Salta und Cafayate

Wir suchen den richtigen Busstop und warten dann auf unseren Bus der uns über Nacht direkt nach Salta fährt. In Salta angekommen ist die Temperatur gleich wieder angenehmer.

Das Sightseeing-Programm konzentriert sich hier wieder auf den Hauptplatz mit Kirche und altem Cabildo (Rathaus), diesmal in weiß. Außerdem schauen wir uns das Museum für Hochgebirgsarchäologie an. Hier gibt es einiges an Informationen über die Inka und ihre Rituale. Im Museum ist immer eine von drei Mumien ausgestellt die knapp unterm Gipfel des Vulkan Llullaillaco (6739 m) an der Grenze zwischen Argentinien und Chile in einer Capacocha-Zeremonie geopfert wurden und dort über lange Zeit aufgrund der Kälte konserviert blieben – die Mumien zählen weltweit zu den besterhaltensten. Begraben wurden die geopferten Kinder mit über 100 Beigaben nachdem sie eine lange Pilgerreise hinter sich hatten und man ihnen Alkohol und Koka verabreicht hat.

Wir genießen das kulinarische Angebot in der Stadt, vor allem die leckeren Empanadas und das ein oder andere gute Steak bevor wir noch einen Abstecher nach Cafayate machen.

Cafayate ist das zweitwichtigste Weinanbaugebiet Argentiniens, die Weinberge liegen hier auf über 1700 m Höhe und sind für den Torrontes-Wein bekannt. Die Stadt ist gemütlich, ein begrünter Hauptplatz an dessen Rändern sich neben der obligatorischen Kirche Restaurants reihen. Zwei bis drei Blocks abseits finden sich dann in alle Richtungen Bodegas die Weinverkostungen zu großteils sehr günstigen Preisen anbieten – uns stehen also gemütliche Tage mit viel Wein bevor.

Am ersten Tag spazieren wir zu einem Weingut etwas außerhalb der Stadt, hier genießen wir die ein oder andere Flasche Wein inkl. guter Aussicht. Die nächsten Tage nehmen wir uns die Bodegas in der Stadt vor – weit muss man hier nie gehen, manchmal reicht es einfach die Straßenseite zu wechseln. Wir kosten uns durch das Angebot und machen auch einen Halt im Weinmuseum. In den Gassen treffen wir einmal auch auf einen Esel, der sich dann das Gras am Hauptplatz schmecken lässt, bevor er sich seinen Kollegen anschließt die von Motorrädern quer durch die Stadt zu ihrem Nächtigungsplatz getrieben werden.

Neben Wein gibt es im Umland entlang der Ruta Nacional 68 die Quebrada de las Conchas: ein ca 75km langer relativ enger Talabschitt mit rötlichen Felsformationen – geformt durch Wind- und Wassererosion. Beim Herfahren gab es schon einen Vorgeschmack im Vorbeifahren, jetzt machen wir noch eine Tour um etwas länger verweilen zu können. Es gibt einige Stopps, wo wir immer etwas durch die Felsen spazieren können. Der letzte Stopp ist La Garganta del Diablo, eine tiefe und geschlossene Schlucht die wir ein Stück entlang klettern, dann geht es wieder retour in die Stadt.

Gegessen werden hier (von uns) hauptsächlich Empanadas – bei ca. 14 verschiedenen Sorten wird es nicht langweilig und wir gönnen uns gleich an mehreren Tagen ein 12er Set verschiedener Sorten. Außerdem probieren wir endlich auch Alfajores – ein Doppelkeks mit Dulce de Lece gefüllt.

Nach einigen Tagen Weingenuss und Empanandas geht es wieder retour nach Salta. Inzwischen hat der neue Argentinische Präsident sein Amt angetreten und den Peso um mehr als 50% entwertet – für uns heißt es somit schnell weiter reisen. Wir machen noch einen kurzen Stop in Tilcara bevor es für uns ein neues Land zu entdecken gibt.

Iguazú-Wasserfälle

Von Buenos Aires geht es nocheinmal in den Norden zum Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wir beziehen unser Quartier auf der argentinischen Seite im kleinen touristischen Puerto Iguazú. Die Hauptstraße besteht aus Restaurants, die um Kunden buhlen, dazwischen die lokalen Kinder die um Essensreste betteln und Bruchstücke der nahegelegenen Edelsteinmine Wanda an die Touristin bringen wollen.

