Hội An, Đà Nẵng und Huế

Der Nachtbus nach Đà Nẵng ist zwar auch irgendwann an seinem Ziel angekommen, geschlafen haben wir allerdings wenig. Von Da Nang wollen wir mit dem öffentlichen Bus weiter – wie es scheint haben die Taxi Fahrer diesmal recht: Der Bus fährt tatsächlich nicht mehr – wir nehmen also den vorhandenen öffentlichen Bus und fahren soweit wie möglich – und von dort rufen wir ein Grab-Taxi für das letzte Stück des Weges nach Hội An – bei einsetzendem Regen waren 3 Stunden an der Straße gehen keine verlockende Alternative.

Das Zentrum von Hội An gilt als Vietnams letzte Altstadt. Geprägt von gelben Häusern und Lampions ist es eine wirklich nette kleine Stadt. Sie begrüßt uns mit strömendem Regen – wir radeln durch die Stadt und durch die Gassen, eigentlich wollten wir auch zum nahegelegenen Strand – aber Strandwetter ist es nicht gerade. Unsere Schuhe fühlen sich irgendwann auch an als wären wir damit baden gegangen also wird es Zeit fürs Hotel. Der Grab-Zustelldienst will auch einmal ausprobiert werden und so lassen wir uns Burger ins Hotel liefern und beobachten den Regen vom Hotelzimmer aus. Am nächsten Tag bei einladendem Wetter erkunden wir die Stadt dann noch einmal zu Fuß. Wir kommen auch bei einer schönen Fotoausstellung über die unterschiedlichen Volksgruppen und ihre Traditionelle Kleidung vorbei und genießen das Treiben auf den Straßen. Am Abend verwandelt sich die Stadt in ein Lichtermeer aus bunt leuchtenden Lampions die in den Gassen sowie auf den Schiffen am Fluss alles bunt erleuchten. Der Fluss ist voll mit Booten die Touristen herumschippern – freie Fahrt hat man hier kaum.

Von Hội An geht es mit dem Mini Van nach Đà Nẵng. Wir erkunden die Stadt, mit ihrer Drachenbrücke, besichtigen Streetart, kühlen uns im Dachterassenpool ab und flanieren am Strand entlang. Rote Fahnen für Schwimmen verboten halten hier aber kaum wen vom Schwimmen ab – Surfer und Badegäste tummeln sich trotzdem in den reißenden Wellen.

Weiter geht es mit dem Zug nach Huế, die Stadt war einst Sitz der Kaiser der Nguyen-Dynastie. Die Zugstrecke führt über den Wolkenpass direkt entlang der Küste und bietet so wunderschöne Aussicht – wir erhaschen leider nur hin und wieder die gute Sicht – unsere Tickets sind leider auf der “falschen” Zugseite und die Einheimischen mit den “guten” Plätzen haben immer wieder die Vorhänge zugezogen also waren wir aussichtstechnisch etwas abhängig von Ihrem Wohlwollen Licht in den Zug zu lassen.

Den Nachmittag nutzen wir gleich für einen Spaziergang in der Stadt und zu einem Tempel bevor wir uns am nächsten Tag Räder schnappen und den Parfüm-Fluss entlang radeln. Der Flussname ist für uns nicht selbsterklärend, aber vielleicht hätten wir dafür eine Bootstour buchen müssen. Unser erster Stopp ist die Thiên-Mụ-Pagode, ein buddhistisches Kloster mit einem sehr ruhigen Bonsai Garten und Mönchen in dezentem hellgrau anstatt dem in Laos üblichen knall orange. Wir kommen noch an ein paar ziemlich aufwendigen Gräbern vorbei und werden am Nachmittag von regelmäßigen Regengüssen etwas eingebremst – somit gibt es eine ausgedehnte Kaffeepause in einem netten Kaffee mit extensiver Weihnachtsdeko und Weihnachtsmusik. Den letzten Tag in Huế nutzen wir dann für die Besichtigung der “Verbotenen Stadt”, den Kaiserlichen Wohnsitz. Von Huế ist zwar nach dem Vietnamkrieg nicht viel übrig geblieben, aber der Kaiserliche Wohnsitz wird nach und nach wieder aufgebaut und so gibt es doch einiges zu besichtigen auf dem Areal. Von Huế geht es für uns dann noch einmal mit dem Zug, diesmal über Nacht, weiter nach Nordvietnam.