Nelson Tasman, Marlbourough und Christchurch

Nach regnerischen Tagen kommen wir in Nelson an, hier übernachten wir auf einem Parkplatz im Stadtzentrum. Wir machen uns gleich auf den Weg in eine ausgediente Kirche, die ein belebtes Beisl mit einer guten Craft Bier Auswahl beherbergt – hier stoßen wir auf Alex’ Geburtstag an. Tags darauf geht es in den Abel Tasman Nationalpark wo wir die jeweiligen Randstücke des langen Küstenwanderweges als Tageswanderungen machen. Einmal geht es bei durchgehend guter Küstensicht bis zur Apple Tree Bay (Apfelbaum war hier keiner zu sehen) und Tags darauf zum Separation Point. Auf unserem Standplatz haben wir sogar einmal Schaf-Besuch – sehr herzig und flauschig, aber behalten können wir das Schaf ja leider nicht.

Bei Wind und Wetter versuchen wir zum Wharariki Beach zu kommen, starker Wind und messerscharfer aufgewirbelter Sand lassen allerdings nicht zu, dass wir die Archway Islands, eine ikonische Steinformation bekannt vom alten Windows-Lockscreen, zu sehen bekommen. Wir gehen also wieder über die Weide retour, bei den Schafen ist es ja auch sehr fein. Ein paar Weiden daneben befindet sich mit dem Cape Farewell noch der nördlichste Punkt der Südinsel zu dem wir uns trotz Wind noch durchkämpfen bevor es wieder nach Nelson zu Bier und Burger geht.

Für uns geht es weiter durch die Gegend rund um Marlborough Sound. Wir genießen Jaffles bei bester Aussicht auf den Pelourus Sound und spazieren durch ein sehr ruhiges Pikton – heute sind sämtliche Fährverbindungen auf die Nordinsel wetterbedingt abgesagt. Wir Campen in Blenheim und wollen am nächsten Tag die Weingegend erkunden. Das Zentrum Renwick ist allerdings nicht sonderlich einladend, also kaufen wir uns im Supermarkt einen lokalen Wein und fahren weiter entlang der Küste. Wir kommen bei rosa farbenen Salzbecken vorbei inklusive einem Hinweisschild direkt neben dem Salzberg “no salt available here”, das “for sale” hätten sie ruhig auch noch ergänzen können. Wir stoppen an einigen Aussichtspunkten mit Küstenblick und vielen stinkenden Robben (leider sind auch ein paar tote dabei), bevor wir zu unserem Campingplatz am Strand fahren – bei nur sechs Plätzen haben wir Glück noch einen zu ergattern.

Den nächsten Tag verbringen wir in Kaikoura. Wir spazieren entlang der Küste vorbei an unzähligen Robben die überall entlang des Spazierweges rasten und flanieren durch die Stadt. Am Abend verkosten wir die Biere des lokalen Brewpubs und können dann direkt vor unserem Campingbus den Sonnenuntergang am Strand genießen.

Nach einem letzten gemütlichen Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Bus. Wir packen wieder unsere Rucksäcke und fahren nach Christchurch, wo wir den Camper wieder zurück geben. Den letzten Tag in Christchurch besichtigen wir die Stadt. Zwischen all den Neubauten geht es vorbei an der Baustelle der Kathedrale, die nach dem Erdbeben mühsamst wieder aufgebaut wird und auch an einigen anderen Ecken warten noch Gebäude auf ihre Sanierung. Den Nachmittag verbringen wir mit Postkarten schreiben, Cafe und Craftbier, dann geht es früh ins Bett. Nach einer kurzen Nacht plaudern wir während wir auf unser Taxi warten mit den Heimkehrern der letzten Nacht, dann geht es zum Flughafen von wo aus wir via Sydney über den Pazifik zu unserer nächsten Destination fliegen.

Lakes District und West Coast

Wir verlassen die Milford Road und fahren zum Lake Wakatipu, an dessen Ufer wir eine Nacht Campen. Zwischen See und Hügeln kurven wir das letzte Stück nach Queenstown. Wir entleeren den Grauwassertank, füllen Wasser auf und verlassen Queenstown wieder. Hier ist es ziemlich voll, an der Hauptstraße reihen sich global bekannte Marken aneinander und dazwischen stehen die Leute vor den im Reiseführer genannten Lokalen Schlange – uns überzeugt die Stadt nicht. Etwas außerhalb der Stadt begeben wir uns wieder auf die Spuren von Frodo und Sam, wie sie in Ithilien den Kampf zwischen Faramir und den Waldläufern gegen die Männer und Oliphanten von Harald beobachten.

Weiter geht es entlang des Ufers vom Lake Wakatipu durchgehend in traumhafter Kulisse bis nach Glenochy. Hier genießen wir einen Kaffee während die Tourbusse eine Gruppe nach der anderen zum kurzen Fotostop ausspucken und bald darauf wieder einsammeln.

Für uns geht es dann noch weiter entlang einer Schotterstraße nach Paradise – hier machen wir natürlich auch das obligatorische Foto mit der Ortstafel. Einige Furten später kommen wir dann wieder zu einem Herr der Ringe Drehort – unser eigentlich ausgewählter Campingplatz wäre dann noch ein Stück weiter im Nirgendwo gewesen – da die Furten aber jetzt schon recht tief sind und uns ein Wasseranstieg dann möglicherweiße doch vom Rückweg abschneiden würde drehen wir wieder um zu einfacher befahrbaren Straßen. Wir machen noch einen Abstecher nach Isengard – einem weiteren Herr der Ringe Drehort (den Turm muss man sich halt vorstellen) – bevor wir unseren Camper am Lake Diamond abstellen und den Abend genießen.

