Lombok

Mit dem Taxi geht’s zum Fährhafen, schon die 100 Meter vorm Fährhafen drängen sich Mopedverkäufer neben unserem Auto und umringen uns sobald wir aussteigen um uns noch rechtzeitig abzupassen und uns überteuerte Fährtickets auf den privaten Booten anzudrehen. Unser Taxi-Fahrer ist so nett und sagt uns noch wo genau wir hinmüssen und lässt uns auch noch für die Rückreise seine Nummer zukommen (Taxi-Apps haben für die Hafengegend nämlich eine Pick-Up-Sperre, sonst lässt sich Tourist so schwer über den Tisch ziehen). Wir gehen zum Ticketverkauf am Terminal und werden aufgeklärt, dass wir eine aufladbare Karte brauchen um zu zahlen – also noch einmal zum Hafeneingang: Karte kaufen und mit der exakten Ticketsumme aufladen um damit dann das Ticket am Schalter zu erwerben – effizient ist was anderes, aber so kann man zwei Personen für einen Ticketkauf beschäftigen. Wir gehen zum Terminal und suchen uns auf der Fähre zwei Plätze – dann beginnt das warten bis die Fähre ausreichend voll ist, dass sich die Überfahrt lohnt. 2 Stunden vergehen bis die Fähre ablegt – an Deck sitzen überall Passagiere am Boden – man muss aufpassen wo man hinsteigt. 4 Stunden Überfahrt und wir nähern uns dem Hafen auf Lombok – der scheint allerdings voll zu sein, also heißt es wieder 2 Stunden warten bis 3 Schiffe den Hafen verlassen haben und wir einfahren dürfen – das hat man davon wenn es keine Fahrpläne gibt. Aber: wir sind gut auf Lombok angekommen jetzt heißt es nur noch einen passenden Transport in den Süden zu finden. Kaum hat man den Hafen verlassen wird man auch schon von Angeboten überhäuft – wir warten ab bis der Passagierstrom abebbt und uns die sonst umsonst wartenden Taxifahrer auch zu weniger überzogenen Preisen mitnehmen.

Kuta Lombok ist unser erstes Ziel. Hier gibt es ein kleines touristisches Zentrum und einige Strände – die auch bei Surfern sehr beliebt sind: Mopeds haben hier standardmäßig einen Surfbretthalter montiert. Den ersten Tag geht’s gleich zum “Hausstrand” Kuta Lombok. Wir spazieren den Strand entlang und suchen uns ein schattiges Plätzchen. Viel los ist nicht – zwei andere Touristen und wechselnde Verkäufer: Sarong, Armbänder, Ananas und Kokosnuss ist im Angebot. Die Sarong Verkäufer setzten sich dann auch gleich neben einen und hoffen darauf, dass wenn sie nur lang genug da sitzen du ihnen doch noch was abkaufst – den richtigen Riecher für gute Geschäfte haben sie nicht – Bier hätten Sie sicher besser an den Mann gebracht – aber die Insel ist ja muslimisch geprägt. Tag Zwei geht’s etwas außerhalb zum nächsten Strand – ein beliebter Surfspot. Hier gibt’s eine Strandbar und keine Sarongverkäufer – ein gemütlicher und ruhiger Strandtag.

Eigentlich wären wir von hier gerne nach Komodo gefahren, mussten aber leider feststellen dass das Tour-Angebot von dem zwar viele schwärmen in unseren Augen nicht sonderlich reizvoll ist – zumal die Tour in Flores endet und wir dann erst recht zurück fliegen hätten müssen – wir wissen inzwischen zwar, dass Fliegen hier sicherer ist als mit der Fähre zu reisen (die öffentliche Fähre Bali-Lombok haben wir ja mit eigenen Augen erlebt), aber die Tour wird leider ab Lombok unnötig in die Länge gezogen – wir lassen die Komodowarane daher schweren Herzens aus.

Stattdessen geht es für uns weiter Richtung Norden nach Sengiggi und damit auch zum nächsten Strand. Hier lassen wir uns gleich bei einem kleinen Strandcafe nieder – meistens sind wir die einzigen Touristen hier, damit sind wir auch die einzige Beute weit und breit für diverse Verkäufer. Obwohl ich ja der Meinung bin, die abwechselnden Angebote mit einem durchaus freundlichen “No Thank You” abzulehen scheinen die Verkäufer meine Ablehnung doch deutlich zu Erkennen – meistens setzen sie sich dann zu Alex und versuchen ihn zum Kauf zu überrreden – der lehnt zwar auch immer sofort ab, aber scheinbar weniger überzeugend. Das Angebot der Händler hier: Sarongs, Armbänder, Perlen, Zigaretten, Magic Mushrooms und Massagen. Und nicht zu vergessen, einige davon haben gerade ihr “Geschäft” neu eröffnet und versuchen so zu überzeugen – Start Up Hilfe quasi. Jedoch alle ohne Erfolg.

Wir spazieren zum Hauptstrand, fahren mit dem Roller die Küste entlang und landen so auf einem wirklich abgeschiedenen Strand – die Einfahrt wird von einem Apartmentschild mit dem österreichischen Bundesadler geziert – ein Zeichen. Am Ende des Weges ist ein Strand – und weit und breit niemand – hier bleiben wir für den Tag und lauschen den Wellen.

In Lombok sind sie wahnsinnig stolz darauf, dass es hier im Vergleich zu Bali gut ausgebaute Straßen gibt – “man hat hier dazu gelernt und macht es besser” – wobei auch in Bali schon viele Straßen gut ausgebaut sind – nur halt nicht in Städten wie Ubud. Eine asphaltierte breite Straße verläuft teilweise direkt und oft sehr nah an der Küste um die Insel – dass damit die schönsten Plätze in Strandlage oft unnötig klein sind, die Straße teilweiße gleich an den Strand anschließt und man so am Weg vom Haus oder Hotel zum Strand die Hauptstraße queren muss fällt nicht negativ auf. Die “Städte” haben so meistens keinen Kern, sondern sind einfach entlang der Hauptstraße aufgefädelt – quasi viele kleine Linienstädte und damit für den (Welt-)Reisenden nicht so wirklich einladend und gemütlich.

Wir haben uns also mit Strand-Hopping befasst: Strände haben sie hier ja tatsächlich sehr schöne – und die muss man sich auch mit wenigen bis keinen anderen Teilen – von Verkäufern mal abgesehen…