Malakka (Melaka) und Kuala Lumpur

Von Singapur geht es mit dem Bus gleich in der Früh los Richtung Malaysien, Land Nummer 6 unserer Reise. Gemeinsam mit vielen anderen arbeiten wir uns Richtung Grenze vor – der Bus hat aber zum Glück eine eigene Spur. Ausreisen aus Singapur geht komplett digitalisiert: Reisepass scannen – Tür öffnet sich – zum Fotospot weiter gehen – Foto – Tür öffnet sich und wir sind ausgereist. Wir steigen wieder in den Bus zum nächsten Grenzposten – dort stehen wir dann in der langsamsten Schlange, aber nach einigen Fragen über unsere geplante Aufenthaltsdauer, Reiseroute und Rückreisepläne bekommen wir unseren Stempel: 90 Tage dürfen wir in Malaysien bleiben. Wir sind die letzten die im Bus Platz nehmen und die Fahrt geht weiter.

In Malakka angekommen spazieren wir zum Hotel und organisieren uns gleich eine lokale SIM-Karte und flanieren durch die Altstadt. Freitag bis Sonntag (also jeden Tag unseres Aufenthaltes) ist hier Nachtmarkt, entlang der Jonker-Street wird hier neben Essen allerhand Zeug verkauft – manch ein Stand hat den identen Ramsch den man in Österreich vom Kirtag kennt.

Malakka ist bei den Einheimischen für das gute Essen bekannt, also kosten wir uns durch das Sortiment. Brunch, Kaffee, Essen to-go am Nachtmarkt und dazwischen ein bisschen Sightseeing. Am Nachtmarkt besteht das Food-Sortiment zu einem überwiegenden Teil aus Spießen und Gula Melaka (Palmzucker). Wir probieren Coconutshake, Kueh Keria Gula Melaka (Süßkartoffel-Doughnuts mit Palmzucker überzogen) und Poh Piah (frische Frühlingsrollen). Wir haben für uns ein Kaffeehaus entdeckt, dass Kaffee aus allen 13 malaysischen Bundesstaaten anbietet – geordert wird über den QR-Code am Tisch mit dem Handy (auch hier fehlen die Servicekräfte) wo man dafür beim Fruchtsaft gleich die Möglichkeit hat Zucker und Eis abzubestellen – richtig praktisch.

Was es hier außerdem gibt: laute extrem kitschige Rikschas. Hello Kitty, Minions, My little Pony, Spiderman, Pokemon und noch viele andere. Untertags nur mit lauter “Musik”, Abends mit blinkender Beleuchtung und noch lauterer “Musik” – die Rikschas sind immer gut besetzt – wir beobachten dann doch lieber vom Straßenrand.

In unserem Zimmer werden wir von 10 Uhr Abends bis 4 Uhr Früh mit Karaoke in voller Lautstärke beschallt, daher starten wir meist erst am späten Vormittag in den Tag und sind dann eher gemütlich Unterwegs – dafür hängen wir noch eine 3. Nacht in einem anderen Quartier dran – so können wir uns einen Tag länger durch das lokale Essen kosten.

Von Malakka geht es weiter in die Hauptstadt: Kuala Lumpur. Einquartiert haben wir uns in einem Hochhaus in KLCC (Kuala Lumpur City Center) mit Dachpool in nächster Nähe der Petronas Towers und zumindest Blick auf deren Spitzen. Auch in Kuala Lumpur gibt es Hawker Center die unter einem Dach verschiedene Standln mit unterschiedlichen Spezialitäten anbieten, wo wir gleich die lokale Küche ausprobieren – eigentlich ist ja jeder Ort in Malaysien für sein Essen mit den jeweiligen Spezialitäten bekannt.

Den ersten Vormittag nutzen wir für einen Rundumblick vom Menara Kuala Lumpur Fernsehturm (KL Tower) – mit 421 m Höhe dem Weltweit siebthöchsten Fernsehturm, der so wie der Donauturm zur World Federation of Great Towers gehört. Nachdem wir uns so einen Überblick über die Stadt verschafft haben (hier steht außerdem auch das zweithöchste Gebäude der Welt), besichtigen wir in einem ausgedehnten Stadtspaziergang einige Sehenswürdigkeiten bevor wir zufällig in einer Bar landen wo wir eines der sehr seltenen lokalen Craft-Biere bekommen (der Kellner war zwar überzeugt, dass er kein lokales Bier hat, aber das Bier vom Fass war dann doch ein Lokales, was uns sein Chef dann bezeugt hat).

Auch die weiteren Tage nutzen wir zum gemütlichen Erkunden der Stadt. Aufgrund sehr starken Regens verlagern wir die Erkundung aber teilweise in die Shoppingcenter – die einem hier auch die Möglichkeit zum Zurücklegen weiter Wegstrecken unter Dach bieten. Mit Besichtigungen von Tempeln und Moscheen haben wir ohnedies nicht so viel Erfolg: Indische Tempel mit ihren aufwändig gestalteten Außenansichten sind meistens gerade eingerüstet, und in den Moscheen ist der Eintritt für Nichtmuslimische Besucher oft gerade nicht gestattet. Den Dachpool testen wir natürlich auch Abends mit Blick auf die nächtliche Skyline sowie in der Früh für eine kurze Runde Morgensport mit Aussicht. Nach drei viel zu kurzen Tagen Kuala Lumpur – hier gibt es einfach so viel zu sehen und man könnte sich definitiv noch einige Tage mehr treiben lassen – geht die Reise weiter in den Norden auf die Insel Penang nach George Town.