Wir fahren wieder an Queenstown vorbei zur Kawarau Schlucht und der Kawarau Brücke: Standort des weltweit ersten kommerziellen Bungeejumpings. Für uns gab es keinen Sprung, die Version das Seil in der Körpermitte anstatt an den Knöcheln zu montieren war nicht so verlockend, dafür spazieren wir ein kleines Stück entlang der Schlucht, die natürlich auch in Herr der Ringe ihren Auftritt hatte. Weiter geht es über die Crown Range – hier ist zwar offiziell keine ausgewiesene Scenic Route, die Strecke ist aber wunderschön. Es geht vorbei an Lake Hawea und Lake Wanaka begleitet von idyllischen Aussichten. Da der Wetterbericht in den kommenden Tagen sogar Schneefall und damit nicht wirklich optimales Wanderwetter meldet und die Straße zur West Coast aufgrund von Murenabgängen nur einspurig befahrbar ist, entscheiden wir uns zügig weiter zu fahren, bevor die Straße erneut komplett gesperrt wird. Für die Wanderungen im Queenstown-Lakes District müssen wir also auf jeden Fall noch einmal nach Neuseeland kommen. Wir fahren nach Makarora, von wo um 4 Uhr Nachmittags ein Konvoi entlang der gesperrten Straße zur West Coast startet. Im Konvoi geht es über den Haast Pass an die West Coast und damit wieder an die Küste.

Am Vormittag starten wir noch bei überraschend gutem Wetter den Spazierweg an dessen Ende man auf den Fox Gletscher sieht. Es geht durch den Regenwald entlang der früheren Moräne bis wir in der Ferne den Gletscher sehen. Im Anschluss geht es zum Lake Matheson – theoretisch hat man von hier einen tollen Blick auf die Neuseeländischen Alpen die sich auch in der Wasseroberfläche spiegeln sollen, wir müssen uns diese Aussicht heute vorstellen. Auch als wir das kurze Stück zum Franz Josef Gletscher spazieren, sehen wir am Ende nur den Nebel in den Bergen hängen.

Nachdem ein sichtbarer Sonnenuntergang den Wolken zum Opfer gefallen ist, verbringen wir eine regnerische und stürmische Nacht in Greymouth an der Küste. Weiter geht es im Regen bis zu den Pancake Rocks, einer Steinformation die wie gestapelte Palatschinken aussieht. Wir haben Glück und können die Felsen in einer Regenpause besichtigen, dann geht es weiter bis nach Nelson – und damit wieder in sonnigere Gegenden.

Southern Scenic Route

Die nächste Destination ist Oamaru und liegt wieder an der Küste. Omaru ist “The Steampunk Capital of New Zealand”, daher gibt es hier auch das Steampunkt HQ – ein Museum in dem wir einen Vormittag verbringen. Neben dem kleinen viktorianischen Stadtkern gibt es hier zwei Pinguinkolonien (Zwergpinguine und Gelbaugenpinguine) und Neuseeländische Seebären. Die Pinguine haben wir nicht gesehen, dafür haben wir die Robben aus unmittelbarer Nähe beim Sonnenbaden beobachten können.

Von hier aus geht es mit einem Zwischenstop bei den Moreaki Felsen nach Dunedin wo wir ein Wochenende verbringen. Samstag Abend geht es zum Rugby und am Sonntag starten wir den Tag mal wieder mit einem Frühstück in einem Cafe bevor wir uns die Stadt anschauen: Kirchen, Streetart und Craft Beer. Weiter geht es auf die Otago Peninsula wo wir Neuseeländische Seelöwen sehen – gleich am Weg zum Strand liegen zwei Weibchen mitten am Weg.

Von hier geht es entlang der Southern Scenic Route nach Owaka in die Catlins. Hier gibt es einen fotogenen Leuchtturm und einige Wasserfälle. Außerdem wollen wir hier unser Glück mit einer Sichtung der stark gefährdeten Gelbaugenpinguine versuchen. Zwei Abende nehmen wir im Beobachtungsverschlag Platz, in der Hoffnung einen der ca. 18 hier lebenden Pinguine zu erspähen – leider aber ohne Erfolg, entschleunigend ist die Zeit jedenfalls. Gelbaugenpinguine gelten als stark gefährdet und sind nur in Neuseeland anzutreffen, damit man aber wirklich einen der wenigen Pinguine sieht braucht es viel Glück. Weiter geht es in die Curio Bay zum Petrified Forest und dann zum Slope Point – dem sehr windigen südlichsten Punkt der Südinsel. Im Regen geht es dann noch zum Waipapa Point Lighthouse – bei dem Wetter zeigt sich aber keine der hier ansässigen Robben am Strand und wir fahren weiter nach Invercargill, eine eher weniger hübsche Stadt und Bluff, das vor allem der Abfahrtsort für die Fähre auf Stewart Island und Standort einer Aluminiumfabrik ist. Nachdem Stewart Island eher nicht für den Touristen mit kleinem Geldbeutel geeignet ist, heben wir uns diesen Ausflug fürs nächste Mal auf und fahren weiter in den Westen wo wir wieder einen Standplatz direkt am Meer fast für uns alleine haben.

Am Weg ins Fiordland wollten wir eigentlich noch in die Clifden Caves – allerdings hat über Nacht sehr starker Regen eingesetzt. Damit war nicht nur die Höhle ziemlich sicher überflutet sondern auch sämtliche Straßen am Weg. Nachdem wir vor einigen überfluteten Straßen wieder umdrehen mussten, sind wir dann nach etwas Umweg in Manapouri angekommen. In Southland ist inzwischen der Ausnahmezustand ausgerufen worden aufgrund des extrem starken Regens. In Manapouri spazieren wir noch am Lake Manapouri entlang bevor es tags darauf mit dem Boot quer über den See und dann weiter zum und entlang des Doubtful Sound bis zur Tasmanischen See geht. Der Doubtful Sound ist 40 km lang und ist mit seinen 420 m Tiefe der tiefste der 14 Neuseeländischen Fiorde. Bei traumhaftem Wetter genießen wir die Aussicht auf die umliegenden Berge und die Wasserfälle von unserem Boot. Am Ende des Fiords relaxen die Robben mit Blick auf die Tasmanische See und wir sehen einen Fiordlandpinguin der unser Schiff von seinem Felsen aus kurz beäugt bevor er wieder verschwindet. Einen kurzen Blick erhaschen wir auch auf einen Bottle-Nose-Dolphin der neben unserem Boot vorbei schwimmt.