Da wir ja bereits in Argentinien sind, entschließen wir uns die argentinische Seite der Wasserfälle zuerst zu erkunden. Stündlich fährt ein Bus direkt zum Eingang des Nationalpark Iguazú. Dort angekommen holen wir uns unser Ticket und können auch gleich los spazieren. Durch den Park führen Holzstege, die einen auf unterschiedlichen Routen an den Wasserfällen vorbei führen. Wir starten mit dem Paseo Superior bei dem man an der Abbruchkante der Wasserfälle entlang spaziert und man somit ganz nah am Wasser ist. Weiter geht es dann am Paseo Inferior entlang einzelner Wasserfälle und im zweiten Teil mit Blick auf die Fälle an denen man zuvor entlang spaziert ist. Auf dieser Route sehen wir dann auch eine Gruppe südamerikanischer Nasenbären durch den Wald flitzen. Wir beobachten die kleinen und großen Nasenbären wie sie in allen Ritzen ihre Nase versenken – sehr süß sind sie. Eigentlich gäbe es dann noch eine größere Runde zum Gargante del Diabolo, dem Teufelsschlund, wo ein Steg einen quer über den Rio Iguazú in die Mitte der Wasserfallwand führt. Dieser Steg ist eigentlich das Highlight auf der argentinischen Seite, allerdings haben die starken Regenfälle Anfang November den Steg weggespült, somit fällt die Zugfahrt dorthin und der nasse Ausblick zur Zeit aus. Wir haben dann noch den letzten verbliebenen Wanderweg in Angriff genommen. Der Weg endet an einem kleinen Wasserfall – im Vergleich zu dem bisher gesehenen eher unspektakulär, aber auf diesem Waldweg geht es auch eher um die Tierwelt. Gleich zu Beginn weist uns ein Warnschild auf das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit Pumas oder Jaguaren hin – gesehen haben wir aber leider (oder zum Glück?) keine, dafür aber eine Gruppe Haubenkapuzineraffen, die sich über uns hinweg geschwungen haben.

Am nächsten Tag geht es also auf die Brasilianische Seite, auch hier gibt es einen Bus der uns direkt von Puerto Iguazu bis zum Eingang fährt – diesmal allerdings mit einem Halt an der argentinischen Grenze um das Land ordnungsgemäß zu verlassen. Ein Stop auf der brasilianischen Seite ist nicht vorgesehen, hier fährt man einfach über die Grenze. Beim Parkeingang angekommen holt man sich ein Ticket mit einem Timeslot und stellt sich dann an um auf den Bus zu warten, der die Besucher zum Spaziersteg bringt. Trotz ewig langer Warteschlange fahren manche Busse mit freien Sitzplätzen – könnte man besser machen… Irgendwann sitzen wir dann aber doch im Bus und fahren zum Start des Wanderweges (die besonders Faulen bleiben gleich sitzen und fahren bis zum Ende des Wanderweges weiter, dort geht’s dann mit dem Aufzug gleich direkt zu den Highlights). Wir genießen die unterschiedlichen Blicke auf die Wasserfälle entlang des Weges und sehen auch Eidechsen und den ein oder anderen Vogel. Am Ende des Weges hat man dann einen sehr guten Überblick über die Dimension des Wasserfallsystems und es gibt auch einen Steg, bei dem man zwischen zwei Kaskaden noch näher ans Geschehen kommt und dabei ziemlich nass wird. Zum Abschluss geht’s dann nach oben auf Höhe des Rio Iguazú, von wo aus man noch einmal ein spektakuläres Panorama genießt.

