Kampot und Phnom Penh

Erholt geht es mit der Fähre wieder zurück zum Festland. Vom Hafen in Sihanoukville spazieren wir gleich weiter zum Bahnhof, wo es diesmal sogar mit einigen Waggons mehr und ohne Wasserattacken nach Kampot geht.

Kampot ist einer der Orte wo der Pfeffer wächst – man hört sogar es soll der beste der Welt sein. Wir fahren also zu einer Pfeffer-Farm und schauen uns an wo und wie der Pfeffer wächst und welche Sorten es gibt. Der gemeine Österreicher kennt die Grundsorten Rot, Weiß, Schwarz und bestenfalls auch Grün – wir kennen inzwischen sogar die Unterschiede.

Diese vier Pfeffersorten gelten als der “echte Pfeffer”, und wachsen alle auf der selben Pflanze. Der Unterschied: Reifegrad bei der Ernte und Weiterverarbeitung.

Für den Roten Pfeffer werden die roten, ausgereiften Pfefferkörner einzeln geerntet (als Erntebehältnis eignen sich Plastikflaschen hervorragend). Nach der Ernte werden die Pfefferkörner in der Sonne über mehrere Tage getrocknet. Bei bester Qualität wird der weiße Pfeffer ebenfalls aus roten, ausgereiften Pfefferbeeren gewonnen, nur wird durch einweichen die rote Haut entfernt – über bleibt der weiße Kern.

Für den schwarzen sowie den grünen Pfeffer werden die grünen unreifen Beeren geerntet, der schwarze Pfeffer erhält seine Farbe durch Oxidation an der Luft beim Trocknungsprozess. Grün ist der Pfeffer, wenn er frisch von der Staude geerntet wird, die Konservierung in diesem Zustand erfolgt durch Dehydration.

Die Erntezeit beginnt im Februar und dauert bis April, wobei am Ende der Erntesaison die gesamte Rispe geerntet wird, und die Trennung von roten und grünen Pfefferkörnern erst im Anschluss passiert. Generell gilt: die Norm schreibt einen Durchmesser von 4mm für ein ganzes Pfefferkorn vor – was nicht entspricht wird nicht im Ganzen verkauft sondern weiterverarbeitet.

Neben diesen 4 Pfeffersorten von ein und der gleichen Pflanze gibt es noch den langen Pfeffer – auch als Urform des Pfeffers bezeichnet. Der rote lange Pfeffer wird nach der ernte blanchiert und dann getrocknet – wir konnten ihn auf der Farm frisch von der Pfefferstaude verkosten, da der lange Pfeffer 4x im Jahr reif wird.

Im Anschluss an die Führung über die Pfefferplantage durch die 2 m hohen Pfefferstauden – höher wäre möglich, unser Guide meinte aber die Größe ist auf die nicht allzu großen Einheimischen abgestimmt, die Leitern würden sonst zu hoch – gab es eine Verkostung durch die Pfefferwelt. Neben den Grundsorten gibt es die Sorten auch geräuchert oder gesalzen, manche können gerieben, zerstoßen oder ganz verzehrt werden – es gab also einiges zu kosten.

Die Stadt selbst wird im Reiseführer als sehr ruhig und entspannt beschrieben – als wir da waren war dem nicht ganz so – die Flusspromende war gesäumt von diversen Verkaufsständen und ziemlich belebt. Es ist Bon om touk (Water Festival) in Kambodscha – eines der wichtigsten Festeim Land: es wird (mal wieder) das Ende der Regenzeit gefeiert. Es sind Bühnen aufgebaut, es gab Drachenbootrennen und täglich ein Feuerwerk. Außerdem gibt es einen haufen Standln die Maroni verkaufen – sind bei dem Fest scheinbar beliebt – warum konnten wir leider nicht herausfinden. Wie in Laos lassen manche Leute Krathongs in den Fluss gleiten und es steigen Lichterballons in den Himmel.

Von Kampot geht es noch einmal zurück in die Hauptstadt nach Phnom Penh. Wir nutzen den letzten Tag in Kambodscha für einen Blick von oben auf die Stadt von der selbsternannten besten Skybar der Welt und einem Besuch des Riel Brewing Taprooms für eine letzte Verkostung des örtlichen Craft-Beers.

Alles Roger in Kambodscha?

Kambodscha ist geprägt von Motorrädern die von 5 köpfigen Familien, über einen kompletten Marktstand bis hin zur Ausrüstung für einen Einsatz am Strommasten inkl. Leiter alles transportieren können. Daneben gibt es die charakteristisch weißen, kompakten Motos welche per App bestellt werden können- mit denen wir innerstädtisch viel unterwegs waren. Als Toilette eignet sich hier alles – es wird am Straßenrand einfach zugefahren und die Landschaft gewässert, das geht natürlich auch bestens aus dem fahrenden Zug, und auch einfach am Stand. Mühsam in Kambodscha ist die Doppelgleisigkeit bei der Währung. Eigentlich ist hier der kambodschanische Riel Zahlungsmittel, daneben wird aber auch der US-Dollar genutzt – Preise sind oft ausschließlich in Dollar angeschrieben, Retourgeld bekommt man aber immer in der lokalen Währung. Dollar als zusätzliches Zahlungsmittel macht das Land aber nicht gerade billiger. Für uns gab es einiges an Craft-Bier zu verkosten – die Brauereien hierzulande sind zwar nahezu alle in der Hand von Expats – das tat der Freude über das lokal gebraute Bier aber keinen Abbruch.