Far North Queensland – Daintree Rainforest (Cape Tribulation) & Great Barrier Reef (Cairns)

Von Townsville geht es noch einmal 7 Stunden mit dem Greyhound nach Cairns – dort holen wir unseren Camper ab der uns die nächsten 8 Wochen als zu Hause dient. Wir fahren noch weiter in den Norden, übernachten am Weg und nehmen dann die Fähre in den Daintree Rainforest – den wahrscheinlich ältesten Regenwald der Welt. Wir Campen hier zwei Nächte in Cape Tribulation – übersetzt: Kap des Mühsals, denn James Cook ist hier mit seinem Schiff auf Grund gelaufen und musste vor der Weiterreise erst die mühsamen Reparaturarbeiten erledigen. Endlose Strände – schwimmen ist nicht erlaubt da die Gegend als Highway der Krokodile zwischen den Creeks bekannt ist – aber es gibt traumhaft schöne und ziemlich leere Strände. Es gibt einige Spazierwege durch den Regenwald – wir versuchen die hier ansässigen Kasuare und Baumkängurus zu erspähen, leider ohne Erfolg – dafür sehen wir eine Python in den Bäumen rasten – den größten Feind der Baumkängurus.

Cape Tribulation ist der nördlichste Punkt unseres Roadtrips entlang der Ostküste – jetzt geht es Richtung Süden. Am Weg aus dem Nationalpark sehen wir dann – neben all den Schildern die auf Kasuare hinweisen – doch noch einen Helmkasuar vor uns gemütlich über die Straße spazieren.

Wir fahren weiter nach Kuranda, ein kleines “Bergdorf” – hier fährt auch Zug oder Seilbahn hin. Wir spazieren durch den Regenwald bis zu einem Aussichtspunkt auf die Barron Falls. Auf dem Wanderweg sind wir die einzigen – denn es gibt ganz in der Nähe des Wasserfall-Aussichtspunktes auch einen Parkplatz, der ist definitiv besser besucht als der Track durch den Regenwald.

Von Kuranda geht es weiter nach Cairns. Es heißt früh aufstehen, dafür spazieren wir zum Sonnenaufgang am Ufer entlang zum Hafen. Von dort geht es mit dem Segelboot zum Great Barrier Reef. Der erste Halt ist das Hastings Reef: Neopren angezogen, Tauchausrüstung angeschnallt und mit einem großen Schritt vom Boot ins Wasser – heute wird wieder getaucht. Wir sind eine kleine Gruppe: Guide, ein weiterer Tauchgast und wir beide. Es geht auf bis zu 11,5 m am Riff entlang, vorbei an coral nurseries und hinein in eine Höhle. Die Weitsicht war diesmal nicht so gut, wegen des Regens der letzten Tage war das Wasser eher trüb, aber wir haben trotzdem viele Korallen und Fische gesehen und heute blieb es zum Glück trocken. Es gibt Mittagessen am Schiff und dann geht’s weiter zum nächsten Spot des Great Barrier Reefs. Hier ist es eher seicht, also bleiben wir beim Schnorcheln und bewundern noch einmal die Korallenvielfalt bevor wir uns wieder zum Hafen aufmachen. In Cairns schauen wir heute das (weniger spannende) dritte und letzte Game der diesjährigen State of Origin, denn die Maroons stehen schon als Sieger der Serie fest nachdem sie die ersten beiden Spiele gewonnen haben.

Bevor wir Cairns verlassen geht es noch einmal zum Vermieter – unsere Stromversorgung im Camper via Batterie funktioniert nicht wirklich – während der Camper in der Werkstatt steht geht es für uns in eines der vielen Cafes und dann weiter der Küste entlang in den Süden.

Yunbenun (Magnetic Island)

Nach einer kurzen Nacht in Townsville genießen wir heute mal wieder ein leckeres Frühstück im Cafe und nehmen dann die Fähre nach Magnetic Island – eine knapp 52km² große Insel. Auf der Insel beziehen wir unser Zimmer – ein Zelt mit Doppelbett. Wir spazieren dann gleich den Strand der Goeffrey Bucht entlang bis zum felsigen Ende – hier wohnt eine Kolonie Rockwallabies. Die Kängurus sind hier sehr zutraulich – sie werden von den Touristen gut gefüttert. Bei einem der Wallabies konnten wir zwischendurch einen Blick auf das Baby im Beutel werfen. Wir teilen uns die Felsen mit den Kängurus und verbringen den Nachmittag gemütlich mit Blick aufs Meer.

Am Abend geht es ins nahe gelegene Pub, hier findet einmal die Woche ein Toad-Race (Kröten-Rennen) statt – wir haben den richtigen Tag erwischt und können dieses Spektakel heute verfolgen. Acht Kröten werden “versteigert”, Summen bis zu A$200 pro Kröte werden geboten, am meisten wird auf “Mango Madness” gesetzt – das Rennen gemacht hat aber eine andere Kröte.

