Lago Titicaca

Von La Paz geht es mit dem Bus nach Copacabana. Nachdem der Bus nicht beim großen offiziellen Busterminal abfährt, fahren wir noch ein letztes mal mit der Seilbahn und spazieren dann quer durch den Friedhof – hier starten die Busse nach Copacabana. Der Bus ist schon fast voll, also müssen wir nicht lange warten bis der Bus los fährt – zuvor kontrolliert die Polizei noch die Ausweise. Ein kurzes Stück des Wegen nach Copacabana müssen wir per Fähre zurück legen – Passagiere und Bus getrennt. Wir fahren also mit der Personenfähre über die Straße von Tiquina, der Motor stirbt einige male ab denn der Diesel wird manuell zum Motor gepumpt, wir kommen aber dennoch weit vor unserem Bus an. So ganz effizient ist das System der Fährüberfahrten nicht – jede Fähre versucht sich zu den Anlegestellen zu drängen – der Fährmann der unseren Bus auf der Fähre hat muss das Spiel noch üben, denn der wird von allen Fähren ausgebremst. Irgendwann legt dann aber auch unser Bus an, wir steigen wieder ein und die Fahrt geht weiter.

In Copacabana angekommen besichtigen wir die Basilika der Jungfrau von Candelaria, ein wichtiger Wallfahrsort für Bolivianer. Vor der Basilka reihen sich geschmückte Autos, denn wann immer man sich ein Auto kauft führt der erste Weg nach Copacabana um sein Auto für sichere Fahrten segnen zu lassen – ergänzt mit einer Bierdusche und Rosenblättern, es soll ja bei der Retourfahrt jeder sehen, dass man in Copacabana war. Copacabana verfügt außerdem über den einzigen Strand Boliviens – hier hat man die Qual der Wahl zwischen Bananenboot, Drachenboot oder Tretboot und es ist einiges los.

Für uns geht es mit dem Boot sehr gemächlich über den Titikaka-See zur Isla del Sol – der Sonneninsel. Der Titikaka-See ist der größte Süßwassersee Südamerikas mit einer Fläche von über 8200km². Der Titicacasee liegt auf der Altiplano-Ebene in rund 3800 Metern Höhe und gilt somit als das höchstgelegene schiffbare Gewässer. Die Isla del Sol ist in der lokalen Mythologie der Geburtsort des Sonnengottes sowie der ersten beiden Inka Manco Cápac und Mama Ocll. Wir legen im Hafen im Süden der Insel an, jetzt trennen uns noch über 200 Stufen – die Escalera del Inca – vom Dorf Yumani, alternativ könnte man auch den Esel-Trek entlang gehen. Abends ist es im Hafen besonders geschäftig wenn die Waren vom Festland ankommen und die Einheimischen einen Esel nach dem anderen beladen, denn auf der Isla del Sol gibt es keinen Autoverkehr, hier geht man zu Fuß und nutzt Esel zum Transport seiner Waren.

Wir nutzen den ersten Tag um den Süden der Insel zu erwandern, es geht vorbei am Tempel Pillkukayna bis zur südlichsten Spitze, dann wandern wir entlang des Willa Thaki (dem heiligen Weg der ewigen Sonne) am Kamm der Insel zurück zur Unterkunft – bei bester Aussicht auf die Ufer der Insel. Für den nächsten Tag hätten wir eigentlich noch die komplette Überquerung der Insel am Programm gehabt – die Fähren die Süd und Nord verbinden fahren aber nichtmehr nachdem es in den letzten Jahren einige Konflikte zwischen den beiden Inselteilen gab – und ein privates Boot ist uns dann doch zu teuer. Den ganzen Weg hin und zurück zu wandern scheint uns dann doch zu motiviert, also wandern wir ein Stück Richtung Norden, genießen die Aussicht und drehen dann wieder um.

Nach drei Nächten auf der Isla del Sol geht es wieder zurück nach Copacabana wo wir noch einen gemütlichen letzten Abend in Bolivien verbringen.