Panama City

Bis wir dann in Panama City ankommen ist es doch ein weiter Weg und wir machen nicht mehr viel. Am Abend geht’s aber trotzdem noch gemeinsam mit der Gruppe vom Segelboot und dem Kapitän zum Fischmarkt, danach flanieren wir noch durch die Stadt.

Am nächsten Tag steht der Panama Kanal am Programm, nach einem gemütlichen Frühstück fahren wir zu den Miraflores Schleusen mit ihrem Visitor Center. Zum Einstieg schauen wir uns dann gleich die Dokumentation über den Panama Kanal im zugehörigen IMAX an, dann geht’s auch schon zur Schleuse wo auch bald das erste Schiff geschleust wird. Besichtigen kann man nur die alten kleineren Schleusen, aber im Hintergrund sieht man die Neo-Panamax Frachter, welche die neuen Schleusen passieren.

Der erste Frachter den wir heute in der Schleuse sehen ist nicht so lang, der restliche Platz wird von einer privaten Yacht und einem Begleitschiff genutzt um mitgeschleust zu werden. Wir beobachten den Frachter von der Aussichtsplattform inklusive Informationen via Lautsprecher.

Der Panamakanal ist die bedeutenste Handelsroute zwischen Atlantik und Pazifik. Bis zur Eröffnung hat er aber unzähligen Arbeitern das Leben gekostet. Die ersten die sich am Bau des Kanals versucht haben waren die Franzosen 1880, sie scheiterten aber unter anderem an den Tropenkrankheiten wie Malaria und Gelbfieber, die in den neun Baujahren ca. 20.000 Arbeiter dahinrafften. Dann sicherte sich die USA die Konzession und die Kontrolle über die Kanal-Zone und starteten ihrerseits 1904 die Bauarbeiten. Diesmal starteten die Arbeiten allerdings damit die Gelsen zu beseitigen bzw einzudämmen, dann beginnt der eigentliche Bau. Es werden Schleusen errichtet, dazwischen Stauseen – der Gatun See liegt 26 m über dem Meeresspiegel, die Schiffe werden von den jeweiligen Ozeanen nach oben und dann wieder nach unten geschleust – 82km lang ist die Wasserstraße und ca. 10 Stunden dauert die Durchfahrt. Das erste Schiff wurde am 15. August 1914 durch den Kanal geschleust – überschattet vom Start des Ersten Weltkrieges. Die Panamax Klasse erlaubt Schiffe mit 294,3m Länge und 32,3m Breite, damit ist die Schleuse bis auf ca. 60cm an beiden Seiten ausgenutzt. Die neuen Schleusen von 2016 erlauben 366m Länge und 49m Breite – die Klasse Neo Panamax.

Wir finden noch eine weitere Aussichtsplattform bei der weniger los ist, hier schauen wir uns noch die Durchfahrt von einem weiteren Frachter an, dann geht es bei ziemlichem Stau zurück in die Stadt.

Wir spazieren durch die Altstadt (Casco Viejo) und schauen in einer lokalen Brauerei vorbei wo wir gleich eine Kostprobe aller Fassbiere bekommen um uns die Auswahl zu erleichtern. Außerdem steht Reiseplanung am Programm – hier ist es jedenfalls deutlich teurer als wir das zuletzt gewöhnt waren.

Mit dem Segelboot von Kolumbien nach Panama

In Cartagena geht es für uns aufs Segelboot – genauer gesagt auf ein ziemlich authentisches Piratenboot. Insgesamt 15 Passagiere, der Kapitän (ein Südtiroler) und 3 Crew-Mitglieder sind an Bord. Wir beziehen unsere Koje und genießen dann den Sonnenuntergang vom Boot aus bevor wir auslaufen. Zwei Nächte und einen Tag Segeln wir auf offenem Meer durch die Karibische See bevor wir mit den San Blas Inseln vor der Küste Panamas wieder Land in Sicht haben werden.

Am ersten Abend genießen wir die Fahrt hinaus aus dem Hafen und sind im Bett bevor der Seegang zu stark wird. Am nächsten Morgen sind die Kübel an Bord im Dauereinsatz – zum Glück bleibt uns beiden das erspart und wir beobachten nur den großen Rest der Gruppe wie sie leiden. Das Frühstück beschränkt sich heute auf bereits fertig belegte Sandwiches die nach Bedarf zu jeder Zeit abgeholt werden können und auch beim Mittagessen wird zuerst in die Runde gefragt wer überhaupt was will – dann gibt es für einen Teil der Gruppe Nudeln mit Pesto. in einer Hand die Schüssel, die andere wechselt zwischen Gabel und am Boot anhalten – es wackelt doch ordentlich. Bis zum Abend geht es den meisten dann wieder einigermaßen gut und der ein oder andere genießt das erste Bier, außerdem sind beim Abendessen wieder fast alle vertreten.

Heute wachen wir auf, weil das Schaukeln nach lässt und wir auf ruhigere See einfahren bis wir vor einer wunderschönen kleinen Karibischen Insel ankern – wir haben die San Blas Inseln erreicht. Die Inselgruppe gehören zur Comorca Guna Yala einem autonomen Verwaltungsgebiet der indigenen Kuna vor Panamas Küste. Von den rund 370 Inseln sind nur ca 60 bewohnt, die meisten sind also wunderschöne einsame Inselchen mit weißen, Palmengesäumten Sandstränden. Wir verbringen den Vormittag vor Isla Banedup sehr gemütlich: Sonnen, Schnorcheln und genießen, ein paar andere Boote sind auch da und auf der Insel gibt es sogar eine Bar. Nach dem Mittagessen geht es zur nächsten Insel mit ähnlichem Programm. Am späten Nachmittag geht es dann zur dritten Insel des Tages. Hier sind wir das einzige Boot, es gibt Fisch zum Abendessen (leider nicht selbst gefangen, dafür von den lokalen Fischern gekauft) und im Anschluss gibt es noch ein Lagerfeuer auf der Insel.

Nach dem Frühstück geht es für uns heute zur Hauptinsel El Porvenir zur Immigration um offiziell in Panama einzureisen. Während wir vor Anker liegen kommt ein Verkaufsboot vorbei – eines bringt frischen Fisch, ein anderes hat Obst und Rum an Bord – mit dem Rum machen sie auf unserem Boot gleich ein gutes Geschäft. Ein paar unserer Truppe fahren dann noch zur nächsten Insel Bier einkaufen (der Bierverbrauch war scheinbar höher als gedacht) und dann geht es wieder ein Stück des Weges Retour zur Isla Chichime – hier wird wieder relaxed.

Den dritten Tag in den San Blas Inseln verbringen wir zwischen der Insel Perro Grande und Nugú Dup. Am Nachmittag wird auf der Insel Fisch gegrillt, beim Schnorcheln sehen wir hier einen Feuerfisch, einen Seestern viele Korallen und auch einen kleinen Rochen. Als wir am Abend am Boot sind schwimmt einige Male ein großer Rochen vorbei.

Nach einer letzten Nacht am Segelboot holt uns ein lokales Taxiboot ab und bringt uns nach Cali, aufs Panamaische Festland. Dann geht es noch mit dem Auto einmal quer durch Panama nach Panama City.