Am nächsten Tag geht es mit dem öffentlichen Bus zur Horseshoe Bay. Wir genehmigen uns auch heute wieder ein Frühstück im Cafe und dann wandern wir zum nächsten Strand und dann entlang des Fort-Walks (in Australien kommen wir immer mal wieder an 2. Weltkriegsstätten vorbei – mehr als Ruinen sind meist nicht zu besichtigen). Der Fort-Walk ist aber vor allem wegen den dort lebenden Koalas interessant – wir sehen zwei Koalas in den Bäumen direkt am Weg – die ersten Koalas in freier Wildbahn. Wir entschließen uns den gesamten Weg nach Arcadia zurück zu wandern. Die ausgewiesene Koala-Gegend ist auf unserem Weg zwar schon lange vorbei, aber wir sehen noch vier weitere Koalas – davon ist einer noch ein Baby und hängt auf seiner Mutter.

Ein kurzer Aufenthalt auf Magnetic Island – aber voll von Kängurus und Koalas. Wir spazieren retour zur Fähre und es geht zurück nach Townsville. Dort lassen wir den Abend in der lokalen Brauerei ausklingen, wir beeilen uns um noch ein Happy Hour Bier zu ergattern und freuen uns dann, dass heute die Burger im Angebot sind.

Red Centre

Unser nächstes Ziel in Australien liegt 1500 km südlich von Darwin: Alice Springs. Mit dem Greyhound-Bus starten wir am Vormittag in Darwin und kommen nach 24 Stunden und 20 Minuten in Alice Springs an, wo wir uns gleich unseren Campingbus abholen, Vorräte einkaufen und Richtung Uluru fahren. Lange gerade Straßen mit viel nichts rundherum, einen kurzen Stop gibt es mit Blick auf den Artilla (Mt Connor), einer der drei wichtigen Plätze der Aborigines in dieser Gegend. Wir nächtigen in Curtin Springs – einer riesigen Rinderfarm die gratis Camping anbietet. Etwas untypisch für die Gegend: es regnet, in der Früh ist der Campingplatz eher eine große Lacke, die Flipflops der Nachbarn schwimmen an unserem Bus vorbei – wir haben aber Glück und können zumindest Fahrerseitig ins “Trockene” aussteigen. Für uns geht es aber ohnedies gleich weiter zum Uluru-Kata Tjuta Nationalpark. Aus der Distanz stoppen wir dann für den ersten Blick auf den eher silbrig-grauen Uluru der nur so von Wasserfällen überzogen ist – das hatten wir nicht erwartet. Wir machen eine Führung im Visitor Center in dem die Geschichten der Dreamtime rund um den Uluru präsentiert werden und wagen uns dann wieder hinaus in den Regen. Am Uluru (Ayers Rock) angekommen heißt es dann zwischen den Lacken hüpfen – Gummistiefel wären heute die bessere Ausstattung gewesen. Wir gehen entlang des Mala-Walks, bestaunen die seltenen Wasserfälle und erleben so einen Uluru der anderen Art – wir lesen, dass nur 1% der Touristen die Wasserfälle am Uluru zu sehen bekommen – zwar nass, aber etwas ganz besonderes. Mit dem Auto geht es dann einmal um den Uluru herum, der Wasserstand ist zwar bei manchen Teilstücken grenzwertig aber es geht sich für unser Auto gerade so aus. Ganz so kalt und nass haben wir uns den Winter hier nicht vorgestellt – am Campingplatz freuen wir uns heute besonders über die heißen Duschen. Die Wasserfälle am Uluru sind aber ein besonderes Erlebnis das wir sehr zu schätzen wissen.

Der Regen hat nachgelassen und wir spazieren am nächsten Tag den ganzen Base Walk, also einmal rundherum. Auch heute ist das Motto noch: such einen halbwegs trockenen Weg, aber wir kommen einigermaßen trockenen Fußes um den Uluru herum. Weiter geht es dann noch zu den nahegelegenen Kata Tjutas (Olgas) die dritte wichtige Steinformation der Umgebung. Der farbintensive Sonnenuntergang am Uluru bleibt uns leider verwehrt, es waren trotzdem ganz besondere Tage beim Wahrzeichen Australiens. Für gewöhnlich sind wir nach Sonnenuntergang ja schon am Stellplatz, heute ist eine Ausnahme dafür gibt es einiges zu sehen: es spaziert ein Kamel vor uns über die Straße, wir fahren an einer Eule die es sich am Asphalt gemütlich gemacht hat vorbei und die Augen eines Dingos leuchten uns vom Straßenrand entgegen.

Weiter geht es zum Watarrka Nationalpark mit dem Kings Canyon. Wir spazieren gleich nach der Ankunft den “Rim-Walk” entlang – gut dass es nicht heiß ist, der Zutritt wird nämlich bei Hitze nur bis 10 Uhr Vormittags zugelassen – Schatten wäre hier nämlich schwer zu finden. Bei “winterlichen” Temperaturen ist es ein gemütlicher Spaziergang durch die orange Landschaft mit ihren unglaublich schönen grau-grünen Pflanzen dazwischen.

