Nachdem wir Cusco schweren herzens hinter uns gelassen haben geht es für uns nach Arequipa. Rund um die Stadt gibt es drei Vulkane, die für gewöhnliche eine schöne Kulisse um die Stadt bilden – die aktuelle Wetterlage hat aber wieder einmal keine Sicht auf die Vulkane geboten. Dafür sieht man in der Stadt viel weißes Vulkangestein aus dem sämtliche Gebäude errichtet sind. Wir machen wie üblich eine Stadtführung und essen am San Camilo Markt Rocoto Relleno – eine gefüllte scharfe Paprika.

Außerdem verbringen wir einige Zeit damit durchs Kloster Santa Catalina zu spazieren. Das Kloster erstreckt sich auf über 20.000 m² und hat früher 450 Personen beherbergt – Nonnen und Diener. Generell gab es in diesem Kloster ausschließlich reiche Nonnen die ziemlich viel Platz hatten. Jede Nonne die eingezogen ist hat sich ihre Wohnung dazu gebaut – jede hatte ihre eigene Küche und je nach Wohlstand 1 oder 2 Zimmer. Heute leben nur noch 25 Nonnen hier, allerdings in einer Unterkunft am Rand die wahrscheinlich nicht so großzügig und bunt ist wie die früher genutzen Flächen die wir besichtigt haben.


Von Arequipa wäre der Colca Canyon nicht weit, eine der tiefsten Schluchten der Welt (wenn man bis zum angrenzen Berg misst 3269m tief). Über dem Colca Tal ziehen Kondore ihre Runden und man kann in die Schlucht hinein und dann wieder 1200m hinauf wandern – allerdings lässt das Wetter zu wünschen übrig. Extrem starke Regenfälle in und um Arequipa haben zu Murenabgängen im Umland und damit einer Störung der Wasserversorgung in Arequipa geführt – und die Informationen über die Lage beim Colca Canyon sind spärlich, eine Brücke dürfte dem Unwetter zum Opfer gefallen sein und wie sich das Wetter entwickelt wissen wir auch nicht also entscheiden wir uns gegen die Wanderung und ziehen weiter nach Huacachina.
Huacachina ist die einzige Wüstenoase in Südamerika und vor allem ein Touristen Hot Spot. Natürlich ist die Oase heutzutage nicht mehr, denn der hohe Wasserverbrauch durch den Übertourismus habt den ursprünglichen See austrocknen lassen. Heutzutage wird die Oase nicht mehr von einem natürlichen Fluss sondern per Leitung von der nächstgelegenen Stadt gespeist und im See wird nicht mehr heilgebadet sondern Tretboot gefahren.

Wir haben ein Hostel mit Pool und müssen uns zuerst akklimatisieren – so warm hatten wir es schon lange nicht mehr. Nach ausreichend Relaxen am Pool geht es für uns dann aber noch in die Sanddünen. Mit einem Buggy werden wir zu den höchsten Dünen gefahren – Achterbahn-Feeling inklusive – wo wir nachdem wir das Sandboard gscheit gewachselt haben die Dünen hinunter boarden – als touristenfreundliche Version am Bauch. Die Möglichkeit für echte Ski oder Snowboard gibt es auch, aber das wird gleich unverhältnismäßig teuer und uns hat es so auch viel Spaß gemacht. Zum Abschluss genießen wir den Sonnenuntergang und einen guten Blick auf die Oase.


Für uns geht es dann auch gleich weiter an die Pazifikküste nach Paracas. Es ist Wochenende und der Strand erinnert eher an Lignano – aber wir sind ohnehin für die vorgelagerten Ballestas Inseln hier. “Galapagos für Arme” werden die Inseln auch genannt – also genau das richtige für uns. Bei unserem Bootsausflug kommen wir zuerst bei einer riesigen Geoglyphe in Form eines Kerzenleuchters (El Candelabro) vorbei – der Zweck ist nicht geklärt, man vermutet dass das Symbol für die Navigation genutzt wurde. Neben unserem Boot schwimmen Robben, es kommen Pelikane angeflogen, Kormorane sitzen auf den Klippen und auf der Insel watscheln Humboldt-Pinguine. Außerdem gibt es einige andere Vögel die hier heimisch sind oder zumindest überwintern. Ein wichtiger Bewohner ist jedenfalls der Tölpel der hier tagaus tagein Guano produziert, der hier immer noch abgebaut wird.



Damit geht es auch schon nach Lima, unserem letzten Stop in Peru. Im Norden gäbe es zwar auch noch einiges zu sehen, aber da die Weiterreise über Land nach Equador erschwert ist und sich Equador aufgrund der Sicherheitslage ohnedies nicht empfiehlt lassen wir eben einiges aus – denn hin und her fahren wollen wir nicht.
In Lima besichtigen wir die Altstadt, die teilweise etwas verwahrlost wirkt und definitiv ziemlich verlassen ist – es wird aber auch einiges saniert und dann hoffentlich wieder genutzt. Der begrünte Hauptplatz ist generell abgesperrt, für den täglichen Wechsel der Wachen vorm Präsidentenpalast wird man aber eingelassen. Wir schauen uns den Wachwechsel an, zu dem wohl jemand von den Wachen zu spät gekommen ist, denn es war nach Start des Prozedere aber vor Einmarsch der neuen Wachen eine sehr sehr lange Pause – es ging dann aber doch noch weiter und die neuen Wachen sind eher weniger synchron im Stechschritt über den Platz marschiert.



In Miraflores spazieren wir entlang der Costa Verde, die aufgrund unlängst erfolgter Hangsicherungsmaßnahmen nur in wenigen Bereichen schön grün ist. Entlang der Costa Verde gibt es gute Surfspots – für Fußgänger allerdings nicht so gut zu erreichen denn direkt hinter dem Strand ist die Hauptstraße und Fußgängerübergänge sind spärlich. Von Miraflores spazieren wir nach Barranco, dem teuersten Viertel der Stadt in dem auch das beste Restaurant der Welt (das Central) zu finden ist – wir schauen uns nur den Zaun mit dem Stacheldraht von außen an. Außerdem gibt es hier einiges an Streetart und am Hauptplatz ist anlässlich des Tags des Pisco Sour (dem Nationalgetränk) ein Pisco Fest – hier kosten wir uns natürlich auch durch und lassen unsere Zeit in Peru ausklingen.


