Die nächste Destination ist Oamaru und liegt wieder an der Küste. Omaru ist “The Steampunk Capital of New Zealand”, daher gibt es hier auch das Steampunkt HQ – ein Museum in dem wir einen Vormittag verbringen. Neben dem kleinen viktorianischen Stadtkern gibt es hier zwei Pinguinkolonien (Zwergpinguine und Gelbaugenpinguine) und Neuseeländische Seebären. Die Pinguine haben wir nicht gesehen, dafür haben wir die Robben aus unmittelbarer Nähe beim Sonnenbaden beobachten können.


Von hier aus geht es mit einem Zwischenstop bei den Moreaki Felsen nach Dunedin wo wir ein Wochenende verbringen. Samstag Abend geht es zum Rugby und am Sonntag starten wir den Tag mal wieder mit einem Frühstück in einem Cafe bevor wir uns die Stadt anschauen: Kirchen, Streetart und Craft Beer. Weiter geht es auf die Otago Peninsula wo wir Neuseeländische Seelöwen sehen – gleich am Weg zum Strand liegen zwei Weibchen mitten am Weg.


Von hier geht es entlang der Southern Scenic Route nach Owaka in die Catlins. Hier gibt es einen fotogenen Leuchtturm und einige Wasserfälle. Außerdem wollen wir hier unser Glück mit einer Sichtung der stark gefährdeten Gelbaugenpinguine versuchen. Zwei Abende nehmen wir im Beobachtungsverschlag Platz, in der Hoffnung einen der ca. 18 hier lebenden Pinguine zu erspähen – leider aber ohne Erfolg, entschleunigend ist die Zeit jedenfalls. Gelbaugenpinguine gelten als stark gefährdet und sind nur in Neuseeland anzutreffen, damit man aber wirklich einen der wenigen Pinguine sieht braucht es viel Glück. Weiter geht es in die Curio Bay zum Petrified Forest und dann zum Slope Point – dem sehr windigen südlichsten Punkt der Südinsel. Im Regen geht es dann noch zum Waipapa Point Lighthouse – bei dem Wetter zeigt sich aber keine der hier ansässigen Robben am Strand und wir fahren weiter nach Invercargill, eine eher weniger hübsche Stadt und Bluff, das vor allem der Abfahrtsort für die Fähre auf Stewart Island und Standort einer Aluminiumfabrik ist. Nachdem Stewart Island eher nicht für den Touristen mit kleinem Geldbeutel geeignet ist, heben wir uns diesen Ausflug fürs nächste Mal auf und fahren weiter in den Westen wo wir wieder einen Standplatz direkt am Meer fast für uns alleine haben.




Am Weg ins Fiordland wollten wir eigentlich noch in die Clifden Caves – allerdings hat über Nacht sehr starker Regen eingesetzt. Damit war nicht nur die Höhle ziemlich sicher überflutet sondern auch sämtliche Straßen am Weg. Nachdem wir vor einigen überfluteten Straßen wieder umdrehen mussten, sind wir dann nach etwas Umweg in Manapouri angekommen. In Southland ist inzwischen der Ausnahmezustand ausgerufen worden aufgrund des extrem starken Regens. In Manapouri spazieren wir noch am Lake Manapouri entlang bevor es tags darauf mit dem Boot quer über den See und dann weiter zum und entlang des Doubtful Sound bis zur Tasmanischen See geht. Der Doubtful Sound ist 40 km lang und ist mit seinen 420 m Tiefe der tiefste der 14 Neuseeländischen Fiorde. Bei traumhaftem Wetter genießen wir die Aussicht auf die umliegenden Berge und die Wasserfälle von unserem Boot. Am Ende des Fiords relaxen die Robben mit Blick auf die Tasmanische See und wir sehen einen Fiordlandpinguin der unser Schiff von seinem Felsen aus kurz beäugt bevor er wieder verschwindet. Einen kurzen Blick erhaschen wir auch auf einen Bottle-Nose-Dolphin der neben unserem Boot vorbei schwimmt.



