Phnom Penh, Sihanoukville und Koh Rong Sanloem

Mit dem Bus der Cambodian Post geht es nach Phnom Penh – wir hatten uns schon auf einen vollgeräumten Bus eingestellt, scheinbar musste aber nichts nach Phnom Penh transportiert werden und so waren wir mit nur 3 weiteren Passagieren, in einem ungewohnt leeren Bus auf direktem Weg nach Phnom Penh – selbstverständlich mit der üblichen Pause mit offener Motorhaube zur Kühlung des Motors.

Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas, der Verkehr ist chaotisch – Gehsteige quasi nicht vorhanden, also steigen wir doch lieber ins Tuk-Tuk und beobachten das Treiben von der Rückbank aus. Es ist laut und hektisch, und keine richtig schöne Stadt, aber Phnom Penh beherbergt die zwei wichtigsten Gedenkstätten des Genozids und damit einen wichtigen Teil der Kambodschanischen Geschichte.

Wir besichtigen das Tuol Sleng Genocide Museum. Während der Herrschaft der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 sind hier 20.000 Kambodschaner gefangengehalten und gefoltert worden, bevor sie auf den Killingfields am Rande der Stadt ihr leben lassen mussten. In ganz Kambodscha sind in dieser Zeit ca. 2 Millionen Kambodschaner – und damit ca. 1/4 der Gesamtbevölkerung – ums Leben gekommen.

Nach einem Vormittag kambodschanischer Geschichte geht es mit dem Tuk-Tuk zum Zentralmarkt – ein auffälliger Art Déco Bau – wo so ziemlich alles verkauft wird: Schmuck, Bekleidung, Schuhe, Sonnenbrillen (natürlich als Kopie bekannter Markenprodukte), Spielzeug, Toilettartikel, diverse Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und im Food-Bereich alles von Gemüse bis Fisch. Eine ganze Platte frischer Garnelen landet am Boden als zwei Standlerinnen ins streiten kommen, warum wissen wir nicht – wir waren jedenfalls schon in sicherer Entfernung als der Streit eskaliert ist.

Wir spazieren weiter entlang der Uferpromenade, dem Sisowath Quay – der mangels ausreichend (großer) Bäume unerträglich heiß ist – bis zu einer kleinen Hotel-Brauerei wo wir uns mittels Beer Flight durch die Biervielfalt kosten. Der Braumeister braucht hier noch etwas Übung, es gibt hier aber zum Glück noch weitere Craft-Beer-Adressen die wir in den nächsten Tagen ansteuern und die unseren Geschmack besser treffen.

Von Phnom Penh geht es mit dem Zug nach Sihanoukville. Pro Tag fahren hier zwei Züge ab nach Sihanoukville, und einer zur thailändischen Grenze. Es ist also nicht viel los – und wir bekommen von den verfügbaren Zügen den kleinsten – bestehend aus nur einem Waggon mit beidseitigem Führerhaus. Bei der Platzauswahl wundern wir uns noch wie ein Sitz so nass sein kann, wir wechseln zum Glück noch vor der Abfahrt auf trockene Sessel und beobachten dann wie die anderen Fahrgäste während der Fahrt regelmäßig geduscht werden – es rinnt mal mehr mal weniger aus den Lüftungsschlitzen – aber immer auf der anderen Seite vom Gang.

Sihanoukville scheint mit der neuen Strandpromenade auf den ersten Blick zwar ganz schön zu sein – tatsächlich ist das aber das einzig schöne. Die Stadt ist geprägt von vielen Casinos und noch mehr Bauruinen und das alles versehen mit chinesischen Schriftzeichen – eine wirklich hässliche Stadt. Unsere Recherche zeigt jedoch, dass das nicht immer so war – Begünstigungen chinesischer Investitionen haben dafür gesorgt, und zuguterletzt hat wohl auch Covid seinen Beitrag geleistet. Zum Glück sind wir hier nur für eine Nacht – es soll am nächsten Tag gleich mit der Fähre zum Inselparadies weitergehen.

Sihanoukville will uns leider nicht so schnell los werden wie wir die Stadt – der Hostel-Pickup zur Fähre lässt auf sich warten. Bis der Servicemitarbeiter herausgefunden hat, dass wir tatsächlich vergessen wurden und uns doch bitte ein Tuk-Tuk rufen sollen sollte die Fähre schon abgefahren sein – er versichert uns aber: die Fähre wartet. Nachdem wir dann mit den langsamsten Tuk-Tuk Fahrer von Kambodscha zum Hafen gefahren sind, wartet dort tatsächlich die volle Fähre – wir bekommen zwei Sonderplätze vorm Steuer und sehen nach 30 Minütiger fahrt bereits die nahezu weiße Bucht der Insel Koh Rong Sanloem.

Weißer Sandstrand, Palmen – hier verbringen wir nun gemütliche Tage am Strand – nur unterbrochen von Strandspaziergängen und Stand-Up-Paddling. Die Ruhe an “unserem” Strand wurde zwar einen Nachmittag / Abend von einer Gruppe Einheimischer gestört, die mitsamt Karaokeeinheit angereist sind, aber zum Abendessen inklusive Happy Hour haben wir trotzdem einen ruhigen Strandabschnitt in der Bucht gefunden.

In Koh Rong Sanloem gab es lange Zeit nachts keinen Strom, heutzutage muss man nur kurz mit einem Stromausfall rechnen, bevor die täglich betankten Generatoren eingeschaltet werden. Eigentlich ist die Insel für ihren bioluminiszierenden Plankton bekannt – den man bestenfalls auch vom Strand aus sieht. Durch die Lichtverschmutzung aufgrund der nächtlichen Strandbeleuchtung hat man aber leider keine Chance mehr den Plankton vom Strand aus zu sehen.