Tiere bestaunen: ein Baby-Krokodil, Nasenaffen, Silberne Haubenlanguren (sogar einen mit noch ganz orangem Baby), Javaneraffen, Warane, Maronenlanguren, Goldlanguren, Silberreiher, Seeadler, Eisvögel, Nashornvögel und sogar den seltenen Rhinozerosvogel. Bei der Nachtwanderung konnten wir zumindest die Augen einer Wilden Katze sehen und einen schlafenden Prachtblauschnäpper (Bornean Blue Flycatcher) der auf Borneo nahezu ausgestorben ist (unser Guide hat so eine Freude gehabt, da er ihn seit fast 3 Jahren nicht mehr gesichtet hatte). Bei der nächtlichen Bootsfahrt gab es neben unendlicher Ruhe unter dem wunderbaren Sternenhimmel eine Zibetkatze, Fledermäuse, Glühwürmchen, Malaien-Gleitflieger, einen schlafenden Menintingeisvogel (Kingfisher), ein Karminbreitrachen Pärchen (Black-and-red broadbill), Eulen und zum Abschluss noch einen Flughund zu bestaunen. Die Gibbons konnten wir nur aus der Ferne weit oben in den Bäumen beobachten – die sind auch schnell wieder aus unserem Sichtfeld verschwunden. Aber wir hatten dafür das Glück bei unserer letzten Bootsfahrt unter Tags einen Orang Utan mit Baby zu sehen und zum Abschluss sogar noch einen Elefanten der gerade den Fluss gequert hat.

Die Tage am Kinabatangan waren angenehm ruhig und von richtig vielen Tieren geprägt – besonders die Orang Utans und der Elefant der einfach durch den Fluss spaziert ist waren besondere Highlights (mit denen wir gar nicht mehr gerechnet hatten). Den Bus zurück nach Kota Kinabalu konnten wir nicht online Buchen, daher haben wir uns an einer Busstation entlang der Route positioniert – die Info: hier bleibt der Bus immer stehen, es steht groß KK drauf. Der erste Bus ist dann gleich an uns vorbei gefahren – der Fahrer hat aber noch nett zurück gewunken. Der nächste Bus eines anderen Betreibers ist dann tatsächlich stehen geblieben: Sitzplätze wurden auf den Stiegen im Einstiegsbereich zur Verfügung gstellt da der Bus eigentlich voll war – aber wir hatten wenigstens unseren Transport (und sobald andere Gäste ausgestiegen sind gab es auch richtige Sitzplätze).

Zurück in Kota Kinabalu konnten wir uns gleich beim Nachtmarkt vor unserem Hostel mit Streetfood verköstigen, auch den Sonntagsmarkt haben wir diesmal besucht – eine bunte Mischung aus Gemüseständen, Zimmerpflanzen, Topfkratzern und Gemüsereiben (die in Teleshoppingmanier angepriesen werden), Gewand, Haustieren und vielen anderen Waren.

Für uns geht damit ein schöner Aufenthalt auf Borneo mit sehr viel Tierwelt zu Ende und wir Fliegen zu unserer nächsten Destination -> die Philippinen.

Nationalpark Gunung Mulu

Nach einer weiteren Nacht in Kuching geht es in den Osten Sarawaks zum Nationalpark Gunung Mulu. Der Nationalpark liegt mitten im Dschungel Borneos – erreichbar ist er somit fast ausschließlich per Flugzeug. Bekannt ist Mulu vor allem für seine Höhlensysteme, von denen wir einige besichtigen und natürlich dem Regenwald mit seiner Artenvielfalt.

Wir starten gleich nach der Ankunft mit der Erkundung des Regenwaldes, auch den nächsten Tag nutzen wir für den Rundwanderweg durch den Dschungel – vorbei an den riesigen Bäumen und von ständigem Vogelgezwitscher (und anderen tierischen Geräuschen) begleitet. Abkühlung gibt es am Weg beim Paku Wasserfall und – wie es sich im Regenwald gehört – durch den Regen.