Zwei Tage haben wir bei den Iguazú Wasserfällen verbracht und unterschiedliche Perspektiven genossen. Die Wasserfälle erstrecken sich über 2800m und sind bis zu 80m hoch (können also was die Höhe betrifft nicht mit den Krimmler Wasserfällen mithalten, dafür sind sie breiter). Als Herzstück gilt die Gargante del Diablo, eine U-förmige Schlucht in der von allen Seiten Wasser in die Tiefe rauscht. Die eher weniger hübsche braune Farbe ergibt sich aus dem gelockerten Erdreich der Flächen des ehemaligen Regenwaldes, das bei starkem Regen in den Rio Iguazú gespült wird. Wir hatten zwar weder blauen Himmel noch wunderschön klares Wasser, aber die Wasserfälle sind definitiv sehr gigantisch und faszinierend und wir haben die Zeit hier sehr genossen.

Buenos Aires

Eine weitere Nacht im Bus und wir sind in der Hauptstadt Argentiniens. Das Programm der nächsten Tage: gemütliche Stadtspaziergänge und Essen.

Den ersten Tag spazieren wir zum Hauptplatz und erkunden dann die Umgebung unseres Hostels. Für unseren ersten Abend in Buenos Aires finden wir ein nettes Steakrestaurant. Empanadas als Vorspeise, Steak mit Pommes, Salat und eine Flasche Malbec Wein aus Mendoza bekommen wir hier für umgerechnet ca. € 15 – ein günstiges und sehr gutes Abendessen.

Den nächsten Tag starten wir mit einer Walkingtour, knapp vier Stunden führt uns ein Einheimischer durch die Stadt und gibt uns Informationen und auch Einblicke in die aktuelle politische Situation – die Stichwahl der beiden Präsidentschaftskandidaten steht kurz bevor. Die Tour führt uns vom Teatro Colón (eines der besten Opernhäuser der Welt), durch das Botschaftsviertel mit seinen Palästen bis vor den Recolette Friedhof. In Buenos Aires ist gerade alles in lila Blüten getaucht – sehr hübsch, aber da quält dann auch der Heuschnupfen. Nach der Tour holen wir uns Empanadas zur Stärkung und gehen dann zur El Ateneo Grand Splendid – einer Buchhandlung in einem ehemaligen Theater. Auf dem Weg zur Brauerei übt Alex den Tango Grundschritt – die Schrittfolge ist im Gehsteig eingelassen und wird gleich von einer netten Dame angesprochen die uns fragt, wo wir her kommen und uns einen schönen Aufenthalt wünscht. Zum Abendessen gibt es heute Pizza, auch sehr typisch in Argentinien aufgrund des großen Anteils an italienischen Einwanderern und dazu probieren wir Fernet Cola, ein Kultgetränk in Argentinien.

Eine weitere Walkingtour startet beim Parlament und geht vorbei am Palacio Barollo – einem Bürohaus inspiriert von Dantes Werk “Die Göttliche Komödie”. Die Ausgestaltung der Innenarchitektur ist von unten nach oben in Hölle, Fegefeuer und Himmel gegliedert. Die Tour bringt uns bis zum Plaza de Mayo. Hier findet man auch die Catedral Metropolitana de Buenos Aires (bis 2013 die Wirkungsstätte des jetzigen Papstes) und das auffällige rosafarbene Rathaus, die Casa Rosada. Außerdem demonstrieren hier immer noch wöchentlich die Madres de Plaza de Mayo – eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) verschwanden. Rund 30.000 Menschen wurden verschleppt, gefoltert, die meisten getötet, aus dem Flugzeug über dem Meer abgeworfen. Nur wenige Fälle sind bis heute aufgeklärt. Die Organisation gilt als eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens.

Wie flanieren außerdem durch das Viertel San Telmo. Hier gibt es das hübsche Marktgebäude des Mercado San Telmo und viel gutes Essen – wir holen uns hier Empanadas und einmal auch ein Choripán – typisch argentinisches Streetfood: ein Sandwich mit einer halbierten Chorizo und Chimichurri. Am nahegelegenen Plaza Dorrego kann man dann während des Essens Tango Tänzer beobachten.