Für uns geht es jetzt mangels 4WD die gleiche Strecke zurück nach Alice Springs und weiter zu den MacDonnell Ranges wo wir noch die letzte Nacht im Camper verbringen bevor wir zurück nach Alice Springs fahren. Hier wird heute Territory Day gefeiert, allerdings ohne uns – wir halten den Radius gering. Den nächsten Tag verbringen wir im warmen Reptile Centre. Hier können wir die giftigste Schlange Australiens hinter Glas bewundern und auch einige andere Schlangen, Echsen (unter anderem die cool ausschauenden Thorny Devils), Terry (ein Salzwasserkrokodil) und einige Geckos. Zum Streicheln gibt es einen Blue-Tongued Lizzard, einen bearded Dragon und eine Schlange. Am Abend treffen wir uns heute mit einem Bekannten von Theresias Highschoolyear beim Italiener – ein sehr gemütlicher und schöner Abend.

Am letzten Tag in Alice Springs spazieren wir noch ein bisschen durch die Stadt und entlang der Todd-Mall, sitzen den Regen im Kaffeehaus aus und nutzen dann noch ein Regenfenster um vom Anzac Hill von oben auf Alice Springs zu schauen. Am Abend geht es dann mit dem Greyhound von Alice Springs nach Townsville in Queensland – wo wir (inkl. Wartezeiten) ca. 30 Stunden später ankommen.

Northern Territory Top End

Wir sind in Australien, und damit dem zweiten Kontinent der Reise angekommen. Die Erkundung startet in Darwin – erstes learning: man benötigt immer (unabhängig vom Alter) einen Ausweis um Alkohol einzukaufen, es gibt im Northern Territory nämlich ein drinking-ban Register. In Darwin spazieren wir zur Bucht, besichtigen das Museum des Royal Flying Doctor Service und das Museum of the northern Territory – in Letzterem können wir Präparate sämtlicher Tiere die einen hierzulande umbringen wollen besichtigen: Redbackspider, Boxjellyfish, Saltwatercrocodile, … – aber natürlich bekommt man auch den harmlosen Teil der Tierwelt zu sehen.

Von Darwin aus geht es mit dem Auto in den Kakadu Nationalpark. Der Nationalpark ist ein UNESCO Welterbe und wird gemeinsam mit den indigenen Eigentümern verwaltet. Wir sind mit unserem Leihwagen zwar nicht ganz so professionell ausgestattet wie sämtliche Australier am Campingplatz, aber es schläft sich auch im Auto gut. Den ersten Abend genießen wir gleich den Blick über die Floodplains bis hin zum Arnhemland – ein Landteil im Eigentum der Aborigines wo diese noch traditionell leben und die Einreise nur mit Permit gestattet ist. In Ubir gibt es neben der tollen Weitsicht auch Felsmalereien zu besichtigen – Fische, Kängurus, Weiße mit den Händen in den Hosentaschen und den Rainbow Serpent – eine Gestalt aus den Entstehungsmythen. Beim Cahills-Crossing, der Flussüberfahrt ins Arnhemland haben wir dann unsere ersten lebenden Salzwasserkrokodile vom Ufer aus gesichtet. Die Flussdurchfahrt wird trotz Warnschildern und tatsächlich sichtbarer Krokodile von einigen Hobby-Fischern bevölkert. Auch in einem anderen Bereich des Parks gibt es noch Felsmalereien, außerdem machen wir überall wo man mit 2WD hinkommt einige kurze Bushwalks. Unser erstes Känguru sehen wir hier auch, es hüpft vor uns über die Straße als wir gerade vom Campingplatz losfahren und entlang des Kakadu Highways sehen wir auch Wildpferde und Esel. Nicht zu vergessen sind die Kakadus die eigentlich überall lautstark auf sich aufmerksam machen und vor allem in der Früh auf den Campingplätzen zu beobachten sind. Die Büffel sehen wir nur auf den Warnschildern, dafür kommen wir immer wieder mal an brennenden Parkabschnitten vorbei – die frühen Buschfeuer werden im Rautenmuster bewusst gelegt solange es noch nicht komplett trocken ist um späteren schweren ungeplanten Feuern vorzubeugen und das Land fruchtbar zu halten – so wird jedes Jahr der halbe Nationalpark “abgebrannt”, der Großteil des Bewuchses hält das aber aus (und die nicht resistenten Bäume werden ausgelassen).

Nächster Stop auf der Route ist Mataranka im Elisey Nationalpark. Hier gibt es thermal Pools – die sind zwar nicht wirklich thermal, aber laden mit ganzjährig angenehmen Temperaturen zum relaxen ein. Die Aussies kommen hier alle mit Poolnudeln um das weiken in den Pools maximal genießen zu können (so gut sind wir nicht ausgestattet, aber angenehm ist es auch ohne Poolnudel).

