Red Centre

Unser nächstes Ziel in Australien liegt 1500 km südlich von Darwin: Alice Springs. Mit dem Greyhound-Bus starten wir am Vormittag in Darwin und kommen nach 24 Stunden und 20 Minuten in Alice Springs an, wo wir uns gleich unseren Campingbus abholen, Vorräte einkaufen und Richtung Uluru fahren. Lange gerade Straßen mit viel nichts rundherum, einen kurzen Stop gibt es mit Blick auf den Artilla (Mt Connor), einer der drei wichtigen Plätze der Aborigines in dieser Gegend. Wir nächtigen in Curtin Springs – einer riesigen Rinderfarm die gratis Camping anbietet. Etwas untypisch für die Gegend: es regnet, in der Früh ist der Campingplatz eher eine große Lacke, die Flipflops der Nachbarn schwimmen an unserem Bus vorbei – wir haben aber Glück und können zumindest Fahrerseitig ins “Trockene” aussteigen. Für uns geht es aber ohnedies gleich weiter zum Uluru-Kata Tjuta Nationalpark. Aus der Distanz stoppen wir dann für den ersten Blick auf den eher silbrig-grauen Uluru der nur so von Wasserfällen überzogen ist – das hatten wir nicht erwartet. Wir machen eine Führung im Visitor Center in dem die Geschichten der Dreamtime rund um den Uluru präsentiert werden und wagen uns dann wieder hinaus in den Regen. Am Uluru (Ayers Rock) angekommen heißt es dann zwischen den Lacken hüpfen – Gummistiefel wären heute die bessere Ausstattung gewesen. Wir gehen entlang des Mala-Walks, bestaunen die seltenen Wasserfälle und erleben so einen Uluru der anderen Art – wir lesen, dass nur 1% der Touristen die Wasserfälle am Uluru zu sehen bekommen – zwar nass, aber etwas ganz besonderes. Mit dem Auto geht es dann einmal um den Uluru herum, der Wasserstand ist zwar bei manchen Teilstücken grenzwertig aber es geht sich für unser Auto gerade so aus. Ganz so kalt und nass haben wir uns den Winter hier nicht vorgestellt – am Campingplatz freuen wir uns heute besonders über die heißen Duschen. Die Wasserfälle am Uluru sind aber ein besonderes Erlebnis das wir sehr zu schätzen wissen.

Der Regen hat nachgelassen und wir spazieren am nächsten Tag den ganzen Base Walk, also einmal rundherum. Auch heute ist das Motto noch: such einen halbwegs trockenen Weg, aber wir kommen einigermaßen trockenen Fußes um den Uluru herum. Weiter geht es dann noch zu den nahegelegenen Kata Tjutas (Olgas) die dritte wichtige Steinformation der Umgebung. Der farbintensive Sonnenuntergang am Uluru bleibt uns leider verwehrt, es waren trotzdem ganz besondere Tage beim Wahrzeichen Australiens. Für gewöhnlich sind wir nach Sonnenuntergang ja schon am Stellplatz, heute ist eine Ausnahme dafür gibt es einiges zu sehen: es spaziert ein Kamel vor uns über die Straße, wir fahren an einer Eule die es sich am Asphalt gemütlich gemacht hat vorbei und die Augen eines Dingos leuchten uns vom Straßenrand entgegen.

Weiter geht es zum Watarrka Nationalpark mit dem Kings Canyon. Wir spazieren gleich nach der Ankunft den “Rim-Walk” entlang – gut dass es nicht heiß ist, der Zutritt wird nämlich bei Hitze nur bis 10 Uhr Vormittags zugelassen – Schatten wäre hier nämlich schwer zu finden. Bei “winterlichen” Temperaturen ist es ein gemütlicher Spaziergang durch die orange Landschaft mit ihren unglaublich schönen grau-grünen Pflanzen dazwischen.

Für uns geht es jetzt mangels 4WD die gleiche Strecke zurück nach Alice Springs und weiter zu den MacDonnell Ranges wo wir noch die letzte Nacht im Camper verbringen bevor wir zurück nach Alice Springs fahren. Hier wird heute Territory Day gefeiert, allerdings ohne uns – wir halten den Radius gering. Den nächsten Tag verbringen wir im warmen Reptile Centre. Hier können wir die giftigste Schlange Australiens hinter Glas bewundern und auch einige andere Schlangen, Echsen (unter anderem die cool ausschauenden Thorny Devils), Terry (ein Salzwasserkrokodil) und einige Geckos. Zum Streicheln gibt es einen Blue-Tongued Lizzard, einen bearded Dragon und eine Schlange. Am Abend treffen wir uns heute mit einem Bekannten von Theresias Highschoolyear beim Italiener – ein sehr gemütlicher und schöner Abend.

Am letzten Tag in Alice Springs spazieren wir noch ein bisschen durch die Stadt und entlang der Todd-Mall, sitzen den Regen im Kaffeehaus aus und nutzen dann noch ein Regenfenster um vom Anzac Hill von oben auf Alice Springs zu schauen. Am Abend geht es dann mit dem Greyhound von Alice Springs nach Townsville in Queensland – wo wir (inkl. Wartezeiten) ca. 30 Stunden später ankommen.