Ein Ausflug in eines der berühmtesten Viertel der Stadt nach La Boca darf natürlich auch nicht fehlen. Hier gibt es bunte Häuser und eines der berühmtesten Fußballstadien Südamerikas, das blau-gelbe La Bombonera. Außerdem ist Maradona allgegenwärtig. La Boca ist entsprechend extrem touristisch, die Kreuzfahrtschiffe legen am nahegelegenen Hafen an und spucken ihre Gäste nur so aus in die kleinen Gassen. Dort freuen sich die in schicke Tango-Outfits gehüllten geschäftstüchtigen Einheimischen und knöpfen den Touristen ihre Dollar für ein gemeinsames Foto ab. Ein Viertel das schon nett zu sehen ist, faszinierend zu beobachten sind die Touristenmassen die in überteuerten Restaurants ihr Geld lassen – wir sind dann schnell wieder weg und holen uns unser Essen in San Telmo, zu vernünftigen Preisen.

Außerdem spazieren wir auch ins Viertel Puerto Madero und flanieren entlang des Hafenbeckens über das sich auch die Puente de la Mujer (Frauenbrücke) des Architekten Santiago Calatrava spannt. Unser geplanter Spaziergang durch den dortigen Park (Reserva Ecólogica Costanera Sur) wird leider von der Präsidentenwahl behindert – sämtliches Sicherheitspersonal ist wohl anderswo im Einsatz und der Park daher geschlossen. Den Wahlabend verbringen wir dann in unserem Hostel und verfolgen die Berichterstattung mit den einheimischen Dauerbewohnern.

Zum Abschluss besichtigen wir noch den Recolette Friedhof – eine eigene kleine Stadt. Hier haben sich Reich und Schön ihr letztes imposantes Denkmal gesetzt, es reiht sich eine aufwändig gestaltete Grabstätte an die andere. Ein ziemlicher Platz- und Resourcenverbrauch der hier betrieben wird. Die berühmteste “Bewohnerin” hier ist wohl Eva Perón Duarte “Evita” und sie bekommt immer noch frische Blumen.

Wir haben unseren Aufenthalt in Buenos Aires einige Male verlängert, die Stadt gefällt uns, hat ein breites kulinarisches Angebot, und zu sehen gibt es auch genug – und das dank des Blue Dollar zu einem unschlagbaren Preis. Gesehen haben wir bei weitem nicht alles, aber wir hatten es hier sehr gemütlich und haben uns einfach treiben lassen.

Córdoba

Der gemeine Österreicher verbindet Córdoba hoch erfreut mit Fußball, denn hier gab es das Wunder von Córdoba – wie uns Wikipedia informiert hat nennen es unsere Nachbarn die Schmach von Córdoba. Cordoba 1978, 3:2 für Österreich gegen West-Deutschland und die berühmte Moderationssequenz von Edi Finger: “Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! I wer’ narrisch!”.

In Argentinien ist Córdoba für die älteste Universität des Landes bekannt, die Stadt gilt auch heute als Studentenstadt und wird auch La Docta – „die Gelehrte“ genannt. Gegründet 1613 von den Jesuiten befindet sich die Universität im Manzana de los Jesuitas (Jesuitenblock), dem Herzstück der Jesuiten-Missionen Südamerikas. Wir machen eine Führung durch den Kern des Jesuitenblocks in der wir die Jesuitenkirche La Companía de Jesús und die Universität mit der Universitätsbibliothek besichtigen. Die Führung gibt es sogar auf Englisch und ist sehr interessant – wir sind aber wieder einmal die einzigen Teilnehmer.

Cordoba liegt nahezu im Zentrum Argentiniens und lädt neben dem Jesuitenblock zum besichtigen weiterer Kolonialbauten ein. Typisch für Südamerika gibt es einen Hauptplatz um den sich einige wichtige Gebäude reihen – immer dabei sind eine Kirche und das Rathaus. Wir besichtigen die Kathedrale (Iglesia Catedral de Cordoba) und das Rathaus (Cabildo de la Ciudad de Cordoba) am Plaza San Martin. Etwas außerhalb vom Zentrum schauen wir uns auch noch die bunte Iglesia de Los Capuchinos an.

Auch in Cordoba gibt es einen Bahnhof, also probieren wir natürlich wieder unser Glück ein Ticket für den Zug zu bekommen. Zweimal die Woche fährt hier der Zug ab, leider aber auch hier wieder ohne uns – Zugfahren ist in Argentinien einfach nichts für Spontane.

