Nationalpark Gunung Mulu

Nach einer weiteren Nacht in Kuching geht es in den Osten Sarawaks zum Nationalpark Gunung Mulu. Der Nationalpark liegt mitten im Dschungel Borneos – erreichbar ist er somit fast ausschließlich per Flugzeug. Bekannt ist Mulu vor allem für seine Höhlensysteme, von denen wir einige besichtigen und natürlich dem Regenwald mit seiner Artenvielfalt.

Wir starten gleich nach der Ankunft mit der Erkundung des Regenwaldes, auch den nächsten Tag nutzen wir für den Rundwanderweg durch den Dschungel – vorbei an den riesigen Bäumen und von ständigem Vogelgezwitscher (und anderen tierischen Geräuschen) begleitet. Abkühlung gibt es am Weg beim Paku Wasserfall und – wie es sich im Regenwald gehört – durch den Regen.

Am nächsten Tag steht die Erkundung von den ersten Höhlen am Programm. Wir besichtigen die Lang’s Cave, eine kleine Höhle mit schönen Felsformationen und die Deer Cave, lange Zeit die größte Höhle der Welt (seit der Entdeckung der noch größeren Son Doong Höhle in Vietnam nur noch die zweitgrößte). In der Deer Cave leben ca. 3 Millionen Fledermäuse verschiedener Arten, es gibt eine kleine Grüne Oase innerhalb der Höhle, ein beliebtes Fotomotiv ist außerdem der Umriss einer seitlichen Öffnung die an das Profil von Abraham Lincoln erinnert. Als wir aus der Höhle wieder hinaus spazieren ist der Wasserstand durch den starken Regenfall schon deutlich höher als beim Hineingehen und wir müssen beim Verlassen der Höhle durch wadenhohes Wasser mit starker Strömung waten.

Das Highlight ist der so genannte Bat Exodus – das gleichzeitige Ausschwärmen von einer in der Deer Cave lebenden Fledermausspezies am frühen Abend – bei Regen halten sie sich aber oft nicht an den Zeitplan, also haben wir nach der Höhlentour umsonst gewartet. Am nächsten Abend versuchen wir unser Glück am Ausgang der Höhle erneut – es regnet zwar wieder aber heute können wir die Fledermäusschwärme sehen wie sie in langen Bändern die Höhle verlassen. Im Anschluss machen wir eine geführte Nachtwanderung: Neben Stabheuschrecken, Tausendfüßlern, Spinnen, Kröten und Fröschen sehen wir auch einen Pinselstachler, einen schlafenden Eisvogel und eine grüne Viper (vor unserer Unterkunft haben wir außerdem einen Skorpion entdeckt). Affen bekommen wir während unserer Erkundungen leider keine zu sehen, dafür viele Schmetterlinge und wir haben einige Male das Glück Nashornvögel (Hornbills) über uns hinwegfliegen zu sehen.

Eigentlich wollten wir Mulu zu Fuß per Headhunter-Trail in einer mehrtägigen Wanderung verlassen, der Trail ist aber leider geschlossen. Nach fünf Tagen im Nationalpark mit kalten Duschen und Strom nur von 18 bis 24 Uhr per Generator geht es also wieder mit dem Flieger weiter – außer uns sind nur zwei weitere Passagiere und zwei Flugbegleiter mit an Bord. Wir fliegen über den Dschungel, können Brunei von oben besichtigen und landen in Kota Kinablu im Bundesstaat Sabah.