Phnom Penh, Sihanoukville und Koh Rong Sanloem

Mit dem Bus der Cambodian Post geht es nach Phnom Penh – wir hatten uns schon auf einen vollgeräumten Bus eingestellt, scheinbar musste aber nichts nach Phnom Penh transportiert werden und so waren wir mit nur 3 weiteren Passagieren, in einem ungewohnt leeren Bus auf direktem Weg nach Phnom Penh – selbstverständlich mit der üblichen Pause mit offener Motorhaube zur Kühlung des Motors.

Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas, der Verkehr ist chaotisch – Gehsteige quasi nicht vorhanden, also steigen wir doch lieber ins Tuk-Tuk und beobachten das Treiben von der Rückbank aus. Es ist laut und hektisch, und keine richtig schöne Stadt, aber Phnom Penh beherbergt die zwei wichtigsten Gedenkstätten des Genozids und damit einen wichtigen Teil der Kambodschanischen Geschichte.

Wir besichtigen das Tuol Sleng Genocide Museum. Während der Herrschaft der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 sind hier 20.000 Kambodschaner gefangengehalten und gefoltert worden, bevor sie auf den Killingfields am Rande der Stadt ihr leben lassen mussten. In ganz Kambodscha sind in dieser Zeit ca. 2 Millionen Kambodschaner – und damit ca. 1/4 der Gesamtbevölkerung – ums Leben gekommen.

Nach einem Vormittag kambodschanischer Geschichte geht es mit dem Tuk-Tuk zum Zentralmarkt – ein auffälliger Art Déco Bau – wo so ziemlich alles verkauft wird: Schmuck, Bekleidung, Schuhe, Sonnenbrillen (natürlich als Kopie bekannter Markenprodukte), Spielzeug, Toilettartikel, diverse Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und im Food-Bereich alles von Gemüse bis Fisch. Eine ganze Platte frischer Garnelen landet am Boden als zwei Standlerinnen ins streiten kommen, warum wissen wir nicht – wir waren jedenfalls schon in sicherer Entfernung als der Streit eskaliert ist.

Wir spazieren weiter entlang der Uferpromenade, dem Sisowath Quay – der mangels ausreichend (großer) Bäume unerträglich heiß ist – bis zu einer kleinen Hotel-Brauerei wo wir uns mittels Beer Flight durch die Biervielfalt kosten. Der Braumeister braucht hier noch etwas Übung, es gibt hier aber zum Glück noch weitere Craft-Beer-Adressen die wir in den nächsten Tagen ansteuern und die unseren Geschmack besser treffen.

Von Phnom Penh geht es mit dem Zug nach Sihanoukville. Pro Tag fahren hier zwei Züge ab nach Sihanoukville, und einer zur thailändischen Grenze. Es ist also nicht viel los – und wir bekommen von den verfügbaren Zügen den kleinsten – bestehend aus nur einem Waggon mit beidseitigem Führerhaus. Bei der Platzauswahl wundern wir uns noch wie ein Sitz so nass sein kann, wir wechseln zum Glück noch vor der Abfahrt auf trockene Sessel und beobachten dann wie die anderen Fahrgäste während der Fahrt regelmäßig geduscht werden – es rinnt mal mehr mal weniger aus den Lüftungsschlitzen – aber immer auf der anderen Seite vom Gang.

Sihanoukville scheint mit der neuen Strandpromenade auf den ersten Blick zwar ganz schön zu sein – tatsächlich ist das aber das einzig schöne. Die Stadt ist geprägt von vielen Casinos und noch mehr Bauruinen und das alles versehen mit chinesischen Schriftzeichen – eine wirklich hässliche Stadt. Unsere Recherche zeigt jedoch, dass das nicht immer so war – Begünstigungen chinesischer Investitionen haben dafür gesorgt, und zuguterletzt hat wohl auch Covid seinen Beitrag geleistet. Zum Glück sind wir hier nur für eine Nacht – es soll am nächsten Tag gleich mit der Fähre zum Inselparadies weitergehen.

Sihanoukville will uns leider nicht so schnell los werden wie wir die Stadt – der Hostel-Pickup zur Fähre lässt auf sich warten. Bis der Servicemitarbeiter herausgefunden hat, dass wir tatsächlich vergessen wurden und uns doch bitte ein Tuk-Tuk rufen sollen sollte die Fähre schon abgefahren sein – er versichert uns aber: die Fähre wartet. Nachdem wir dann mit den langsamsten Tuk-Tuk Fahrer von Kambodscha zum Hafen gefahren sind, wartet dort tatsächlich die volle Fähre – wir bekommen zwei Sonderplätze vorm Steuer und sehen nach 30 Minütiger fahrt bereits die nahezu weiße Bucht der Insel Koh Rong Sanloem.

Weißer Sandstrand, Palmen – hier verbringen wir nun gemütliche Tage am Strand – nur unterbrochen von Strandspaziergängen und Stand-Up-Paddling. Die Ruhe an “unserem” Strand wurde zwar einen Nachmittag / Abend von einer Gruppe Einheimischer gestört, die mitsamt Karaokeeinheit angereist sind, aber zum Abendessen inklusive Happy Hour haben wir trotzdem einen ruhigen Strandabschnitt in der Bucht gefunden.

