Tupiza nach Uyuni

Nach einem etwas langwierigen Grenzübertritt nehmen wir ein Rapido (so heißen die öffentlichen Minibusse hier) nach Tupiza. Den ersten Teil des Weges haben wir eine Dame an Bord, die sich die meiste Zeit der Fahrt bekreuzigt hat – ein Stress bei so vielen Kreuzen und Gräbern am Straßenrand.

In Tupiza ist es gleich wieder ziemlich heiß, wir spazieren also nur gemütlich durch die Stadt und auf den lokalen Aussichtshügel inkl. Kreuzweg und Christusstatue. Von oben sehen wir auf eine ziemlich orange Stadt: Orange zerklüftete Felsen um die Stadt und orangene Ziegel in der Stadt – verputzen wird überbewertet.

Am nächsten Tag geht es für uns dann auch gleich weiter, gemeinsam mit zwei deutschen Mädels geht es für uns über 4 Tage durch den Südwesten Boliviens bis nach Uyuni. Unser Fahrer holt uns mit dem Jeep ab, mit dabei haben wir außerdem eine Köchin die uns dreimal täglich mit sehr gutem Essen versorgen wird.

Zuerst geht es durch die zerklüfteten roten Felsformationen, dann durch wechselnde Landschaft vorbei an Lama Herden und Vicuñas bis auf 4855m Höhe. Nach ca 300km verbringen wir die erste Nacht in einem kleinen Dorf.

Am nächsten Tag stehen Lagunen und Flamingos am Programm, außerdem können wir bei traumhaftem Blick in einem Thermalbecken baden. Es gibt wieder Lamas und Vicuñas zu sehen, außerdem sehen wir Hasenmäuse und sogar einen Fuchs am Weg zur Desierto Dalí – Landschaft die an die Gemälde von Dalí erinnert. Wir fahren zu den Geysers Sol de Mañana wo uns Schwefelgeruch und Rauchwolken begrüßen. Den Abschluss bildet heute das “Eduardo Abaroa“-Reservat mit der Laguna Colorada, einer der drei größten Seen in den bolivianischen Anden. Die Lagune schimmert in unterschiedlichen Rottönen – die Färbung entsteht durch rote Algen und einem sehr hohen Mineralstoffgehalt. In der 60 km² großen sehr flachen Lagune fressen sich die Flamingos durch den roten Plankton während am Ufer Lamas grasen. Auch bei unserem Quartier bekommen wir heute Lama-Besuch – denn hier lässt es sich bestens windgeschützt übernachten.

Auch am dritten Tag gibt es wieder Lagunen mit Flamingos und zwischendurch einige interessant geformte Felsen zu besichtigen. Heute nächtigen wir in einem Salzhotel – hier sind Wände, Tische und Sesseln aus Salz. Nachdem wir unseren Nachmittagstee genossen haben, geht es dann noch in die Salar de Uyuni, der mit über 10.000 km² größten Salzwüste der Welt. Gebildet wurde die Salzkruste durch das Austrocknen von prähistorischen Seen vor über 10.000 Jahren. Bis zum Horizont erstreckt sich die Salzkruste mit ihren gesteppten polygonalen Salzmustern. Neben Salz wird hier auch Lithium abgebaut und dazwischen tummeln sich jährlich viele Touristen um Fotos in diesen unendlichen Weiten zu machen. Wir sind heute hier um den Sonnenuntergang zu genießen, dazu bekommen wir einen etwas giftig wirkenden blauen Trank serviert – zwecks dem Farbkontrast.

Am vierten und letzten Tag heißt es früh aufstehen, denn heute geht es zum Sonnenaufgang auf die Isla Incahuasi, einer von Kakteen überzogenen Insel inmitten der Salzwüste. Als wir die Insel erklimmen ist außer unserem nur ein weiterer Jeep hier, also können wir die Ruhe vor dem Sonnenaufgang genießen – die meisten Jeeps erreichen die Insel erst nach Sonnenaufgang. Nachdem wir die Aussicht auf die Salzkruste ausgiebig genossen haben gibt es am Fuß der Insel Frühstück, dann spazieren wir ein Stück um die Insel bevor wir irgendwo in die Mitte der Salzwüste fahren um dort die obligatorischen Fotos und Videos zu machen bei denen man mit der endlosen Weite und der Perspektive spielt. Im Anschluss stoppen wir noch beim Dakar Monument. Das Monument wurde errichtet, als die Strecke der Dakar Rally noch bei Uyuni vorbeiführte. Nachdem wir den großen Teil des Vormittags in der Salzwüste verbracht haben ging es nach Uyuni – genauer gesagt zum dortigen “Eisenbahnfriedhof”. Hier tummeln sich so viele Leute wie wir schon lang nicht mehr gesehen haben zwischen einigen Eisenbahnwracks. Die Lokomotiven sind übrig geblieben als in den 1940er Jahren die meisten Edelmetallminen aufgegeben wurden, die örtliche Industrie zusammenbrach und kaum mehr Eisenbahntransport statt fand. Ein letztes Mal wurden wir noch bekocht bevor wir dann in Uyuni abgesetzt wurden.

