Von Phnom Penh aus nehmen wir den Bus direkt nach Ho-Chi-Minh-City in Vietnam. Vorbereitung: (ausgedrucktes!) e-Visum, Reisepass, und je zwei Dollar-Scheine. Die Grenzposten selbst passieren wir jeweils zu Fuß, bei der Einreise darf unser Gepäck wieder durch den Sicherheitscheck – es war jedoch weit und breit niemand zu sehen der den Bildschirm beobachtet hätte – dann geht es mit einem neuen Stempel im Pass wieder in den Bus und weiter nach Ho-Chi-Minh-City.

Wir starten gleich zum Taproom einer lokalen Brauerei und kosten uns durch die Karte: 2 x 6 Probiergläser sowie noch das Saisonale Special in groß. Nette Atmosphäre und sehr gutes Bier – ein guter Start in Vietnam. Wir spazieren zurück zum Hotel, Neonbeleuchtung, laute Musik und viele motivierte Feiernde. Man könnte meinen unser Zimmer im 6. Stock steht selbst auch mitten in einer Disco, also lauschen wir der Geräuschkulisse bevor wir am nächsten Tag in ein anderes Stadtviertel übersiedeln. Vom neuen Quartier aus starten wir dann die Besichtigung des Zentrums mit ihrer Französischen Kolonialarchitektur zu Fuß. Wir starten am Gebäude des Volkskommitees, vorbei an der Oper, dem Hotel Continental Saigon, der (leider eingerüsteten) Kathedrale Notre Dame und dem Postamt im Stil eines Bahnhofsgebäudes. Wir besuchen den Wiedervereinigungspalast – das ehemalige Regierungsgebäude Saigons – und beenden den Abend in einem weiteren Craft-Beer-Taproom bevor wir den Blick von der Dachterasse unseres Hotels genießen.


Die weiteren Tage nutzen wir jeweils für Ausflüge in andere Stadtviertel: Wir besichtigen Pagoden in denen der Räucherstäbchenrauch nahezu unerträglich ist und die Statuen der Verherrlichten mit blinkenden Neon-Lichtern umrandet sind, kommen an einer Kirche vorbei die innen wie außen komplett Rosa angestrichen ist und genießen die Stadt mit ihrem Streetfood. Wir essen Bánh mì und Phở und kosten uns durch die Bier-Vielfalt. In Saigon muss man den Blick auch nach oben richten wenn man nach Cafes oder Restaurants sucht. Es gibt ein ganzes Haus mit unzähligen Restaurants, und auch sonst ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Lokale in oberen Stockwerken in irgendwelchen Wohnhäusern verstecken die man nur durch schmale Seitengassen erreicht. Für das überqueren der Straße mit nicht endenwollenden Verkehrsströmen gibt es nur eine Regel: Busse haben Vorrang, alle anderen machen schon einen Bogen um einen.



Von Ho-Chi-Minh-Stadt geht es für uns in den Süden nach Can Tho ins Mekong Delta. Dort heißt es um 4:30 Tagwache – um 5:00 wollen wir mit einem Sampan zum schwimmenden Markt fahren. Sampans sind traditionelle Ruderboote aus Holz, als wir zusteigen ist es noch dunkel, in der Dämmerung fahren wir zum Markt. Zum Schutz vor dem Bösen haben die Boote hier alle Augen am Bug. Damit man aus der Ferne erkennt was die jeweiligen Boote verkaufen haben sie die Ware an einem Stock montiert. Unser erster Halt ist ein weiteres kleines Sampan mit Kaffee und eines mit Nudelsuppe: Frühstück am Boot, gekauft auf einem anderen Boot. Wir beobachten das Treiben: es werden Melonen, Ananas, Erdäpfel und vieles mehr von Boot zu Boot geschupft. Wir biegen in einen kleinen Nebenarm ab, besichtigen eine Drachenfruchtfarm und kommen zu einer Reisnudelproduktion – hier dürfen wir sogar selbst mithelfen. Unsere Schiffsführerin bastelt aus Blättern einen Blumenstrauß und Armbänder für uns. Am Weg zurück machen wir noch Halt auf einem Hausboot wo wir Ananas serviert bekommen, die wird hier gemeinsam mit Salz gegessen. Außerdem sehen wir eine Station vom Ocean-Clean-Up-Project – angesichts der unzähligen Male die sich die Schiffsschraube in Plastiksackerln verfangen hat ein sehr notwendiges Projekt.




In Can Tho sehen wir – etwas außerhalb des Zentrums, wo sich eher wenige Touristen hin verirren – erstmals Hundefleisch im Angebot. Zum Glück gibt es in der Stadt aber relativ viele vegetarische Restaurants an die wir uns essenstechnisch halten – sicher ist sicher.