In Koh Rong Sanloem gab es lange Zeit nachts keinen Strom, heutzutage muss man nur kurz mit einem Stromausfall rechnen, bevor die täglich betankten Generatoren eingeschaltet werden. Eigentlich ist die Insel für ihren bioluminiszierenden Plankton bekannt – den man bestenfalls auch vom Strand aus sieht. Durch die Lichtverschmutzung aufgrund der nächtlichen Strandbeleuchtung hat man aber leider keine Chance mehr den Plankton vom Strand aus zu sehen.

Siem Reap

Von Don Det aus geht es per Boot aufs Festland und dann mit dem Minivan zur Grenze. Wir spazieren zum Ausreiseschalter und übergeben Pass und Ausreisezettel: “Pay money! Pay money! – Two Dollar!” Mehr spricht der Grenzbeamte auf der laotischen Seite nicht – aber er lässt auch nicht locker, also zahlen wir brav 2 Dollar damit man den mit dem Ausreisestempel versehenen Pass wieder bekommt und weiter darf. Der Beamte auf der kambodschanischen Seite vom “Visa on arrival”-Schalter erklärt gleich wenn man kommt wofür man zahlt, nämlich 35 Dollar fürs Visum und 5 Dollar für den Stempel. Wir füllen jeweils 2x das Einreiseformular aus, zahlen 40 Dollar pro Person und bekommen dann den Pass mit Visum zurück mit dem wir dann zum Schalter für die Fingerabdrücke und den Stempel weiter gehen. Ein weiterer Kontrollposten prüft noch die Pässe und Dokumente und dann sind wir auch schon offiziell in Kambodscha, wo wir dann mal einige Zeit auf unseren Bus warten. Nach einmaligem Umsteigen, weil die Buszuteilung an der Grenze nicht ganz so strukturiert war, kommen wir in Siem Reap an und gehen dann gleich in die Pub Street – ein Straßenzug mit Restaurants, Bars und grell leuchtenden Schriftzügen, wo das Glas Bier um $1 zu bekommen ist.

Wir erkunden Siem Reap – und da das Time Out-Magazine gerade eine Bestenliste der Top-Stadtviertel veröffentlicht hat und Siem Reap hier vorne dabei ist, wissen wir auch schon wo wir beginnen: Wat Bo Village. Wir frühstücken in Ruhe, besichtigen den örtlichen Tempel und schauen uns den ein oder anderen Laden an, bevor wir Nachmittags in einem netten pflanzengesäumten Kaffeehaus einkehren.

Für die nächsten Tage haben wir die Tempelanlage Angkor am Programm, erster Stopp: Ticketshop. Sinnvollerweise liegt dieser weder in der Stadt noch direkt bei einem Tempel, sondern irgendwo dazwischen, aber dennoch nicht direkt am Weg. Wir nehmen uns also ein Tuk-Tuk. Obwohl der Fahrer uns am liebsten gleich eine Ganztagestour verkaufen will, fährt er uns dann doch “nur” zum Ticketschalter, um uns dort noch einmal von seiner Tour zu überzeugen. Wir bleiben dabei: zum 1. Tempel, dann gehen wir zu Fuß. Per pedes geht es für uns dann entlang der “Großen-Runde” zu den ersten fünf Tempeln von Angkor. Abends gibt es Craft-Bier im einzigen verbliebenen Brew-Pub der Stadt. Am zweiten Tag geht die Runde weiter, und wir erklimmen die nächsten 7 Tempel. Unter anderem sehen wir heute den Ta Prohm, bekannt als Schauplatz von Tomb Raider, mit den vielen Würgefeigen welche an, in und um die Tempelmauern wachsen.

Nach zwei Tagen Tempel machen wir einen Tag Pause in der Stadt, bevor wir den dritten Tempel-Tag mit dem Sonnenaufgang bei Angkor Wat starten. So wenige Touristen wie man sonst sieht, der Sonnenaufgang ist offensichtlich beliebt. Im Anschluss lichten sich die Reihen wieder. Wir besichtigen Angkor Wat von innen und danach die Tempel um Angkor Thom, bei denen sich auch einige Affen tummeln. Einer der Affen will Alex näher kennen lernen und hüpft zielstrebig zu ihm und klettert an seinem Rucksack nach oben.

Nach so vielen Tempeln nutzen wir die Chance und kühlen uns im Hotel-Pool ab bevor wir einen letzten gemütlichen Nachmittag und Abend in Siem Reap und seinen netten Cafes und Restaurants verbringen.

Don Det – Si Phan Don (4000 Islands)

Von Pakse geht es mit dem Minibus in den Süden, wo der Mekong bis zu 14 km breit ist und die 4000 Inseln liegen – übersetzt: Si Phan Don. Ganz genau ist die Zahl wohl nicht, die Zahl schwankt abhängig von Regenzeit oder Trockenzeit. Mit dem Boot geht es zur Insel Don Det, eine der wenigen bewohnten Inseln. Hier treffen wir die reisenden Mönche – in Vientiane hatten sie uns eingeladen sie in Don Det zu treffen. Als wir ankommen, haben die Mönche gerade ihr Mittagessen beendet und einer der drei Mönche macht sich bereit für eine Zeremonie für die wartenden Inselbewohner. Es wird Wasser gesegnet, Kranke werden geheilt und als Nebenprodukt der vielen angezündeten Kerzen fällt eine Wachsplatte an, in der die Einheimischen Tiere für die hier gespielte Tierlotterie deuten. Während der Mönch seine Zeremonien abhält, bekommen wir Mittagessen.