Sightseeing in Uyuni war schnell erledigt, aber zum Glück gibt es ein Cafe das erkannt hat wie man bei Touristen punktet und somit Treffpunkt aller Touristen, die sich in dieser eher wenig schönen Stadt aufhalten, ist.

Salta und Cafayate

Wir suchen den richtigen Busstop und warten dann auf unseren Bus der uns über Nacht direkt nach Salta fährt. In Salta angekommen ist die Temperatur gleich wieder angenehmer.

Das Sightseeing-Programm konzentriert sich hier wieder auf den Hauptplatz mit Kirche und altem Cabildo (Rathaus), diesmal in weiß. Außerdem schauen wir uns das Museum für Hochgebirgsarchäologie an. Hier gibt es einiges an Informationen über die Inka und ihre Rituale. Im Museum ist immer eine von drei Mumien ausgestellt die knapp unterm Gipfel des Vulkan Llullaillaco (6739 m) an der Grenze zwischen Argentinien und Chile in einer Capacocha-Zeremonie geopfert wurden und dort über lange Zeit aufgrund der Kälte konserviert blieben – die Mumien zählen weltweit zu den besterhaltensten. Begraben wurden die geopferten Kinder mit über 100 Beigaben nachdem sie eine lange Pilgerreise hinter sich hatten und man ihnen Alkohol und Koka verabreicht hat.

Wir genießen das kulinarische Angebot in der Stadt, vor allem die leckeren Empanadas und das ein oder andere gute Steak bevor wir noch einen Abstecher nach Cafayate machen.

Cafayate ist das zweitwichtigste Weinanbaugebiet Argentiniens, die Weinberge liegen hier auf über 1700 m Höhe und sind für den Torrontes-Wein bekannt. Die Stadt ist gemütlich, ein begrünter Hauptplatz an dessen Rändern sich neben der obligatorischen Kirche Restaurants reihen. Zwei bis drei Blocks abseits finden sich dann in alle Richtungen Bodegas die Weinverkostungen zu großteils sehr günstigen Preisen anbieten – uns stehen also gemütliche Tage mit viel Wein bevor.

Am ersten Tag spazieren wir zu einem Weingut etwas außerhalb der Stadt, hier genießen wir die ein oder andere Flasche Wein inkl. guter Aussicht. Die nächsten Tage nehmen wir uns die Bodegas in der Stadt vor – weit muss man hier nie gehen, manchmal reicht es einfach die Straßenseite zu wechseln. Wir kosten uns durch das Angebot und machen auch einen Halt im Weinmuseum. In den Gassen treffen wir einmal auch auf einen Esel, der sich dann das Gras am Hauptplatz schmecken lässt, bevor er sich seinen Kollegen anschließt die von Motorrädern quer durch die Stadt zu ihrem Nächtigungsplatz getrieben werden.

Neben Wein gibt es im Umland entlang der Ruta Nacional 68 die Quebrada de las Conchas: ein ca 75km langer relativ enger Talabschitt mit rötlichen Felsformationen – geformt durch Wind- und Wassererosion. Beim Herfahren gab es schon einen Vorgeschmack im Vorbeifahren, jetzt machen wir noch eine Tour um etwas länger verweilen zu können. Es gibt einige Stopps, wo wir immer etwas durch die Felsen spazieren können. Der letzte Stopp ist La Garganta del Diablo, eine tiefe und geschlossene Schlucht die wir ein Stück entlang klettern, dann geht es wieder retour in die Stadt.

Gegessen werden hier (von uns) hauptsächlich Empanadas – bei ca. 14 verschiedenen Sorten wird es nicht langweilig und wir gönnen uns gleich an mehreren Tagen ein 12er Set verschiedener Sorten. Außerdem probieren wir endlich auch Alfajores – ein Doppelkeks mit Dulce de Lece gefüllt.

Nach einigen Tagen Weingenuss und Empanandas geht es wieder retour nach Salta. Inzwischen hat der neue Argentinische Präsident sein Amt angetreten und den Peso um mehr als 50% entwertet – für uns heißt es somit schnell weiter reisen. Wir machen noch einen kurzen Stop in Tilcara bevor es für uns ein neues Land zu entdecken gibt.

Paraguay

Wir sind also im Dreiländereck: Argentinien haben wir schon bereist, in Brasilien waren wir einen Tag als wir die Iguazú Wasserfälle besichtigt haben – fehlt also noch Paraguay. Die Grenzstadt Ciudad del Este genießt nicht wirklich einen guten Ruf, aber wir entscheiden uns trotzdem für die Reise nach Paraguay. Mit dem Bus geht es direkt nach Ciudad del Este, wieder mit einem Stop an der argentinischen Grenze zwecks Ausreise. Dann geht es wieder ohne Stop an den brasilianischen Grenzen vorbei und an der Grenze zu Paraguay bleibt der Bus eigentlich auch nicht stehen – aber wir wollen ja weiterreisen, daher dürfen wir an der Grenze aussteigen, um uns den Einreisestempel abzuholen (der Bus fährt ohne uns weiter).

