Angekommen in Kota Kinabalu beziehen wir unser Hostel in Chinatown – es ist Chinesisches Neujahr und entsprechend ausgestorben, nachdem sämtliche chinesische Läden geschlossen haben. Außerdem geschlossen haben die Waschsalons, warum sogar Selbstbedienungs Coin-Laundrys während den Feiertagen geschlossen sind ist für uns nicht ganz nachvollziehbar – damit hatten wir jedenfalls nicht gerechnet. Nach einigen erfolglos angesteuerten Waschsalons finden wir dann doch einen offenen – zum Glück, nach so viel Regenwald und Feuchtigkeit ist das dringend notwendig. Ob alle Waschfreudigen hier wissen was sie tun lässt sich anzweifeln – Zwei Mädels schaffen es eine frische große Flasche Flüssigwaschmittel beim befüllen von zwei Waschmaschinen aufzubrauchen – das muss wohl sauber werden. Ein anderer kommt mit augenscheinlich trockener Wäsche und befüllt damit ganz motiviert den Trockner.

Nach (zumindest für uns) erfolgreichem Waschtag erkunden wir die Uferpromenade mit ihren Märkten. Beim Filippinomarkt sitzen die Herren hinter ihren Nähmaschinen und warten auf Kundschaft für Kleinreparaturen und am Fischmarkt tummeln sich die Einheimischen, um den besten Fisch für die Feiertage auszuwählen. Außerdem gibt es natürlich allerhand Trockenwaren, Gemüse und Obst – vor allem viele Mangos. An den Fischständen kommt man gut vorbei ohne angesprochen zu werden, dafür reißen sich die Essensstände und die Mango Verkäufer um unsere Gunst.


Wir machen einen Ausflug zur hiesigen “schwimmenden” Stadtmoschee Masjid Bandaraya die wir von außen aus einiger Distanz betrachten – für ein entlangspazieren am Ufer auf der Moschee abgewandten Seite wird hier nämlich bereits Eintritt verlangt. Auch aus der Distanz besichtigen wir den Attkinson Clocktower – das älteste bestehende Bauwerk in KK, der Platz um den Uhrturm herum wartet aber seit einiger Zeit auf seine Neugestaltung und ist eingezäunt, ähnlich geht es auch der Aussichtsplattform am örtlichen Hügel.

Das überschaubare Sightseeing-Programm ergänzen wir mit Kaffeehäusern und gemütlicher Zeit im Hostel bevor wir mit dem Bus in den Osten von Sabah nach Sandakan fahren. 6 Stunden geplante Fahrzeit werden zu ca. 8 Stunden, da die Straße aufgrund des vielen Regens stellenweise überflutet und daher nur einspurig befahrbar ist. Sandakan ist für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Kinabatangan, dem größten Fluss in Sabah.
Der Kinabatangan ist dafür bekannt, dass die lokale Tierwelt hier gut Sichtbar am Ufer bestaunt werden kann, der Hintergrund warum das so gut geht ist leider nicht so rühmlich: Es gibt entlang des Flusses nur noch einen kleinen Bereich mit ursprünglichem Regenwald und somit nur noch wenig Lebensraum für die Tiere. Die Entwaldung zugunsten der Palmölplantagen ist hier besonders gut Sichtbar.
Wir machen hier Bootssafaris bei Tag und Nacht sowie eine Nachtwanderung durch den Regenwald. Das Ziel: möglichst viele Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten – mit großer Hoffnung Orang Utans und Elefanten in freier Wildbahn zu entdecken.
Gemeinsam mit unseren Guides (Vater mit Sohn) und zwei weiteren Besuchern fahren wir per Boot den Fluss entlang und können tatsächlich alle paar Meter Tiere bestaunen: ein Baby-Krokodil, Nasenaffen, Silberne Haubenlanguren (sogar einen mit noch ganz orangem Baby), Javaneraffen, Warane, Maronenlanguren, Goldlanguren, Silberreiher, Seeadler, Eisvögel, Nashornvögel und sogar den seltenen Rhinozerosvogel. Bei der Nachtwanderung konnten wir zumindest die Augen einer Wilden Katze sehen und einen schlafenden Prachtblauschnäpper (Bornean Blue Flycatcher) der auf Borneo nahezu ausgestorben ist (unser Guide hat so eine Freude gehabt, da er ihn seit fast 3 Jahren nicht mehr gesichtet hatte). Bei der nächtlichen Bootsfahrt gab es neben unendlicher Ruhe unter dem wunderbaren Sternenhimmel eine Zibetkatze, Fledermäuse, Glühwürmchen, Malaien-Gleitflieger, einen schlafenden Menintingeisvogel (Kingfisher), ein Karminbreitrachen Pärchen (Black-and-red broadbill), Eulen und zum Abschluss noch einen Flughund zu bestaunen. Die Gibbons konnten wir nur aus der Ferne weit oben in den Bäumen beobachten – die sind auch schnell wieder aus unserem Sichtfeld verschwunden. Aber wir hatten dafür das Glück bei unserer letzten Bootsfahrt unter Tags einen Orang Utan mit Baby zu sehen und zum Abschluss sogar noch einen Elefanten der gerade den Fluss gequert hat.








Die Tage am Kinabatangan waren angenehm ruhig und von richtig vielen Tieren geprägt – besonders die Orang Utans und der Elefant der einfach durch den Fluss spaziert ist waren besondere Highlights (mit denen wir gar nicht mehr gerechnet hatten). Den Bus zurück nach Kota Kinabalu konnten wir nicht online Buchen, daher haben wir uns an einer Busstation entlang der Route positioniert – die Info: hier bleibt der Bus immer stehen, es steht groß KK drauf. Der erste Bus ist dann gleich an uns vorbei gefahren – der Fahrer hat aber noch nett zurück gewunken. Der nächste Bus eines anderen Betreibers ist dann tatsächlich stehen geblieben: Sitzplätze wurden auf den Stiegen im Einstiegsbereich zur Verfügung gstellt da der Bus eigentlich voll war – aber wir hatten wenigstens unseren Transport (und sobald andere Gäste ausgestiegen sind gab es auch richtige Sitzplätze).


Zurück in Kota Kinabalu konnten wir uns gleich beim Nachtmarkt vor unserem Hostel mit Streetfood verköstigen, auch den Sonntagsmarkt haben wir diesmal besucht – eine bunte Mischung aus Gemüseständen, Zimmerpflanzen, Topfkratzern und Gemüsereiben (die in Teleshoppingmanier angepriesen werden), Gewand, Haustieren und vielen anderen Waren.
Für uns geht damit ein schöner Aufenthalt auf Borneo mit sehr viel Tierwelt zu Ende und wir Fliegen zu unserer nächsten Destination -> die Philippinen.