Nach einiger Zeit Buddhistischer Zeremonien bekommt der Mönch eine Pause. Wir plaudern kurz, dann übersetzt er, dass die Leute von hier gerne wollen dass wir zu ihnen zwischen die Bungalows kommen und mit ihnen den Nachmittag verbringen. Der Mönch hat drei Kisten Bier gesponsert und die werden nun gemeinsam geleert. Wir sitzen alle auf einer großen Decke am Boden, die Mönche erhöht auf den Balkonen der Bungalows – Frauen dürfen nie auf gleicher Höhe mit den Mönchen sitzen. Laotisch sprechen wir nicht, die Laoten kaum Englisch, also verstehen wir nahezu nichts – aber die Laoten haben eine Freude mit uns – und Alex “langer” Nase. Zwischendurch übersetzt der eine Englisch-sprechende Mönch. So erfahren wir, dass heute eine große Party im Ort ist – und wir die Einheimischen dort hin begleiten sollen. Abends holt jemand Essen – keine Ahnung was es war – und dann brechen wir auf zur Party. Live-Musik, viele Standln, viele Leute und man kommt nicht weit ohne dass einem jemand einen Becher mit Bier in die Hand drückt. Wir tanzen noch ein wenig, machen uns dann aber bald auf den Weg in unseren Bungalow – die Mönche haben uns eingeladen morgen Früh mit ihnen in den Tag zu starten.

5:30 der erste Hahn kräht – bevor viele andere in den Chor einsetzten – Tagwache. Um 6:00 beginnt das “Almsgiving” – ein Spaziergang der Mönche um Almosen einzusammeln. Wir starten um kurz vor 6 um an die Nordspitze der Insel zu gehen – von dort starten die Mönche zum sammeln. Es war wohl für viele eine lange Nacht, es sind anfangs wenige an den Straßenrändern. Es finden sich dann aber doch einige ein mit einer Schüssel und einer Wasserflasche bewaffnet, manche auch mit Kerzen und warten bis die Mönche kommen. Die zwei Mönche die durch die Straße ziehen haben jeweils einen großen “Topf” für die Gaben. Als Frau darf man einem Mönch nichts direkt überreichen, und es sind nahezu nur Frauen am Straßenrand. Es wird Sticky-Rice, Obst, Cracker und Chips und natürlich auch Geld gespendet. Als die “Töpfe” voll sind wird in Plastiksackerl umgepackt und zwischengelagert, dann geht es weiter. Als der Straßenzug abgegangen ist gibt es auch schon das nächste Ziel: Frühstück – das wird den Mönchen natürlich auch gesponsert. Auf einer Veranda warten schon drei Decken am Boden als Sitzgelegenheit für die Mönche und eine Raclette-Hot Pot Kombination mit allerhand Beilagen. Die Mönche nehmen Platz, das Essen wird serviert – und alle schauen den Mönchen zu. Anschließend gibt es wieder einige Bänder ums Handgelenk und als die Mönche aufbrechen, dürfen alle anderen den “Rest” (es ist noch ausreichend da) verspeisen. Die Mönche reisen weiter, wir bleiben noch auf der Insel.

Die Insel ist ruhig, aber die vielen Bars und Backpacker-Hostels lassen erahnen, dass es auch mal anders war. Und es wird an manchen Ecken bereits wieder vorbereitet, geputzt um vielleicht doch bald wieder zu öffnen. Wir haben ein Restaurant in dem wir die meiste Zeit verbringen: sehr gutes Essen, gemütliche Atmosphäre und Blick auf den wenigen Bootsverkehr am Mekong.

Die restlichen Tage nutzen wir für eine Radtour rund um Don Det und Don Khon – die über eine Brücke erreichbare Nachbarinsel. Wir radeln bis in den Süden zum Denkmal für die hier einst lebenden Irawadi-Delfine. Vorbei an einer Brücke die zu einem Wasserfall und einem Fischerdorf führt: Geschlossen für Wartungsarbeiten – die Fischer benutzen sie trotzdem – uns scheint der Übergang dann doch zu abenteuerlich. Es ist wie so oft: sehr viel Leerstand, kaum Touristen dafür Reisfelder, Wasserbüffel, Kühe und Schweine und viele winkende Kinder die alle gelaufen kommen und uns mit “Hello” und “Sabeidee” begrüßen.

Wir sind nun an der südlichen Grenze von Laos angelangt und haben bereits einen Blick nach Kambodscha gewagt. Laos hat sich für uns als ein sehr schönes Land, mit beeindruckender Natur gezeigt. Die Leute hier waren auch zum überwiegenden Teil sehr freundlich und hilfsbereit, auch wenn sehr oft große Sprachbarrieren bestanden. Wir haben unser restliches Geld in der laotischen Währung nun vollends in US-Dollar getauscht und machen uns morgen auf den Weg zur kambodschanischen Grenze, wo wir dann am Abend in Siem Reap ankommen sollen.