Bekannt ist Ciudad del Este vor allem als Shopping-Metropole unter Brasilianern, hier gibt es vor allem Shoppingcenter und es geht um die Welt von der Shoppingmall Paris nach Shopping China. Da es regnet schauen wir uns hier halt auch um und beobachten die Kundschaft wie sie Unmengen an eher weniger notwendigem Zeug in ihre neu erworbenen Koffer stopfen. Was es hier noch gibt ist der Itaipú-Staudamm an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien. Das Wasserkraftwerk am Rio Paraná ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder und deckt ca. 80% von Paraguays und 10% von Brasiliens Stromverbrauch. Wo heute Stausee und Staudamm sind war früher Regenwald, riesige Wasserfälle und Lebensraum für Ureinwohner und lokale Fauna, die Betreiber fokussieren sich aber im Marketing auf die grüne Stromerzeugung. Aufgrund durchgehend starken Regens und einer ohnedies wenig schönen Stadt (wir haben kein einziges Foto gemacht), haben wir die Besichtigung des Staudammes ausgelassen und sind nach Asunción, der Hauptstadt Paraguays weitergereist.

In Asunción war es vor allem eines: heiß. Unseren Stadtspaziergang haben wir mit langen Pausen in kühlen Museen und Kirchen versehen: Vom Hafen gings zu einem Kunstmuseum, dann vorbei am Regierungssitz Palacio López. Dass man die Spazierwege durch den Park davor hier nicht entlang gehen darf muss man wissen – abgesperrt sind nämlich ausschließlich die Straßen, aber ein kurzer Pfiff des Sicherheitspersonals und man weiß spazieren ist hier nicht erwünscht. Weiter geht es vorbei am Pantheon bis zum alten Rathaus, natürlich wieder in rosa. Hier gibt es eine Ausstellung über die Einwanderungsgeschichte. Weiter geht es in die örtliche Kathedrale und zum Abschluss zur Estación Ferrocarril, dem Bahnhof. Züge gibt es hier aber schon seit einiger Zeit nicht mehr, dafür sind hier einige Katzen und ein Museum der Geschichte der hiesigen Eisenbahn – nachdem die Britische Verwaltung sich nicht mehr kümmerte war es auch mit der Eisenbahn schnell vorbei.

Die restlichen Tage haben wir versucht herauszufinden, ob wir hier ohne überteuerter Touren oder privatem Fahrzeug weiter ins Hinterland vordringen können – das hat sich als schwer möglich erwiesen. Auch die Flussschifffahrt am Handelsschiff die wir in Erwägung gezogen haben fiel aus, da wir von anderen Backpackern erfahren haben, dass das Schiff gerade defekt ist. Die Jesuitenmissionen hätten wir zwar wahrscheinlich erreicht, Ruinen und Steine erschienen uns aber gerade nicht so einladend (das kommt dann ohnedies noch zu Genüge). Wir verbrachten dafür gemütliche Tage im Hostel, hier gab es einen Pool und es war immer was los – die Franzosen waren hier in der Überzahl, aber auch einige Deutsche sowie einen Australier haben wir hier kennengelernt und die Zeit genossen.

Gemeinsam mit einem französischen Pärchen machen wir uns dann auf Paraguay wieder Richtung Argentinien zu verlassen. Den richtigen Halt für den Bus zu finden war nicht so einfach, aber irgendwann standen wir dann am richtigen Eck (die Infos der Einheimischen waren nur teilweise hilfreich). Zuerst tingelt der Bus über eine Stunde durch den Stau in der Stadt – der Bus-Schaffner ist zwischendurch für seine Einkäufe einfach ausgestiegen, dann geht es flott zur Grenze. Wir arbeiten uns durch die Marktstände und biegen dann irgendwann zwischen zwei Standlern ab und spazieren über eine kleine Fußgängerbrücke über die Grenze. Dann geht es zuerst zum Grenzschalter von Paraguay und gleich daneben zu dem von Argentinien. Eine kurze “Kontrolle” bei der nur schnell der Deckel vom Rucksack geöffnet wird (da sieht er eh nicht viel) und wir sind wieder in Argentinien.

Iguazú-Wasserfälle

Von Buenos Aires geht es nocheinmal in den Norden zum Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay. Wir beziehen unser Quartier auf der argentinischen Seite im kleinen touristischen Puerto Iguazú. Die Hauptstraße besteht aus Restaurants, die um Kunden buhlen, dazwischen die lokalen Kinder die um Essensreste betteln und Bruchstücke der nahegelegenen Edelsteinmine Wanda an die Touristin bringen wollen.

