Nach einem etwas langwierigen Grenzübertritt nehmen wir ein Rapido (so heißen die öffentlichen Minibusse hier) nach Tupiza. Den ersten Teil des Weges haben wir eine Dame an Bord, die sich die meiste Zeit der Fahrt bekreuzigt hat – ein Stress bei so vielen Kreuzen und Gräbern am Straßenrand.

In Tupiza ist es gleich wieder ziemlich heiß, wir spazieren also nur gemütlich durch die Stadt und auf den lokalen Aussichtshügel inkl. Kreuzweg und Christusstatue. Von oben sehen wir auf eine ziemlich orange Stadt: Orange zerklüftete Felsen um die Stadt und orangene Ziegel in der Stadt – verputzen wird überbewertet.

Am nächsten Tag geht es für uns dann auch gleich weiter, gemeinsam mit zwei deutschen Mädels geht es für uns über 4 Tage durch den Südwesten Boliviens bis nach Uyuni. Unser Fahrer holt uns mit dem Jeep ab, mit dabei haben wir außerdem eine Köchin die uns dreimal täglich mit sehr gutem Essen versorgen wird.
Zuerst geht es durch die zerklüfteten roten Felsformationen, dann durch wechselnde Landschaft vorbei an Lama Herden und Vicuñas bis auf 4855m Höhe. Nach ca 300km verbringen wir die erste Nacht in einem kleinen Dorf.



Am nächsten Tag stehen Lagunen und Flamingos am Programm, außerdem können wir bei traumhaftem Blick in einem Thermalbecken baden. Es gibt wieder Lamas und Vicuñas zu sehen, außerdem sehen wir Hasenmäuse und sogar einen Fuchs am Weg zur Desierto Dalí – Landschaft die an die Gemälde von Dalí erinnert. Wir fahren zu den Geysers Sol de Mañana wo uns Schwefelgeruch und Rauchwolken begrüßen. Den Abschluss bildet heute das “Eduardo Abaroa“-Reservat mit der Laguna Colorada, einer der drei größten Seen in den bolivianischen Anden. Die Lagune schimmert in unterschiedlichen Rottönen – die Färbung entsteht durch rote Algen und einem sehr hohen Mineralstoffgehalt. In der 60 km² großen sehr flachen Lagune fressen sich die Flamingos durch den roten Plankton während am Ufer Lamas grasen. Auch bei unserem Quartier bekommen wir heute Lama-Besuch – denn hier lässt es sich bestens windgeschützt übernachten.








Auch am dritten Tag gibt es wieder Lagunen mit Flamingos und zwischendurch einige interessant geformte Felsen zu besichtigen. Heute nächtigen wir in einem Salzhotel – hier sind Wände, Tische und Sesseln aus Salz. Nachdem wir unseren Nachmittagstee genossen haben, geht es dann noch in die Salar de Uyuni, der mit über 10.000 km² größten Salzwüste der Welt. Gebildet wurde die Salzkruste durch das Austrocknen von prähistorischen Seen vor über 10.000 Jahren. Bis zum Horizont erstreckt sich die Salzkruste mit ihren gesteppten polygonalen Salzmustern. Neben Salz wird hier auch Lithium abgebaut und dazwischen tummeln sich jährlich viele Touristen um Fotos in diesen unendlichen Weiten zu machen. Wir sind heute hier um den Sonnenuntergang zu genießen, dazu bekommen wir einen etwas giftig wirkenden blauen Trank serviert – zwecks dem Farbkontrast.




Am vierten und letzten Tag heißt es früh aufstehen, denn heute geht es zum Sonnenaufgang auf die Isla Incahuasi, einer von Kakteen überzogenen Insel inmitten der Salzwüste. Als wir die Insel erklimmen ist außer unserem nur ein weiterer Jeep hier, also können wir die Ruhe vor dem Sonnenaufgang genießen – die meisten Jeeps erreichen die Insel erst nach Sonnenaufgang. Nachdem wir die Aussicht auf die Salzkruste ausgiebig genossen haben gibt es am Fuß der Insel Frühstück, dann spazieren wir ein Stück um die Insel bevor wir irgendwo in die Mitte der Salzwüste fahren um dort die obligatorischen Fotos und Videos zu machen bei denen man mit der endlosen Weite und der Perspektive spielt. Im Anschluss stoppen wir noch beim Dakar Monument. Das Monument wurde errichtet, als die Strecke der Dakar Rally noch bei Uyuni vorbeiführte. Nachdem wir den großen Teil des Vormittags in der Salzwüste verbracht haben ging es nach Uyuni – genauer gesagt zum dortigen “Eisenbahnfriedhof”. Hier tummeln sich so viele Leute wie wir schon lang nicht mehr gesehen haben zwischen einigen Eisenbahnwracks. Die Lokomotiven sind übrig geblieben als in den 1940er Jahren die meisten Edelmetallminen aufgegeben wurden, die örtliche Industrie zusammenbrach und kaum mehr Eisenbahntransport statt fand. Ein letztes Mal wurden wir noch bekocht bevor wir dann in Uyuni abgesetzt wurden.








Sightseeing in Uyuni war schnell erledigt, aber zum Glück gibt es ein Cafe das erkannt hat wie man bei Touristen punktet und somit Treffpunkt aller Touristen, die sich in dieser eher wenig schönen Stadt aufhalten, ist.