Am nächsten Tag steht die Erkundung von den ersten Höhlen am Programm. Wir besichtigen die Lang’s Cave, eine kleine Höhle mit schönen Felsformationen und die Deer Cave, lange Zeit die größte Höhle der Welt (seit der Entdeckung der noch größeren Son Doong Höhle in Vietnam nur noch die zweitgrößte). In der Deer Cave leben ca. 3 Millionen Fledermäuse verschiedener Arten, es gibt eine kleine Grüne Oase innerhalb der Höhle, ein beliebtes Fotomotiv ist außerdem der Umriss einer seitlichen Öffnung die an das Profil von Abraham Lincoln erinnert. Als wir aus der Höhle wieder hinaus spazieren ist der Wasserstand durch den starken Regenfall schon deutlich höher als beim Hineingehen und wir müssen beim Verlassen der Höhle durch wadenhohes Wasser mit starker Strömung waten.

Das Highlight ist der so genannte Bat Exodus – das gleichzeitige Ausschwärmen von einer in der Deer Cave lebenden Fledermausspezies am frühen Abend – bei Regen halten sie sich aber oft nicht an den Zeitplan, also haben wir nach der Höhlentour umsonst gewartet. Am nächsten Abend versuchen wir unser Glück am Ausgang der Höhle erneut – es regnet zwar wieder aber heute können wir die Fledermäusschwärme sehen wie sie in langen Bändern die Höhle verlassen. Im Anschluss machen wir eine geführte Nachtwanderung: Neben Stabheuschrecken, Tausendfüßlern, Spinnen, Kröten und Fröschen sehen wir auch einen Pinselstachler, einen schlafenden Eisvogel und eine grüne Viper (vor unserer Unterkunft haben wir außerdem einen Skorpion entdeckt). Affen bekommen wir während unserer Erkundungen leider keine zu sehen, dafür viele Schmetterlinge und wir haben einige Male das Glück Nashornvögel (Hornbills) über uns hinwegfliegen zu sehen.

Eigentlich wollten wir Mulu zu Fuß per Headhunter-Trail in einer mehrtägigen Wanderung verlassen, der Trail ist aber leider geschlossen. Nach fünf Tagen im Nationalpark mit kalten Duschen und Strom nur von 18 bis 24 Uhr per Generator geht es also wieder mit dem Flieger weiter – außer uns sind nur zwei weitere Passagiere und zwei Flugbegleiter mit an Bord. Wir fliegen über den Dschungel, können Brunei von oben besichtigen und landen in Kota Kinablu im Bundesstaat Sabah.

Bako Nationalpark

Von Kuching geht die Reise weiter in den Bako Nationalpark der per Boot zu erreichen ist. Am Weg zum Headquarter können wir vom Boot aus schon zwei Krokodile sichten – als wir dann vom Boot durchs Wasser an Land gehen ist zum Glück keines in der Nähe.

Wir checken in unserer Forest-Lodge ein und machen uns gleich auf den Weg auf einen der Trails. Die wichtigsten Infos, nicht schwimmen und nicht zu nah ans Wasser – werden wir beherzigen nachdem wir ja schon zwei Krokodile gesichtet haben. Wir starten los und treffen gleich mal auf eine Gruppe Bartschweine – die aufgewühlten Wiesen rund um das Camp zeugen von ihrer Futtersuche. Unser Trail führt uns gleich steil bergauf durch den Mangrovenwald, vorbei an fleischfressenden Kannenpflanzen und endet bei einem Aussichtspunkt auf einen schönen Strand und den “Kobra-Felsen”, eine Felsformation die auch das Symbol des Nationalparks ist. Dann geht es wieder retour ins Headquarter wo wir auf eine Gruppe Silberner Haubenlanguren treffen – niedliche dunkelgraue Affen mit fescher Frisur. Jetzt gibt es Abendessen – den Burschen der für die Aufnahme der Bestellung zuständig ist mussten wir zwar erst aufwecken, aber wir hatten Hunger.

Am Abend machen wir dann noch bei einer geführten Nachtwanderung mit. Spinnen, Stabheuschrecken, Frösche, Riesen-Ameisen, Fledermäuse und einen Vogel haben wir gesehen – die restlichen Dschungelbewohner haben sich versteckt, obwohl unser Guide richtig bemüht war. Der Nachtspaziergang war trotzdem toll – schon alleine die Geräuschkulisse war richtig beruhigend.

