Lakes District und West Coast

Wir verlassen die Milford Road und fahren zum Lake Wakatipu, an dessen Ufer wir eine Nacht Campen. Zwischen See und Hügeln kurven wir das letzte Stück nach Queenstown. Wir entleeren den Grauwassertank, füllen Wasser auf und verlassen Queenstown wieder. Hier ist es ziemlich voll, an der Hauptstraße reihen sich global bekannte Marken aneinander und dazwischen stehen die Leute vor den im Reiseführer genannten Lokalen Schlange – uns überzeugt die Stadt nicht. Etwas außerhalb der Stadt begeben wir uns wieder auf die Spuren von Frodo und Sam, wie sie in Ithilien den Kampf zwischen Faramir und den Waldläufern gegen die Männer und Oliphanten von Harald beobachten.

Weiter geht es entlang des Ufers vom Lake Wakatipu durchgehend in traumhafter Kulisse bis nach Glenochy. Hier genießen wir einen Kaffee während die Tourbusse eine Gruppe nach der anderen zum kurzen Fotostop ausspucken und bald darauf wieder einsammeln.

Für uns geht es dann noch weiter entlang einer Schotterstraße nach Paradise – hier machen wir natürlich auch das obligatorische Foto mit der Ortstafel. Einige Furten später kommen wir dann wieder zu einem Herr der Ringe Drehort – unser eigentlich ausgewählter Campingplatz wäre dann noch ein Stück weiter im Nirgendwo gewesen – da die Furten aber jetzt schon recht tief sind und uns ein Wasseranstieg dann möglicherweiße doch vom Rückweg abschneiden würde drehen wir wieder um zu einfacher befahrbaren Straßen. Wir machen noch einen Abstecher nach Isengard – einem weiteren Herr der Ringe Drehort (den Turm muss man sich halt vorstellen) – bevor wir unseren Camper am Lake Diamond abstellen und den Abend genießen.

Wir fahren wieder an Queenstown vorbei zur Kawarau Schlucht und der Kawarau Brücke: Standort des weltweit ersten kommerziellen Bungeejumpings. Für uns gab es keinen Sprung, die Version das Seil in der Körpermitte anstatt an den Knöcheln zu montieren war nicht so verlockend, dafür spazieren wir ein kleines Stück entlang der Schlucht, die natürlich auch in Herr der Ringe ihren Auftritt hatte. Weiter geht es über die Crown Range – hier ist zwar offiziell keine ausgewiesene Scenic Route, die Strecke ist aber wunderschön. Es geht vorbei an Lake Hawea und Lake Wanaka begleitet von idyllischen Aussichten. Da der Wetterbericht in den kommenden Tagen sogar Schneefall und damit nicht wirklich optimales Wanderwetter meldet und die Straße zur West Coast aufgrund von Murenabgängen nur einspurig befahrbar ist, entscheiden wir uns zügig weiter zu fahren, bevor die Straße erneut komplett gesperrt wird. Für die Wanderungen im Queenstown-Lakes District müssen wir also auf jeden Fall noch einmal nach Neuseeland kommen. Wir fahren nach Makarora, von wo um 4 Uhr Nachmittags ein Konvoi entlang der gesperrten Straße zur West Coast startet. Im Konvoi geht es über den Haast Pass an die West Coast und damit wieder an die Küste.

Am Vormittag starten wir noch bei überraschend gutem Wetter den Spazierweg an dessen Ende man auf den Fox Gletscher sieht. Es geht durch den Regenwald entlang der früheren Moräne bis wir in der Ferne den Gletscher sehen. Im Anschluss geht es zum Lake Matheson – theoretisch hat man von hier einen tollen Blick auf die Neuseeländischen Alpen die sich auch in der Wasseroberfläche spiegeln sollen, wir müssen uns diese Aussicht heute vorstellen. Auch als wir das kurze Stück zum Franz Josef Gletscher spazieren, sehen wir am Ende nur den Nebel in den Bergen hängen.

Nachdem ein sichtbarer Sonnenuntergang den Wolken zum Opfer gefallen ist, verbringen wir eine regnerische und stürmische Nacht in Greymouth an der Küste. Weiter geht es im Regen bis zu den Pancake Rocks, einer Steinformation die wie gestapelte Palatschinken aussieht. Wir haben Glück und können die Felsen in einer Regenpause besichtigen, dann geht es weiter bis nach Nelson – und damit wieder in sonnigere Gegenden.