Pakse und Bolaven-Plateau

Nachdem das vorbestellte TukTuk, welches uns zum Bahnhof Luang Prabang bringen soll über 20 Minuten verspätet beim Hostel aufschlägt gibt der Fahrer dafür umso mehr Gas. Der Bahnhof liegt ca. 20 Minuten außerhalb der Stadt und steht dort ziemlich prominent – dafür aber sehr einsam – in der Landschaft. Mit dem Lift geht es vom Parkplatz auf das Gleisniveau und dann schnellen Schrittes über den Vorplatz zur Bahnhofshalle: “Your train is about to depart” sagt uns die Dame – wir schmeißen unsere Rucksäcke auf das Förderband zur Sicherheitskontrolle, werden gescant, marschieren durch den Personenscan – es piepst – klauben unserer Rucksäcke auf und laufen durch die riesige leere Bahnhofshalle zum Bahnsteig. Beschriftete Säulen zeigen die Waggonnummern an, wir steigen in Waggon 3 ein bevor der Zug 1 Minute vor der geplanten Abfahrtszeit abfährt. Nach nur einem Zwischenstop fährt der Zug keine 2 Stunden später in Vientiane ein, wo man von den Lautsprecherdurchsagen auch gleich zum Verlassen des Bahnhofsgebäudes aufgefordert wird. Mit dem öffentlichen Bus fahren wir zur Süd-Busstation wo wir während dem Essen genügend Zeit haben zu beobachten was man eigentlich so alles auf die Dächer von Bussen stapeln kann.

Wir setzen uns dann in die Wartehalle, wo nach kurzer Zeit ein Mönch anfängt mit uns zu plaudern. Wir bekommen dann jeweils ein Armband um das Handgelenk – ein Symbol aus der Baci-Zeremonie – welches alles Schlechte fernhalten und das Glück bewahren soll. Außerdem gibt er uns gleich für unsere Freunde und Familien Armbänder mit, damit wir ihnen dann auch in einer solchen Zeremonie die Armbänder und damit Glück umbinden können.

Der Sleeper-Bus welcher uns dann nach Pakse bringt hat 3 Betten-Stöcke, auf beiden Seiten vom Gang immer ein schmales Doppelbett – wer alleine reist bekommt einen Überraschungs-Bettpartner. Schlaglöcher katapultieren einen zwischendurch nahezu an die Decke, aber man kommt doch etwas zum Schlafen und so kommen wir in der Früh in Pakse im Süden von Laos an. Von dort geht es direkt zum vorgebuchten Hostel. Wir werden ins Doppelzimmer geführt, machen Bekanntschaft mit den dort wohnenden Insekten und verlassen das Hostel wieder. Der Eigentümer scheint nicht einmal verwundert und wir checken auf den Schock im Hotel ums Eck ein.

Wir spazieren entlang des Mekong und dann durch die Stadt, kommen an einem Viehmarkt vorbei, wo am Gehsteig Ziegen, Hühner und Schweine auf ihren neuen Eigentümer warten – eine kleine entdeckungslustige Ziege muss immer wieder zurück geholt werden. Sonst ist Pakse recht leer, es sind kaum Touristen hier. Am Abend genießen wir die Aussicht von der Rooftop-Bar am Hotel.

Am nächsten Tag mieten wir uns einen Motorroller und fahren zum Wat Phou, den Ruinen eines Khmer Tempels welche zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Die etwas regnerische Stimmung und die Wolken sorgen für ein mystisches Ambiente. Drei Etagen gibt es in dem Tempelkomplex – von oben sieht man bis zum Mekong.

Nachdem der Roller einen guten Eindruck hinterlassen hat, beschließen wir ihn für zwei weitere Tage zu mieten und einen Ausflug auf das Bolaven-Plateau zu machen. Wir fahren entlang des Pakse-Loops. Der erste Stop sollte ein Wasserfall sein, jedoch finden wir nur die Ruinen der ehemaligen Kassa und verfallene Bungalows – die Brücke von der man den Wasserfall sehen konnte existiert nicht mehr. Es geht weiter zu einer Kaffee- und Erdnussplantage wo wir frische Kaffeebohnen und Ameisen kosten. Wir beziehen unser Quartier in einem Bungalow auf einer Mini-Insel in einem See und spazieren noch zu zwei Wasserfällen – dem Tad Lo und dem Tad Hang. Gemeinsam mit zwei Australiern lassen wir den Abend ausklingen, bevor wir am nächsten Tag unsere Tour durch Kaffeeplantagen, vorbei an Kühen und Ziegen auf der Straße zum Tad Gneuang und zum höchsten Wasserfall von Laos dem Tad Fane (Fallhöhe 120 m) fortsetzen.

Luang Prabang

Für die Rückreise aus Phonsavan gab es diesmal einen etwas größeren Bus, außerdem wurde ein Huhn in einem Karton am Dach transportiert. In Luang Prabang angekommen sind wir vorbei an der Tuk-Tuk-Armee zu Fuß ins Zentrum spaziert wo wir dann bereits die Mönche beim Platzieren der Laternen in den Tempeln beobachten konnten.