Am nächsten Tag wandern wir entlang des Wairau Flusses bis zu einem Ufer des Lake Manapouri. Es geht über Hängebrücken und durch einen Buchenwald. Das ursprünglich anvisierte Ziel erreichen wir nicht, da der Weg komplett unter Wasser steht (auch hier gab es die vergangenen Tage noch mehr Regen als sonst), also geht’s zu einem anderen Bereich des Seeufers. Weiter geht es dann nach Te Anu wo wir uns mit einem Pie stärken bevor wir Richtung Milford weiterfahren. Da sich die Milfordroad die Talsohle entlang schlängelt ist sie sehr anfällig für Straßensperren wegen Lawinen oder Muren, die Straße ist erst seit gestern wieder offen und sollte, nachdem die kommenden Tage gutes Wetter erwartet wird, auch offen bleiben. Entlang der Milford Road bleiben wir beim Eglinton Valley und bei den Mirror Lakes stehen – in letzteren spiegeln sich bei Windstille die umliegenden Berge, für uns gibt es heute aber keine ruhige Wasseroberfläche. Wir Campen heute auf einem Nationalpark Campingplatz inmitten der Berge. Am nächsten Tag fahren wir dann noch das letzte Stück nach Milford. Die Straße nach Milford wird ja des öfteren als schwer zu fahren beschrieben, abgesehen von dem einspurigen Homer Tunnel den man beim Abschätzen der Reisedauer berücksichtigen muss fährt man hier auf einem gut ausgebauten Highway. In Milford angekommen fällt einem gleich der markante Mitre Peak vom Ufer des Milford Sound ins Auge – und einige Asiaten, die eilig zur Bootsanlegestelle laufen. Wir suchen uns einen Platz am Sonnendeck und dann geht die Bootstour durch den Milford Sound auch schon los. Es gibt wieder schöne Landschaft und nach einiger Fahrzeit sehen wir einen Pinguin im Wasser tauchen, den gelben Schopf kann man beim Auftauchen richtig gut erkennen. Kurz darauf stoppt der Kapitän auch schon das Boot da auch auf den Felsen einige Fiordlandpinguine zu sehen sind, die munter auf und ab hüpfen. Fiordlandpinguine (oder auch Dickschnabelpinguine) gelten als gefährdet, sie zählen wie die Gelbaugenpinguine zu den seltensten Pinguinen und sind ebenfalls ausschließlich in Neuseeland anzutreffen. Diesmal können wir sie richtig gut erkennen und beobachten.

Nach der Bootstour geht es wieder hinaus aus Milford. Als wir vor dem Homer Tunnel auf unsere Grünphase warten fliegt ein Kea Pärchen von Auto zu Auto – und landet natürlich auch bei uns. Auch bei unserem nächsten Stop entlang der Milford Road werden wir wieder von einem Kea begrüßt, der es sich am Seitenspiegel gemütlich macht und zu uns herein schaut. Keas oder auch Bergpapageien gelten als die intelligenteste Vogelart und sind ebenfalls vom Aussterben bedroht, da sie einige Jahre gejagt wurden – die Neuseeländische Regierung hat sogar ein Kopfgeld gezahlt, da Keas für tödliche Verletzungen von Merino Schafen verantwortlich gemacht wurden. Die Neugierde der Vögel führt wohl ab und zu auch zu Schäden an Autos und entlang der Milford Road schieben Keas bei Sanierungen aufgestellte Pylone gerne mal in die Mitte der Straße. Zur Ablenkung und Beschäftigung wurden daher abseits der Straße Kea Gyms aufgebaut. Auf Schildern wird beschrieben, dass man Steinhaufen bauen soll um die Aufmerksamkeit von Keas auf sich zu lenken – davon hatten die Keas wohl schon genug und wissen inzwischen, dass diese Steinhäufchen nicht so spannend sind. Wir konnten aber trotzdem einige Keas beobachten, unter anderem auch wie sie vor Campern stehende Schuhe inspizieren oder offene Autotüren anderer Reisender als Einladung ins Auto zu hüpfen wahrnehmen.