Nach dem kurzen Zwischenstopp geht es für uns zu aktiveren Tagen in den Nitmiluk Nationalpark – hier gibt es längere Wanderungen durch die Butterfly-Gorge, eine schattige Schlucht mit Schmetterlingen und entlang der Klippen bis wir zu Aussichtspunkten auf die Schlucht, durch die sich der Katherine River windet, kommen. Am Wasser stehen – wie wir es schon aus Kakadu und Darwin kennen – überall Warnungen nicht zu nahe ans Ufer zu kommen, da der Fluss von Krokodilen bewohnt ist (und da erst Anfang der Saison ist, sind die “Räumungsmaßnahmen” noch nicht überall abgeschlossen). Ein etwas abseits des Flusses liegendes “Rockhole” mit dem letzten Plätschern eines Wasserfalles gibt es in dem schwimmen erlaubt ist, hier kühlen wir zumindest die Beine ab. Mit der Dämmerung werden auch Unmengen an Flughunden wach, die unweit des Campingplatzes die Bäume bevölkern in die Nacht starten und als riesen Schwarm die Schlucht entlang fliegen. Einen Spaziergang machen wir hinauf zu den Edith-Falls – einigen Wasserfällen in dessen Becken schwimmen krokodilfrei möglich ist. Da man zum oberen Becken kurz wandern muss ist dort relativ wenig los, wohingegen sich im unteren Becken die Aussies mit ihren Poolnudeln tummeln.

Unser letzter Nationalpark ist Litchfield’s – auch hier baden wir unter Wasserfällen, machen kurze Bushwalks, flüchten vor den Moskitos und freuen uns an einem Campingplatz in der Früh sogar über Känguruh Besuch.

Geschlafen haben wir im Kofferraum von unserem Mietwagen, mit Tisch Sesseln und Gaskocher eine einfache aber absolut ausreichende Campingausstattung – mit dem Setup der Australier kann das natürlich nicht mithalten. Die Auswahl an Campinganhängern oder Campern hierzulande ist riesig – bis zum Boot am Dach haben die geübten Australier alles mit dabei für ihre ausgedehnten Camping-Urlaube. Wir haben die 12 Tage mit unserem “Camper” sehr genossen: Bushwalks, Sternenhimmel, Vogelgezwitscher, wunderschöne Landschaften und aufstehen und schlafen gehen im Rythmus der Sonne.

Wir geben unser Auto in Darwin wieder ab und gönnen uns heute mal wieder einen Restaurantbesuch: Fish and Chips im Frying Nemo mit Blick auf einen kleinen Yachthafen.

Amed und Seminyak (Bali)

Nach den wunderschönen gemütlichen Tagen auf Gili Air geht es wieder retour nach Bali – mit dem “Fast Boat”. Die reine Fahrzeit war tatsächlich schnell vorbei, die Wartezeiten dazwischen eher nicht – vielleicht wäre das “Express Fast Boat” dann doch die bessere Wahl gewesen. Beim Aussteigen wedeln einem schon unzählige Taxi-Schilder ins Gesicht – wir haben diesmal unser Taxi bereits vorab gebucht, unser Fahrer wartet mit einem handgeschriebenen Namensschild gleich dahinter.

Mit dem Auto geht’s bis nach Amed in den Nord-Osten von Bali – zuerst entlang der Küste, dann zwischen den Reisterassen hindurch. Amed liegt am Fuße des Vulkans Agung der sich hinter dem schwarzen, steinigen Strand von Amed erhebt. In dem Fischerdorf gibt es einige Tauschschulen und Yogazentren, sonst ist hier nicht viel los – es bleibt also gemütlich. In der Früh kann man die vielen Fischerboote beobachten, wie sie zurück an Land segeln. Wir gehen wieder schnorcheln – hier ist das Wasser zwar nicht so klar wie wir es von Gili kennen, aber wir sehen trotzdem Korallen, eine Schildkröte und viele blaue Seesterne.

Einmal können wir noch die Landschaft auf Bali im vorbeifahren genießen bevor wir unsere Indonesienreise in Seminyak beenden. Ein ziemlicher Kontrast zu dem ruhigen, kaum touristischen Amed, dafür ist der Flughafen hier nicht mehr weit.

Indonesien war für uns großteils Reisepause. Die ursprüngliche Idee 1 Monat Reisen und 1 Monat pause haben wir auf 1 Monat reduziert (es gilt ja noch einige andere Länder zu bereisen). Wir haben somit zwar trotzdem öfter den Ort gewechselt das Programm war dafür aber sehr gemütlich. Es hätte hier noch so viele Orte gegeben, die wir gerne besucht hätten, allerdings haben wir die ruhige Zeit am Strand zum Energie tanken sehr genossen bevor es für uns auf den nächsten Kontinent geht.

Gili Air

Einmal steigen wir noch auf ein öffentliches Boot um nach Gili Air zu kommen – eine kleine Insel nur ca 30 Minuten Bootsfahrt vor Lombok. Das erste Boot das am “Hafen” ablegt ist so überladen, dass das Heck eigenltich schon komplett unter Wasser ist – es war zum Glück nicht unseres sondern das Boot zu Gili T (der größten der drei bekannten Gili Inseln). Unser Boot ist im Verlgeich dann ziemlich leer und wir kommen gut auf Gili Air an.