In Laos ist zur Zeit Vassa – die buddhistische dreimonatige klösterliche Rückzugszeit, welche jährlich in der Monsunzeit abgehalten wird. Das Ende dieser Zeit wird mit einem großen Fest, dem “Boun Ok Phansa” (Lichterfest) beendet. In Luang Prabang wird dieses Fest mit der Lichterbootparade ergänzt. Die Vorbereitungen für das Fest laufen und es werden Abends bereits jetzt jeden Tag die Tempel bunt erleuchtet. Die Mönche arbeiten untertags an den Drachenbooten für die Parade – Nagas in unterschiedlichen Farben und Formen. Am frühen Abend sieht man die Mönche dann die Laternen aufstellen, aufhängen und anzünden – ein wunderschöner bunter Anblick in der Dunkelheit, in jedem Tempel ein bisschen anders.

Bis zur Lichterbootparade haben wir einige Tage Zeit und so können wir in Ruhe alle 32 buddhistischen Klöster der Stadt sowie die Kolonialarchitektur besichtigen – beides zusammen Grund für den Status der Stadt als UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Mekong und Nam Khan, es gibt täglich einen Nachtmarkt mit großem Foodcourt und aufgrund des anstehenden Festes auch einen netten Markt mit Handarbeitsgütern der Umgebung.

Für die Lichterbootparade, welche laut Zeitplan von 17 bis 23 Uhr stattfinden soll ergattern wir um kurz vor 17 Uhr einen Platz direkt neben der Jury – da noch keine Jury anwesend ist und Zeitangaben in Laos ohnedies nur Richtwerte sind haben wir aber auch nicht mit einem pünktlichen Start gerechnet – allerdings lässt es sich mit Sitzplatz gut warten. Irgendwann nach 19 Uhr geht es dann los. Das erste Boot wird umringt von Laoten in traditionellem Outfit losgeschoben und startet die Parade. 32 Boote später – je Tempel eines – sind alle Lichterboote an uns vorbeigezogen und wir starten Richtung Mekong, wo die Boote ins Wasser gelassen werden gemeinsam mit Krathongs der Einheimischen. Krathongs sind kleine Gestecke – die Basis bildet eine Scheibe vom Strunk der Bananenstaude, welche mit Bananenblättern, Blumen, Kerzen und Räucherstäbchen verziert wird. Diese kleinen Lichterboote sollen die Nagas (Drachen) im Wasser besänftigen.

Den Tag nach dem großen Fest nutzen wir für eine Tour in die Umgebung. Mit dem Boot fahren wir den Mekong hinauf bis zu den Pak Ou Höhlen – eine wichtige Gedenkstätte für die Buddhisten bei der sie sich einmal im Jahr anstellen um die unzähligen darin aufgestellten Buddhafiguren zu putzen. Von dort geht es weiter zum Mittagessen, wo wir auch zwei Elefanten mit Bananen versorgen durften, bevor wir zum Abschluss noch zu den Kuang Si Wasserfällen gefahren sind.

Nachdem unser Quartier unsere Abreise einen Tag später als gedacht eingeplant hat konnten wir somit noch einen letzten gemütlichen Tag in einem Cafe mit Blick auf den Mekong genießen bevor wir – diesmal komfortabel und schnell mit dem neuen Zug – nach Vientiane und von dort per Sleeping-Bus weiter in den Süden nach Pakse reisen.

Phonsavan

Nach vorläufig nur einer Nacht in Luang Prabang geht es mit dem übervollen Minivan (Stockerl bzw. Bierkisten im Gang ergeben auch einen guten Sitzplatz) nach Phonsavan. Die Fahrt auf den Bergstraßen war abenteuerlich, einige der Mitfahrer waren aber gut mit Plastiksackerl ausgestattet, welche auch von den beiden Burschen neben uns rege benutzt wurden. Zum Glück ist uns nicht auch noch schlecht geworden, da wir keine entsprechenden Sackerl parat gehabt hätten.

Die Provinz Xiangkhouang gilt als das meistbombardierte Gebiet der Welt, außerdem gibt es bis heute etliche Blindgänger welche kontinuierlich beseitigt werden. Neben Vietnam haben die USA auch Laos massiv bombardiert, in der westlichen Öffentlichkeit ist das aber wenig bekannt, deshalb wird auch vom “Secret War” der CIA gesprochen.

Neben den vielen Bomben befindet sich hier die Ebene der Steinkrüge, mehr als 2100 Megalith-Krüge aus Sandstein die bis zu 3 m groß sind und über die Hügel der Gegend verteilt aufzufinden sind. Seit 2019 ist die Ebene der Steinkrüge ein UNESCO-Weltkulturerbe. Viel ist über die Herkunft nicht bekannt, allerdings wird davon ausgegangen, dass diese Krüge für Bestattungsriten genutzt wurden. Einige stehen in größeren Gruppen beieinander, dann gibt es wieder nur kleinere Grüppchen. Laoten – oder zumindest unser Tourguide – verfolgen allerdings die Theorie, dass in den Krügen Whisky gelagert wurde und die Gruppen die einzelnen Party-Spots der hier ehemals ansässigen Riesen darstellen.

