Vom idyllischen Valle de Elqui, in dem die Gästeanzahl sehr überschaubar war, geht es über La Serena über Nacht weit hinauf in den Norden bis nach Calama. Zu Fuß geht es am Gefängnis vorbei zum regionalen Busstop und weiter nach San Pedro de Atacama. San Pedro ist gleich um einiges besser besucht und besteht hauptsächlich aus einer belebten Hauptstraße an der sich Touranbieter an Touranbieter reiht, nur unterbrochen von Restaurants die ebenfalls um die Touristen buhlen. In den angrenzenden Querstraßen ist das Angebot ausgedünnter aber sehr ähnlich, dann gibt es noch einen Hauptplatz und eine Kirche. Irgendwie ist die Stadt (oder Straße) aber trotzdem ganz nett – und wenn man nur lang genug sucht findet man sogar den Supermarkt versteckt und nur durch den Gastgarten des angrenzenden Restaurants zu erreichen.

San Pedro ist aber ohnedies nur die Basis für Ausflüge in die Umgebung. Wir begutachten also das Touren Angebot und stellen fest, dass ohnedies alle die gleichen Touren zu nahezu identen Preisen anbieten. Nachdem wir uns für einen der unzähligen Tourenanbieter entschieden haben geht es für uns am nächsten Tag ins Valle de la Luna (Tal des Mondes), einem Tal der Cordillere de la Sal. Die Schichten aus rotem Sedimentgestein haben sich durch tektonische Aktivitäten aufgefaltet, wodurch die Oberfläche der Wüstenlandschaft nun optisch einer Mondlandschaft ähnelt – daher der Name. Wir bleiben bei einigen Steinformationen stehen, unter anderem bei den Las Tres Marías und genießen zum Abschluss den Sonnenuntergang über der Wüste.


Am nächsten Tag geht es zuerst vorbei am südlichen Wendekreis inkl. Hinweisschild in die Altiplano-Zone der Chilenischen Anden. Es geht zur wunderschön rötlich gefärbten Landschaft, den Piedras Rojas in der Salar de Aguas Calientes – die Färbung der Steine entsteht durch die Oxidation des Eisens. Weiter geht es in die Anden zur Laguna Miscanti, einem Salzsee auf 4140 m Höhe der am Fuß des Vulkans Miscanti liegt. Am Ufer des Sees nisten Flamingos und Rüsselblässhühner (Tagua Cornuda) – letzteren hat die Covid Ruhe laut unserem Tourguide sehr gut getan, denn sie sind nun wieder regelmäßig und in größerer Zahl zu sehen, außerdem sehen wir in der Gegend auch Vicuñas (die übrigens zur Familie der Kamele zählen). Am Weg durch die Salar de Atacama sehen wir außerdem eine Herde Alpacas, bevor es zur Laguna Chaxa geht – eine Lagune in der Salzwüste an der sich die Flamingos tummeln.






Tour Nummer drei (und damit die letzte Tour unseres Aufenthaltes) führt uns in aller Früh zu den El Tatio Geysiren. Am Fuß des Vulkankraters des El Tatio Vulkanes befindet sich ein Geothermalgebiet mit Geysiren und heißen Quellen. Es handelt sich um das größte Geysirfeld der Südhalbkugel mit ca. 30 dauerhaft aktiven Geysiren. Der Weg dorthin im Morgengrauen führt zuerst entlang einer Serpentinenstraße (hinter den Mietwägen reihen sich die Tourbusse nur kurz und definitiv widerwillig ein), dann geht es durch die Weite der Atacama – hier gäbe es eigentlich auch eine Straße der man folgen könnte, die Tourbusse fahren aber überall anders, nur nicht auf der Straße. Wir spazieren zwischen den Geysiren, nicht ohne dem regelmäßigen Hinweis, das auch vermeintlich intelligente und reiche Touristen ab und an in die Geysire fallen und wir doch bitte Abstand halten sollen. Nachdem wir das Geysirfeld ausreichend begutachtet haben gibt es etwas abseits Frühstück. Dann gibt es noch einen Stop beim Vado Río Putana wo wir wieder Vicuñas, Flamingos und andere Seevogelarten mit dem 5890 m hohen Putana Vulkan im Hintergrund beobachten können. Zwei verschiedene Flamingo Arten können wir dann noch bei einem weiteren Stop beobachten bevor es wieder durch wechselnde Vegetation hinunter ins Tal geht.


Wir genießen noch den Nachmittag in San Pedro bevor wir am nächsten Tag wieder in den Süden aufbrechen. Am Weg in den kleinen Süden stoppen wir noch einmal in Santiago, wo wir gemütlich durch das Viertel Barrio Italia schlendern. Außerdem geht es mit der Standseilbahn auf den Cerro Cristobal hinauf um noch einmal von oben auf die Stadt zu schauen – die Aussicht teilen wir heute mit einigen US-Athleten die ihren Auftritt bei den Panamerican-Games schon hinter sich haben.

Viele Bussstunden später kommen wir dann in Puerto Varas an. Am Llanquihue-See gelegen gibt es hier mit den Vulkanen Osorno und Calbuco eine schöne Kulisse – angeblich, denn wir haben tagelang nur Regen und sehen die Vulkane nichteinmal. Somit lassen wir auch den Nationalpark Vicente Pérez Rosales (Chiles ersten Nationalpark) aus, besichtigen dafür aber zumindest die Stadt. Architektur und der “deutsche Verein” weisen eindeutig auf die deutschen Einwanderer hin, die sich hier angesiedelt haben.

