Wir sind inzwischen in Taiwan. Nach fast 6 Monaten Südostasien und zum großen Teil tropischem Klima sind wir nun etwas weiter nördlich in den Subtropen. Wir starten in der Hauptstadt Taipeh. Am Flughafen kaufen wir uns gleich unsere Karte für die Öffis im Pokémon-Design und dann geht es unkompliziert mit U-Bahn und Bus zum Hotel – die Corona-Regeln verlangen hier privates Zimmer inkl. privatem Bad. In der Umgebung gibt es unzählige Lokale, einige davon mit langen Warteschlangen und Speisekarten voll mit chinesischen Schriftzeichen – wir halten heute also mal nach Bildern Ausschau und finden sogar eine englische Übersetzung: es gibt Sauer-Scharfe-Suppe und Teigtaschen zum Abendessen – gut und günstig.
Wir starten mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt. Unser erstes Ziel der 228 Memorial Park – kurz vorm Ziel stoßen wir auf ein großes Polizeiaufgebot die einen Gedenkzug verkehrstechnisch begleiten: heute ist nämlich der 2/28 Peace Memorial Day – ein staatlicher Feiertag in Erinnerung an Unruhen 1947 aufgrund eines Zwischenfalls zwischen einer Zigaretten-Verkäuferin und der Polizei. Überall in der Stadt sind kleine oder größere Bühnen für die Abendveranstaltungen aufgebaut, und wir schlendern durch ein sehr ruhiges und gemütliches Taipeh. Zwischendurch holen wir uns Snacks an den unzähligen Essensständen und am Abend gibt es – wie könnte es anders sein – lokales Craft Bier.

Wir spazieren jeden Tag durch einen anderen Stadtteil und besichtigen Tempel, schlendern entlang von Straßenzügen mit unendlich vielen uns unverständlichen bunten Schildern und kosten uns durch die lokale Küche: Dumplings, Beef-Noodle-Soup, Bao Bun, Pepper Bun, Hot and Sour Soupe…

Bei manchen Essensständen gibt es eine handgeschriebene Übersetzung der Speisekarte auf Englisch, in anderen Lokalen hilft Google beim Übersetzen, manchmal wissen wir einfach nicht genau was wir bestellen, aber es war eigentlich alles sehr gut. Eine lokale Spezialität ist Stinky Tofu – den man auf der Straße schon von weitem riecht. Natürlich haben wir das auch probiert und es hat sogar besser geschmeckt als der Geruch erwarten lies, unser Lieblingsgericht wurde es aber nicht.
Den Blick von oben genießen wir vom Taipei 101 – dem höchsten Gebäude des Landes (bei seiner Errichtung 2004 war er noch der höchste Wolkenkratzer der Welt), im Inneren kann man gleich unter der Freiluft-Aussichtsplattform den goldfarbenen Schwingungsdämpfer besichtigen – inkl. einigen Videos in Bewegung bei Erdbeben oder Taifun. Am Rande der Stadt bezwingen wir die sogenannten Four-Beasts, einem Spazierweg entlang vier Hügeln von deren “Gipfel” man den Blick auf die Stadt inklusive Taipei 101 genießen kann. Das bisschen spazieren und Stiegen steigen entpuppt sich für einige hier als richtig anstrengend – und das kurze nicht asphaltierte Wegstück ist für manche schon spektakuläre Wildnis.



Taipeh gefällt uns sehr gut. Es ist modern, organisiert und wahnsinnig sauber – und das obwohl Take-Out sehr beliebt ist, dabei viel Müll anfällt und es relativ selten Mülleimer gibt. Nette Viertel zum schlendern, weitläufige grüne Parks die sehr belebt sind und viele Optionen für gutes und günstiges Essen. Bei den Einheimischen sind die Fotospots sehr beliebt – alleine im Taipei 101 gibt es ein Stockwerk mit unterschiedlichen Szenenhintergründen für das perfekte Fotosetting, aber auch in den Parks sind an allen Ecken Arrangements zum Fotografieren zu finden. Anstellen vorm Restaurant der Wahl gehört hier für viele auch dazu – wir fanden das Essen ohne Anstellen aber auch ausgezeichnet. Im Music-Plaza – einem großen Bereich mit Spiegeln an der Wand bei einem U-Bahn Zugang – treffen sich die jugendlichen in Gruppen um Choreographien zu üben und zu filmen. Eine Melodie weißt auf das Einfahren der U-Bahn hin, und auch die Müllabfuhr hört man hier schon von weitem, denn die kündigt sich zu den Klängen von Beethovens “Für Elise” an.