Am Hafen warten bereits unzählige Pferdekutschen auf die Neuankömmlinge – Autos oder Motorräder gibt es auf der Insel nicht, bleiben Fahrräder, zu Fuß gehen oder eben die Kutschen als Fortbewegungsoptionen – manch moderne Einheimischer fährt Elektroroller. Wir spazieren am Ufer entlang zu unserem Quartier, laut Beschilderung ist hier der beste Schnorchel-Spot – das testen wir gleich. Wir sind noch nicht weit geschwommen und finden uns bereits zwischen vielen Fischen wieder, außerdem verschiedene Korallen und sogar eine Schildkröte sehen wir in der ferne durchs klare Wasser. Abends spazieren wir an die Westseite der Insel – hier sind die Strandbars mit Sitzsäcken bestens fürs Sonnenuntergangschauen ausgestattet.

5 Tage verbringen wir auf Gili Air, hauptsächlich schnorchelnd, in der Hängematte oder mit einem Getränk der Wahl (Bier oder Kokosnuss) beim Sonnenuntergang. Dazwischen spazieren wir natürlich auch einmal um die Insel, bei knapp 5 km Umfang ist das ja nur ein kurzer Spaziergang.

Lombok

Mit dem Taxi geht’s zum Fährhafen, schon die 100 Meter vorm Fährhafen drängen sich Mopedverkäufer neben unserem Auto und umringen uns sobald wir aussteigen um uns noch rechtzeitig abzupassen und uns überteuerte Fährtickets auf den privaten Booten anzudrehen. Unser Taxi-Fahrer ist so nett und sagt uns noch wo genau wir hinmüssen und lässt uns auch noch für die Rückreise seine Nummer zukommen (Taxi-Apps haben für die Hafengegend nämlich eine Pick-Up-Sperre, sonst lässt sich Tourist so schwer über den Tisch ziehen). Wir gehen zum Ticketverkauf am Terminal und werden aufgeklärt, dass wir eine aufladbare Karte brauchen um zu zahlen – also noch einmal zum Hafeneingang: Karte kaufen und mit der exakten Ticketsumme aufladen um damit dann das Ticket am Schalter zu erwerben – effizient ist was anderes, aber so kann man zwei Personen für einen Ticketkauf beschäftigen. Wir gehen zum Terminal und suchen uns auf der Fähre zwei Plätze – dann beginnt das warten bis die Fähre ausreichend voll ist, dass sich die Überfahrt lohnt. 2 Stunden vergehen bis die Fähre ablegt – an Deck sitzen überall Passagiere am Boden – man muss aufpassen wo man hinsteigt. 4 Stunden Überfahrt und wir nähern uns dem Hafen auf Lombok – der scheint allerdings voll zu sein, also heißt es wieder 2 Stunden warten bis 3 Schiffe den Hafen verlassen haben und wir einfahren dürfen – das hat man davon wenn es keine Fahrpläne gibt. Aber: wir sind gut auf Lombok angekommen jetzt heißt es nur noch einen passenden Transport in den Süden zu finden. Kaum hat man den Hafen verlassen wird man auch schon von Angeboten überhäuft – wir warten ab bis der Passagierstrom abebbt und uns die sonst umsonst wartenden Taxifahrer auch zu weniger überzogenen Preisen mitnehmen.

Kuta Lombok ist unser erstes Ziel. Hier gibt es ein kleines touristisches Zentrum und einige Strände – die auch bei Surfern sehr beliebt sind: Mopeds haben hier standardmäßig einen Surfbretthalter montiert. Den ersten Tag geht’s gleich zum “Hausstrand” Kuta Lombok. Wir spazieren den Strand entlang und suchen uns ein schattiges Plätzchen. Viel los ist nicht – zwei andere Touristen und wechselnde Verkäufer: Sarong, Armbänder, Ananas und Kokosnuss ist im Angebot. Die Sarong Verkäufer setzten sich dann auch gleich neben einen und hoffen darauf, dass wenn sie nur lang genug da sitzen du ihnen doch noch was abkaufst – den richtigen Riecher für gute Geschäfte haben sie nicht – Bier hätten Sie sicher besser an den Mann gebracht – aber die Insel ist ja muslimisch geprägt. Tag Zwei geht’s etwas außerhalb zum nächsten Strand – ein beliebter Surfspot. Hier gibt’s eine Strandbar und keine Sarongverkäufer – ein gemütlicher und ruhiger Strandtag.

Eigentlich wären wir von hier gerne nach Komodo gefahren, mussten aber leider feststellen dass das Tour-Angebot von dem zwar viele schwärmen in unseren Augen nicht sonderlich reizvoll ist – zumal die Tour in Flores endet und wir dann erst recht zurück fliegen hätten müssen – wir wissen inzwischen zwar, dass Fliegen hier sicherer ist als mit der Fähre zu reisen (die öffentliche Fähre Bali-Lombok haben wir ja mit eigenen Augen erlebt), aber die Tour wird leider ab Lombok unnötig in die Länge gezogen – wir lassen die Komodowarane daher schweren Herzens aus.

