Von Buenos Aires geht es nocheinmal in den Norden zum Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wir beziehen unser Quartier auf der argentinischen Seite im kleinen touristischen Puerto Iguazú. Die Hauptstraße besteht aus Restaurants, die um Kunden buhlen, dazwischen die lokalen Kinder die um Essensreste betteln und Bruchstücke der nahegelegenen Edelsteinmine Wanda an die Touristin bringen wollen.
Da wir ja bereits in Argentinien sind, entschließen wir uns die argentinische Seite der Wasserfälle zuerst zu erkunden. Stündlich fährt ein Bus direkt zum Eingang des Nationalpark Iguazú. Dort angekommen holen wir uns unser Ticket und können auch gleich los spazieren. Durch den Park führen Holzstege, die einen auf unterschiedlichen Routen an den Wasserfällen vorbei führen. Wir starten mit dem Paseo Superior bei dem man an der Abbruchkante der Wasserfälle entlang spaziert und man somit ganz nah am Wasser ist. Weiter geht es dann am Paseo Inferior entlang einzelner Wasserfälle und im zweiten Teil mit Blick auf die Fälle an denen man zuvor entlang spaziert ist. Auf dieser Route sehen wir dann auch eine Gruppe südamerikanischer Nasenbären durch den Wald flitzen. Wir beobachten die kleinen und großen Nasenbären wie sie in allen Ritzen ihre Nase versenken – sehr süß sind sie. Eigentlich gäbe es dann noch eine größere Runde zum Gargante del Diabolo, dem Teufelsschlund, wo ein Steg einen quer über den Rio Iguazú in die Mitte der Wasserfallwand führt. Dieser Steg ist eigentlich das Highlight auf der argentinischen Seite, allerdings haben die starken Regenfälle Anfang November den Steg weggespült, somit fällt die Zugfahrt dorthin und der nasse Ausblick zur Zeit aus. Wir haben dann noch den letzten verbliebenen Wanderweg in Angriff genommen. Der Weg endet an einem kleinen Wasserfall – im Vergleich zu dem bisher gesehenen eher unspektakulär, aber auf diesem Waldweg geht es auch eher um die Tierwelt. Gleich zu Beginn weist uns ein Warnschild auf das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit Pumas oder Jaguaren hin – gesehen haben wir aber leider (oder zum Glück?) keine, dafür aber eine Gruppe Haubenkapuzineraffen, die sich über uns hinweg geschwungen haben.





Am nächsten Tag geht es also auf die Brasilianische Seite, auch hier gibt es einen Bus der uns direkt von Puerto Iguazu bis zum Eingang fährt – diesmal allerdings mit einem Halt an der argentinischen Grenze um das Land ordnungsgemäß zu verlassen. Ein Stop auf der brasilianischen Seite ist nicht vorgesehen, hier fährt man einfach über die Grenze. Beim Parkeingang angekommen holt man sich ein Ticket mit einem Timeslot und stellt sich dann an um auf den Bus zu warten, der die Besucher zum Spaziersteg bringt. Trotz ewig langer Warteschlange fahren manche Busse mit freien Sitzplätzen – könnte man besser machen… Irgendwann sitzen wir dann aber doch im Bus und fahren zum Start des Wanderweges (die besonders Faulen bleiben gleich sitzen und fahren bis zum Ende des Wanderweges weiter, dort geht’s dann mit dem Aufzug gleich direkt zu den Highlights). Wir genießen die unterschiedlichen Blicke auf die Wasserfälle entlang des Weges und sehen auch Eidechsen und den ein oder anderen Vogel. Am Ende des Weges hat man dann einen sehr guten Überblick über die Dimension des Wasserfallsystems und es gibt auch einen Steg, bei dem man zwischen zwei Kaskaden noch näher ans Geschehen kommt und dabei ziemlich nass wird. Zum Abschluss geht’s dann nach oben auf Höhe des Rio Iguazú, von wo aus man noch einmal ein spektakuläres Panorama genießt.


Zwei Tage haben wir bei den Iguazú Wasserfällen verbracht und unterschiedliche Perspektiven genossen. Die Wasserfälle erstrecken sich über 2800m und sind bis zu 80m hoch (können also was die Höhe betrifft nicht mit den Krimmler Wasserfällen mithalten, dafür sind sie breiter). Als Herzstück gilt die Gargante del Diablo, eine U-förmige Schlucht in der von allen Seiten Wasser in die Tiefe rauscht. Die eher weniger hübsche braune Farbe ergibt sich aus dem gelockerten Erdreich der Flächen des ehemaligen Regenwaldes, das bei starkem Regen in den Rio Iguazú gespült wird. Wir hatten zwar weder blauen Himmel noch wunderschön klares Wasser, aber die Wasserfälle sind definitiv sehr gigantisch und faszinierend und wir haben die Zeit hier sehr genossen.
