Nach einem Layover in Singapur landen wir in Yogyakarta und betreten Land Nr. 11: Indonesien. Hier steht der Sultanspalast Kraton und das Wasserschloss Taman Sari, das früher der Erholung des Sultans diente – Yogyakarta ist immerhin eines von zwei verbliebenen Sultanaten in Indonesien. Im Sultanspalast können wir eine Wayang-Vorstellung beobachten, eine traditionelle Schattentheateraufführung. Am Weg zum Wasserschloss werden wir an jeder Ecke von jemandem abgepasst der uns irgendeine kleine Werkstatt zeigen will – es regnet, also suchen wir Unterschlupf in der Schattentheaterfigurwerkstatt, das ist auch tatsächlich interessant zu beobachten, die Figuren werden aus Leder hergestellt, sind damit super flexibel und eignen sich daher auch perfekt als Souvenir, wir kaufen aber trotzdem keine. Die Dame vom Kopi Luwak Stand versucht uns auch zu überzeugen den teuersten Kaffee der Welt zu trinken, der Kaffee der aus durch die Schleichkatze verdauten Bohnen hergestellt wird – aber auch sie macht kein Geschäft mit uns. Wir spazieren durch den Wasserpalast, vorbei an der Untergrund-Moschee (den Eingang finden wir nicht) und zu den Ruinen eines anderen Gebäudes die der Sultan früher zur Meditation genutzt hat. Hinaus aus dem Viertel geht es durch einen Tunnel – und hinter uns wird schon abgesperrt. Sperrstund is!


Tag zwei geht es zum Tempel Prambanan, der größten hinduistischen Tempelanlage Indonesiens. Viele spitze Türmchen, die sich um einen größeren Hauptturm scharen – jedes Gebäude ist einem anderen Gott gewidmet. Weiter geht es zum Sewu Tempel, an den 4 Toren von jeweils zwei Dvarapalas (Wächterfiguren) flankiert. Die Strecke zwischen den beiden Tempeln legen die meisten mit Elektro-Rollern zurück – nicht immer unfallfrei. Als wir wieder zum Prambanan zurück spazieren kommen uns haufenweise Schulklassen entgegen. Alex macht mal wieder ein paar Interviews für die Schule und auch sonst ist er hier der Star: Hey Mister, can we take a photo with you? Am Nachmittag spazieren wir noch durch die Hauptstraße Yogyakartas, an der unzählige Pferdekutschen und Fahrradtaxis auf müde Touristen warten.


Ein wichtiger Tempel steht noch auf dem Programm: Borobudur. Der liegt allerdings etwas außerhalb: das heißt wir nehmen den öffentlichen Bus. Gleich nachdem der Bus das Busterminal verlassen hat bleiben wir einige Zeit stehen – möglicherweise muss noch etwas repariert werden, wir fahren dann aber doch weiter. Nach und nach wird der Bus immer voller, es werden Zwiebel, leere Kübel, und viele andere undefinierbare Bündel eingeladen und Transportiert – so richtig viel Platz für das ganze Gepäck ist nicht, es wird im Gang gestapelt – wer Aussteigen will muss sich irgendwie dran vorbei quetschen. Für uns heißt es am Weg umsteigen, in einen fast leeren Bus (mit offener Tür) der uns das letzte Stück nach Borobudur bringt.
Borobudur ist die größte buddhistische Tempelanlage der Welt. Mit den verpflichtenden Tempel-Flipflops und einem Guide geht es die Stupa hinauf und im Anschluss spazieren wir noch um die Anlage herum.


Wir Fahren zurück nach Yogyakarta und dann mit dem Zug in den Osten Javas nach Probolinggo – hier geht dann mit dem Minibus weiter nach Camoro Lawang an den Rand des Tengger-Vulkan-Massivs. Wir starten gleich entlang des so genannten Horse-Trails hinunter zur Sea of Sand und dann hinauf bis zum Krater des Mount Bromo. Die meisten kommen mit dem Jeep und lassen sich dann noch mit dem Pferd so weit wie möglich transportieren – nur die Stiegen zum Kraterrand bleiben niemandem erspart. Uns kommen noch ein paar Leute zu Fuß und zu Pferd entgegen, als wir am Kraterrand ankommen sind wir aber alleine und können in aller Ruhe dem Brodeln des Vulkans lauschen. Je nach Windrichtung bläst es uns den Schwefelgeruch des aktiven Vulkans ins Gesicht.


Nachdem es hier doch kühler ist und das heiße Wasser in unserer Unterkunft nicht funktioniert lassen wir das Duschen heute aus, am nächsten Tag heißt es ohnedies Tagwache um 3:30 – wir wollen den Mount Bromo und den Mount Semeru bei Sonnenaufgang beobachten, dafür spazieren wir eine Stunde zu einem Aussichtspunkt. Wir wählen eine Etage am Aussichtshügel die wir uns nicht mit den ganzen organisierten Touren teilen müssen und können so ganz alleine den Sonnenaufgang in dieser Kulisse genießen. Semeru spuckt immer mal wieder seine Rauchwolken aus, und im Bromo brodelt es sowieso unentwegt.

