Wir sind in Australien, und damit dem zweiten Kontinent der Reise angekommen. Die Erkundung startet in Darwin – erstes learning: man benötigt immer (unabhängig vom Alter) einen Ausweis um Alkohol einzukaufen, es gibt im Northern Territory nämlich ein drinking-ban Register. In Darwin spazieren wir zur Bucht, besichtigen das Museum des Royal Flying Doctor Service und das Museum of the northern Territory – in Letzterem können wir Präparate sämtlicher Tiere die einen hierzulande umbringen wollen besichtigen: Redbackspider, Boxjellyfish, Saltwatercrocodile, … – aber natürlich bekommt man auch den harmlosen Teil der Tierwelt zu sehen.

Von Darwin aus geht es mit dem Auto in den Kakadu Nationalpark. Der Nationalpark ist ein UNESCO Welterbe und wird gemeinsam mit den indigenen Eigentümern verwaltet. Wir sind mit unserem Leihwagen zwar nicht ganz so professionell ausgestattet wie sämtliche Australier am Campingplatz, aber es schläft sich auch im Auto gut. Den ersten Abend genießen wir gleich den Blick über die Floodplains bis hin zum Arnhemland – ein Landteil im Eigentum der Aborigines wo diese noch traditionell leben und die Einreise nur mit Permit gestattet ist. In Ubir gibt es neben der tollen Weitsicht auch Felsmalereien zu besichtigen – Fische, Kängurus, Weiße mit den Händen in den Hosentaschen und den Rainbow Serpent – eine Gestalt aus den Entstehungsmythen. Beim Cahills-Crossing, der Flussüberfahrt ins Arnhemland haben wir dann unsere ersten lebenden Salzwasserkrokodile vom Ufer aus gesichtet. Die Flussdurchfahrt wird trotz Warnschildern und tatsächlich sichtbarer Krokodile von einigen Hobby-Fischern bevölkert. Auch in einem anderen Bereich des Parks gibt es noch Felsmalereien, außerdem machen wir überall wo man mit 2WD hinkommt einige kurze Bushwalks. Unser erstes Känguru sehen wir hier auch, es hüpft vor uns über die Straße als wir gerade vom Campingplatz losfahren und entlang des Kakadu Highways sehen wir auch Wildpferde und Esel. Nicht zu vergessen sind die Kakadus die eigentlich überall lautstark auf sich aufmerksam machen und vor allem in der Früh auf den Campingplätzen zu beobachten sind. Die Büffel sehen wir nur auf den Warnschildern, dafür kommen wir immer wieder mal an brennenden Parkabschnitten vorbei – die frühen Buschfeuer werden im Rautenmuster bewusst gelegt solange es noch nicht komplett trocken ist um späteren schweren ungeplanten Feuern vorzubeugen und das Land fruchtbar zu halten – so wird jedes Jahr der halbe Nationalpark “abgebrannt”, der Großteil des Bewuchses hält das aber aus (und die nicht resistenten Bäume werden ausgelassen).





Nächster Stop auf der Route ist Mataranka im Elisey Nationalpark. Hier gibt es thermal Pools – die sind zwar nicht wirklich thermal, aber laden mit ganzjährig angenehmen Temperaturen zum relaxen ein. Die Aussies kommen hier alle mit Poolnudeln um das weiken in den Pools maximal genießen zu können (so gut sind wir nicht ausgestattet, aber angenehm ist es auch ohne Poolnudel).

Nach dem kurzen Zwischenstopp geht es für uns zu aktiveren Tagen in den Nitmiluk Nationalpark – hier gibt es längere Wanderungen durch die Butterfly-Gorge, eine schattige Schlucht mit Schmetterlingen und entlang der Klippen bis wir zu Aussichtspunkten auf die Schlucht, durch die sich der Katherine River windet, kommen. Am Wasser stehen – wie wir es schon aus Kakadu und Darwin kennen – überall Warnungen nicht zu nahe ans Ufer zu kommen, da der Fluss von Krokodilen bewohnt ist (und da erst Anfang der Saison ist, sind die “Räumungsmaßnahmen” noch nicht überall abgeschlossen). Ein etwas abseits des Flusses liegendes “Rockhole” mit dem letzten Plätschern eines Wasserfalles gibt es in dem schwimmen erlaubt ist, hier kühlen wir zumindest die Beine ab. Mit der Dämmerung werden auch Unmengen an Flughunden wach, die unweit des Campingplatzes die Bäume bevölkern in die Nacht starten und als riesen Schwarm die Schlucht entlang fliegen. Einen Spaziergang machen wir hinauf zu den Edith-Falls – einigen Wasserfällen in dessen Becken schwimmen krokodilfrei möglich ist. Da man zum oberen Becken kurz wandern muss ist dort relativ wenig los, wohingegen sich im unteren Becken die Aussies mit ihren Poolnudeln tummeln.


Unser letzter Nationalpark ist Litchfield’s – auch hier baden wir unter Wasserfällen, machen kurze Bushwalks, flüchten vor den Moskitos und freuen uns an einem Campingplatz in der Früh sogar über Känguruh Besuch.

Geschlafen haben wir im Kofferraum von unserem Mietwagen, mit Tisch Sesseln und Gaskocher eine einfache aber absolut ausreichende Campingausstattung – mit dem Setup der Australier kann das natürlich nicht mithalten. Die Auswahl an Campinganhängern oder Campern hierzulande ist riesig – bis zum Boot am Dach haben die geübten Australier alles mit dabei für ihre ausgedehnten Camping-Urlaube. Wir haben die 12 Tage mit unserem “Camper” sehr genossen: Bushwalks, Sternenhimmel, Vogelgezwitscher, wunderschöne Landschaften und aufstehen und schlafen gehen im Rythmus der Sonne.
Wir geben unser Auto in Darwin wieder ab und gönnen uns heute mal wieder einen Restaurantbesuch: Fish and Chips im Frying Nemo mit Blick auf einen kleinen Yachthafen.