Da wir ja bereits in Argentinien sind, entschließen wir uns die argentinische Seite der Wasserfälle zuerst zu erkunden. Stündlich fährt ein Bus direkt zum Eingang des Nationalpark Iguazú. Dort angekommen holen wir uns unser Ticket und können auch gleich los spazieren. Durch den Park führen Holzstege, die einen auf unterschiedlichen Routen an den Wasserfällen vorbei führen. Wir starten mit dem Paseo Superior bei dem man an der Abbruchkante der Wasserfälle entlang spaziert und man somit ganz nah am Wasser ist. Weiter geht es dann am Paseo Inferior entlang einzelner Wasserfälle und im zweiten Teil mit Blick auf die Fälle an denen man zuvor entlang spaziert ist. Auf dieser Route sehen wir dann auch eine Gruppe südamerikanischer Nasenbären durch den Wald flitzen. Wir beobachten die kleinen und großen Nasenbären wie sie in allen Ritzen ihre Nase versenken – sehr süß sind sie. Eigentlich gäbe es dann noch eine größere Runde zum Gargante del Diabolo, dem Teufelsschlund, wo ein Steg einen quer über den Rio Iguazú in die Mitte der Wasserfallwand führt. Dieser Steg ist eigentlich das Highlight auf der argentinischen Seite, allerdings haben die starken Regenfälle Anfang November den Steg weggespült, somit fällt die Zugfahrt dorthin und der nasse Ausblick zur Zeit aus. Wir haben dann noch den letzten verbliebenen Wanderweg in Angriff genommen. Der Weg endet an einem kleinen Wasserfall – im Vergleich zu dem bisher gesehenen eher unspektakulär, aber auf diesem Waldweg geht es auch eher um die Tierwelt. Gleich zu Beginn weist uns ein Warnschild auf das richtige Verhalten bei einer Begegnung mit Pumas oder Jaguaren hin – gesehen haben wir aber leider (oder zum Glück?) keine, dafür aber eine Gruppe Haubenkapuzineraffen, die sich über uns hinweg geschwungen haben.

Am nächsten Tag geht es also auf die Brasilianische Seite, auch hier gibt es einen Bus der uns direkt von Puerto Iguazu bis zum Eingang fährt – diesmal allerdings mit einem Halt an der argentinischen Grenze um das Land ordnungsgemäß zu verlassen. Ein Stop auf der brasilianischen Seite ist nicht vorgesehen, hier fährt man einfach über die Grenze. Beim Parkeingang angekommen holt man sich ein Ticket mit einem Timeslot und stellt sich dann an um auf den Bus zu warten, der die Besucher zum Spaziersteg bringt. Trotz ewig langer Warteschlange fahren manche Busse mit freien Sitzplätzen – könnte man besser machen… Irgendwann sitzen wir dann aber doch im Bus und fahren zum Start des Wanderweges (die besonders Faulen bleiben gleich sitzen und fahren bis zum Ende des Wanderweges weiter, dort geht’s dann mit dem Aufzug gleich direkt zu den Highlights). Wir genießen die unterschiedlichen Blicke auf die Wasserfälle entlang des Weges und sehen auch Eidechsen und den ein oder anderen Vogel. Am Ende des Weges hat man dann einen sehr guten Überblick über die Dimension des Wasserfallsystems und es gibt auch einen Steg, bei dem man zwischen zwei Kaskaden noch näher ans Geschehen kommt und dabei ziemlich nass wird. Zum Abschluss geht’s dann nach oben auf Höhe des Rio Iguazú, von wo aus man noch einmal ein spektakuläres Panorama genießt.

Zwei Tage haben wir bei den Iguazú Wasserfällen verbracht und unterschiedliche Perspektiven genossen. Die Wasserfälle erstrecken sich über 2800m und sind bis zu 80m hoch (können also was die Höhe betrifft nicht mit den Krimmler Wasserfällen mithalten, dafür sind sie breiter). Als Herzstück gilt die Gargante del Diablo, eine U-förmige Schlucht in der von allen Seiten Wasser in die Tiefe rauscht. Die eher weniger hübsche braune Farbe ergibt sich aus dem gelockerten Erdreich der Flächen des ehemaligen Regenwaldes, das bei starkem Regen in den Rio Iguazú gespült wird. Wir hatten zwar weder blauen Himmel noch wunderschön klares Wasser, aber die Wasserfälle sind definitiv sehr gigantisch und faszinierend und wir haben die Zeit hier sehr genossen.

Buenos Aires

Eine weitere Nacht im Bus und wir sind in der Hauptstadt Argentiniens. Das Programm der nächsten Tage: gemütliche Stadtspaziergänge und Essen.

Den ersten Tag spazieren wir zum Hauptplatz und erkunden dann die Umgebung unseres Hostels. Für unseren ersten Abend in Buenos Aires finden wir ein nettes Steakrestaurant. Empanadas als Vorspeise, Steak mit Pommes, Salat und eine Flasche Malbec Wein aus Mendoza bekommen wir hier für umgerechnet ca. € 15 – ein günstiges und sehr gutes Abendessen.

