Dumaguette (Negros), Apo Island und Moalboal (Cebu)

Nächster Halt ist Dumaguete auf Negros – nach 2 Wochen haben wir hier das erste Mal wieder warmes Wasser zum Duschen. Wir nehmen uns einen Tag Zeit die Stadt zu erkunden (viel zu sehen gibt es nicht, die Stadt ist vor allem für ihre Universität bekannt) und verkosten selbstverständlich auch hier das lokale Craft Bier. Selbstgebrautes wird hier auch etwas außerhalb angeboten im so genannten Beer Garden. Als wir Montag Nachmittag dort aufschlagen hat gerade die Schlager-Party gestartet, Westler mit Ihren asiatischen Frauen trudeln nach und nach ein – so fehl am Platz kommt man sich selten vor, also suchen wir schnell das weite – es gibt ja zum Glück noch eine andere Craft-Bier-Bar. Mit dem Tricycle fahren wir einmal auf die andere Seite der Stadt zu einem kleinen Garten in dem sich unterschiedlichste Läden einquartiert haben – hier gibt es einen unverpackt Laden, sehr gutes Essen und gutes lokales Bier.

Einen Tag verbringen wir auf Apo Island – ein Meeresschutzgebiet. Mit einem kleinem Boot fahren wir zur Insel und bei der Überfahrt gibt es schon das erste Highlight: eine Gruppe Delfine schwimmt an uns vorbei (Foto gibt es nur mit Delfinen die grad unter getaucht sind). Auf der Insel suchen wir uns eine ruhige Bucht und verbringen den Tag schnorchelnd. Clownfische, Flötenfische, Seegurken, Seesterne und andere Fische zeigen sich neben all den Korallen, außerdem sehen wir wieder Schildkröten (die grüne Meeresschildkröte um genau zu sein).

Unsere letzte Destination auf den Philippinen ist Moalboal auf der Insel Cebu. Hier verbringen wir die Tage schnorchelnd zwischen Sardinenschwärmen und Schildkröten. Korallen gibt es hier kaum zu sehen, die wurden bei dem schweren Taifun 2021 zerstört und haben sich (noch) nicht erholt, aber es gibt Seesterne, Clownfische und auch einige Quallen. Spannend sind aber auch die (größtenteils koreanischen) Touristen anzusehen die mit Schwimmweste an einer Leine festgeklammert von ihren Guides durchs Wasser gezogen werden um die Unterwasserwelt in Gruppen zu erkunden, und das obwohl sämtliche Tierische-Attraktionen keine 30 m vom Ufer entfernt angetroffen werden.

Weiter geht es dann mit dem Bus nach Cebu City und weiter auf die vorgelagerte Insel Mactan wo wir die letzte kurze Nacht auf den Philippinen verbringen bevor wir mit einem frühen Flug die Reise zu unserer nächsten Destination – Land Nummer 8 auf unserer Reise – starten.

Bohol und Siquijor

Von Cebu City starten wir das Inselhopping in den Visayas. Mit der Fähre geht es nach Bohol. Abgelegt wird natürlich nicht ohne Gebet für eine sichere Überfahrt sowie ein Gebet gegen Corona – per Bildschirm inklusive Untertitel. Dann beginnt die gemächliche Überfahrt und einige Stunden später kommen wir im Norden von Bohol an. Da unser Quartier aber im Süd-Osten der Insel auf uns wartet haben wir noch einiges an Wegstrecke vor uns. Wir spazieren an der Armada von Tricycles vorbei und finden einen Bus der uns in den Hauptort der Insel bringt und damit zu einem Busterminal von wo alle anderen Ecken der Insel bedient werden. So sicher waren wir ja nicht, ob wir tatsächlich einen direkten Bus finden (online Recherche liefert hier eher wenig Resultate) aber der Bursche vom Busunternehmen lässt uns hoffen als er sagt wir sollen warten – und siehe da kurz darauf fährt der passende (volle) Bus ein. Wir bekommen die letzten 2 Sitzplätze – alle danach müssen im ohnedies engen Gang stehen (der Bus hat 3 + 2 Sitze pro Reihe). Busstationen gibt es nicht – der Bus bleibt einfach stehen wo jemand zu- oder aussteigen will, oder auch wenn wer beschließt am Weg noch schnell ein Grillhendl fürs Abendessen zu kaufen – entsprechend lang ist die Busfahrt. Dafür werden auch wir direkt bei der Stichstraße zur Unterkunft abgesetzt, spazieren dann noch die gatschige Straße mit unseren Handytaschenlampen entlang und kommen nachdem wir 3/4 der Insel umrundet haben in unserem Domizil an, wo wir erfreut feststellen dass es lokales Craftbier gibt – Prost – und der Koch uns noch mit sehr leckerem Fisch zum Abendessen bekocht.

