Wir verlassen das Zentrum von Hanoi mit dem Bus zum Flughafen – zum Glück mit genug Puffer: der 1. Bus fährt statt um 5:00 in der Früh erst um 5:30 ab, die Dame bei der Gepäcksaufgabe von Vietnam Airlines prüft ewig unsere Pässe und Impfpässe, dann eine lange Schlange bei der Ausreise – es marschieren zwar schon alle Beamten der Tagschicht ein, an Arbeitsaufnahme ist aber noch nicht zu denken und die wenigen besetzten Posten stehen in keiner Relation zur Anzahl der Ausreisewilligen. Wir sind jedoch pünktlich am Gate und warten aufs Boarding.
Die Aussicht aus dem Flieger lässt uns einen Teil unserer bisherigen Reiseroute Revue passieren da der Mekong gut sichtbar ist. Eindeutig erkennen können wir die 4000 Islands in Laos und dann den weiteren Flussverlauf nach Kambodscha. Gegen Ende des Fluges sehen wir dann die unzähligen Frachtschiffe die auf die Hafeneinfahrt in Singapur warten – einer der größten Häfen der Welt.

In Singapur angekommen geht die Einreise rasch, nicht einmal einen Stempel gibt es – nur ein E-Mail mit der Info über die erlaubte Aufenthaltsdauer. Von unserem Ankunfts-Terminal fahren wir dann mit dem Shuttlebus zum Terminal mit U-Bahn Anbindung. Das U-Bahn Ticketing-System funktioniert hier einfach per Bankkarte, also können wir gleich in die Stadt zu unserem Hostel fahren. Wir checken in unserem 10-Bett-Schlafsaal ein (der Rezeptionist hat ein neues Land kennengelernt, Österreicher hat er noch nie im Hostel eingecheckt) und erkunden dann gleich die Stadt.
Die Stadt ist sauber, es gibt Gehsteige, Autos halten bei roten Ampeln und Zebrastreifen an und überall gibt es Schilder was man tun soll, oder nicht darf. Singapurs Stadtbild ist durchwegs geprägt von einer Kombination aus Kolonialbauten und modernen Hochhäusern. Es reiht sich Shoppingcenter an Shoppingcenter und wo man gerade nicht shoppen kann gibt es zu Essen. Angepasst an die klimatischen Bedingungen kann man sich – wenn man die Wege kennt – nahezu durch die ganze Stadt mit Überdachung bewegen: entweder Arkaden an den Kolonialbauten, Glaskonstruktionen zwischen Bestandsbebauung um wetterfeste Flaniermeilen zu erreichen und Überführungen über die Straßen.

Wir besichtigen das Kolonialviertel, Little India, den Central Business District mit seinen Wolkenkratzern, Chinatown und blicken auf das ikonische Marina Bay Sands inklusive Wasser-Laser-Show. Wir spazieren an einem Teil der Formel-1 Rennstrecke vorbei zur Super-Tree-Grove, wo zu dieser Jahreszeit ein sehr kitschiges Christmas-Wonderland aufgebaut ist. Nahezu einen ganzen Tag verbringen wir im National Museum mit kostenlosem Audioguide fürs Handy (wir sind es gar nicht mehr gewohnt im Museum so viel Information vorzufinden, und das sogar auf Englisch). Wir spazieren entlang der Orchard Road, Singapurs berühmtester Shoppingmeile in der ein Shoppingcenter ins nächste führt und lassen uns von Weihnachtsmusik berieseln. Übersichtlicher ist das Flanieren in der Haji Lane, eine süße Straße mit lauter kleinen bunten Häusern (natürlich auch alle mit Shops, Cafes oder Restaurants gefüllt).



Zum Frühstück gibt es hier Kaya Toast (Toast mit Kokosaufstrich), weich gekochtes Ei mit Sojasauce zum Eintauchen und Kopi (Kaffee mit Kodensmilch). Abendessen holen wir uns immer im Hawker Center, hier gibt es viele verschiedene Stände in überdachten Hallen, die hiesige hygienische alternative zur Straßenküche. Hier gibt es große Auswahl zu überraschend günstigen Preisen, es gibt Sitzplätze und wie in der Kantine räumt jeder sein Tablett nach dem Essen weg – die Rückgabe streng getrennt nach Halal und Non-Halal. Singapur hat auch ein überraschend großes Angebot an lokalem Craft Bier – die Preise sind zwar nicht low-budget, aber gekostet wird es trotzdem. Leider wollten sie uns in der höchsten urbanen Mikrobrauerei LeVel 33 nicht empfangen (ausgebucht), dafür haben wir viel anderes Bier verkostet.

Singapur ist in seiner Architektur eine spannende Kombination aus neu und alt, sehr modern, öffentlicher Verkehr ist einfach zugänglich und sehr günstig, es gibt an den Stationen gratis W-Lan (wir haben also erstmalig keine SIM-Karte gekauft) und es gibt auf kleinen Flächen große Auswahl an unterschiedlichen Länderküchen die auch den Ethnienmix der Bevölkerung widerspiegelt.