Stattdessen geht es für uns weiter Richtung Norden nach Sengiggi und damit auch zum nächsten Strand. Hier lassen wir uns gleich bei einem kleinen Strandcafe nieder – meistens sind wir die einzigen Touristen hier, damit sind wir auch die einzige Beute weit und breit für diverse Verkäufer. Obwohl ich ja der Meinung bin, die abwechselnden Angebote mit einem durchaus freundlichen “No Thank You” abzulehen scheinen die Verkäufer meine Ablehnung doch deutlich zu Erkennen – meistens setzen sie sich dann zu Alex und versuchen ihn zum Kauf zu überrreden – der lehnt zwar auch immer sofort ab, aber scheinbar weniger überzeugend. Das Angebot der Händler hier: Sarongs, Armbänder, Perlen, Zigaretten, Magic Mushrooms und Massagen. Und nicht zu vergessen, einige davon haben gerade ihr “Geschäft” neu eröffnet und versuchen so zu überzeugen – Start Up Hilfe quasi. Jedoch alle ohne Erfolg.

Wir spazieren zum Hauptstrand, fahren mit dem Roller die Küste entlang und landen so auf einem wirklich abgeschiedenen Strand – die Einfahrt wird von einem Apartmentschild mit dem österreichischen Bundesadler geziert – ein Zeichen. Am Ende des Weges ist ein Strand – und weit und breit niemand – hier bleiben wir für den Tag und lauschen den Wellen.

In Lombok sind sie wahnsinnig stolz darauf, dass es hier im Vergleich zu Bali gut ausgebaute Straßen gibt – “man hat hier dazu gelernt und macht es besser” – wobei auch in Bali schon viele Straßen gut ausgebaut sind – nur halt nicht in Städten wie Ubud. Eine asphaltierte breite Straße verläuft teilweise direkt und oft sehr nah an der Küste um die Insel – dass damit die schönsten Plätze in Strandlage oft unnötig klein sind, die Straße teilweiße gleich an den Strand anschließt und man so am Weg vom Haus oder Hotel zum Strand die Hauptstraße queren muss fällt nicht negativ auf. Die “Städte” haben so meistens keinen Kern, sondern sind einfach entlang der Hauptstraße aufgefädelt – quasi viele kleine Linienstädte und damit für den (Welt-)Reisenden nicht so wirklich einladend und gemütlich.

Wir haben uns also mit Strand-Hopping befasst: Strände haben sie hier ja tatsächlich sehr schöne – und die muss man sich auch mit wenigen bis keinen anderen Teilen – von Verkäufern mal abgesehen…

Ubud, Bali

Mit dem Minibus verlassen wir Comoro Lawang wieder Richtung Probolingo und dann geht es weiter mit dem Zug ganz in den Osten Javas – hier nächtigen wir gleich gegenüber vom Hafen um ganze €4,00 für uns beide – hier gibt es zwar kein Waschbecken, aber wenn man den Duschschlauch nur weit genug zum Boden hält kommt etwas kaltes Wasser heraus – zum Duschen reichts wir sind ja schon geübt.

In der früh versuchen wir gleich eine Fähre ausfindig zu machen und boarden die Fähre nach Bali wo wir eine knappe Stunde später aussteigen. Mit dem öffentlichen Bus geht’s ins Inselinnere – von dort wollten wir eigentlich noch zum nächsten Fährhafen und auf die nächste Insel, allerdings schmerzt der Hintern von der doch eher ungemütlichen Busfahrt und wir disponieren um. Wir düsen nach Ubud wo wir uns für eine Nacht direkt neben dem Monkey Forest einquartieren – gutes Essen, Pool und warme Dusche was will man mehr.

Wir beschließen gleich länger in der Gegend zu bleiben, ziehen dafür in ein neues Hotel etwas außerhalb – und genießen etwas Ruhe am Pool. Einen Tag leihen wir uns einen Roller und erkunden die nähere Umgegbung: Wir spazieren durch die Reisterassen, besichtigen einen Wassertempel und kühlen uns bei einem Wasserfall ab. Auch in Ubud schauen wir bei den wichtigsten Tempeln vorbei, bis auf den an den Ubud-Palast angeschlossenen Tempel können wir aber alle nur von außen bestaunen – es ist hier ja noch Nebensaison und es wird noch fleißig gewerkelt damit alles in neuem Glanz erstrahlt.

Ubud ist recht belebt, es gibt viele Restaurants und Geschäfte (vor allem für Yoga-Kleidung) und dazwischen viele bunte Tempel. Bali ist hinduistisch und so sieht man auch in Ubud ständig die Einheimischen in den farbenfrohen balinesischen Tempeltüchern durch die Gassen schlendern. Man könnte sich hier durchaus länger die Zeit vertreiben, aber wir brechen auf zu unserem ursprünglichen Ziel: Lombok. Wir werden aber zum Abschluss unseres Indonesien-Aufenthaltes noch einmal nach Bali zurück kommen.