Den nächsten Tag starten wir mit einer Walkingtour, knapp vier Stunden führt uns ein Einheimischer durch die Stadt und gibt uns Informationen und auch Einblicke in die aktuelle politische Situation – die Stichwahl der beiden Präsidentschaftskandidaten steht kurz bevor. Die Tour führt uns vom Teatro Colón (eines der besten Opernhäuser der Welt), durch das Botschaftsviertel mit seinen Palästen bis vor den Recolette Friedhof. In Buenos Aires ist gerade alles in lila Blüten getaucht – sehr hübsch, aber da quält dann auch der Heuschnupfen. Nach der Tour holen wir uns Empanadas zur Stärkung und gehen dann zur El Ateneo Grand Splendid – einer Buchhandlung in einem ehemaligen Theater. Auf dem Weg zur Brauerei übt Alex den Tango Grundschritt – die Schrittfolge ist im Gehsteig eingelassen und wird gleich von einer netten Dame angesprochen die uns fragt, wo wir her kommen und uns einen schönen Aufenthalt wünscht. Zum Abendessen gibt es heute Pizza, auch sehr typisch in Argentinien aufgrund des großen Anteils an italienischen Einwanderern und dazu probieren wir Fernet Cola, ein Kultgetränk in Argentinien.

Eine weitere Walkingtour startet beim Parlament und geht vorbei am Palacio Barollo – einem Bürohaus inspiriert von Dantes Werk “Die Göttliche Komödie”. Die Ausgestaltung der Innenarchitektur ist von unten nach oben in Hölle, Fegefeuer und Himmel gegliedert. Die Tour bringt uns bis zum Plaza de Mayo. Hier findet man auch die Catedral Metropolitana de Buenos Aires (bis 2013 die Wirkungsstätte des jetzigen Papstes) und das auffällige rosafarbene Rathaus, die Casa Rosada. Außerdem demonstrieren hier immer noch wöchentlich die Madres de Plaza de Mayo – eine Organisation argentinischer Frauen, deren Kinder unter der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) verschwanden. Rund 30.000 Menschen wurden verschleppt, gefoltert, die meisten getötet, aus dem Flugzeug über dem Meer abgeworfen. Nur wenige Fälle sind bis heute aufgeklärt. Die Organisation gilt als eine der wichtigsten Menschenrechtsorganisationen Argentiniens.

Wie flanieren außerdem durch das Viertel San Telmo. Hier gibt es das hübsche Marktgebäude des Mercado San Telmo und viel gutes Essen – wir holen uns hier Empanadas und einmal auch ein Choripán – typisch argentinisches Streetfood: ein Sandwich mit einer halbierten Chorizo und Chimichurri. Am nahegelegenen Plaza Dorrego kann man dann während des Essens Tango Tänzer beobachten.

Ein Ausflug in eines der berühmtesten Viertel der Stadt nach La Boca darf natürlich auch nicht fehlen. Hier gibt es bunte Häuser und eines der berühmtesten Fußballstadien Südamerikas, das blau-gelbe La Bombonera. Außerdem ist Maradona allgegenwärtig. La Boca ist entsprechend extrem touristisch, die Kreuzfahrtschiffe legen am nahegelegenen Hafen an und spucken ihre Gäste nur so aus in die kleinen Gassen. Dort freuen sich die in schicke Tango-Outfits gehüllten geschäftstüchtigen Einheimischen und knöpfen den Touristen ihre Dollar für ein gemeinsames Foto ab. Ein Viertel das schon nett zu sehen ist, faszinierend zu beobachten sind die Touristenmassen die in überteuerten Restaurants ihr Geld lassen – wir sind dann schnell wieder weg und holen uns unser Essen in San Telmo, zu vernünftigen Preisen.

Außerdem spazieren wir auch ins Viertel Puerto Madero und flanieren entlang des Hafenbeckens über das sich auch die Puente de la Mujer (Frauenbrücke) des Architekten Santiago Calatrava spannt. Unser geplanter Spaziergang durch den dortigen Park (Reserva Ecólogica Costanera Sur) wird leider von der Präsidentenwahl behindert – sämtliches Sicherheitspersonal ist wohl anderswo im Einsatz und der Park daher geschlossen. Den Wahlabend verbringen wir dann in unserem Hostel und verfolgen die Berichterstattung mit den einheimischen Dauerbewohnern.

Zum Abschluss besichtigen wir noch den Recolette Friedhof – eine eigene kleine Stadt. Hier haben sich Reich und Schön ihr letztes imposantes Denkmal gesetzt, es reiht sich eine aufwändig gestaltete Grabstätte an die andere. Ein ziemlicher Platz- und Resourcenverbrauch der hier betrieben wird. Die berühmteste “Bewohnerin” hier ist wohl Eva Perón Duarte “Evita” und sie bekommt immer noch frische Blumen.

Wir haben unseren Aufenthalt in Buenos Aires einige Male verlängert, die Stadt gefällt uns, hat ein breites kulinarisches Angebot, und zu sehen gibt es auch genug – und das dank des Blue Dollar zu einem unschlagbaren Preis. Gesehen haben wir bei weitem nicht alles, aber wir hatten es hier sehr gemütlich und haben uns einfach treiben lassen.

Córdoba

Der gemeine Österreicher verbindet Córdoba hoch erfreut mit Fußball, denn hier gab es das Wunder von Córdoba – wie uns Wikipedia informiert hat nennen es unsere Nachbarn die Schmach von Córdoba. Cordoba 1978, 3:2 für Österreich gegen West-Deutschland und die berühmte Moderationssequenz von Edi Finger: “Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! Tor! I wer’ narrisch!”.