Nach einem Besuch im hießigen Tourismusbüro mit einer kleinen Ausstellung über die Gegend sowie einigen geborgenen Bomben, besichtigen wir die Ebenen der Steinkrüge – die einzigen 3 Areale die inzwischen vollständig als von Bomben geräumt gelten und somit für den Tourismus freigegeben sind. Die erste Ebene die wir besuchen ist die größte mit über 300 Gefäßen, scheinbar zufällig in der Gegend verteilt. Nach dem Mittagessen geht es quer durch die Reisfelder und über die Weiden zu der Ebene 3, eine Ansammlung von kleineren Steinkrügen bevor es zum Schluss noch zur Ebene 2 geht. Während wir zwischen den Steinkrügen umher spazieren hören wir auch zwei Detonationen. Die Teams der Bombenräumung (MAG – Mines adivsory Group) sind in der Gegend allgegenwärtig mit ihren weißen Geländewägen mit Totenkopf-Aufdruck.

Nach der vollkommenen Zerstörung der alten Bezirkshauptstadt im 2. Indochinakrieg wurde Phonsavan Mitte der 70er Jahre als neue Bezirkshauptstadt aufgebaut, der Anschluss an das Stromnetz erfolge jedoch erst 2004. Die Straße teilt man sich hier durch die Bank mit Kühen, sonst ist hier nicht viel los, und aufgrund der etwas aufwendigen Anreise sind auch kaum Touristen hier, dafür gibt es im Quartier ein Lagerfeuer in den beiden Hälften einer Streubombe und die Zimmerschlüssel haben Schlüsselanhänger aus MG-Patronenhülsen.

Vang Vieng

Zwei Stunden Fahrzeit in einem Minibus ohne Gurte über die neue Autobahn (Eröffnung 2020) und wir stehen in Vang Vieng auf der Hauptstraße direkt vor dem so genannten Party-Backpacker-Hostel. Zweimal ums Eck und wir sind in unserem Hostel. Wir gehen Mittagessen und spazieren im Anschluss quer durch die Stadt bis zu einem Tempel wo gerade zwei Mönche die Trommel und den Gong schlagen.

Die Stadt ist leer und ruhig. In der Walking-Street sind einige Standln mit den immer gleichen T-Shirts (mit Heißluftballonaufdruck) aufgebaut, Besucher gibt es kaum. Auch die wenigen noch offenen Bars haben keine bis kaum Gäste.

Den ersten vollen Tag nutzen wir für eine Kayak Tour entlang des Flusses Nam Song. 5 km lassen wir uns im Kayak mit wenig Paddeln von der Strömung treiben und genießen die Umgebung mit ihren Karstformationen. Wir legen mit unseren Kayaks an, queren den Fluss über eine der wenigen tragfähigen Brücken und wechseln in Tubes (Reifen) zur Erkundung der Tham None Höhle. Entlang eines Seiles hangeln wir uns auf unseren Reifen durch den niedrigen Eingangsbereich der Höhle, dann geht’s zu Fuß, aber zu Beginn noch mit dem Wasser bis zu den Knien weiter. Von den Wänden leuchten uns immer wieder glänzende Punkte entgegen: die Giant Huntsman Spider (Laotische Riesenkrabbenspinne), und wir sehen auch Fledermäuse. Nach einer weiteren Höhle geht die Kayak-Tour weiter und wir kommen neben einigen Brückenresten auch an vielen leeren und teilweise verlassenen Bars direkt am Fluss vorbei bis wir wieder in der Stadt an Land gehen.

Vang Vieng war bis vor 10 Jahren der Party Hot-Spot, aufgrund einiger tödlicher Unfälle beim “Tubing” (im aufblasbaren Reifen den Fluss entlang von Bar zu Bar gleitend) wurden einige Bars behördlich geschlossen und dem Tourismus eine neue Ausrichtung aufgezwungen. Zum jetzigen Zeitpunkt wirkt die Stadt mit ihren sehr wenigen Gästen (noch vor der Hauptsaison) und sehr vielen Restaurants und Bars etwas überdimensioniert was die Einkehrmöglichkeiten angeht, und das obwohl auch sehr viel einfach zu hat.

Am nächsten Tag in Vang Vieng borgen wir uns im Hostel zwei Mountainbikes aus – der Chef ist zwar nicht so der Verkäufer und rät uns ab, hilft uns dann aber doch zwei Räder mit halbwegs brauchbaren Bremsen zu finden. Wir machen kurz einen Bremstest – eine Vorderbremse reicht ja wohl – und dann radeln wir los. Über spannende Brückenkonstruktionen, vorbei an Reisfeldern, und einigen Kühen die auf und neben der Straße herumstehen bis zum Nam Xay Aussichtspunkt. Es geht einen kurzen steilen Weg hinauf zum Gipfel, wo es statt dem Gipfelkreuz eine überdachte Plattform gibt und außerdem zwei Motorräder herum stehen. Außerdem eine tolle Aussicht auf die umliegenden Karstformationen und Reisfelder die wir genießen. Wir radeln dann noch zu einem Restaurant, und lassen den Tag wieder retour noch gemütlich mit der Aussicht vom Balkon unseres Hostels ausklingen.

Für die Weiterreise nach Luang Prabang haben wir eine Fahrt mit dem Minivan gebucht. Abfahrt in Vang Vieng ist um 9:00, nach Luang Prabang sind es 180 km. Slalom zwischen den Schlaglöchern, Fußetappen, Minivan mit vereinten Kräften aus den Löchern ziehen und kurze Strecken am Traktor angehängt inklusive sind wir 7 Stunden später in Luang Prabang.