Am nächsten morgen können wir dann die wunderschöne Lage würdigen – Sonne, Strand und Meer da lässt es sich gut entspannen. Der Tauchlehrer überzeugt uns einen Entdeckungstauchgang zu machen und so sind wir an unserem zweiten Tag in der Früh bereit für unsere Einschulung bevor es auch schon unter Wasser geht. Es begrüßen uns viele bunte Fische, Seeigel, blaue Seesterne und einige Schildkröten. Der Tauchgang hat uns richtig gut gefallen – und wenn man schon mal da ist kann man ja auch gleich den Open Water Kurs machen. Also können wir das Tauchrevier mit der “Mauer” wo das Gelände plötzlich 10 Meter abfällt und all seinen Korallen und Fischen noch bei drei weiteren Tauchgängen erkunden und sind jetzt zertifizierte Open Water Taucher und dürfen bis auf 18 Meter tauchen.

Nach einer gemütlichen Woche mit Tauchen, Schnorcheln und Lesen am Strand in Anda geht es noch nach Loboc – das Spannendste in dieser Stadt ist eine halbfertige Brücke: Man ist wohl erst während des Baues des ersten Pfeilers draufgekommen, dass auf der gegenüberliegenden Seite die älteste Kirche der Stadt steht – und somit kein Platz für den zweiten Pfeiler ist. Für uns sollte es aber ohnedies nur ein Zwischenstopp am Weg zu den Philippinen-Koboldmakis sein. Diese winzigen Koboldmakis sind tatsächlich nur halb so groß wie eine Handfläche und wahnsinnig süß zum anschauen.

Von Bohol bringt uns die Fähre – natürlich wieder mit Gebet beim Ausschiffen – nach Siquijor wo wir uns abseits von allem in einem Bungalow einquartieren. Siquijor ist bei den Filippinos für seine Heiler mit übernatürlichen Kräften berühmtberüchtigt. Wir haben keinen getroffen – haben aber eine sehr regenreiche Woche erwischt und die Erkundung der Insel in Regenpausen auf den Strand vor der Haustür und das Bier der lokalen Brauerei beschränkt. Spannend war es dann noch vor der Abreise: eine Sprengung eines verlassenen Rucksackes am Fährhafen – ein Tourist hat jetzt wohl Bedarf an einer neuen Badehose.

Cebu City

Vom Flughafen in Cebu fahren wir in unser (Party-)Hostel wo wir uns auf der Dachterasse ein Bier genemigen. So richtig viel ist nicht los, wir heben den Altersschnitt aber trotzdem – zum Reden kommt man bei der lauten Musik die aus den Boxen dröhnt nicht, also geht’s für uns bald ins Bett wo wir zu den Klängen vom Bass einschlafen, damit wir am nächsten Tag die Stadt erkunden können.

Nach dem lokalen Frühstück geht es zur Basilica del Santo Niño: Hier ist überraschend viel los – der Gottesdienst wird via Lautsprecher und Videowalls übertragen, ist aber gerade im Finale als wir ankommen. Die Zuhörer haben nahezu alle eine Replique von Santo Niño in Händen, es leert sich etwas und wir besichtigen die Kirche, dann kommt auch schon der nächste Schwung Menschen für den nächsten Gottesdienst. Die nächste Sehenswürdigkeit wartet gleich auf der anderen Seite der Kirche, Magellan’s Cross – eine Reliquie, die sich auch großer Beliebtheit der Gläubigen erfreut. So viele Menschen die alles mögliche mit so viel Motivation anbeten haben wir noch nie auf einem Fleck gesehen. Weiter geht’s zur Fuerza de San Pedro – eine sehr kleine Festung, hier gibt es Guides die einen mehr oder weniger motiviert durchführen – unser Guide war er von der letzteren Sorte, also waren wir sehr schnell fertig. Wir spazieren noch etwas durch die Stadt vorbei an Monumenten und der Kathedrale (auch hier beginnt gerade die Messe) bevor wir Abends in einer lokalen Kleinbrauerei einkehren: Bier und Burger.

Cebu hat vor allem eines: ein dichtes Programm an Gottesdiensten, wenn man will kann man hier den ganzen Tag in der Messe verbringen. Für uns war es nur ein kurzer Zwischenstopp, es geht am nächsten Tag zum Fährterminal und auf die nächste Insel.