Neuseeland – Canterbury Region

Nach einem kurzen turbulenten Flug über Nacht landen wir in aller Früh in Christchurch. Am Flughafen frühstücken wir noch, bevor unsere Campervermietung uns abholt und wir unseren Camper – und damit unser zu Hause der nächsten vier Wochen – abholen. Dusche, WC, warmes Wasser und Heizung haben wir diesmal und ein Solarpanel versorgt uns mit dem nötigen Strom – wir sind bereit für unser Abenteuer. Aufgrund der kurzen Nacht geht es heute nicht sonderlich weit – wir fahren zur Küste wo kostenfreies Camping erlaubt ist und wir nach einem kurzen Spaziergang und einer Portion Fish & Chips bald müde ins Bett fallen. Wir machen nocheinmal einen Umweg zur Vermietung – unsere Wasserpumpe hat den Geist aufgegeben. Mit einer neu verbauten Pumpe fahren wir dann nach Lyttelton, einer kleinen Küstenstadt. Wir spazieren zum Lyttelton Timeball – ein Zeitball wurde früher genutzt um die Zeit der Schiffschronometer exakt einstellen zu können. Der Ball wird zu einer bestimmten Zeit fallen gelassen, damit die richtig eingestellten Chronometer für die Bestimmung des Längengrades auf hoher See genutzt werden konnten. Im Anschluss flanieren wir noch entlang der Hauptstraße an kleinen Läden und Cafes vorbei, bevor wir in der lokalen Brauerei einkehren. Am nächsten Tag starten wir mit einem Frühstück am Markt. Für den Kaffee gibt es hier eine Tassen-Bibliothek – man nimmt eine Tasse, bekommt seinen Coffee to go und kann die Tasse dann wieder zurück bringen. Außerdem gibt es für den Biomüll hier einen Wurmkompost-Mistkübel. Wir kaufen noch Gemüse und fahren dann weiter nach Akaroa, einer kleinen französischen Siedlung auf der Banks Peninsula. In der Bucht von Akaroa leben Hektordelfine – die kleinste Delfinspezies. Vom Hafen aus haben bei unserem Spaziergang aber kein Glück mit einer Sichtung. Entlang der Scenic Route stoppen wir und wandern ein kurzes Stück zu einem Aussichtspunkt von wo aus man einen traumhaften Blick auf die Halbinsel hat – ein Vorgeschmack auf die wunderschönen Landschaften die uns noch erwarten.

Das nächste Ziel führt uns direkt nach Mittelerde. Unser Standplatz für die Nacht ist in wunderschöner Lage direkt am See – weit und breit nichts, nichteinmal andere Camper mit denen wir dieses schöne Fleckchen Erde teilen müssen. In der Früh geht es dann nach Edoras, Hauptstadt von Rohan – oder für die nicht Herr der Ringe Kundigen: Mount Sunday – ein sehr prominent platzierter Felsen mit traumhafter Aussicht auf den Rangitata Fluss und die umliegenden Berge. Für die Herr der Ringe Trilogie wurde hier 9 Monate lang das Set am Felsen aufgebaut und dann wieder komplett rückgebaut. Wir sind die einzigen hier und können die Landschaft in aller Ruhe genießen.

Es geht wieder zurück an die Küste, nach einer Kaffepause in Geraldine geht es nach Timaru. Hier lebt eine Kolonie Zwergpinguine die wir im Dunklen beobachten, wie sie Material für ihre Nester sammeln oder vom Fischen retour kommen.

Am nächsten Tag geht es dann wieder ins Landesinnere zum Lake Tekapo und dem Lake Pukaki. In der Gegend sind schon etwas mehr Touristen zu sehen, unseren ersten Standplatz haben wir trotzdem fast für uns alleine – etwas abseits der Hauptstraße dafür direkt am Ufer des Lake Pukaki. Hier fällt uns vor allem der Herr im Camouflage-Camper mit seinem Mitreisenden – einem Skelett am Beifahrersitz – auf. Die beiden Seen sind von einer traumhaften Bergkulisse umgeben und erstrahlen in unecht wirkendem türkis. Die Farbe der Seen ergibt sich durch den im Gletscherwasser gelösten feinen Felsstaub, der im Wasser schwebt. In bester Lage, direkt am Ufer des Lake Tekapo steht die Church of the Good Shepherd, eine kleine Kirche aus Stein, die für unzählige Fotos herhalten muss. Wir genießen die schöne Kulisse unter Tags und freuen uns auf einen intensiven Sternenhimmel in der Nacht – die Gegend um den Lake Tekapo ist für klare Nächte und kaum Lichtverschmutzung bekannt, hier gibt es ein Lichtschutzgebiet und dadurch perfekte Bedingungen für ausgiebige Sternenbeobachtung. Direkt vor unserem Bus haben wir also tolle Bedingungen und sehen unheimlich viele Sterne, die Milchstraße so klar, lang und eindeutig wie noch nie zuvor, das Southern Cross (Kreuz des Südens) und sogar den Kohlensack – eine Dunkelwolke mitten in der südlichen Milchstraße.

Die geplante Wanderung ins Hooker Valley ist seit ein paar Tagen aufgrund des Wetters gesperrt, so auch noch als wir während des Frühstücks die Lage prüfen, also entscheiden wir uns für eine Alternative – vorerst – doch als wir gerade woanders hinfahren wollten sehen wir, dass der Hooker Valley Trek doch offen ist – und da heute der schönste Tag sein soll (und wir eine erneute Schließung befürchten) drehen wir wieder um und spazieren bei traumhaftem Wetter das Hooker Valley entlang. Der Hooker Valley Track ist eine gemütliche Wanderung bei der man drei Hängebrücken überquert, und durchgängig in sehr schöner Umgebung unterwegs ist. Bereits am Weg und natürlich auch am Ende blickt man auf den Mount Cook, mit 3724 m der höchste Berg Neuseelands.

Am nächsten Tag wollen wir den Blick von oben auf Tekapo genießen und wandern dafür auf den Mount John auf dem auch die hiesige Sternwarte steht. Oben angekommen kommen wir allerdings nicht mehr dazu die Aussicht zu genießen denn es zieht ein Sturm auf. Eigentlich wollten wir einen Rundweg gehen, jedoch hätten wir noch eine Kuppe überwinden müssen um den kurzen Weg ins Tal zurück zu gehen – der Wind war aber so stark, dass wir in diese Richtung nicht mehr weiter gekommen sind, also haben wir den gleichen Weg zurück genommen und sind ziemlich nass im Tal angekommen – praktisch, dass wir im Camper gleich heiß duschen konnten. Frisch geduscht haben wir dann den Nachmittag wieder bei strahlendem Sonnenschein genießen können.

Die letzte kurze Wanderung im Mount Cook Nationalpark bringt uns zum Aussichtspunkt auf den enfernten Tasman Gletscher bzw. ans Ufer vom Gletschersee. Der Gletscher ist der längste in Neuseeland, verliert aber momentan ca. 800 m Länge pro Jahr. Den Tasman Lake gibt es erst seit 1990 als mehrere kleine Schmelzwasserseen miteinander verschmolzen sind – seitdem wächst der Gletschersee rasant.