In Argentinien ist Córdoba für die älteste Universität des Landes bekannt, die Stadt gilt auch heute als Studentenstadt und wird auch La Docta – „die Gelehrte“ genannt. Gegründet 1613 von den Jesuiten befindet sich die Universität im Manzana de los Jesuitas (Jesuitenblock), dem Herzstück der Jesuiten-Missionen Südamerikas. Wir machen eine Führung durch den Kern des Jesuitenblocks in der wir die Jesuitenkirche La Companía de Jesús und die Universität mit der Universitätsbibliothek besichtigen. Die Führung gibt es sogar auf Englisch und ist sehr interessant – wir sind aber wieder einmal die einzigen Teilnehmer.

Cordoba liegt nahezu im Zentrum Argentiniens und lädt neben dem Jesuitenblock zum besichtigen weiterer Kolonialbauten ein. Typisch für Südamerika gibt es einen Hauptplatz um den sich einige wichtige Gebäude reihen – immer dabei sind eine Kirche und das Rathaus. Wir besichtigen die Kathedrale (Iglesia Catedral de Cordoba) und das Rathaus (Cabildo de la Ciudad de Cordoba) am Plaza San Martin. Etwas außerhalb vom Zentrum schauen wir uns auch noch die bunte Iglesia de Los Capuchinos an.

Auch in Cordoba gibt es einen Bahnhof, also probieren wir natürlich wieder unser Glück ein Ticket für den Zug zu bekommen. Zweimal die Woche fährt hier der Zug ab, leider aber auch hier wieder ohne uns – Zugfahren ist in Argentinien einfach nichts für Spontane.

Mendoza

Wir fahren durch die Pampa und kommen nach einer Nacht im Bus in Mendoza an. Anstatt Bier und Schokolade gibt es hier Wein – denn Mendoza ist die wichtigste Weinbauregion Argentiniens, besonders bekannt für Malbec.

Nachdem wir in der Früh ankommen gibt es zuerst typisches Argentinisches Frühstück: Cafe und ein kleines Croissant – das hier Medialuna (Halbmond) heißt. Dann geht es ans Erkunden der Stadt durch die Straßen zu den 5 Plätzen. Der Mittelpunkt ist Independencia und im Viereck herum San Martin, Chile, Italia und España. Besonders hübsch ist die Stadt ja nicht, aber wir sind ja auch vor allem für den Wein hier, und der steht die nächsten Tage am Programm.

Wir machen einen Ausflug in die Region Maipú südöstlich der Stadt zu den Weinkellern – wir machen Führungen auf den Weingütern mit anschließender Verkostung. Außerdem kommen wir bei einer Olivenölproduktion vorbei – selbstverständlich wird auch hier verkostet. Nachdem es in Mendoza quasi nie regnet wird hier ausschließlich mit Gletscherwasser bewässert. Das zugehörige Kanalsystem mit Schiebern ist hier überall sichtbar. Den Abend lassen wir dann mit einem Argentinischen Steak und einer Flasche Rotwein ausklingen.

Was in Argentinien irgendwie auch dazu gehört: eine Runde reiten. Padrillo und Bono warten schon auf uns, mit unserem Guide reiten wir dann durch das umliegende Hügelland mit blühenden Kakteen und Blick auf die Anden. Im Anschluss gibt es – wie könnte es auch anders sein: Empanadas und Wein.

Dann geht es auch schon wieder weiter, an einen Ort an dem österreichische Fußball-Geschichte geschrieben wurde…

Bariloche

Nachdem das regnerische Wetter in Chile anhält, ziehen wir weiter. Wir ergattern die letzten Sitzplätze im Bus und es geht einmal über die Anden nach Argentinien und damit ins nächste Land. Die Ausreise geht flott, dafür hat Theresia jetzt den Ausreisestempel unter Amtliche Vermerke (eine Aufgabe hätte der Grenzbeamte gehabt….). Dafür stand der Bus bei der Einreisegrenze ewig in der Schlange hinter den LKW, bevor unser Fahrer die Geduld verloren hat und wie sämtliche PKW auf der Gegenfahrbahn überholt hat.

Wir quartieren uns in Bariloche ein, wo wir endlich wieder Sonne haben. Bariloche liegt am Ufer des Nahuel Huapi, hat einiges an Craft Bier und Unmengen an Schokolade und vor allem ist es hier dank des Blue Dollar (dem Schwarzmarkt zum Geld Wechseln) endlich wieder einmal günstig für uns. Wir machen einen Ausflug zum Nationalpark Llao Llao, spazieren durchs Centro Cívico genießen das lokale Bier und natürlich auch Schokolade.

Nachdem die Bergwelt um Bariloche noch mit sehr winterlichen Verhältnissen aufwartet und auch die Wettervorhersage weiteren Niederschlag ankündigt sind keine Wanderbedingungen für unseren Ausrüstungsgrad in Sicht, also entscheiden wir uns weiter zu reisen.