Am nächsten Tag wandern wir entlang des Wairau Flusses bis zu einem Ufer des Lake Manapouri. Es geht über Hängebrücken und durch einen Buchenwald. Das ursprünglich anvisierte Ziel erreichen wir nicht, da der Weg komplett unter Wasser steht (auch hier gab es die vergangenen Tage noch mehr Regen als sonst), also geht’s zu einem anderen Bereich des Seeufers. Weiter geht es dann nach Te Anu wo wir uns mit einem Pie stärken bevor wir Richtung Milford weiterfahren. Da sich die Milfordroad die Talsohle entlang schlängelt ist sie sehr anfällig für Straßensperren wegen Lawinen oder Muren, die Straße ist erst seit gestern wieder offen und sollte, nachdem die kommenden Tage gutes Wetter erwartet wird, auch offen bleiben. Entlang der Milford Road bleiben wir beim Eglinton Valley und bei den Mirror Lakes stehen – in letzteren spiegeln sich bei Windstille die umliegenden Berge, für uns gibt es heute aber keine ruhige Wasseroberfläche. Wir Campen heute auf einem Nationalpark Campingplatz inmitten der Berge. Am nächsten Tag fahren wir dann noch das letzte Stück nach Milford. Die Straße nach Milford wird ja des öfteren als schwer zu fahren beschrieben, abgesehen von dem einspurigen Homer Tunnel den man beim Abschätzen der Reisedauer berücksichtigen muss fährt man hier auf einem gut ausgebauten Highway. In Milford angekommen fällt einem gleich der markante Mitre Peak vom Ufer des Milford Sound ins Auge – und einige Asiaten, die eilig zur Bootsanlegestelle laufen. Wir suchen uns einen Platz am Sonnendeck und dann geht die Bootstour durch den Milford Sound auch schon los. Es gibt wieder schöne Landschaft und nach einiger Fahrzeit sehen wir einen Pinguin im Wasser tauchen, den gelben Schopf kann man beim Auftauchen richtig gut erkennen. Kurz darauf stoppt der Kapitän auch schon das Boot da auch auf den Felsen einige Fiordlandpinguine zu sehen sind, die munter auf und ab hüpfen. Fiordlandpinguine (oder auch Dickschnabelpinguine) gelten als gefährdet, sie zählen wie die Gelbaugenpinguine zu den seltensten Pinguinen und sind ebenfalls ausschließlich in Neuseeland anzutreffen. Diesmal können wir sie richtig gut erkennen und beobachten.



Nach der Bootstour geht es wieder hinaus aus Milford. Als wir vor dem Homer Tunnel auf unsere Grünphase warten fliegt ein Kea Pärchen von Auto zu Auto – und landet natürlich auch bei uns. Auch bei unserem nächsten Stop entlang der Milford Road werden wir wieder von einem Kea begrüßt, der es sich am Seitenspiegel gemütlich macht und zu uns herein schaut. Keas oder auch Bergpapageien gelten als die intelligenteste Vogelart und sind ebenfalls vom Aussterben bedroht, da sie einige Jahre gejagt wurden – die Neuseeländische Regierung hat sogar ein Kopfgeld gezahlt, da Keas für tödliche Verletzungen von Merino Schafen verantwortlich gemacht wurden. Die Neugierde der Vögel führt wohl ab und zu auch zu Schäden an Autos und entlang der Milford Road schieben Keas bei Sanierungen aufgestellte Pylone gerne mal in die Mitte der Straße. Zur Ablenkung und Beschäftigung wurden daher abseits der Straße Kea Gyms aufgebaut. Auf Schildern wird beschrieben, dass man Steinhaufen bauen soll um die Aufmerksamkeit von Keas auf sich zu lenken – davon hatten die Keas wohl schon genug und wissen inzwischen, dass diese Steinhäufchen nicht so spannend sind. Wir konnten aber trotzdem einige Keas beobachten, unter anderem auch wie sie vor Campern stehende Schuhe inspizieren oder offene Autotüren anderer Reisender als Einladung ins Auto zu hüpfen wahrnehmen.