Gecampt haben wir hier immer kostenfrei am Ufer des Lake Pukaki mit Blick auf das türkise Wasser und die Neuseeländischen Alpen.

Victoria – Teil 2 inkl. Abstecher nach South Australia

Nachdem wir die Great Ocean Road hinter uns gelassen haben nächtigen wir in Koroit – einem kleinen irischen Dorf mit Craft Beer Brauerei. Das Dorf liegt am Rande eines ruhenden Vulkanes in dessen Krater einige Spazierwege führen. Hier sehen wir neben Kängurus und Koalas auch unseren ersten Emu in freier Wildbahn.

Weiter geht es entlang der Küste nach Port Fairy wo wir zum Leuchtturm spazieren und dann nach Portland – auch hier gibt es wieder einen Leuchtturm. Unweit von Portland gibt es eine Basstölpelkolonie, die auf einem der Küste vorgelagerten Felsen brütet und die man aus der Ferne beobachten kann – die Aussichtsplattform ist witzigerweise genau hinter den Zielscheiben einer Schießanlage – also eigentlich in direkter Schusslinie. Mangels Fernglas geht es für uns bald weiter zum Cape Nelson – auch hier kann man bei einem ausgedehnten Spaziergang über das Cape den Leuchtturm aus allen Richtungen begutachten. In Cape Bridgewater gibt es zwei Robbenkolonien – eine Neuseeländische und eine Australische. Wir können vor allem den intensiven Geruch wahrnehmen – zu sehen sind sie kaum, dafür hüpfen einige Kängurus an uns vorbei. Es geht noch an einer Steinformation – dem Petrified Forest vorbei und dann heißt es frische Lebensmittel aufbrauchen, denn wir wollen über die Grenze nach South Australia. Es gibt also Jaffles zum verfrühten Abendessen damit wir unsere Avocados aufbrauchen – die dürfen nämlich nicht über die Grenze (um die Verbreitung von Seuchen innerhalb Australiens einzudämmen).

Wir verbringen einen Tag in Mount Gambier, einem Städtchen mit zwei ruhenden Vulkankratern die jetzt als Naherholungsgebiet dienen. Beim Spazieren im Krater sehen wir ein Echidna und auch wieder einige Kängurus. Weiter geht es zu einer Doline die intensiv bepflanzt wurde und so eine kleine grüne Oase bildet die Heimat für Possums ist. Wir fahren noch weiter bis nach Robe, eine kleine Küstenstadt und damit dem letzten Leuchtturm unseres Roadtrips. Was man hier auch gut sieht ist wie das Wasser sich langsam seinen Weg durch den Kalkstein bahnt – unweit des Gehweges ist ein riesen Loch – hier liegt noch an einem Eck ein kleines Gitter das wohl mal ein kleines Loch abgedeckt hat.

Mit Robe ist unser kleiner Abstecher nach South Australia auch wieder zu Ende und es geht retour nach Victoria – diesmal aber ins Hinterland. Wir fahren in die Grampians, wo wir uns den Campingplatz mit einigen Kängurus teilen. Im Regen wandern wir zum Pinnacles Lookout hinauf – oben ist mehr Aussicht als gedacht, allerdings ist der Wind eher ungemütlich und wir machen uns gleich wieder auf den Rückweg. Nach einer weiteren Nacht mit den Kängurus geht es nach Castlemaine – von hier ist es nicht mehr weit nach Melbourne. Wäschewaschen und Rucksäcke packen steht am Programm, denn morgen geben wir das Auto zurück. Wir lassen den Abend in der lokalen Brauerei beim open Mic ausklingen. Wir sehen ein Schild “Das Kaffeehaus – real viennese Cafe”, das müssen wir natürlich verifizieren und gönnen uns eine Wiener Melange in traditionellem Kaffeehausambiente. Wir plaudern mit dem Eigentümer (ein Badner) und bekommen eine Packung Mannerschnitten geschenkt – gegen Heimweh, so ausgestattet geht es nach Melbourne. Autowaschen, Tanken und dann heißt es nach 7.293 km Abschied nehmen von unserem treuen Campervan.

Nach acht Wochen im Campervan gibt es für uns wieder ein Bett in einem Hotel und geschäftiges Treiben in der Stadt. Wir verkosten die lokalen Biere in den Brewpubs, flanieren bei strahlendem Sonnenschein entlang der Southbank (der hiesigen Uferpromenade), genießen die Ruhe in der Bibliothek und fahren mit der gratis vintage Touristen Straßenbahn eine Runde durch die Stadt. Außerdem machen wir eine Führung im Parlament und an allen Ecken gibt es Street Art zu entdecken. Zur Abwechslung wird hier mal wieder in den Cafes gefrühstückt und dazu gibt es guten Kaffee – in Melbourne wird Kaffee besonders zelebriert.

Damit gehen 3 Monate Australien mit viel Vegemite, Milo, Timtams und Avo-Toast zu Ende. Ein Land in dem man lange Strecken zurück legen kann ohne irgendwo vorbei zu kommen, die Campingplätze vor lauter Dauercampern kaum Platz für richtige Camper haben, rechts abbiegen auf dem Highway an manchen Stellen erlaubt ist (und dadurch das Kreuzen der Gegenfahrbahn) und auch Radfahren darf man am Highway (am Pannenstreifen) – Überfahrten werden mit “cross here with care” ausgewiesen. Australien war das erste Land unserer Weltreise in dem wir zuvor bereits waren – wir haben aber trotzdem viel neues Entdeckt, denn auch die Ecken die wir schon kannten haben sich sehr verändert. Für uns gab es diesmal sehr viel lokale Tierwelt zu entdecken: Die vielen Kängurus und Koalas, die zwei Echidnas, den Kasuar in Daintree, den Emu in Koroith und nicht zu letzt die Zwergpinguine auf Philipp Island, die wir alle in freier Wildbahn beobachten konnten.