Am nächsten Tag in der Früh kommt man dafür an keinem Parkranger vorbei, ohne dass man gefragt wird ob man denn den Malaien-Gleitflieger schon gesehen hat und man wird mit viel Begeisterung hingeführt. Direkt neben unserer Lodge hat sich der kleine Gleitflieger mit seinen Glubschaugen oben am Baum seine Schlafstätte für den Tag gesucht.

Für uns steht an Tag zwei in Bako eine Rundwanderung durch den Park und damit auch durch die meisten im Park vertretenen Vegetationstypen am Programm – zusätzliche Abstecher führen uns auch heute wieder zu zwei Stränden: hier fällt vor allem der viele angespülte Plastikmüll auf. Nach 4 Stunden wandern durch den Nationalpark und nur einer Sichtung von ein paar Makaken ganz zu beginn hoch oben in den Palmen werden wir zum Glück wieder direkt am Rande vom Camp fündig: Nasenaffen – die vom aussterben bedrohte Affenart lebt ausschließlich auf Borneo. Wir beobachten die Gruppe Nasenaffen beim Abendessen in den Bäumen bevor wir selbst Abendessen und den Abend auf unserer Terasse mit dem Beobachten von Fledermäusen und Glühwürmchen ausklingen lassen.

Tag drei in Bako spazieren wir noch etwas in Camp Nähe herum und finden einen Affen weit oben auf einer Palme, weil er die Reste seiner Palmenfrüchte hinunter wirft. Mit der Zeit werden immer mehr Affen sichtbar und so können wir auch an unserem letzten Tag in Bako Affen beobachten. Außerdem sehen wir natürlich wieder die Bartschweine, die uns am Stand verabschieden als wir wieder zu unserem Boot spazieren das uns zurück fährt.

Wir hatten Glück so viele Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können: Krokodile, Silberne Haubenlanguren, Bartschweine, einen schlafenden Malaien-Gleitflieger, Makaken und vor allem auch die Nasenaffen.

Kuching

Von der Malayischen Halbinsel geht es mit dem Flugzeug nach Malaysisch-Borneo. Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt (nach Grönland und Neuguinea). Wir landen in Kuching, der Hauptstadt des Bundeststaates Sarawak und der größten Stadt auf Borneo.

Kuching bedeutet Katze auf malayisch – und der Name ist Programm man sieht viele Katzen: viele streunende Katzen und Katzenskulpturen – es gibt sogar ein Katzenmuseum (das haben wir aber ausgelassen). Die Stadt liegt am Fluss Sarawak, am Ufer steht prominent das auffällige Parlamentsgebäude mit seinem steilen goldfarbenen Dach, daneben die moderne Brücke, welche die beiden Flussufer zusätzlich zu den vielen sargförmigen Fährschiffen miteinander verbindet. Nicht weit entfernt “schwimmt” die Masjid India, eine relativ neue Moschee auf Pfählen im Flusslauf – mit weißer Fassade und türkiser Kuppel um einiges moderner als die rosafarbene Stadt-Moschee mit ihren goldenen Zwiebeltürmen.

Kuching hat ein belebtes Flussufer mit Streetfood, die Carpenter-Street mit netten Cafes und Bars und New Chinatown mit vielen Essensmöglichkeiten – kulinarisch gibt es also einige Möglichkeiten. Dazwischen lässt sich neben der Suche nach Katzenstatuen auch hier einiges an Street Art entdecken oder man flaniert durch die India Street mit den bunten kolonialen Häusern zu beiden Seiten. Eine Bootstour am Fluss machen wir auch, gemeinsam mit einer dreiköpfigen asiatischen Familie, die vor lauter Posieren und Fotos von sich machen vom vorbeiziehenden Ufer gar nichts mitbekommt – der Vater war am kritischsten und motiviertesten beim Posieren – wir haben uns das Lachen verkniffen. Einen Tag geht es für uns ins neue Borneo Cultures Museum und auch das kleine naturhistorische Museum schauen wir uns an damit wir wissen welche Tiere uns hier erwarten – im Museum zwar entweder ausgestopft oder nur das Skelett aber eine Idee bekommt man.

