Granada

Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber die Optionen an Unterkünften am Strand in San Juan del Sur waren nicht überzeugend also haben wir uns für Granada entschieden. Die drittgrößte Stadt Nicaraguas liegt ebenfalls am Nicaraguasee und die Anreise mit öffentlichem Transport funktioniert problemlos. Wir nehmen die Fähre, steigen direkt am Hafen in einen Bus ein der bis zur Hauptstadt Managua fährt – wir müssen also unterwegs umsteigen, das passiert aber einfach indem der Busfahrer sobald er den passenden Anschlussbus auf der Hauptstraße sieht mit Hupen auf neue Passagiere aufmerksam macht, beide Busse kurz zum Straßenrand fahren wir mit unserem Gepäck umsteigen und schon sitzen wir im Bus nach Granada – perfektes Service.

Granada ist eine kleine im Kolonialstil erbaute Stadt mit bunten Häusern – die Farben wechseln, denn es ist üblich sein Haus alle paar Jahre vor Jahreswechsel in einer neuen Farbe anzustreichen. 6 Kirchen gibt es in Granada – 4 davon schauen wir uns von innen an und bei einer besteigen wir auch den Glockenturm. Vom Turm der Iglesia la Merced aus hat man eine gute Sicht auf die Stadt mit dem Vulkan Mombachu im Hintergrund. Die Kathedrale strahlt von außen in leuchtendem Gelb, innen ist zur Zeit recht unspektakulär weiß, allerdings wird die Decke gerade mit Bildern verziert – also work in progress. Wir schlendern bei einer Walkingtour durch den Mercado Municipal inklusive einer Kostprobe von einer lokalen Pflaumenart und schauen bei einer Zigarrenmanufaktur vorbei. Wir beobachten das Rollen der Zigarre – ein essenzieller Teil der Arbeit (sowohl des Erklärenden als auch des Rollenden) besteht aus dem regelmäßigen Zug an einer Zigarre. Für die weniger motivierten Touristen stehen Kutschen bereit, die einen von einem Spot zum anderen führen, Pferde werden aber auch bei den Locals eingesetzt um ihre Karren zu ziehen.

Zum Frühstück gibt es desayuno típico bestehend aus gallo pinto (Reis mit Bohnen), Ei, lokalem Käse, gebratenen Kochbananen und Krautsalat. Einen mini Kochkurs gibt es hier auch wieder und zwar werden Empanadas wie sie in Nicaragua ein typisches Wochenend-Streetfood sind zubereitet. Der Teig besteht aus Kochbananen, die Füllung aus dem typischen salzigen lokalen Käse, als Beilage pico de gallo (kleingehackte Zwiebel und Paradeiser mit Limettensaft und etwas Salz) und Bohnenmus – das gibt es hier in unzähligen Variationen fix und fertig und muss nur noch in der Mikrowelle aufgewärmt werden.

Wir entscheiden uns, nachdem Managua bei kurzer Recherche nicht so einladend und sicher wirkt und öffentliche Busse zum Flughafen auch von dort nicht existieren, nicht mehr nach Managua zu fahren. Ein Taxi brauchen wir sowieso und so lassen wir den letzten Tag noch im farbenfrohen Granada ausklingen bevor es dann mit einem frühen Flug weiter geht.

Ometepe

Nach einer Woche Strand und Surfen in Costa Rica geht es für uns in der Hoffnung auf günstigeres Reisen nach Nicaragua – genauer gesagt direkt nach Ometepe.

Der direkte Weg von Santa Teresa nach Nicaragua wird öffentlich leider nicht bedient, also fahren wir das erste Stück wie in Costa Rica weit verbreitet mit einem Shuttle-Bus und steigen dann in den öffentlichen Bus bis zur Grenze. Ausreisen – natürlich nicht ohne die Ausreisesteuer zu zahlen, dann zu Fuß weiter (Beschilderung sucht man hier vergebens) bis zum Grenzposten in Nicaragua. Hier zahlt man bevor man überhaupt ins Gebäude darf schon $1, dann noch $10 für den Touristenpass und $3 Steuer dann gibt es einen Stempel und wir sind eingereist (offiziell in das 22. Land unserer Reise, mit unserem Tag in Brasilien aber bereits Land Nummer 23). Von der Grenze nehmen wir wieder einen öffentlichen Bus bis nach Rivas, dann noch ein Taxi bis zur Fähre. Eine Stunde tuckert die Fähre dann über den Nicaragua See, bis wir auf Ometepe ankommen.

Ometepe ist eine Insel im Nicaragua See, seinerseits der größte Binnensee in Zentralamerika bzw. nach dem Titikakasee der zweitgrößte See Lateinamerikas. Ometepe ist 270m² groß und damit die größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee und besteht aus zwei Vulkanen: Concepción (1610m hoch und zuletzt 2010 ausgebrochen) und Maderas (1394m hoch, letzter Ausbruch unbekannt). Die beiden Vulkane bestimmen die Form der Insel – von oben gesehen schaut die Insel wie eine 8 aus.

Zum besteigen des Vulkans ist es uns eindeutig zu heiß, aber wir mieten uns ein Motorrad mit dem wir die Insel erkunden. Die Insel hat sogar einen Flughafen – die Hauptstraße geht mitten über die Landebahn, hinter dem Tower ragt der Vulkan Concepción empor. Wir halten bei der lokalen Schokoladefarm und genießen eine kalte Schokolade, machen einen Stop am Playa Mango (auch hier wieder mit Blick auf den Vulkan) und spazieren durch Charco Verde, ein kleines Naturschutzgebiet. Hier sehen wir einige Brüllaffen – sogar inklusive Baby-Affen und unzählige Blauhäher. Den Abschluss unserer Tour bildet ein Spaziergang entlang einer langen Sandbank (Punta Jesús Maria) mit Blick auf die beiden Vulkane der Insel – ein beliebter Spot für den Sonnenuntergang wir sind aber noch davor wieder weg denn es wird hier voll und außerdem sind die Straßen mit ihren Bremsschwellen, denen keine Warnfarben mehr anhaften, eher nichts für das Fahren im Dunkeln. Wir bringen unser Motorrad also wieder unfallfrei retour (scheint hier eher eine Seltenheit zu sein) und holen uns beim Lokal ums Eck unser Abendessen – ein kleines Lokal mit nur einem Gericht: Pollo Assado (gegrilltes Huhn) mit Bohnenreis, Krautsalat und Plátanos fritos (Chips aus Kochbananen). Hier geht ziemlich viel Huhn über den Grill und es sind vor allem Einheimische hier. Dazu gibt es noch einen frischen Fruchtsaft und dann geht’s auch schon ins Hostel um zu Entscheiden wohin es noch gehen soll.