Victoria – Teil 1

Victoria empfängt uns mit Regen, wodurch unsere ersten Stops gleich mal ins Wasser fallen, denn unser Camper ist nicht auf die klassischen unasphaltierten Zufahrtsstraßen im Regen ausgelegt. Somit ist unser erster Halt Lakes Entrance mit einem Campingplatz direkt am Wasser, von wo aus wir die schwarzen Schwäne beobachten können. Ein Spaziergang entlang der vorgelagerten Halbinsel bringt uns zu einer Robbenkolonie, die wir entlang der Steine am Ufer und im Wasser beobachten können.

Nachdem das Wetter eher auf der regnerisch kalten Seite ist, gönnen wir uns mal Hot Springs – also quasi eine Therme. Hier gibt es eine Bio-Sauna (kein Nacktbereich, leider), ein paar warme Becken und als Highlight am Hügel ein paar Fässer gefüllt mit Thermalwasser. Nachdem es keinen Indoorbereich gibt weicken wir die meiste Zeit in den Ein-Personen-Fässern und fahren dann zu unserem gratis Stellplatz für die Nacht mitten im Wald. So richtig zum Durchschlafen kommen wir heute nicht, denn wir bekommen einen Mitbewohner – wahrscheinlich eine Ratte, die die meiste Zeit mit dem Abschaben vom Rost an unserer Karosserie beschäftigt ist und uns damit wach hält. Außerdem hat ihr das Kabel zu unserem linken Bremslicht wohl auch geschmeckt…

Als wir aufstehen sind unsere zum Trocknen aufgehängten Badesachen gefroren und unser neuer Mitfahrer immer noch da, also brechen wir mit zusätzlichem Beifahrer auf nach Bairnsdale. Hier spazieren wir durch die Stadt bevor wir dann ohne Auto mit der Fähre (für Fußgänger gratis) nach Raymond Island fahren. Hier sehen wir einen Kookaburra und 18 Koalas – die sich auch abseits des designierten Koala Trails herum treiben. Einen beobachten wir gerade beim Baumwechsel.

Nach einer Nacht Freecamping vom Strand nur durch eine Düne getrennt geht es nach Philipp Island. Hier sind wir am Abend bei der Penguin Parade – dem abendlichen Landgang der Zwergpinguine (Little Blue Penguins). Die Pinguine werden nur circa 33 cm groß und sind damit die kleinste Pinguinspezies. Nachdem sich zuerst ein einzelner Pinguin wagemutig alleine vom Meer ans Ufer hinauf in die Wiese getraut hat, bilden die weiteren Landgänger dann kleine Gruppen in denen sie an Land zu ihren Nestern watscheln. An Land können wir sie dann beobachten wie sie miteinander interagieren – es ist Paarungszeit, also gibt es viel Pinguinsex. Die restlichen Tage auf Philipp Island spazieren wir bei Wind und Wetter entlang der Küste und in den Wetlands.

Nächster Halt sind die Brighton Beach Boxes – viele kleine bunte Kabanen am Strand unweit von Melbourne. Hier können wir schon einen ersten Blick auf die Skyline von Melbourne werfen und genießen endlich mal wieder Zeit am Strand vor den bunten Badeboxen bei traumhaftem Wetter. Weiter geht es am Rande von Melbourne vorbei, zu einem Zwischenhalt in Geelong und der lokalen Brauerei weiter nach Torquay – der Surfhauptstadt Australiens und dem Startpunkt der Great Ocean Road.

In Torquay tummeln sich in allen Buchten die Surfer, die wir beim Spazieren entlang der Küste neben den Fischern beobachten. Den verregneten Vormittag vertreiben wir uns im Ripcurl Outlet und erstehen uns jeweils ein neues Badeoutfit – irgendwann werden wir schon wieder Badewetter haben. Dann geht es los mit der Fahrt entlang der Great Ocean Road und dem ersten Leuchtturm mit Blick auf den Eagle Rock, gefolgt vom Great Ocean Road – Bogen und Fish & Chips (wir fahren ja entlang der Küste, da gehört der fangfrische Fisch dazu). Gebaut wurde die Great Ocean Road nach dem ersten Weltkrieg von den heimkehrenden Soldaten, sie ist damit Arbeitsbeschaffungsmaßnahme und Kriegsdenkmal in einem.

In Apollo Bay geht es ins Pub für lokales Craftbeer und nachdem wir morgens die Schafe (unsere Campingplatznachbarn) beobachtet haben geht es weiter zum Cape Otway an dessen Spitze natürlich wieder ein Leuchtturm steht. Wir erklimmen den Leuchtturm und fahren dann weiter entlang dem schönsten Teilstück der Strecke bis zu den Spots mit den bekannten Kalksteinformationen. Entlang der Gibson Steps geht es hinunter an den Strand, von wo aus man die ersten zwei Felsformationen Gog und Magog sieht. Weiter geht es mit The Razorback (einem langgezogen Felsen) und Loch Ard Gorge. Begutachtet haben wir natürlich auch die zwölf Apostel – von denen es nur noch 7 gibt – der frühere Name Sow and Piglets wäre somit eigentlich flexibler gewesen, war aber nicht klingend genug für einen geplanten Touristenmagneten. Nächster Stop (der auch schon weit weniger besucht ist) war die Formation London Bridge (auch schon zusammengebrochen), gefolgt von Bay of Islands und als Abschluss Childers Cove und damit dem Ende der Great Ocean Road.