Mit dem gratis Elektro-Bus der Stadt geht es für uns ins Semenggho Wildlife Center im Naturschutzgebiet. Hier werden aus Gefangenschaft befreite und rehabilitierte Orangutans in die freie Wildbahn entlassen und mit Fütterungen unterstützt. Somit leben hier halbwilde Orangutans, die man mit etwas Glück zu den Fütterungszeiten an den Futterplätzen beobachten kann. Am Eingang steht schon wenig vielversprechend: Es ist Obstsaison – also genug Futter im Wald zur Verfügung und eine Sichtung somit unwahrscheinlich. Wir haben aber Glück und können die älteste Bewohnerin des Gebietes beobachten – ihr Lieblingsplatz ist die Bank am Sammelplatz der Touristen – und auch ein weiterer Orangutan bedient sich am Fruchtbuffet und schwingt sich durch den Urwald. Drei weitere Orangutans sehen wir außerdem etwas abseits der Futterplätze.

Kuala Lumpur II

Nach einer Woche Erholung am Strand geht es retour nach Kuala Lumpur. Hier nutzen wir unseren zweiten Aufenthalt für die Erkundung der Batu Caves – eine Kalksteinhöhle mit mehreren Hinduistischen Tempeln. Prominent erhebt sich eine 42m hohe goldene Statue – die Hindu-Gottheit Murugan – neben einem ca. 270 Stufen langen bunten Stiegenaufgang vor den Höhlen. Auf den Stufen tummeln sich neben Touristen und Pilgern auch viele Javaneraffen – die fast mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Hindu-Schreine.

Wir spazieren durch Little India mit seinen Tempeln unterschiedlicher Glaubensrichtungen, genießen Streetfood am Straßenmarkt rund um die Masjid India und besuchen die Masjid Jamek (Jamek Moschee) diesmal auch von innen. Hier geht es besonders streng zu: die Damen müssen neben der üblichen langen Beinkleidung und dem Kopftuch auch die Arme verhüllen, und auch die Herren müssen in langen Hosen (oder Leihröcken) gekleidet sein. Am Eingang der Moschee stehen Guides,, die die Besucher beim Besuch der Moschee begleiten und mit Infos über die Moschee und den Islam versorgen – manche mehr, manche weniger – der Herr der sich uns angenommen hat wollte gar nicht mehr aufhören zu reden und hätte uns am Ende am liebsten gleich zum Islam übertreten sehen.

In Kuala Lumpur ist die Weihnachtsdeko schon den typischen roten Lampions für die chinesischen Neujahrsfeierlichkeiten gewichen. Besonders gut sichtbar in Chinatown und auch beim Thean-Hou-Tempel. Ein 6-Stöckiger Tempel mit Elementen aus Buddhismus, Konfuzianismus und Thaoismus auf einer Anhöhe positioniert und mit seinen traditionellen geschwungenen und verzierten Dächern ein beliebtes Fotomotiv: auch für unzählige frisch verheiratete Paare, die am Tag unseres Besuchs dort geheiratet haben und dann mit den Fotografen durch den Tempel gezogen sind für ‘das perfekte’ Hochtszeitsfoto.

Aber auch überall anders in der Stadt und vor allem auch in den Shoppingcentern ist mit roten Lampions, rosa Blüten und goldenen Hasen dekoriert – es folgt das Jahr des Hasen im chinesischen Kalender.

Nach ein paar Tagen in Kuala Lumpur verlassen wir nun das asiatische Festland und begeben uns nach Kuching auf den malayischen Teil der Insel Borneo.

Langkawi

Mit dem öffentlichen Bus geht es zum Busbahnhof und dann mit dem Bus Richtung Norden bis nach Kuala Perlis – von hier ist es nicht mehr weit zur Grenze nach Thailand. Für uns geht es hier Abends mit der Fähre auf die malaiische Insel Langkawi nach Kuah, wo wir in Gehdistanz vom Hafen unser Quartier beziehen. Einen Tag verbringen wir in Kuah – hier gibt es vor allem Duty Free Läden die mit Alkohol bestückt sind. Langkawi wurde, um den Tourismus zu fördern zur Freihandelszone erklärt und zieht dadurch vor allem am Wochenende viele Einheimische an.

