Bohol und Siquijor

Von Cebu City starten wir das Inselhopping in den Visayas. Mit der Fähre geht es nach Bohol. Abgelegt wird natürlich nicht ohne Gebet für eine sichere Überfahrt sowie ein Gebet gegen Corona – per Bildschirm inklusive Untertitel. Dann beginnt die gemächliche Überfahrt und einige Stunden später kommen wir im Norden von Bohol an. Da unser Quartier aber im Süd-Osten der Insel auf uns wartet haben wir noch einiges an Wegstrecke vor uns. Wir spazieren an der Armada von Tricycles vorbei und finden einen Bus der uns in den Hauptort der Insel bringt und damit zu einem Busterminal von wo alle anderen Ecken der Insel bedient werden. So sicher waren wir ja nicht, ob wir tatsächlich einen direkten Bus finden (online Recherche liefert hier eher wenig Resultate) aber der Bursche vom Busunternehmen lässt uns hoffen als er sagt wir sollen warten – und siehe da kurz darauf fährt der passende (volle) Bus ein. Wir bekommen die letzten 2 Sitzplätze – alle danach müssen im ohnedies engen Gang stehen (der Bus hat 3 + 2 Sitze pro Reihe). Busstationen gibt es nicht – der Bus bleibt einfach stehen wo jemand zu- oder aussteigen will, oder auch wenn wer beschließt am Weg noch schnell ein Grillhendl fürs Abendessen zu kaufen – entsprechend lang ist die Busfahrt. Dafür werden auch wir direkt bei der Stichstraße zur Unterkunft abgesetzt, spazieren dann noch die gatschige Straße mit unseren Handytaschenlampen entlang und kommen nachdem wir 3/4 der Insel umrundet haben in unserem Domizil an, wo wir erfreut feststellen dass es lokales Craftbier gibt – Prost – und der Koch uns noch mit sehr leckerem Fisch zum Abendessen bekocht.

Am nächsten morgen können wir dann die wunderschöne Lage würdigen – Sonne, Strand und Meer da lässt es sich gut entspannen. Der Tauchlehrer überzeugt uns einen Entdeckungstauchgang zu machen und so sind wir an unserem zweiten Tag in der Früh bereit für unsere Einschulung bevor es auch schon unter Wasser geht. Es begrüßen uns viele bunte Fische, Seeigel, blaue Seesterne und einige Schildkröten. Der Tauchgang hat uns richtig gut gefallen – und wenn man schon mal da ist kann man ja auch gleich den Open Water Kurs machen. Also können wir das Tauchrevier mit der “Mauer” wo das Gelände plötzlich 10 Meter abfällt und all seinen Korallen und Fischen noch bei drei weiteren Tauchgängen erkunden und sind jetzt zertifizierte Open Water Taucher und dürfen bis auf 18 Meter tauchen.

Nach einer gemütlichen Woche mit Tauchen, Schnorcheln und Lesen am Strand in Anda geht es noch nach Loboc – das Spannendste in dieser Stadt ist eine halbfertige Brücke: Man ist wohl erst während des Baues des ersten Pfeilers draufgekommen, dass auf der gegenüberliegenden Seite die älteste Kirche der Stadt steht – und somit kein Platz für den zweiten Pfeiler ist. Für uns sollte es aber ohnedies nur ein Zwischenstopp am Weg zu den Philippinen-Koboldmakis sein. Diese winzigen Koboldmakis sind tatsächlich nur halb so groß wie eine Handfläche und wahnsinnig süß zum anschauen.

Von Bohol bringt uns die Fähre – natürlich wieder mit Gebet beim Ausschiffen – nach Siquijor wo wir uns abseits von allem in einem Bungalow einquartieren. Siquijor ist bei den Filippinos für seine Heiler mit übernatürlichen Kräften berühmtberüchtigt. Wir haben keinen getroffen – haben aber eine sehr regenreiche Woche erwischt und die Erkundung der Insel in Regenpausen auf den Strand vor der Haustür und das Bier der lokalen Brauerei beschränkt. Spannend war es dann noch vor der Abreise: eine Sprengung eines verlassenen Rucksackes am Fährhafen – ein Tourist hat jetzt wohl Bedarf an einer neuen Badehose.