Santiago, Valparaíso und Valle de Elquí

Nach einem langen Flug landen wir in Santiago, dank der Datumsgrenze die wir überflogen haben sogar in der Vergangenheit. Es geht ins Hostel und dann spazieren wir etwas übermüdet durch die Stadt – es ist Sonntag und die Stadt wie ausgestorben. Für uns heißt es aber ohnedies bald schlafen gehen. Motiviert starten wir am nächsten Tag den Stadtspaziergang mit dem Festungshügel Cerro San Lucia im Zentrum der Stadt für einen ersten Blick von oben. Es geht weiter, wobei die Stadt nahezu noch verlassener und einsamer ist als am Sonntag. Sämtliche Geschäfte und Kirchen haben geschlossen und die Straßen sind teilweise gesperrt also kommen wir nicht einmal zu allen geplanten Stopps unserer Route – im Hostel erfahren wir, dass heute ein Feiertag ist, allerdings nicht welcher und die Internet Recherche lässt uns auch im Dunklen. Die Bierlokale haben aber offen, also gibt es für uns die ersten Kostproben einer lokalen Brauerei. Am nächsten Tag hört man schon in der Früh den Straßenlärm – heute ist überall was los und auch die Kirchen sind offen – und in jeder Kirche in die wir hinein stolpern ist Gottesdienst, mitten am Tag. Wir flanieren durch die unterschiedlichen Bezirke, arbeiten uns durch die Ausstellung im Museum der Menschenrechte und essen Empanadas. Sogar eine Führung durch eine Feuerwache bekommen wir.

Von Santiago geht es zur Küste nach Valparaíso. Hier erwarten uns unzählige Hügel (Cerros) auf denen sich bunte Häuschen aneinander reihen, dazwischen Streetart, Schrägaufzüge und bunte verwinkelte Stiegenaufgänge. Viel auf und ab und Abends Pisco Sour.

Für uns geht es weiter Richtung Norden. Nach einer Nacht in La Serena fahren wir nach Vicuña, dem Geburtsort der Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral. Wir sind damit im Zentrum des Valle de Elqui – auch als Obstgarten Chiles bekannt. In der Region werden unter anderem die Trauben für den Pisco angebaut. Wir machen einen Ausflug ins Dorf Pisco Elqui – wie der Name vermuten lässt wird hier Pisco hergestellt und verkostet. Das satte Grün in den Tälern, dass sich auch teilweise etwas die Hänge hinauf fortsetzt steht im Gegensatz zu den trockenen Hügeln – Regen gibt es hier selten, die Bewässerung erfolgt ausschließlich über den Fluss der sich durch das Tal schlängelt.

Am Dorfplatz vorbei spazieren wir aus dem Ort hinaus und landen in der kleinen Familien geführten Distillere Pisco Doña Josefa. Wir bekommen gleich zum Start einen Pisco Sour und dann eine private Führung durch die kleine Brennerei – sogar auf Englisch. Im Anschluss verkosten wir noch sämtliche Pisco Variationen. Verarbeitet werden hier die Trauben Moscatel Pedro Jiménez und Rosada Pastilla oder Moscatel de Austria. Wir spazieren wieder in die Stadt, wo wir bei der Brennerei Mistral auch noch eine Führung inklusive Verkostung mitmachen, diesmal auf Spanisch – zum Glück wissen wir jetzt schon über die Herstellung bescheid.

Wieder retour in Vicuña landen wir in einer Art Faschingsparade der Pensionistenvereine. Jeder Pensionistenclub fährt mit einem geschmückten Auto, auf dem meistens die jeweilige etwas ins Alter gekommene “Prinzessin” auf einem Sessel Platz nimmt – meistens auf der Ladefläche, in Ausnahmen ist der Sessel auch am Dach montiert oder die Prinzessin muss selbst gehen.