Machu Picchu ist wohl die Top-Sehenswürdigkeit in Südamerika und die schauen wir uns natürlich auch an. Die einfachste Variante der Anreise hat man mit Bus und Zug oder aber man entscheidet sich zum Wandern – für uns geht es also über die Anden nach Machu Picchu.
Es geht in aller Früh los und es ist bereits erstaunlich geschäftig in Cusco als wir um 4:30 Uhr darauf warten abgeholt zu werden. Unsere Gruppe besteht aus den 4 Französinnen, die wir schon von der Stadtführung in Cusco kennen, einem Briten, einer Spanierin und einem lokalen Mädel aus Cusco. Mit dem Bus geht es von Cusco nach Mollepata, wo wir Frühstücken bevor es noch ein Stück weiter nach Challacancha geht. Beim Frühstück lernen wir auch gleich die zweite Gruppe die mit uns unterwegs ist kennen – auch sehr franzosenlastig, ein paar Deutsche sind aber auch dabei.

Challacancha liegt auf 3380m Höhe und ist der Start unserer Wanderung. Wir wandern circa 2,5 Stunden bis nach Soraypampa, wo wir unsere kleinen Hütten beziehen und eine ausgiebige Mittagspause abhalten. Dann geht es noch zur Humantay Lagoon auf 4220m hinauf. Kurzzeitig hatte man noch einen guten Blick auf den See und den dahinterliegenden Wasserfall, bevor alles in den Wolken verschwunden ist und sich nicht mehr wirklich zeigen wollte. Dann ging es wieder hinunter zum Quartier zum Nachmittagstee und anschließendem Abendessen. Nach 11,75km und 840 Höhenmetern geht es dann nach etwas Katzenwäsche ins Bett – Duschen gibt es hier nicht.



Tag zwei startet damit, dass uns unser Koch ein Häferl Kokatee in die Hütte serviert und wir uns dann langsam aus den Schlafsäcken schälen – es ist ziemlich kalt hier auf 3900m. Dann gibt es Frühstück, unser Dufflebag mit den Schlafsäcken und Toilettsachen wird den Pferden umgeschnallt und es geht los. Nach einiger Zeit gemütlicher Steigung geht es in Serpentinen den so genannten “Gringo Killer” hinauf gefolgt von dem “Inka Killer” – für die Faulen gibt es die Möglichkeit den gesamten heutigen Anstieg am Rücken eines Pferdes zurück zu legen. Der höchste Punkt heute ist der Salkantay Pass auf 4650m Höhe. Dort gibt es eine Zeremonie zu ehren von Patcha Mama – es werden Coca-Blätter, Bier und Schnaps geopfert. Ab dem Pass geht es nur noch hinunter unterbrochen von einer verlängerten Mittagspause – ein “Wanderer” der zweiten Gruppe, der den Anstieg schon per Pferd bewältigt hat ist auch am Abstieg gescheitert und musste mit einem Pferd abgeholt werden – der hat wohl eher unabsichtlich die Wanderung anstatt den Zug gebucht. Der restliche Abstieg ist von Regenschauern geprägt – man weiß nicht ob man den Regenponcho ausziehen soll oder besser doch anlässt. Die heutige Etappe war 23,70km lang und es ging 700 Höhenmeter hinauf bevor es dann nach Collpapampa hinunter gingt.





Tag drei ist ein sehr gemütlcher Tag von Collpapampa nach Lucambamba sind es nur wenige Kilometer, leicht bergab. Am Weg sehen wir den best aussehensten Nackthund der Reise, kommen an einigen Obstplantagen vorbei und stoppen noch bei einer Kaffee Rösterei für eine Verkostung. Den verregneten Nachmittag verbringen wir dann gemütlich in den heißen Quellen – endlich eine Möglichkeit sich zu waschen.


Der nächste Tag sollte uns eigentlich den ersten Blick auf Machu Picchu bescheren – allerdings hatten wir starken Regen, keine Fernsicht und somit keine Chance Machu Picchu zu sehen. Die heutige Etappe ist gesamt 25 km lang, anfangs hinauf durch den Dschungel, dann wieder hinunter und zum Schluss noch 10 km eben entlang der Bahnstrecke bis nach Aguas Calientes – die Stadt am Fuße von Machu Picchu. Wasserdicht sind unsere Wanderschuhe schon lange nicht mehr – also kommen wir ziemlich nass an. Dafür gibt es heute Hotel mit Dusche die wir gleich nutzen – fürs Abendessen gibt’s heute Plastiksackerl zwischen Schuhen und Socken damit die frischen Socken trocken bleiben. Wir essen gemeinsam in der Stadt bevor wir ins Hotelbett fallen – morgen geht es noch einmal früh los.




Heute ist der fünfte und letzte Tag, es regnet nicht und es geht hinauf zu Machu Picchu. Der kleine harte Kern der Gruppe nimmt die Stiegen. Wir kommen genau zur Öffnung der Brücke am Checkpoint an und dann geht es hinauf – der letzte Anstieg unseres Treks. Oben angekommen treffen wir unseren Guide und starten mit der Erkundung von Machu Picchu. Gleich am Anfang treffen wir noch einige Lamas bevor sie das weite suchen und in die für Touristen gesperrten Bereiche spazieren und dann haben wir auch schon den ersten Blick auf die Inka-Stadt – sehr beeindruckend und vor allem haben wir Wetterglück – sogar die Sonne zeigt sich. Unser Guide führt uns knapp 3 Stunden durch die Ruinen – und erzählt uns auch, dass es Tags zuvor extrem bewölkt war und sie keine Sicht auf Machu Picchu hatten. Nachdem wir Machu Picchu auf uns wirken lassen haben geht es wieder die Stiegen hinunter und wir genießen noch einen Kaffee in Aguas Calientes bevor es mit dem Panoramazug wieder Richtung Cusco geht. Das letzte Stück fahren wir wieder mit dem Bus und kommen pünktlich zum Abendessen in Cusco an wo wir wieder in unserem Hostel einchecken und das Feuer, die Marshmallows und eine Tasse Tee genießen.





