Paraguay

Wir sind also im Dreiländereck: Argentinien haben wir schon bereist, in Brasilien waren wir einen Tag als wir die Iguazú Wasserfälle besichtigt haben – fehlt also noch Paraguay. Die Grenzstadt Ciudad del Este genießt nicht wirklich einen guten Ruf, aber wir entscheiden uns trotzdem für die Reise nach Paraguay. Mit dem Bus geht es direkt nach Ciudad del Este, wieder mit einem Stop an der argentinischen Grenze zwecks Ausreise. Dann geht es wieder ohne Stop an den brasilianischen Grenzen vorbei und an der Grenze zu Paraguay bleibt der Bus eigentlich auch nicht stehen – aber wir wollen ja weiterreisen, daher dürfen wir an der Grenze aussteigen, um uns den Einreisestempel abzuholen (der Bus fährt ohne uns weiter).

Bekannt ist Ciudad del Este vor allem als Shopping-Metropole unter Brasilianern, hier gibt es vor allem Shoppingcenter und es geht um die Welt von der Shoppingmall Paris nach Shopping China. Da es regnet schauen wir uns hier halt auch um und beobachten die Kundschaft wie sie Unmengen an eher weniger notwendigem Zeug in ihre neu erworbenen Koffer stopfen. Was es hier noch gibt ist der Itaipú-Staudamm an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien. Das Wasserkraftwerk am Rio Paraná ist ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder und deckt ca. 80% von Paraguays und 10% von Brasiliens Stromverbrauch. Wo heute Stausee und Staudamm sind war früher Regenwald, riesige Wasserfälle und Lebensraum für Ureinwohner und lokale Fauna, die Betreiber fokussieren sich aber im Marketing auf die grüne Stromerzeugung. Aufgrund durchgehend starken Regens und einer ohnedies wenig schönen Stadt (wir haben kein einziges Foto gemacht), haben wir die Besichtigung des Staudammes ausgelassen und sind nach Asunción, der Hauptstadt Paraguays weitergereist.

In Asunción war es vor allem eines: heiß. Unseren Stadtspaziergang haben wir mit langen Pausen in kühlen Museen und Kirchen versehen: Vom Hafen gings zu einem Kunstmuseum, dann vorbei am Regierungssitz Palacio López. Dass man die Spazierwege durch den Park davor hier nicht entlang gehen darf muss man wissen – abgesperrt sind nämlich ausschließlich die Straßen, aber ein kurzer Pfiff des Sicherheitspersonals und man weiß spazieren ist hier nicht erwünscht. Weiter geht es vorbei am Pantheon bis zum alten Rathaus, natürlich wieder in rosa. Hier gibt es eine Ausstellung über die Einwanderungsgeschichte. Weiter geht es in die örtliche Kathedrale und zum Abschluss zur Estación Ferrocarril, dem Bahnhof. Züge gibt es hier aber schon seit einiger Zeit nicht mehr, dafür sind hier einige Katzen und ein Museum der Geschichte der hiesigen Eisenbahn – nachdem die Britische Verwaltung sich nicht mehr kümmerte war es auch mit der Eisenbahn schnell vorbei.

Die restlichen Tage haben wir versucht herauszufinden, ob wir hier ohne überteuerter Touren oder privatem Fahrzeug weiter ins Hinterland vordringen können – das hat sich als schwer möglich erwiesen. Auch die Flussschifffahrt am Handelsschiff die wir in Erwägung gezogen haben fiel aus, da wir von anderen Backpackern erfahren haben, dass das Schiff gerade defekt ist. Die Jesuitenmissionen hätten wir zwar wahrscheinlich erreicht, Ruinen und Steine erschienen uns aber gerade nicht so einladend (das kommt dann ohnedies noch zu Genüge). Wir verbrachten dafür gemütliche Tage im Hostel, hier gab es einen Pool und es war immer was los – die Franzosen waren hier in der Überzahl, aber auch einige Deutsche sowie einen Australier haben wir hier kennengelernt und die Zeit genossen.

Gemeinsam mit einem französischen Pärchen machen wir uns dann auf Paraguay wieder Richtung Argentinien zu verlassen. Den richtigen Halt für den Bus zu finden war nicht so einfach, aber irgendwann standen wir dann am richtigen Eck (die Infos der Einheimischen waren nur teilweise hilfreich). Zuerst tingelt der Bus über eine Stunde durch den Stau in der Stadt – der Bus-Schaffner ist zwischendurch für seine Einkäufe einfach ausgestiegen, dann geht es flott zur Grenze. Wir arbeiten uns durch die Marktstände und biegen dann irgendwann zwischen zwei Standlern ab und spazieren über eine kleine Fußgängerbrücke über die Grenze. Dann geht es zuerst zum Grenzschalter von Paraguay und gleich daneben zu dem von Argentinien. Eine kurze “Kontrolle” bei der nur schnell der Deckel vom Rucksack geöffnet wird (da sieht er eh nicht viel) und wir sind wieder in Argentinien.