Mit dem Zug fahren wir nach Andong, eine kleine Stadt die außer der örtlichen Brauerei, die in einem traditionellen Gebäude ihr Bier ausschenkt nicht viel zu bieten hat. Nicht weit von hier liegt unser eigentliches Ziel: Hahoe, ein historisches Dorf der Joseon-Dynastie. Die Häuser sind traditionell mit Stroh gedeckt, die Kirschbäume beginnen gerade zu blühen. Die Stimmung eines Dorfes wie früher wird nur von den PKW, die zwischen den traditionellen Häusern und Gärten parken und den Plastik-Planen gedeckten Hauserweiterungen gestört.


Der nächste Stop ist in Gyeongju – auch als Museum ohne Dach bezeichnet. Früher lag hier die Hautpstadt des Königreichs Silla, heute fallen sofort die “Tumuli” (Grabhügel) auf welche die Stadt säumen. Dazwischen gibt es Tempel, den Wolji-Teich mit Palastgebäuden, Gartenanlagen und einige andere historische Gebäude zu erkunden – wir beschränken uns auf das Zentrum der Stadt das gerade in blühenden Kirschbäumen untergeht und eine kleine Wanderung auf den Namsan bevor wir dann zum nahegelegenen Golgulsa-Tempel reisen.



Im Tempel angekommen bekommen wir unser Tempel-Outfit: eine Weste und eine weite Hose. Nach einer kurzen Einführung über die Etikette im Tempel geht das Programm auch schon mit dem Sunmudo-Training los. Sunmudo ist eine koreanische Tempelkampfkunst, die Zen-Meditation, Yoga, Tai Chi und Qi-Gong mit traditionellen koreanischen Kampfkünsten verbindet. Nach der ersten Trainingseinheit in Sunmudo wird meditiert und dann geht es weiter mit 108 Verbeugungen. Vegetarisches Abendessen gibt es um 18:00 und spätestens um 21:00 ist Bettruhe – der nächste Tag beginnt um 5:00 mit dem Weckruf der Mönche und um halb 6 sitzen wir schon selbst in der Buddha-Halle und murmeln das monotone Morgengebet, dann wird meditiert. Nach der morgendlichen Meditation geht es zum Frühstück und dann zum Sunmudo-Training mit Meditation. Dann leisten wir einem Mönch beim Morgengebet Gesellschaft bevor wir mit einem anderen Mönch Teetrinken. Weiter geht es mit dem Mittagessen, Meditation um dann wieder wie schon am ersten Tag beim Sunmudotraining zu schwitzen, anschließend zu meditieren und unseren Muskelkater bei weiteren 108 Verbeugungen zu pflegen. Falls das Programm jemand nachmachen will hier noch einmal übersichtlich:
5:00 Aufstehen
5:30 Sprechgesang mit anschließender Meditation
6:00 Frühstück
9:00 Sundmudo-Training mit anschließender Meditation
10:00 Morgengebet
11:00 Teezeremonie
12:00 Mittagessen
14:00 Meditation
16:00 Sundmudo-Training mit anschließender Meditation
17:30 108 Verbeugungen
18:00 Abendessen
21:00 Bettruhe
Drei Nächte haben wir auf dünnen Matten in geschlechtergetrennten Räumlichkeiten die meditative Ruhe genossen und die Basics in Sunmudo trainiert bevor es wieder zurück in die Zivilisation und weiter zu unserem letzten Ziel in Südkorea geht.