Hoffnungsvoll spazieren wir zum Bahnhof und wollen Tickets für den einzigen Zug der hier fährt buchen. Zwei Mitarbeiter sitzen in der großen Bahnhofshalle an den Schaltern, wir bestellen, der Schaltermitarbeiter gibt die Daten ein …. und scheint überrascht: der Zug ist ausgebucht – man könnte meinen er hätte das bei einem Zug pro Woche auch ohne der Suchfunktion wissen können – zumal der Zug nicht nur diese Woche sondern zumindest bis Jahresende ausgebucht ist. (Wir fragen uns immer noch wozu 7 Tage die Woche zwei Mitarbeiter vor Ort sitzen die nichteinmal über die Buchungslage des nächsten Zuges informiert sind.) Wenn der Zug uns nicht will nehmen wir eben den Bus und fahren nicht an die Küste sondern bleiben im Landesinneren, und nachdem es im Süden noch kalt und viel zu regnerisch ist, geht es eben wieder in den Norden.

Atacama Wüste und hinunter in den kleinen Süden

Vom idyllischen Valle de Elqui, in dem die Gästeanzahl sehr überschaubar war, geht es über La Serena über Nacht weit hinauf in den Norden bis nach Calama. Zu Fuß geht es am Gefängnis vorbei zum regionalen Busstop und weiter nach San Pedro de Atacama. San Pedro ist gleich um einiges besser besucht und besteht hauptsächlich aus einer belebten Hauptstraße an der sich Touranbieter an Touranbieter reiht, nur unterbrochen von Restaurants die ebenfalls um die Touristen buhlen. In den angrenzenden Querstraßen ist das Angebot ausgedünnter aber sehr ähnlich, dann gibt es noch einen Hauptplatz und eine Kirche. Irgendwie ist die Stadt (oder Straße) aber trotzdem ganz nett – und wenn man nur lang genug sucht findet man sogar den Supermarkt versteckt und nur durch den Gastgarten des angrenzenden Restaurants zu erreichen.

San Pedro ist aber ohnedies nur die Basis für Ausflüge in die Umgebung. Wir begutachten also das Touren Angebot und stellen fest, dass ohnedies alle die gleichen Touren zu nahezu identen Preisen anbieten. Nachdem wir uns für einen der unzähligen Tourenanbieter entschieden haben geht es für uns am nächsten Tag ins Valle de la Luna (Tal des Mondes), einem Tal der Cordillere de la Sal. Die Schichten aus rotem Sedimentgestein haben sich durch tektonische Aktivitäten aufgefaltet, wodurch die Oberfläche der Wüstenlandschaft nun optisch einer Mondlandschaft ähnelt – daher der Name. Wir bleiben bei einigen Steinformationen stehen, unter anderem bei den Las Tres Marías und genießen zum Abschluss den Sonnenuntergang über der Wüste.

Am nächsten Tag geht es zuerst vorbei am südlichen Wendekreis inkl. Hinweisschild in die Altiplano-Zone der Chilenischen Anden. Es geht zur wunderschön rötlich gefärbten Landschaft, den Piedras Rojas in der Salar de Aguas Calientes – die Färbung der Steine entsteht durch die Oxidation des Eisens. Weiter geht es in die Anden zur Laguna Miscanti, einem Salzsee auf 4140 m Höhe der am Fuß des Vulkans Miscanti liegt. Am Ufer des Sees nisten Flamingos und Rüsselblässhühner (Tagua Cornuda) – letzteren hat die Covid Ruhe laut unserem Tourguide sehr gut getan, denn sie sind nun wieder regelmäßig und in größerer Zahl zu sehen, außerdem sehen wir in der Gegend auch Vicuñas (die übrigens zur Familie der Kamele zählen). Am Weg durch die Salar de Atacama sehen wir außerdem eine Herde Alpacas, bevor es zur Laguna Chaxa geht – eine Lagune in der Salzwüste an der sich die Flamingos tummeln.

Tour Nummer drei (und damit die letzte Tour unseres Aufenthaltes) führt uns in aller Früh zu den El Tatio Geysiren. Am Fuß des Vulkankraters des El Tatio Vulkanes befindet sich ein Geothermalgebiet mit Geysiren und heißen Quellen. Es handelt sich um das größte Geysirfeld der Südhalbkugel mit ca. 30 dauerhaft aktiven Geysiren. Der Weg dorthin im Morgengrauen führt zuerst entlang einer Serpentinenstraße (hinter den Mietwägen reihen sich die Tourbusse nur kurz und definitiv widerwillig ein), dann geht es durch die Weite der Atacama – hier gäbe es eigentlich auch eine Straße der man folgen könnte, die Tourbusse fahren aber überall anders, nur nicht auf der Straße. Wir spazieren zwischen den Geysiren, nicht ohne dem regelmäßigen Hinweis, das auch vermeintlich intelligente und reiche Touristen ab und an in die Geysire fallen und wir doch bitte Abstand halten sollen. Nachdem wir das Geysirfeld ausreichend begutachtet haben gibt es etwas abseits Frühstück. Dann gibt es noch einen Stop beim Vado Río Putana wo wir wieder Vicuñas, Flamingos und andere Seevogelarten mit dem 5890 m hohen Putana Vulkan im Hintergrund beobachten können. Zwei verschiedene Flamingo Arten können wir dann noch bei einem weiteren Stop beobachten bevor es wieder durch wechselnde Vegetation hinunter ins Tal geht.