Nong Khai nach Vientiane (Laos)

Nong Khai liegt am Mekong unweit der Thailändisch-Laotischen-Freundschaftsbrücke 1, die erste Straßenverbindung zwischen Thailand und Laos. Die Stadt ist durch die breite Mekong-Uferpromenade geprägt, auf welcher es sogar einen markierten Radweg gibt (der erste Radweg der uns bisher aufgefallen ist). Idylle lässt der braune Mekong aber nicht aufkommen. Wir spazieren entlang der Promenade mit ihren baufälligen Pumpenhäusern, welche nahezu in den Mekong kippen und schlendern durch die hiesige Markthalle, die den Indochinamarkt “The Sadet” beherbergt, wo es Importwaren aus den Nachbarländern zu kaufen gibt. Neben einigen Tempeln gibt es bei tiefem Wasserstand sogar einen im Mekong versunkenen Chedi zu bestaunen – wir können zur Zeit nur die Schatten unter der Wasseroberfläche erahnen. Essen bestellen wir hier nur mehr auf Bilder zeigend, Englisch wird kaum mehr gesprochen, funktioniert aber auch und schmeckt gut.

Nach zwei gemütlichen Tagen in der Stadt steht der erste Grenzübertritt der Reise über den Landweg an. Wir fahren mit dem Taxi zur Friendshipbridge wo wir zuerst am Grenzposten aus Thailand ausreisen: Ausreisestempel im Pass – der aufmerksame Grenzbeamte gratuliert Alex sogar zum Geburtstag. Dann geht es weiter zum Grenzpendelbus der einen über die 1774m lange Brücke fährt. Wir sind in Laos, hier füllen wir unsere Formulare für das “Visa on arrival” aus, der Grenzbeamte bekommt ein Passfoto und 40 schöne US-Dollar (die etwas eingerissenen Scheine wurden mit dem Hinweis ‘broken’ nicht akzeptiert) und wir bekommen unser Visum in den Pass inkl. Einreisestempel.

Jetzt geht es mit dem lokalen Bus nach Vientiane – die Hauptstadt von Laos. Im Bus zahlen wir noch mit thailändischen Baht bevor wir dann in der Stadt unsere erste Million KIP beheben.

Mittags sind wir diesmal in einem Restaurant ohne Bilder, und noch ohne Internet helfen die Mädels im Restaurant gleich mit Internet für Google Translate aus – damit wir auswählen können was wir essen. Nachmittags organisieren wir uns unsere laotische SIM-Karte und spazieren durch die Stadt bevor wir den Abend im Hostel ausklingen lassen.

Den nächsten Tag in Vientiane nutzen wir um die wichtigsten Tempel der Stadt und den Patuxai (eine Kopie des Triumphbogens in Paris) zu besichtigen, Mittags landen wir beim veganen Food-Festival wo wir eine Kleinigkeit essen bevor wir dann zu einem Craftbeerlokal spazieren. Es gibt 6 selbstgebraute Biere sowie importiertes Oktoberfestbier, wir testen uns durch – nur das Oktoberfestbier lassen wir aus (das kennen wir ja schon).

Am letzten Tag besuchen wir den Buddha Park, eine Ansammlung von Buddha-Skulpturen, finanziert von Laoten, welche ihr Karma aufbessern wollten. Manche Skulpturen konnte man sogar hinauf klettern, damit bei den steilen und ungesicherten Aufstiegen niemand stürzt gibt es Schilder die alte und kranke vorm Aufstieg warnen. Auf der Suche nach weiteren Sorten des lokalen BeerLao landen wir am Abend in einer Kneipe, die einzigen anderen Gäste hier sind aus Völklabruck und Saalfelden. Wie klein die Welt doch ist. Nachdem wir zwei Bier getrunken haben, ladet uns der Chef auf die 3. Runde, und einer der Österreicher auf die 4. Runde ein. Der nächsten Runde entziehen wir uns dann aber und spazieren entlang der löchrigen bzw. verparkten Gehsteige zurück ins Hostel, wo uns am nächsten Tag der Minibus nach Vang Vieng abholt.

Chiang Mai

Von Pai geht es nach einem gemütlichen Vormittag mit dem Minibus wieder zurück nach Chiang Mai. Am Busbahnhof in Chiang Mai stürmt die Tuk-Tuk-Taxi-Mafia gleich zum Bus um die Touristen in ihre Gefährte zu locken und in die Altstadt zu chauffieren. Wir flüchten gleich und ordern uns online ein “Grab” – die Südostasien-Version von Uber.

Der aufmerksame Leser merkt wir sind nun zum 2. Mal in Chiang Mai, haben aber noch nicht viel über den Ort erzählt, das holen wir also nach.

Unseren ersten Aufenthalt in Chiang Mai haben wir klassisch mit einer Tempeltour durch die Altstadt gestartet. In Chiang Mai gibt es nahezu an jeder Ecke einen Tempel – an die 200 Tempel sollen es sein, alle haben wir also nicht besichtigt. Die Lanna-Tempel in Chiang Mai begrüßen einen größtenteils mit Drachenfiguren entlang der Stiegenaufgänge und zeichnen sich durch steile, mehrstufige Dächer aus. Den Abend haben wir auf der Sunday-Walking-Street zugebracht nach kurzem Schlendern: Regen – so viel Regen, dass die Standln nahezu davon geschwommen sind, da das Wasser nicht abrinnen konnte. Wir haben in einer Vodka Bar Unterschlupf gesucht bis man wieder trockenen Fußes durch die Straße gehen konnte.