Wir besichtigen die wenigen “Sehenswürdigkeiten” in Kuah bevor es für uns zum Pantai Cenang, einem Strand im Südwesten der Insel, geht. Hier genießen wir eine Woche absolutes nichts tun und erholen am Strand. Unser Quartier ist hier eine Matratze in einem Betonrohr (einfach, aber gemütlich) mit Blick aufs Meer inkl. Sonnenuntergang – der Chef ein Tiroler.

Silvester verbringen wir gemütlich am Strand: Sonnenuntergang, Whisky und Bier und zum Jahreswechsel gibt es ein kurzes Feuerwerk. Wir genießen die Stimmung und spazieren an diversen Feuershows und aufwendig dekorierten Candle-Light-Dinner Spots vorbei.

Die Insel hätte zwar neben unserem Strand noch viel Potenzial für Ausflüge, die lassen wir diesmal aber aus – Reisen kann nach 4 Monaten anstrengend sein und wir genießen eine Woche Urlaub vom Reisen.

George Town

Von Kuala Lumpur wären wir eigentlich gerne mit dem Zug nach George Town gefahren – leider war der Zug aber bis auf 4 Behindertenplätze ausgebucht, da wir mal wieder Freitag als Reisetag gewählt hatten und da auch viele Einheimische nach George Town wollten. Zum Glück haben wir dann noch Sitzplätze im Bus ergattert und so ging die Reise mit dem Bus direkt nach George Town, da die Insel Penang mit einer Straßenbrücke mit dem Festland verbunden ist.

In George Town haben wir unser Quartier etwas außerhalb des denkmalgeschützten Zentrums bezogen. George Town besteht aus den typischen Shophouses aus der Kolonialzeit die wir schon aus Malakka kennen – meist 2-3 geschossig, mit europäischen und chinesischen Einflüssen. Außerdem gibt es aufwändige chinesische Clanhäuser, einige Moscheen, Kirchen, hinduistische und chinesisch-buddhistische Tempel und dazwischen sehr viel Street-Art.

Wir verbringen Weihnachten in George Town und sind am 24. wie es sich für Reisende gehört mit der Erkundung der Stadt beschäftigt. Gefrühstückt wird landestypisch Toast mit Kaya (Kokosmarmelade) und dann folgen wir unserem Stadtspaziergang quer durch die UNESCO-Weltkulturerbe Stadt in kurzen Hosen. Bei 31 Grad ist am frühen Nachmittag eine Erfrischung notwendig also gibt es Kokosnuss-Shake und dann kehren wir in einer Craft-Bier-Bar ein. Entsprechend unserer Bier-App soll es in der Bar auch eigenes Bier geben – als wir dort ankommen und nach lokalem Bier fragen gibt es aber nur das übliche Tiger Bier aus der Großbrauerei, dass uns der Kellner aber eh nicht wirklich verkaufen will. Wir nehmen also Bier aus China und Singapur plaudern noch etwas mit dem Kellner und bekommen dann ein Whiteboard mit 5 Handgeschriebenen Biersorten: eigenes Bier der Bar, nachdem Lizenzen zum Bierbrauen hier aber nahezu unmöglich zu bekommen sind ist das Bier also illegal – und daher nur für ein kleines, besonders sorgfältig auserwähltes Klientel im Angebot. Nach dem verkosten des illegalen Craft-Biers geht es für uns in eine kleine Bar wo wir Burger als Weihnachtsmenü essen.

Per Video besichtigen wir dann noch den Weihnachtsbaum aus Zell am See und die Weihnachtskekse in Wien – hören noch Stille Nacht Heilige Nacht und so geht der etwas andere Weihnachtsabend auch schon zu Ende.