Java

Nach einem Layover in Singapur landen wir in Yogyakarta und betreten Land Nr. 11: Indonesien. Hier steht der Sultanspalast Kraton und das Wasserschloss Taman Sari, das früher der Erholung des Sultans diente – Yogyakarta ist immerhin eines von zwei verbliebenen Sultanaten in Indonesien. Im Sultanspalast können wir eine Wayang-Vorstellung beobachten, eine traditionelle Schattentheateraufführung. Am Weg zum Wasserschloss werden wir an jeder Ecke von jemandem abgepasst der uns irgendeine kleine Werkstatt zeigen will – es regnet, also suchen wir Unterschlupf in der Schattentheaterfigurwerkstatt, das ist auch tatsächlich interessant zu beobachten, die Figuren werden aus Leder hergestellt, sind damit super flexibel und eignen sich daher auch perfekt als Souvenir, wir kaufen aber trotzdem keine. Die Dame vom Kopi Luwak Stand versucht uns auch zu überzeugen den teuersten Kaffee der Welt zu trinken, der Kaffee der aus durch die Schleichkatze verdauten Bohnen hergestellt wird – aber auch sie macht kein Geschäft mit uns. Wir spazieren durch den Wasserpalast, vorbei an der Untergrund-Moschee (den Eingang finden wir nicht) und zu den Ruinen eines anderen Gebäudes die der Sultan früher zur Meditation genutzt hat. Hinaus aus dem Viertel geht es durch einen Tunnel – und hinter uns wird schon abgesperrt. Sperrstund is!

Tag zwei geht es zum Tempel Prambanan, der größten hinduistischen Tempelanlage Indonesiens. Viele spitze Türmchen, die sich um einen größeren Hauptturm scharen – jedes Gebäude ist einem anderen Gott gewidmet. Weiter geht es zum Sewu Tempel, an den 4 Toren von jeweils zwei Dvarapalas (Wächterfiguren) flankiert. Die Strecke zwischen den beiden Tempeln legen die meisten mit Elektro-Rollern zurück – nicht immer unfallfrei. Als wir wieder zum Prambanan zurück spazieren kommen uns haufenweise Schulklassen entgegen. Alex macht mal wieder ein paar Interviews für die Schule und auch sonst ist er hier der Star: Hey Mister, can we take a photo with you? Am Nachmittag spazieren wir noch durch die Hauptstraße Yogyakartas, an der unzählige Pferdekutschen und Fahrradtaxis auf müde Touristen warten.

Ein wichtiger Tempel steht noch auf dem Programm: Borobudur. Der liegt allerdings etwas außerhalb: das heißt wir nehmen den öffentlichen Bus. Gleich nachdem der Bus das Busterminal verlassen hat bleiben wir einige Zeit stehen – möglicherweise muss noch etwas repariert werden, wir fahren dann aber doch weiter. Nach und nach wird der Bus immer voller, es werden Zwiebel, leere Kübel, und viele andere undefinierbare Bündel eingeladen und Transportiert – so richtig viel Platz für das ganze Gepäck ist nicht, es wird im Gang gestapelt – wer Aussteigen will muss sich irgendwie dran vorbei quetschen. Für uns heißt es am Weg umsteigen, in einen fast leeren Bus (mit offener Tür) der uns das letzte Stück nach Borobudur bringt.

Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Mit den verpflichtenden Tempel-Flipflops und einem Guide geht es die Stupa hinauf und im Anschluss spazieren wir noch um die Anlage herum.

Wir Fahren zurück nach Yogyakarta und dann mit dem Zug in den Osten Javas nach Probolinggo – hier geht dann mit dem Minibus weiter nach Camoro Lawang an den Rand des Tengger-Vulkan-Massivs. Wir starten gleich entlang des so genannten Horse-Trails hinunter zur Sea of Sand und dann hinauf bis zum Krater des Mount Bromo. Die meisten kommen mit dem Jeep und lassen sich dann noch mit dem Pferd so weit wie möglich transportieren – nur die Stiegen zum Kraterrand bleiben niemandem erspart. Uns kommen noch ein paar Leute zu Fuß und zu Pferd entgegen, als wir am Kraterrand ankommen sind wir aber alleine und können in aller Ruhe dem Brodeln des Vulkans lauschen. Je nach Windrichtung bläst es uns den Schwefelgeruch des aktiven Vulkans ins Gesicht.

Nachdem es hier doch kühler ist und das heiße Wasser in unserer Unterkunft nicht funktioniert lassen wir das Duschen heute aus, am nächsten Tag heißt es ohnedies Tagwache um 3:30 – wir wollen den Mount Bromo und den Mount Semeru bei Sonnenaufgang beobachten, dafür spazieren wir eine Stunde zu einem Aussichtspunkt. Wir wählen eine Etage am Aussichtshügel die wir uns nicht mit den ganzen organisierten Touren teilen müssen und können so ganz alleine den Sonnenaufgang in dieser Kulisse genießen. Semeru spuckt immer mal wieder seine Rauchwolken aus, und im Bromo brodelt es sowieso unentwegt.

Tokyo

Es ist Samstag, und wir sind nicht die einzigen die nach Tokyo fahren wollen, also dürfen wir die Aussicht auf den Fujisan noch etwas länger genießen bevor wir freie Plätze im Bus bekommen, dann geht es nach Tokyo und man merkt schon, dass hier mehr los ist.

Vom Busbahnhof nehmen wir den Zug zu unserem Hostel und dann gibt es eine super leckere Gyoza-Variation zum Abendessen – 11 verschiedene Geschmacksrichtungen alle so unterschiedlich und echt gut.