Manila

Die Abreise aus Malaysien vom Flughafen in Kota Kinabalu war diesmal nicht ganz so reibungslos: Der Mitarbeiter von Air Asia Philippines hat unser Gepäck nicht angenommen weil wir nur ein one-way Ticket gebucht haben und kein Ausreiseticket vorlag (und wie auch in sämtlichen anderen bisheringen Destinationen ist ein Wiederausreiseticket theoretisch Bedingung für eine Einreise – praktisch war es noch keinem Grenzbeamten wichtig genug danach zu fragen). Nachdem wir festgestellt haben, dass es auch self-drop-of Schalter gibt haben wir uns zu den nicht unbedingt sichtbar aufgestellten Automaten für die Gepäcksschleifen durchgefragt und wollten unser Gepäck am Automaten aufgeben – hat für Theresia funktioniert – für Alex aus unbekanntem Grund nicht, also mussten wir uns erst wieder anstellen. Diesmal haben wir einfach einen anderen Schalter angesteuert und siehe da für die Kollegin war es kein Problem Alex’ Gepäck anzunehmen. Es ging chaotisch weiter, wir mussten noch zweimal durch die Sicherheitskontrolle bevor wir am Gate ohne Toiletten oder Trinkbrunnen platz nehmen konnten – Form follows Function war bei der Flughafenplanung nicht oberstes Gebot. Mit einiger Verspätung konnten wir dann endlich boarden und fliegen nach 1,5 Monaten in Malaysien nach Manila in die philippinische Hauptstadt.

In Manila angekommen bestellen wir uns gleich ein Grab-Taxi – auch hier funktioniert das bestens per App – und fahren direkt in unser Quartier. Ausgeschlafen starten wir am nächsten Tag unsere Erkundung. Mit dem Zug fahren wir Richtung Innenstadt – für das Ticket muss man sich hier tatsächlich am Schalter anstellen – es gibt keinen Automaten, was noch auffällt – es gibt eine Sicherheitskontrolle am Stationseingang. Wir spazieren durch den Rizal-Park mit seinem Japanischen und Chinesischen Garten, beobachten eine kleine Parade vorm Rizal-Denkmal (José Rizal ist der Nationalheld der Philippinen) mit Militärmusik – was zelebriert wird konnte uns die Polizistin im Absperrdienst nicht sagen. Weiter geht es in die Altstadt, wo wir entlang der Stadtmauer spazieren mit einem Abstecher zur Kirche San Augustín, der ältesten Kirche der Stadt und zur Kathedrale – auch hier gibt es eine Sicherheitskontrolle am Eingang. Am anderen Ende der Altstadt spazieren wir durch die Reste des Fort Santiago, dann geht’s in einen Taproom – es gibt endlich wieder lokales Craftbier das verkostet werden will.

Beim Heimgehen dürfen wir gleich die kriminelle Seite Manilas streifen, hier leben viele Menschen auf der Straße – vor allem viele Kinder laufen herum und versuchen sich in Kleinkriminalität, auch bei uns – allerdings erfolglos.

Den nächsten Tag verbringen wir im Nationalen Museum – natürlich gibt es auch hier wieder einen Sicherheitscheck am Eingang. Am Nachmittag holen wir uns eine Jause die wir gerne am Strand gegessen hätten: Essen am Strand ist hier aber verboten – also jausnen wir schnell bevor wir dann durch den bewachten Eingang zum Strand gehen. Schnell stellen wir fest, dass unser Plan die Küste statt die Hauptstraße entlang zu spazieren nicht aufgeht – es gibt nämlich nur einen Ausgang vom Strand, also geht’s zurück auf die Hauptstraße und wir spazieren ein Stück bis wir ein Taxi bekommen, dass uns zur nächsten Craft Bier Bar fährt.

Manila ist spannend anders, die Kinder in ihren schönen Schuluniformen spazieren Tag für Tag an unzähligen Wohnungslosen vorbei. Tricycles die unter Tags Passagiere von A nach B fahren sind in der Nacht Schlafplatz für die jeweiligen Eigentümer – die Armut ist überall sichtbar und man wird auch ständig angebettelt – und doch gibt es mittendrin unverhofft nette und sehr schöne Cafes mit herzlichen Eigentümern und Gästen die einen mit Empfehlungen versorgen. Für uns waren es spannende drei Tage in der Hauptstadt, wir freuen uns aber auf die nächste Destination es geht zur Inselgruppe der Visayas.