Am Weihnachtstag wird die Stadt dann mit Fokus auf die Religionsstätten fortgesetzt: Diesmal wird uns auch wieder in der Moscheeeintritt gewährt. Die chinesisch-buddhistischen Tempel sind hier auch angenehmer zu besichtigen, da die Räucherstäbchen im Gebäude verboten sind und nur vor dem Tempel vor sich hinräuchern (der beißende Rauchgeruch hat uns schon aus dem ein oder anderen Tempel vertrieben bevor wir eine ganze Runde gehen konnten). Auch die Tempeltürme der hinduistischen Tempel erstrahlen hier in voller Pracht mit ihren detailreichen Figuren. Nur die christlichen Kirchen sind von außen eher unspektakulär und außerdem geschlossen.

Tag drei in George Town starten wir mit dem Fahrrad durch und radeln zum buddhistischen Tempel – so ganz klar ist der Fahrradweg hier nicht angezeichnet, meistens sind Radweg und Gehsteig hier aber ohnedies das selbe – also fahren wir wenn wir nicht gerade auf der Straße gegen die Einbahn radelnd am Gehsteig (oder wie sich dieser abgetrennte Multifunktionsstreifen hier bezeichnet). Mittagessen holen wir in Little India, das wir dann am Hafen verspeisen. Nachdem in der Innenstadt kaum Gehsteige, aber viel zu viel Autoverkehr ist stellen wir die Fahrräder wieder ab: zu Fuß ist man schneller. Wir schlendern dann zu einem Lokal in einer Seitengasse. Hier gibt es eine große Auswahl an Alkohol zum Einkaufen oder vor Ort trinken. Es ist viel los, hier stockt jeder seinen Alkoholvorrat auf: Kistenweise oder nur im kleinen aber dafür in schwarzen Plastiksackerln verpackt. Wenn man hier trinkt holt man sich aus dem Lager nebenan Plastikhocker und sucht sich einen Platz auf der Straße vorm Lokal. Wir sind nicht lange alleine, ein Herr rückt schritt für schritt immer näher zu uns bis er schließlich mit uns pladuert. Dann dauert es nicht mehr lange und wir sitzen in einer Runde Stammgäste, werden auf Bier eingeladen und schließlich zum Abendessen zu einem der Herren nach Hause.

Er holt uns ab, zeigt uns am Weg zu sich noch die halbe Insel und nach 1 Stunde Fahrzeit inkl. Sightseeing kommen wir bei ihm und seiner Frau zu Hause an. Es gibt Reis, Fishcurry, und noch 2 weitere speisen mit Huhn. Unsere Gastgeber gehören zu den ca. 7% der Bevölkerung indischer Abstammung und zu den 3,9% die Tamil sprechen. Entsprechend essen wir heute ohne Besteck: hier wird ausschließlich mit den Fingern der rechten Hand gegessen – geht auch. Im Anschluss gibt es noch Bier und Whiskey bevor wir wieder zurück ins Hotel gebracht werden – am nächsten Tag heißt es früh aufstehen, wir reisen weiter Richtung Norden.

Malakka (Melaka) und Kuala Lumpur

Von Singapur geht es mit dem Bus gleich in der Früh los Richtung Malaysien, Land Nummer 6 unserer Reise. Gemeinsam mit vielen anderen arbeiten wir uns Richtung Grenze vor – der Bus hat aber zum Glück eine eigene Spur. Ausreisen aus Singapur geht komplett digitalisiert: Reisepass scannen – Tür öffnet sich – zum Fotospot weiter gehen – Foto – Tür öffnet sich und wir sind ausgereist. Wir steigen wieder in den Bus zum nächsten Grenzposten – dort stehen wir dann in der langsamsten Schlange, aber nach einigen Fragen über unsere geplante Aufenthaltsdauer, Reiseroute und Rückreisepläne bekommen wir unseren Stempel: 90 Tage dürfen wir in Malaysien bleiben. Wir sind die letzten die im Bus Platz nehmen und die Fahrt geht weiter.

In Malakka angekommen spazieren wir zum Hotel und organisieren uns gleich eine lokale SIM-Karte und flanieren durch die Altstadt. Freitag bis Sonntag (also jeden Tag unseres Aufenthaltes) ist hier Nachtmarkt, entlang der Jonker-Street wird hier neben Essen allerhand Zeug verkauft – manch ein Stand hat den identen Ramsch den man in Österreich vom Kirtag kennt.