Der erste morgen und wir stürzen uns gleich mitten ins Geschehen. Es geht nach Ginza, die lokale Mariahilferstraße quasi – nur ein bisschen größer – aber zumindest heute am Sonntag auch eine Fußgängerzone. Hier reiht sich Shoppingcenter an Shoppingcenter, jedes Label das was auf sich hält hat natürlich sein eigenes Gebäude und es ist einiges los. Für Alex gibt es ein neues Notizbuch bevor wir uns zu Mittag mit Ramen verköstigen – wir haben es gut erwischt und es wartet nur eine 3 Personen Gruppe vor uns. Als wir das Lokal verlassen stehen sie schon in Serpentinen an. Wir erfahren, dass das hier ein sehr bekanntes und beliebtes Lokal ist – wussten wir vorher nicht, es war jedenfalls sehr gut. Nach so viel Window-Shopping gibt’s ein Bier und am Abend die tägliche Sushi-Ration.

Am nächsten Tag führt uns unser erster Stop zur Shibuya-Crossing: Es soll der am stärksten frequentierte Fußgängerübergang weltweit sein, an den stärksten Tagen spazieren hier bis zu 500.000 Leute über die Kreuzung – ganz so geschäftig ist es heute nicht, denn es ist Golden-Week (eine typische Urlaubswoche für Japaner in die einige Feiertage fallen) – es ist aber trotzdem einiges los. Schlange stehen kann man für ein Foto bei der nahegelegenen Hundestatue und auf der Straße düsen zwischendurch auch GoCarts vorbei. Wir spazieren selbst ein paar mal über die Kreuzung und dann geht es weiter in eine riesige Manga-Handlung. Auch hier gibt es wieder einige Shoppingtempel, einer davon bietet neben einem fancy-verspiegelten Rolltreppenaufgang auch einen gemütlichen Dachgarten – hier genießen wir etwas Ruhe und einen Kaffee.

Tag 3 und wir starten in der Früh beim Meiji-Schrein wo der Frühlingsbeginn gefeiert wird – unter anderem mit einer traditionell japanischen Theater-Aufführung, dann geht es durch Shinjuku – verwinkelte Gassen die als Partymeile dienen, ein Gozilla am Dach und eine enge Gasse gesäumt von kleinen Lokalen. Für uns geht es dann weiter zum Tokyo Dome: wir schauen uns ein Baseballspiel an. Es spielen die zwei Teams aus Tokyo gegeneinander: Giants vs. Swallows oder Handtücher vs. Regenschirme. Die Giants-Fans schwingen ihre Handtücher wenn gepunktet wird – bei den Swallows fangen mini Regenschirmchen zum tanzen an. Die Zuschauerränge werden von den Biermädels, die die unterschiedlichen Bierfässer im Rucksack haben und frisch zapfen versorgt. Nach gutem Start für die Giants holen die Swallows auf und gewinnen – die tanzenden Regenschirme gefallen uns eh besser.

Auch die nächsten Tage arbeiten wir uns von Stadtteil zu Stadtteil: Picknick in Roppongi und Bierfest beim Tokyo-Tower, Asakusa mit dem Senso-ji – Tokios ältester und bedeutenster Tempel – entsprechend viel los ist hier auch. Zuerst wacheln die Besucher sich den Rauch ins Gesicht und zum ganzen Körper und reiben sich quasi damit ein, dann stellen sie sich an um in der Haupthalle ihr Geld in die Spendenbox zu schmeissen – heute klingelt es hier nur so – es ist ein Feiertag und ein gutes Geschäft für den Tempel. Wir fliehen vor den Massen zum Flussufer und spazieren dann noch zum Skytree den wir uns aber nur von unten anschauen, denn es sind alle Tickets ausgebucht. Stattdessen geht es für uns am nächsten Morgen nach einem typischen japanischen Frühstück mit Lachs, Misosuppe, Reis und Beilagen auf die Aussichtsplattform vom Metropolitan Government Building – hier stehen wir zwar typisch Japanisch in der Schlange, dafür ist es gratis (und wir mussten auch nur eine halbe Stunde warten). Wir genießen die Aussicht von oben auf all die Ecken die wir schon zu Fuß erkundet haben. Zum Abschluss steht noch das TeamLab Planets am Programm – ein interaktives Museum.

Fast 5 Wochen Japan sind vorbei und damit die saubersten öffentlichen Toiletten – alle mit komplettem Spülsystem per Knopfdruck und mit “Privacy-Button” der mit Sound die Klo-Gang-Geräusche übertönt und natürlich mit beheizter Klobrille. Außerdem haben wir überwiegend in richtig tollen sauberen, ruhigen und gut ausgestatteten Hostels geschlafen – sogar im 20iger Schlafsaal konnte man bestens Schlafen – solang die Gäste überwiegend aus der Umgebung waren (also überall außer in Tokyo und Fujiyoshida wo viele, dafür weniger rücksichtsvolle, ausländische Touristen waren). Es gab leckeres Ramen und Supermarkt-Sushi und viel zu entdecken. Für uns geht es jetzt weiter ins nächste Land – wir werden die beheizten Klobrillen vermissen.