Zwei Stunden Fahrzeit in einem Minibus ohne Gurte über die neue Autobahn (Eröffnung 2020) und wir stehen in Vang Vieng auf der Hauptstraße direkt vor dem so genannten Party-Backpacker-Hostel. Zweimal ums Eck und wir sind in unserem Hostel. Wir gehen Mittagessen und spazieren im Anschluss quer durch die Stadt bis zu einem Tempel wo gerade zwei Mönche die Trommel und den Gong schlagen.
Die Stadt ist leer und ruhig. In der Walking-Street sind einige Standln mit den immer gleichen T-Shirts (mit Heißluftballonaufdruck) aufgebaut, Besucher gibt es kaum. Auch die wenigen noch offenen Bars haben keine bis kaum Gäste.
Den ersten vollen Tag nutzen wir für eine Kayak Tour entlang des Flusses Nam Song. 5 km lassen wir uns im Kayak mit wenig Paddeln von der Strömung treiben und genießen die Umgebung mit ihren Karstformationen. Wir legen mit unseren Kayaks an, queren den Fluss über eine der wenigen tragfähigen Brücken und wechseln in Tubes (Reifen) zur Erkundung der Tham None Höhle. Entlang eines Seiles hangeln wir uns auf unseren Reifen durch den niedrigen Eingangsbereich der Höhle, dann geht’s zu Fuß, aber zu Beginn noch mit dem Wasser bis zu den Knien weiter. Von den Wänden leuchten uns immer wieder glänzende Punkte entgegen: die Giant Huntsman Spider (Laotische Riesenkrabbenspinne), und wir sehen auch Fledermäuse. Nach einer weiteren Höhle geht die Kayak-Tour weiter und wir kommen neben einigen Brückenresten auch an vielen leeren und teilweise verlassenen Bars direkt am Fluss vorbei bis wir wieder in der Stadt an Land gehen.


Vang Vieng war bis vor 10 Jahren der Party Hot-Spot, aufgrund einiger tödlicher Unfälle beim “Tubing” (im aufblasbaren Reifen den Fluss entlang von Bar zu Bar gleitend) wurden einige Bars behördlich geschlossen und dem Tourismus eine neue Ausrichtung aufgezwungen. Zum jetzigen Zeitpunkt wirkt die Stadt mit ihren sehr wenigen Gästen (noch vor der Hauptsaison) und sehr vielen Restaurants und Bars etwas überdimensioniert was die Einkehrmöglichkeiten angeht, und das obwohl auch sehr viel einfach zu hat.
Am nächsten Tag in Vang Vieng borgen wir uns im Hostel zwei Mountainbikes aus – der Chef ist zwar nicht so der Verkäufer und rät uns ab, hilft uns dann aber doch zwei Räder mit halbwegs brauchbaren Bremsen zu finden. Wir machen kurz einen Bremstest – eine Vorderbremse reicht ja wohl – und dann radeln wir los. Über spannende Brückenkonstruktionen, vorbei an Reisfeldern, und einigen Kühen die auf und neben der Straße herumstehen bis zum Nam Xay Aussichtspunkt. Es geht einen kurzen steilen Weg hinauf zum Gipfel, wo es statt dem Gipfelkreuz eine überdachte Plattform gibt und außerdem zwei Motorräder herum stehen. Außerdem eine tolle Aussicht auf die umliegenden Karstformationen und Reisfelder die wir genießen. Wir radeln dann noch zu einem Restaurant, und lassen den Tag wieder retour noch gemütlich mit der Aussicht vom Balkon unseres Hostels ausklingen.


Für die Weiterreise nach Luang Prabang haben wir eine Fahrt mit dem Minivan gebucht. Abfahrt in Vang Vieng ist um 9:00, nach Luang Prabang sind es 180 km. Slalom zwischen den Schlaglöchern, Fußetappen, Minivan mit vereinten Kräften aus den Löchern ziehen und kurze Strecken am Traktor angehängt inklusive sind wir 7 Stunden später in Luang Prabang.