Wir genießen noch den Nachmittag in San Pedro bevor wir am nächsten Tag wieder in den Süden aufbrechen. Am Weg in den kleinen Süden stoppen wir noch einmal in Santiago, wo wir gemütlich durch das Viertel Barrio Italia schlendern. Außerdem geht es mit der Standseilbahn auf den Cerro Cristobal hinauf um noch einmal von oben auf die Stadt zu schauen – die Aussicht teilen wir heute mit einigen US-Athleten die ihren Auftritt bei den Panamerican-Games schon hinter sich haben.

Viele Bussstunden später kommen wir dann in Puerto Varas an. Am Llanquihue-See gelegen gibt es hier mit den Vulkanen Osorno und Calbuco eine schöne Kulisse – angeblich, denn wir haben tagelang nur Regen und sehen die Vulkane nichteinmal. Somit lassen wir auch den Nationalpark Vicente Pérez Rosales (Chiles ersten Nationalpark) aus, besichtigen dafür aber zumindest die Stadt. Architektur und der “deutsche Verein” weisen eindeutig auf die deutschen Einwanderer hin, die sich hier angesiedelt haben.

Santiago, Valparaíso und Valle de Elquí

Nach einem langen Flug landen wir in Santiago, dank der Datumsgrenze die wir überflogen haben sogar in der Vergangenheit. Es geht ins Hostel und dann spazieren wir etwas übermüdet durch die Stadt – es ist Sonntag und die Stadt wie ausgestorben. Für uns heißt es aber ohnedies bald schlafen gehen. Motiviert starten wir am nächsten Tag den Stadtspaziergang mit dem Festungshügel Cerro San Lucia im Zentrum der Stadt für einen ersten Blick von oben. Es geht weiter, wobei die Stadt nahezu noch verlassener und einsamer ist als am Sonntag. Sämtliche Geschäfte und Kirchen haben geschlossen und die Straßen sind teilweise gesperrt also kommen wir nicht einmal zu allen geplanten Stopps unserer Route – im Hostel erfahren wir, dass heute ein Feiertag ist, allerdings nicht welcher und die Internet Recherche lässt uns auch im Dunklen. Die Bierlokale haben aber offen, also gibt es für uns die ersten Kostproben einer lokalen Brauerei. Am nächsten Tag hört man schon in der Früh den Straßenlärm – heute ist überall was los und auch die Kirchen sind offen – und in jeder Kirche in die wir hinein stolpern ist Gottesdienst, mitten am Tag. Wir flanieren durch die unterschiedlichen Bezirke, arbeiten uns durch die Ausstellung im Museum der Menschenrechte und essen Empanadas. Sogar eine Führung durch eine Feuerwache bekommen wir.

Von Santiago geht es zur Küste nach Valparaíso. Hier erwarten uns unzählige Hügel (Cerros) auf denen sich bunte Häuschen aneinander reihen, dazwischen Streetart, Schrägaufzüge und bunte verwinkelte Stiegenaufgänge. Viel auf und ab und Abends Pisco Sour.

Für uns geht es weiter Richtung Norden. Nach einer Nacht in La Serena fahren wir nach Vicuña, dem Geburtsort der Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral. Wir sind damit im Zentrum des Valle de Elqui – auch als Obstgarten Chiles bekannt. In der Region werden unter anderem die Trauben für den Pisco angebaut. Wir machen einen Ausflug ins Dorf Pisco Elqui – wie der Name vermuten lässt wird hier Pisco hergestellt und verkostet. Das satte Grün in den Tälern, dass sich auch teilweise etwas die Hänge hinauf fortsetzt steht im Gegensatz zu den trockenen Hügeln – Regen gibt es hier selten, die Bewässerung erfolgt ausschließlich über den Fluss der sich durch das Tal schlängelt.

Am Dorfplatz vorbei spazieren wir aus dem Ort hinaus und landen in der kleinen Familien geführten Distillere Pisco Doña Josefa. Wir bekommen gleich zum Start einen Pisco Sour und dann eine private Führung durch die kleine Brennerei – sogar auf Englisch. Im Anschluss verkosten wir noch sämtliche Pisco Variationen. Verarbeitet werden hier die Trauben Moscatel Pedro Jiménez und Rosada Pastilla oder Moscatel de Austria. Wir spazieren wieder in die Stadt, wo wir bei der Brennerei Mistral auch noch eine Führung inklusive Verkostung mitmachen, diesmal auf Spanisch – zum Glück wissen wir jetzt schon über die Herstellung bescheid.

Wieder retour in Vicuña landen wir in einer Art Faschingsparade der Pensionistenvereine. Jeder Pensionistenclub fährt mit einem geschmückten Auto, auf dem meistens die jeweilige etwas ins Alter gekommene “Prinzessin” auf einem Sessel Platz nimmt – meistens auf der Ladefläche, in Ausnahmen ist der Sessel auch am Dach montiert oder die Prinzessin muss selbst gehen.