P.S.: Falls sich jemand über das Schicksal unseres Mitfahrers Gedanken macht, wir vermuten, dass er bei unserem Zwischenstopp, während wir Koalas zählen waren, wieder ausgestiegen ist, da er vermutlich Richtung New South Wales und nicht nach Melbourne wollte.

New South Wales – Southcoast

Von Canberra geht es wieder an die Küste. In Narooma stoppen wir für einen Felsen mit einem Loch, welches an die Konturen von Australien erinnert – dem Australia Rock. Wir fahren außerdem durch viele kleine Dörfer (jedes hat mindestens eine Kirche) und nächtigen dann in Bermagui, einer netten kleinen Küstenstadt. Wir machen einen morgendlichen Küstenspaziergang und beobachten dabei die Einheimischen beim Whalewatching für Faule: mit dem Auto zum Aussichtspunkt fahren und ohne überhaupt auszusteigen vom Auto aus das Meer auf Wale absuchen. Wir spazieren zu den Blue Pools – zwei betonierte Pools direkt am Meer und mit Meerwasser gespeist – leider hatten wir die Badesachen nicht dabei sonst wären wir vielleicht doch rein gehüpft. Bei einem vorgelagerten Felsen hat es sich eine Robben-Kolonie in der Sonne gemütlich gemacht, die wir neben den passierenden Walen beobachten. Nach einer Portion Fish and Chips am Strand machen wir ausgehend vom Camel-Rock noch einmal einen kurzen Küstenspaziergang in traumhafter Kulisse. Am Weg zurück schlängelt sich eine Schlange vor uns über den Weg – möglicherweise eine der Giftigsten, so gut haben wir sie aber nicht erkannt. Nachdem wir der Schlange etwas Vorsprung gelassen haben ging es weiter und wir setzen unsere Fahrt Richtung Süden fort.

Wir sind inzwischen in einer beliebten Gegend für Austernzucht angekommen und spazieren entlang des Ufers des Merimbula Lake entlang der hießigen Austernzucht – die Restaurantpreise für diese Austern sind aber gesalzen. Nächster Halt ist Eden – von hier aus folgen wir dem Whale Trail – einem Küstenstück mit langer Waljagd Tradition. Wir fahren zum Boyd’s Tower von wo aus früher schon nach Walen ausschau gehalten wurde – auch wir sehen von hier aus einen Wal. Für uns ist das auch die letzte Walsichtung des Roadtrips denn wir verlassen New South Wales Richtung Victoria, und damit den Küstenabschnitt an dem entlang die Wale zu dieser Zeit unterwegs sind.

Canberra (Australian Capital Territory)

Von den Blue Mountains fahren wir direkt nach Canberra, die australische Hauptstadt. Gegründet, damit Melbourne und Sydney sich nicht streiten wer Hauptstadt wird, ist Canberra eine geplante recht beschauliche Stadt. Wir finden einen Campingplatz am “Messegelände” mit guter Öffi-Anbindung – von hier gibt es eine Straßenbahn die uns ins Zentrum bringt. Mit dem Bus geht es dann zum Parlament das gerade tagt – also können wir uns die spannenden Debatten beider Kammern anhören – die einen debattieren in einem nahezu leeren Raum über die Bewertung und Altersfreigabe von Filmen, die anderen über ähnlich Spannendes. Eine kleine Führung im Parlament machen wir auch mit und essen dann sogar noch in der Kantine zu Mittag, bevor wir uns ins Museum im alten Parlament begeben.

Das alte Parlament war von vornherein nur als Übergangslösung gedacht – aufgrund des beginnenden Krieges in Europa musste gespart werden und man hat vorerst nur ein Minimal-Parlamentsgebäude errichtet. Es gibt eine Ausstellung von politischen Karikaturen des letzten Jahres und auch die Möglichkeit, Briefe auf einer Schreibmaschine zu schreiben: An Abgeordnete oder Freude – das nutzen wir für letzteres – aber vielleicht lassen wir uns inspirieren und schreiben mal an ausgewählte Minister der Österreichischen Regierung – Vorschläge und Ideen hätten wir ja genug.

Ausklingen lassen wir den Abend in einer lokalen Brauerei bevor wir mit der Straßenbahn zurück zu unserem Campingplatz fahren.

New South Wales – Northcoast & Blue Mountains

Unser erster Stop im nächsten Bundesstaat ist Broken Head. Hier genießen wir einen ruhigen Nachmittag am Strand vorm Campingplatz – so viele soziale Kontakte und Termine hatten wir schon lange nicht mehr. Am nächsten Tag geht’s zum Leuchtturm in Byron Bay, wo wir natürlich auch wieder unser Glück beim Whale-Spotting probieren und wir wieder einige Wale an der Küste vorbei schwimmen sehen. Weiter geht’s zu einem kleinen abgeschiedenen Nationalpark-Campingplatz am Lake Arragan. Hier sind wir direkt am Teich und unweit vom Meer und genießen eine ruhige Nacht in Abgeschiedenheit – nur ein paar Kängurus treffen wir am Weg zum Plumpsklo. Nach einem Spaziergang am Strand verabschieden wir uns von den Kängurus und legen heute einiges an km zurück – auf der Strecke haben wir bei unserem letzten Besuch (vor 6 Jahren) schon manches gesehen. Mittagspause machen wir in Nambuca Heads mit Whale-Spotting und Strand, übernachtet wird etwas im Hinterland auf einem Showground bevor wir dann am nächsten Tag in Port Stephens landen wo wir einen Hügel zwischen den Buchten hinauf spazieren. Auch von hier aus können wir einige Wale sehen bevor wir dann unsere Jause vor den Magpies verteidigen müssen. Tags darauf geht es zu den Stockton Bight Sanddünen – das größte sich verändernde Sanddünensystem der Südhalbkugel. Im Meer vor den Dünen tummeln sich Surfer und Delfine, am Strand spaziert eine Kamel-Karavane mit Touristen beladen auf und ab und auf die bis zu 30 m hohen Dünen fahren die Touristen Busse um die Touristen zum Sandboarding zu fahren. Wir beobachten und genießen die Landschaft. Den Nachmittag verbringen wir in Newcastle. Eine sehr gemütliche Stadt die zum Flanieren einlädt. Wir holen uns ein Bánh mí – Vietnamesisch gibt es hier an jeder Ecke – und spazieren durch die Stadt. Neben dem Architektur-Mix gibt es hier sogar eine Straßenbahn – die erste die wir in Australien sehen.