Malakka ist bei den Einheimischen für das gute Essen bekannt, also kosten wir uns durch das Sortiment. Brunch, Kaffee, Essen to-go am Nachtmarkt und dazwischen ein bisschen Sightseeing. Am Nachtmarkt besteht das Food-Sortiment zu einem überwiegenden Teil aus Spießen und Gula Melaka (Palmzucker). Wir probieren Coconutshake, Kueh Keria Gula Melaka (Süßkartoffel-Doughnuts mit Palmzucker überzogen) und Poh Piah (frische Frühlingsrollen). Wir haben für uns ein Kaffeehaus entdeckt, dass Kaffee aus allen 13 malaysischen Bundesstaaten anbietet – geordert wird über den QR-Code am Tisch mit dem Handy (auch hier fehlen die Servicekräfte) wo man dafür beim Fruchtsaft gleich die Möglichkeit hat Zucker und Eis abzubestellen – richtig praktisch.

Was es hier außerdem gibt: laute extrem kitschige Rikschas. Hello Kitty, Minions, My little Pony, Spiderman, Pokemon und noch viele andere. Untertags nur mit lauter “Musik”, Abends mit blinkender Beleuchtung und noch lauterer “Musik” – die Rikschas sind immer gut besetzt – wir beobachten dann doch lieber vom Straßenrand.

In unserem Zimmer werden wir von 10 Uhr Abends bis 4 Uhr Früh mit Karaoke in voller Lautstärke beschallt, daher starten wir meist erst am späten Vormittag in den Tag und sind dann eher gemütlich Unterwegs – dafür hängen wir noch eine 3. Nacht in einem anderen Quartier dran – so können wir uns einen Tag länger durch das lokale Essen kosten.

Von Malakka geht es weiter in die Hauptstadt: Kuala Lumpur. Einquartiert haben wir uns in einem Hochhaus in KLCC (Kuala Lumpur City Center) mit Dachpool in nächster Nähe der Petronas Towers und zumindest Blick auf deren Spitzen. Auch in Kuala Lumpur gibt es Hawker Center die unter einem Dach verschiedene Standln mit unterschiedlichen Spezialitäten anbieten, wo wir gleich die lokale Küche ausprobieren – eigentlich ist ja jeder Ort in Malaysien für sein Essen mit den jeweiligen Spezialitäten bekannt.

Den ersten Vormittag nutzen wir für einen Rundumblick vom Menara Kuala Lumpur Fernsehturm (KL Tower) – mit 421 m Höhe dem Weltweit siebthöchsten Fernsehturm, der so wie der Donauturm zur World Federation of Great Towers gehört. Nachdem wir uns so einen Überblick über die Stadt verschafft haben (hier steht außerdem auch das zweithöchste Gebäude der Welt), besichtigen wir in einem ausgedehnten Stadtspaziergang einige Sehenswürdigkeiten bevor wir zufällig in einer Bar landen wo wir eines der sehr seltenen lokalen Craft-Biere bekommen (der Kellner war zwar überzeugt, dass er kein lokales Bier hat, aber das Bier vom Fass war dann doch ein Lokales, was uns sein Chef dann bezeugt hat).

Auch die weiteren Tage nutzen wir zum gemütlichen Erkunden der Stadt. Aufgrund sehr starken Regens verlagern wir die Erkundung aber teilweise in die Shoppingcenter – die einem hier auch die Möglichkeit zum Zurücklegen weiter Wegstrecken unter Dach bieten. Mit Besichtigungen von Tempeln und Moscheen haben wir ohnedies nicht so viel Erfolg: Indische Tempel mit ihren aufwändig gestalteten Außenansichten sind meistens gerade eingerüstet, und in den Moscheen ist der Eintritt für Nichtmuslimische Besucher oft gerade nicht gestattet. Den Dachpool testen wir natürlich auch Abends mit Blick auf die nächtliche Skyline sowie in der Früh für eine kurze Runde Morgensport mit Aussicht. Nach drei viel zu kurzen Tagen Kuala Lumpur – hier gibt es einfach so viel zu sehen und man könnte sich definitiv noch einige Tage mehr treiben lassen – geht die Reise weiter in den Norden auf die Insel Penang nach George Town.