Mendoza

Wir fahren durch die Pampa und kommen nach einer Nacht im Bus in Mendoza an. Anstatt Bier und Schokolade gibt es hier Wein – denn Mendoza ist die wichtigste Weinbauregion Argentiniens, besonders bekannt für Malbec.

Nachdem wir in der Früh ankommen gibt es zuerst typisches Argentinisches Frühstück: Cafe und ein kleines Croissant – das hier Medialuna (Halbmond) heißt. Dann geht es ans Erkunden der Stadt durch die Straßen zu den 5 Plätzen. Der Mittelpunkt ist Independencia und im Viereck herum San Martin, Chile, Italia und España. Besonders hübsch ist die Stadt ja nicht, aber wir sind ja auch vor allem für den Wein hier, und der steht die nächsten Tage am Programm.

Wir machen einen Ausflug in die Region Maipú südöstlich der Stadt zu den Weinkellern – wir machen Führungen auf den Weingütern mit anschließender Verkostung. Außerdem kommen wir bei einer Olivenölproduktion vorbei – selbstverständlich wird auch hier verkostet. Nachdem es in Mendoza quasi nie regnet wird hier ausschließlich mit Gletscherwasser bewässert. Das zugehörige Kanalsystem mit Schiebern ist hier überall sichtbar. Den Abend lassen wir dann mit einem Argentinischen Steak und einer Flasche Rotwein ausklingen.

Was in Argentinien irgendwie auch dazu gehört: eine Runde reiten. Padrillo und Bono warten schon auf uns, mit unserem Guide reiten wir dann durch das umliegende Hügelland mit blühenden Kakteen und Blick auf die Anden. Im Anschluss gibt es – wie könnte es auch anders sein: Empanadas und Wein.

Dann geht es auch schon wieder weiter, an einen Ort an dem österreichische Fußball-Geschichte geschrieben wurde…

Bariloche

Nachdem das regnerische Wetter in Chile anhält, ziehen wir weiter. Wir ergattern die letzten Sitzplätze im Bus und es geht einmal über die Anden nach Argentinien und damit ins nächste Land. Die Ausreise geht flott, dafür hat Theresia jetzt den Ausreisestempel unter Amtliche Vermerke (eine Aufgabe hätte der Grenzbeamte gehabt….). Dafür stand der Bus bei der Einreisegrenze ewig in der Schlange hinter den LKW, bevor unser Fahrer die Geduld verloren hat und wie sämtliche PKW auf der Gegenfahrbahn überholt hat.

Wir quartieren uns in Bariloche ein, wo wir endlich wieder Sonne haben. Bariloche liegt am Ufer des Nahuel Huapi, hat einiges an Craft Bier und Unmengen an Schokolade und vor allem ist es hier dank des Blue Dollar (dem Schwarzmarkt zum Geld Wechseln) endlich wieder einmal günstig für uns. Wir machen einen Ausflug zum Nationalpark Llao Llao, spazieren durchs Centro Cívico genießen das lokale Bier und natürlich auch Schokolade.

Nachdem die Bergwelt um Bariloche noch mit sehr winterlichen Verhältnissen aufwartet und auch die Wettervorhersage weiteren Niederschlag ankündigt sind keine Wanderbedingungen für unseren Ausrüstungsgrad in Sicht, also entscheiden wir uns weiter zu reisen.

Hoffnungsvoll spazieren wir zum Bahnhof und wollen Tickets für den einzigen Zug der hier fährt buchen. Zwei Mitarbeiter sitzen in der großen Bahnhofshalle an den Schaltern, wir bestellen, der Schaltermitarbeiter gibt die Daten ein …. und scheint überrascht: der Zug ist ausgebucht – man könnte meinen er hätte das bei einem Zug pro Woche auch ohne der Suchfunktion wissen können – zumal der Zug nicht nur diese Woche sondern zumindest bis Jahresende ausgebucht ist. (Wir fragen uns immer noch wozu 7 Tage die Woche zwei Mitarbeiter vor Ort sitzen die nichteinmal über die Buchungslage des nächsten Zuges informiert sind.) Wenn der Zug uns nicht will nehmen wir eben den Bus und fahren nicht an die Küste sondern bleiben im Landesinneren, und nachdem es im Süden noch kalt und viel zu regnerisch ist, geht es eben wieder in den Norden.