Weiter geht es und wir sind in Sydney – zumindest ganz am Rand. Hier treffen wir uns in einem Park zum Brunchen mit einer Freundin. Dann verlassen wir die Metropole auch schon wieder Richtung Blue Mountains, wo wir im Megalongvalley einen gemütlichen gratis Campingplatz finden und von dort die Blue Mountains erwandern. Das Touristen Highlight hier sind die “Three Sisters” direkt von einem Aussichtspunkt zu besichtigen – kein Gehen erforderlich, entsprechend belebt ist es hier. Auf den Wanderwegen zwischen den Aussichtspunkten oder hinunter ins Valley ist dann nicht mehr so viel los.

Whitsundays bis Brisbane

Von Cairns geht es für uns entlang der Cassowary Coast weiter. Vorher mussten wir allerdings noch die Batterie im Auto tauschen, da auch nach mehrmaligem Aufladen am Campingplatz der Strom nach ein paar Stunden verbraucht war (und somit auch der Kühlschrank, wo die Bier lagern, nicht mehr kühl war). Da die Mietwagenfirma schon weit hinter uns lag und die nächste Filiale noch weit vor uns, haben wir die Batterie selbst ausgetauscht und das Geld erstattet erhalten. Es ist sehr regnerisch also sind wir recht schnell unterwegs Richtung Süden. Auch die Kasuare, die sich sonst so gerne am Mission Beach oder in Etty Bay am Strand am Picknick der Touristen bedienen, lassen sich bei unseren kurzen Zwischenstopps nicht blicken.

Was wir allerdings nicht auslassen wollen auf der Route sind die Whitsundays. Wir stoppen in Airlie Beach von wo aus wir durch die Whitsundays zum Whitehaven Beach segeln. Auch hier haben wir wieder Glück und können den Segeltörn ohne Regen genießen. Wir gehen auf Whitsunday Island an Land, wo wir den Blick auf den Whitehaven Beach genießen können und nachher selbst den weißen Strand entlang spazieren. Am Boot gibt es Burger und dann noch einen Stop am Rande des Great Barrier Reefs zum Schnorcheln. Die Quallen sieht man vom ersten Moment an vor der Brille – gut dass wir den schicken Stingersuit an haben – außerdem gibt es Korallen, einige Fische und sogar einen Rochen zu sehen. Wieder an Bord segeln wir noch zwischen den Whitsundays hindurch und können dann noch ein Buckelwalpärchen ganz nah an unserem Boot beobachten. Zum Sonnenuntergang laufen wir – mit einem kühlen Bier in der Hand, denn unsere Cruise war all inclusive – im Hafen ein.

Wir verlassen Airlie Beach und legen dann einiges an Strecke zurück, denn es regnet schon wieder. In Agnes Water und der “Town of 1770” begrüßt uns dann die Sonne und wir genießen eine Wanderung entlang der Küste. Außerdem geht es in den Paperbarkforest und zu einigen Aussichtspunkten. Übernachtet wird im Kangaroo Sanctuary – hier bekommen die Kängurus in der Früh und Abends Süßkartoffel kredenzt, für dieses Festmahl hüpfen sie von überall herbei (denn Zäune gibt es keine).

Wir machen noch in Bundaberg halt – hier wird der bekannteste Australische Rum hergestellt. Wir machen eine Führung mit Verkostung bevor wir noch einen gemütlichen Stop am Rainbowbeach mit Blick nach Fraser Island einlegen. Die größte Sandinsel lassen wir aus, ein mehrtägiges 4WD-Abenteuer ist nicht sonderlich budgetfreundlich bepreist. Für uns geht es gleich weiter nach Noosa, wo wir ein sonniges Wochenende mit Küstenwanderungen, Strand, Fish & Chips und Craft Bier verbringen. Bei unserem Küstenspaziergang sehen wir in der Ferne Delfine und Wale und direkt neben dem Weg ein Echidna. Es geht weiter entlang der Sunshine Coast wo wir uns in Cotton Tree einquartieren, leider wird die Sunny Coast ihrem Namen während unseres Aufenthaltes nicht gerecht – es regnet meistens. Wir machen einen Ausflug zu den Eumundi Markets, spazieren auf den Mount Coolum, entlang der Küste und treffen uns mit Freunden.

Am Weg nach Brisbane stoppen wir noch bei den Glashouse Mountains und machen eine kurze Wanderung zu einem der Gipfel. In Brisbane gibt es für uns mal einige Nächte Bett statt Bus – wir übernachten bei Freunden. Am Samstag fahren wir aus der Stadt hinaus und gehen gemeinsam wandern bevor wir den Abend in Brisbane am Fluss bei dem ein oder anderen Bier mit Blick auf die Skyline ausklingen lassen. Am Sonntag gehts in den örtlichen Tierpark wo wir die gesamte lokale Tierwelt beobachten können und am Abend gibt’s ein Barbeque – wir probieren erstmalig Kängurufleisch und schauen dann Damenfußball, denn heute spielen die Matildas – und gewinnen. Den Montag nutzen wir für einen Sightseeing Tag in Brisbane bevor wir am Dienstag wieder weiter ziehen und Queensland nach vier intensiven Wochen verlassen.