Etwas außerhalb der Altstadt haben wir uns am nächsten Tag zum sogenannten Monk’s Trail aufgemacht – Mönche haben wir selbst zwar keine getroffen, viele andere Touristen aber auch nicht. Die Wanderung führt durch den Dschungel zu einem Waldtempel. Neben dem Tempel gibt es dort auch einige große Spinnen zu besichtigen. Nachdem die Taxifahrer uns nur zu stark überhöhten Preisen in die Stadt zurück fahren wollten, sind wir den gleichen Weg wieder retour gewandert und dann quer durch den Universitätscampus ins Nimman-Viertel, wo wir wieder einen Kellner mit dem Wunsch nach einheimischem Craft-Bier in Verlegenheit gebracht haben – Schlussendlich hat aber auch er 2 Flaschen gefunden.

Die weiteren Tage haben wir noch gemütlich in der Altstadt, sowie am lokalen Markt und einem weiteren Craft-Bier-Lokal verbracht – diesmal sogar mit lokalem Bier am Zapfhahn.

Den 2. Aufenthalt haben wir genutzt um einen Kochkurs zu machen: Abholung vom Quartier, Marktbesuch und dann ging es auch schon ans Werk: Frühlingsrollen und Pad Thai wurden gekocht und gegessen. Dann ging es gestärkt an die Currypaste und das Curry.

Mit dem Wissen wie man die Thai Basics kocht sind wir dann auch schon mit dem Nachtbus zu unserem vorerst letzten Stop in Thailand gereist: Nong Khai, direkt am Mekong, der Grenze zu Laos.

Pai

Von Chiang Mai geht es mit dem Mini-Bus 3,5 Stunden entlang einer kurvenreiche Strecke – angeblich über 760 Kurven – nach Pai. Dort angekommen sind wir schon mitten im Geschehen auf der Walkingstreet. Jeder Ort in Thailand der etwas auf sich hält hat eine Walkingstreet: Eine Straße die beidseitig von Garküchen und sonstigen Verkaufsständen gesäumt ist und dazwischen (fast) nur Fußgänger unterwegs sind. In Pai quälen sich dann doch öfter Autos und Mopeds durch, es ist hier nicht so groß und es fehlt wohl auch an Ausweichmöglichkeiten.

Unser Quartier für die kommenden Nächte liegt kurz nach der Walkingstreet, über dem Fluss. Wir spazieren also zum Ende der Walkingstreet um die Überreste der Brücke zu unserem Quartier zu begutachten. Der direkte Weg wird es also nicht – Google-Maps ist hier auch nicht informiert – also müssen wir einen Umweg bis zur nächsten Brücke nehmen.

Im Quartier wird geduscht und dann geht es auch schon retour in die Stadt und wir holen uns bei den Ständen unser Abendessen. Pai gilt als Aussteigerdorf für sämtliche “Westler” entsprechend ist auch die kulinarische Vielfalt der Garküchen umfangreicher. Einmal gibt es typisch Thailändisch Pad Thai, einmal einen mexikanischen Wrap und dann wird auch schon der Durst in der Bierbar gestillt.

In Thailand gibt es bis auf die großen Industriellen Klassiker Chang und Leo nur Importbier. Allerdings gibt es trotzdem “thailändisches” Craft-Beer – es wird nur nicht in Thailand gebraut, sondern in Vietnam und wird dann wieder importiert. Die Gesetze schreiben in Thailand nämlich eine Mindestmenge an Ausstoß vor, und das schaffen die kleinen nicht – daher der Umweg über Vietnam.

Da wir nur einen vollen Tag in Pai haben und es einiges in der Umgebung zu sehen gibt das nicht mehr in Fußdistanz liegt, schließen wir uns diesmal einer Tour mit 6 anderen Backpackern an. Transportiert werden wir im Pick-Up, der auf der überdachten Ladefläche beidseitig Bänke montiert hat, zum anhalten am Dach eine Stange damit bei den steilen Straßen niemand hinten raus kugelt.

Wir genießen ein Bad in den 3 natürlichen Pools bei angenehm warmen 34 Grad in der Sai Ngam hot spring und kommen so endlich mal dazu gemütlich mit anderen Reisenden zu plaudern. Weiter geht es die Stiegen hinauf zu einer großen weißen Buddhastatue von wo aus wir die Aussicht auf Pai genießen bevor wir zu einem Wasserfall spazieren.

Den Nachmittag verbringen wir dann zwischen den Reisfeldern auf einer langen Bambusbrücke. Die Bambusbrücke entspricht nicht mehr ganz der traditionellen Bauart und ist schon mit Stahlträgern und Betonpfeilern verstärkt, aber schön ist es hier zwischen den Reisterassen jedenfalls – und die Bambus-Brücke somit auch stabil genug für die Touristen.

Den eher bewölkten Sonnenuntergang beobachten wir dann vom Pai Canyon aus bevor wir heute mal wieder einen Burger-Friday in einem kleinen aber sehr gut besuchten Burgerladen einlegen.